13
Inkl und Mehrspr Jürgens (Subject) / Lektion - 4 (Lesson)
Advertisement
- Definition Kultur - Bedeutungssystem von Gruppen ins Bezug auf das Alltagsleben- Auftreten gemeins. Bedeutungen: Wertvorstellung, Verhaltensregel, soziale Praktik
- Definition Kulturzentrismus standortgebundene Perspektive und deren Selbstverständlichkeit --> sollte reflektiert werden, damit bessere Verständigung Entsteht wenn: - erlernte Kultur natürlich und selbstverständlich - fremde Kultur seltsam und erklärungsbedürftig - andere Kulturen aus erlerntem Blickwinkel
- Definition Interkulturelle Kompetenz interkulturelles Wissen: Kenntnis über eigene kulturelle Prägung, kulturellen Orientierungen, Lebenswelt des anderen, Funktion und Wirksamkeit von Stereotypen interkulturelle Sensibilität: Bewusstsein über Gemeinsamkeiten, Unterschiede; Unterschiede haben zunächst keinen Wert interkulturelles Handeln: Fähigkeit sich außerhalb eigenen kulturellen Raums zu orientieren und zu handeln; andere Normen, Werte, Ansichten akzeptieren; Verständigungsprozesse ermöglichen --> auch weitere persönliche Eigenschaften wichtig, z.B eigene Ambiguitätstoleranz – d.h., wie gut man Verschiedenheiten aushalten kann
- Eisberg-Modell - sichtbare, bewusste Kultur: Sprache, Sitten, Kleidung, …- unsichtbare, unbewusste Kultur: Umgang mit Zeit, Emotionen,…; Vorstellungen von Schönheit, Moral; Bedeutungen von Freiheit,…
- Orientierungsdimensionen nach Hofstede – 6 Dimensionen + Vorteile und welche Nachteile --> Ziel der Kategorisierung der Dimensionen: kulturelle Unterschiede sichtbar machen--> Orientierungsdimensionen = Tendenzen von kulturellen Gruppen zu bestimmten Auffassungen, Verhaltensweisen, Regeln m. H. derer Kontinuen erfasst werden 1. Hohe vs. niedrige Machtdistanz = inwiefern ist ungleiche Machtverteilung in einer Organisation akzeptiert? - hoch: Ungleichheit ist akzeptiert, mächtige Mitglieder richtungsweisend, Gehorsam - niedrig: Ungleichheit wird minimiert, Gleichwertigkeit 2. Individualismus vs. Kollektivismus = Abhängigkeit voneinander - Individ: Fokus auf „Ich“, Menschen kümmern sich um sich selbst und um die Kernfamilie - Kollektiv.: Fokus auf „Wir“, enge soziale Netzwerke, Beziehungen wichtiger als Aufgaben mit Kontextbezug 3. Maskulinität vs. Femininität - Mask.: geschlechtsspezifische Rollen - Feminin.: Rollen überlappen sich 4. Hohe vs. niedrige Unsicherheitsvermeidung = Ausmaß durch unerwartete, unstrukturierte Situationen bedroht zu fühlen - hoch: hoher Stress bei Ungewissheit - niedrig: Ungewissheit gehört zum Alltag 5. Lang- vs. Kurzzeitorientierung - Langzeito.: Zukunftsorientierung, eigene Bedürfnisse für größere Sache zurückgestellt - Kurzzeitor.: Werte sind in Zusammenhang mit Vergangenheit und Gegenwart, Bemühungen sollen schnelle Ergebnisse bringen 6. Genuss vs. Einschränkung = Ausmaß des Erlaubtseins unmittelbarer Befriedigung von Bedürfnissen und persönlichen Wünschen - Einschränkg.: strengere soziale Regeln, die die Bedürfnisbefriedigung reglementieren Welche Vorteile und welche Nachteile sehen Sie mit Hofstedes Modell und der Kategorisierung von kulturellen Unterschieden anhand der Orientierungsdimensionen verbunden? Vorteil: - schneller Überblick über die Kultur eines Landes - schnelle Einordnung eines Landes Nachteil:- Pauschalisierung der Individuen der Gesellschaft- Gefahr der Stigmatisierung- Zeitaspekt und Wandlungsprozesse müssen berücksichtigt werden
- Kultur-Person-Situations-Modell - KPS-Modell - dreht sich um Einflussfaktoren (Kultur, Person, Situation) auf das Verhalten --> Verminderung eines Rückschlusses von Andersartigkeit auf kulturelle Unterschiede K: milieuübliche Normen, Werte, RegelnP: Biografie und individuelle Vor-Erfahrung, StimmungslageS: Machtstrukturen in der Situation, kurzfristige Gegebenheiten, Befindlichkeiten Kulturelle Mehrfachzugehörigkeit:- Person kann sich an mehreren Kulturen orientieren - „Kultur-Mix“- Fremdperspektive und Eigenperspektive können stark divergieren
- Code-Switching = Wechsel zwischen 2 Sprachen oder Varietäten= Wechsel zwischen 2 oder mehr Sprachen/Varietäten innerhalb derselben kommunikativen Interaktion --> betroffen können einzelne Lexeme oder ganze Diskursabschnitte sein Anlässe mit Situationsveränderung: - Adressieren einer Person, die eine andere Sprache spricht - Themenwechsel - Änderung des Typs der Interaktion - Ort verändert sich Anlässe mit gleichbleibender Situation: - Zitat - persönliche Einstellung oder Bewertung - metakommunikative Äußerungen Nicht-funktionales Code-Switching: - auf interne Prozesse der Sprachproduktion zurückzuführen - kann (muss nicht) ausgelöst werden durch „trigger words“ --> erleichtern den Übergang von einer in andere Sprache, kommen in beiden Sprachsystemen vor, klingen ähnlich
- Definition Transfer = Übernehmen von etwas aus der einen in die andere Sprache + Integration in dessen System- Sprache, in die etwas übernommen wird, verändert sich; Übernahme in das Sprachsystem Ursache: Ökonomie- Einsparen von Speicherkapazitäten im Gehirn- Reduktion von Benennungen für gleiche Vertreter im Bereich des Lexikons- Vereinfachung von Formen in der Morphologie- Reduktion der möglichen Varianten der Syntax
- Definition Lernvarietät = individuell variierendes zweitsprachliches Repertoire einer Person- entstehen unter sozialem Druck sich schnell und effizient zu verständigen- ungleiche Verteilung von sprachlichen, kommunikativen, Wissenskompetenzen der Interaktionspartner- durchlässig für Input aus Zielsprache- Zweitsprachenerwerb = Übergang zwischen 2 Lernvarietäten - Stehenbleiben eines Lerners auf einem bestimmten, der Zielsprache angenäherten Sprachniveau, nennt man „Fossilierung“ Ursache: Ökonomie- Einsparen von Speicherkapazitäten im Gehirn- Reduktion von Benennungen für gleiche Vertreter im Bereich des Lexikons- Vereinfachung von Formen in der Morphologie- Reduktion der möglichen Varianten der Syntax
- Definition Ethnolekte = keine Lernvarietät--> flüssige Sprechweise, Sprecher weist noch andere Sprechweisen auf- Bsp.: „Türkendeutsch“, „Kiezdeutsch“ Ursache: Ökonomie- Einsparen von Speicherkapazitäten im Gehirn- Reduktion von Benennungen für gleiche Vertreter im Bereich des Lexikons- Vereinfachung von Formen in der Morphologie- Reduktion der möglichen Varianten der Syntax
- Advertisement
- Würde Heike Wiese einer Einordnung des Kiezdeutschen als Lernervarietät zustimmen? Wie lauten Ihre Argumente für Ihre Antwort? - Ja.- spezielle Charakteristika bei Lautung, Wortschatz und Grammatik- vergleichbar mit traditionellen Dialekten
- Inwiefern zeigen sich im Kiezdeutschen und seinem Gebrauch sprachliche Kompetenzen der Sprecher und nicht wie vielfach angenommen Defizite? - Lautung, Wortschatz, Grammatik vergleichbar mit traditionellen Dialekten- durch Entwicklungstendenzen und Spannungen im grammalischen System motiviert- systematische Regeln- Verwendung nur in bestimmten Settings
- Die Bezeichnung Dialekt für das Kiezdeutsche ist sprachwissenschaftlich umstritten. Warum wählt Heike Wiese Ihrer Meinung nach diese Bezeichnung? - Teil eines breiteren Repertoires, das situationsspezifisch eingesetzt wird- Kiezdeutsch als systematischem, integrierten Bestandteil des Deutschen, der in informellen Situationen im Freundeskreis gebraucht wird