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Inkl und Mehrspr Jürgens (Fach) / Lektion - 4 (Lektion)

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  • Definition Kultur - Bedeutungssystem von Gruppen ins Bezug auf das Alltagsleben- Auftreten gemeins. Bedeutungen: Wertvorstellung, Verhaltensregel, soziale Praktik
  • Definition Kulturzentrismus standortgebundene Perspektive und deren Selbstverständlichkeit --> sollte reflektiert werden, damit bessere Verständigung Entsteht wenn:   - erlernte Kultur natürlich und selbstverständlich                         - fremde Kultur seltsam und erklärungsbedürftig                         - andere Kulturen aus erlerntem Blickwinkel
  • Definition Interkulturelle Kompetenz interkulturelles Wissen:  Kenntnis über eigene kulturelle Prägung, kulturellen Orientierungen, Lebenswelt des anderen, Funktion und Wirksamkeit von Stereotypen interkulturelle Sensibilität:  Bewusstsein über Gemeinsamkeiten, Unterschiede; Unterschiede  haben zunächst keinen Wert interkulturelles Handeln:   Fähigkeit sich außerhalb eigenen kulturellen Raums zu orientieren und zu handeln; andere Normen, Werte, Ansichten akzeptieren; Verständigungsprozesse ermöglichen --> auch weitere persönliche Eigenschaften wichtig, z.B eigene Ambiguitätstoleranz       – d.h., wie gut man Verschiedenheiten aushalten kann
  • Eisberg-Modell - sichtbare, bewusste Kultur: Sprache, Sitten, Kleidung, …- unsichtbare, unbewusste Kultur: Umgang mit Zeit, Emotionen,…;                                                   Vorstellungen von Schönheit, Moral;                                                   Bedeutungen von Freiheit,…
  • Orientierungsdimensionen nach Hofstede – 6 Dimensionen + Vorteile und welche Nachteile --> Ziel der Kategorisierung der Dimensionen: kulturelle Unterschiede sichtbar machen--> Orientierungsdimensionen = Tendenzen von kulturellen Gruppen zu bestimmten       Auffassungen, Verhaltensweisen, Regeln m. H. derer Kontinuen erfasst werden 1. Hohe vs. niedrige Machtdistanz                = inwiefern ist ungleiche Machtverteilung in einer Organisation akzeptiert?                - hoch: Ungleichheit ist akzeptiert, mächtige Mitglieder richtungsweisend,                             Gehorsam                - niedrig: Ungleichheit wird minimiert, Gleichwertigkeit 2. Individualismus vs. Kollektivismus                = Abhängigkeit voneinander                - Individ: Fokus auf „Ich“, Menschen kümmern sich um sich selbst und um die                                 Kernfamilie                - Kollektiv.: Fokus auf „Wir“, enge soziale Netzwerke, Beziehungen wichtiger als                                  Aufgaben mit Kontextbezug 3. Maskulinität vs. Femininität                - Mask.: geschlechtsspezifische Rollen                - Feminin.: Rollen überlappen sich 4. Hohe vs. niedrige Unsicherheitsvermeidung                = Ausmaß durch unerwartete, unstrukturierte Situationen bedroht zu fühlen                - hoch: hoher Stress bei Ungewissheit                - niedrig: Ungewissheit gehört zum Alltag 5. Lang- vs. Kurzzeitorientierung                - Langzeito.: Zukunftsorientierung, eigene Bedürfnisse für größere Sache                                     zurückgestellt                - Kurzzeitor.: Werte sind in Zusammenhang mit Vergangenheit und Gegenwart,                                     Bemühungen sollen schnelle Ergebnisse bringen 6. Genuss vs. Einschränkung                = Ausmaß des Erlaubtseins unmittelbarer Befriedigung von Bedürfnissen und                     persönlichen Wünschen                - Einschränkg.: strengere soziale Regeln, die die Bedürfnisbefriedigung                                        reglementieren   Welche Vorteile und welche Nachteile sehen Sie mit Hofstedes Modell und der Kategorisierung von kulturellen Unterschieden anhand der Orientierungsdimensionen verbunden? Vorteil: - schneller Überblick über die Kultur eines Landes - schnelle Einordnung eines Landes Nachteil:- Pauschalisierung der Individuen der Gesellschaft- Gefahr der Stigmatisierung- Zeitaspekt und Wandlungsprozesse müssen berücksichtigt werden
  • Kultur-Person-Situations-Modell - KPS-Modell - dreht sich um Einflussfaktoren (Kultur, Person, Situation) auf das Verhalten --> Verminderung eines Rückschlusses von Andersartigkeit auf kulturelle Unterschiede K:            milieuübliche Normen, Werte, RegelnP:            Biografie und individuelle Vor-Erfahrung, StimmungslageS:            Machtstrukturen in der Situation, kurzfristige Gegebenheiten, Befindlichkeiten Kulturelle Mehrfachzugehörigkeit:- Person kann sich an mehreren Kulturen orientieren - „Kultur-Mix“- Fremdperspektive und Eigenperspektive können stark divergieren
  • Code-Switching = Wechsel zwischen 2 Sprachen oder Varietäten= Wechsel zwischen 2 oder mehr Sprachen/Varietäten innerhalb derselben kommunikativen     Interaktion --> betroffen können einzelne Lexeme oder ganze Diskursabschnitte sein Anlässe mit Situationsveränderung:                                     - Adressieren einer Person, die eine andere Sprache spricht                               - Themenwechsel                               - Änderung des Typs der Interaktion                               - Ort verändert sich Anlässe mit gleichbleibender Situation:                               - Zitat                               - persönliche Einstellung oder Bewertung                               - metakommunikative Äußerungen Nicht-funktionales Code-Switching:                               - auf interne Prozesse der Sprachproduktion zurückzuführen                               - kann (muss nicht) ausgelöst werden durch „trigger words“                               --> erleichtern den Übergang von einer in andere Sprache,                                      kommen in beiden Sprachsystemen vor, klingen ähnlich
  • Definition Transfer = Übernehmen von etwas aus der einen in die andere Sprache + Integration in dessen System- Sprache, in die etwas übernommen wird, verändert sich; Übernahme in das Sprachsystem Ursache: Ökonomie- Einsparen von Speicherkapazitäten im Gehirn- Reduktion von Benennungen für gleiche Vertreter im Bereich des Lexikons- Vereinfachung von Formen in der Morphologie- Reduktion der möglichen Varianten der Syntax
  • Definition Lernvarietät = individuell variierendes zweitsprachliches Repertoire einer Person- entstehen unter sozialem Druck sich schnell und effizient zu verständigen- ungleiche Verteilung von sprachlichen, kommunikativen, Wissenskompetenzen der    Interaktionspartner- durchlässig für Input aus Zielsprache- Zweitsprachenerwerb = Übergang zwischen 2 Lernvarietäten - Stehenbleiben eines Lerners auf einem bestimmten, der Zielsprache angenäherten    Sprachniveau, nennt man „Fossilierung“ Ursache: Ökonomie- Einsparen von Speicherkapazitäten im Gehirn- Reduktion von Benennungen für gleiche Vertreter im Bereich des Lexikons- Vereinfachung von Formen in der Morphologie- Reduktion der möglichen Varianten der Syntax
  • Definition Ethnolekte = keine Lernvarietät--> flüssige Sprechweise, Sprecher weist noch andere Sprechweisen auf- Bsp.: „Türkendeutsch“, „Kiezdeutsch“ Ursache: Ökonomie- Einsparen von Speicherkapazitäten im Gehirn- Reduktion von Benennungen für gleiche Vertreter im Bereich des Lexikons- Vereinfachung von Formen in der Morphologie- Reduktion der möglichen Varianten der Syntax
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  • Würde Heike Wiese einer Einordnung des Kiezdeutschen als Lernervarietät zustimmen? Wie lauten Ihre Argumente für Ihre Antwort? - Ja.- spezielle Charakteristika bei Lautung, Wortschatz und Grammatik- vergleichbar mit traditionellen Dialekten
  • Inwiefern zeigen sich im Kiezdeutschen und seinem Gebrauch sprachliche Kompetenzen der Sprecher und nicht wie vielfach angenommen Defizite? - Lautung, Wortschatz, Grammatik vergleichbar mit traditionellen Dialekten- durch Entwicklungstendenzen und Spannungen im grammalischen System motiviert- systematische Regeln- Verwendung nur in bestimmten Settings
  • Die Bezeichnung Dialekt für das Kiezdeutsche ist sprachwissenschaftlich umstritten. Warum wählt Heike Wiese Ihrer Meinung nach diese Bezeichnung? - Teil eines breiteren Repertoires, das situationsspezifisch eingesetzt wird- Kiezdeutsch als systematischem, integrierten Bestandteil des Deutschen,    der in informellen Situationen im Freundeskreis gebraucht wird