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DiDaz (Subject) / 1. Klausur (Lesson)
Deutsch als Zweitsprache
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- extrafachlicher Wortschatz Wörter, die anderen fachlichen Systemen angehören, aber in Fachtexten des Faches angewendet werden z.B. Artenschutz, Umweltverschmutzung, Klimaerwärmun
- nichtfachlicher Wortschatz alle allgemein und fachlich nicht weiter geprägten Wörter z.B. Mensch, Ergebnis, Ziel
- Wortebene - Fachbegriffe enthalten? - durchgängig einheitlich genutzt? - alltagssprachliche Ausdrücke gebraucht, die im fachlichen Kontext andere Bedeutung haben? - Wörter metaphorisch gebraucht? - Verwendung von Komposita? - Welche Affixe (zer-, miss-, bar?
- Satzebene - Satzstellung ungewohnt für SuS? - Satzkonstruktion complex/verschachtelt? - Infos verdichtet mithilfe von Nominalisierungen/erweiterten Attributen? - Passivkonstruktionen vorhanden?
- Textebene - Aufbau nachvollziehbar? - Verknüpfungsmittel (dieser, damit, infolgedessen, …) - Wörter durch Fügungen ersetzt, die inhaltlich in keinem direkten Bezug zueinanderstehen? - Interferenzbildung – müssen inhaltliche Lücken gefüllt werden? - Bilder im Text? Rolle!? - Bild nachvollziehbar?
- Aufgabenstellungen - Bewertungsschemas immer so gestalten, dass man davon ausgeht, dass das Ergebnis das ist, was ich für alle SuS erreichen/schaffen will - kognitiv und sprachlich an SuS anpassen - Welcher WS wird eingeführt? - Wort-Satz-Textebene → Brache ich das Wort unbedingt? Kann ich es streichen? Kann man ohne diesen Begriff leben? - richtige Schreibaufgabe nennt immer Adressaten - Unterschied zwischen produktiven und rezeptivem WS - pro Tag maximal 5 neue Wörter einführe
- Versuchsbeschreibung nach Pertzel/Schütte 2016 Sprachsensibler Fachunterricht (nach Pertzel/Schütte) • ist Regelunterricht und keine organisatorische Sonderform, also kein zusätzlicher Förderunterricht, sondern Kernelement einer (durchgängigen) Sprachbildung • stellt sprachliche Hilfen und Lerngelegenheiten bereit, damit die Schülerinnen und Schüler im Unterricht angemessen sprachlich handeln und die Ziele des Regelunterrichts erreichen können • ist prinzipiell in allen Fächern und Lernbereichen möglich und entfaltet sein volles Potenzial, wenn die Fächer untereinander und mit dem Deutschunterricht abgestimmt zusammenarbeiten • nimmt in besonderer Weise zwei Varietäten in den Blick: (a) Bildungssprache und (b) Fachsprache. • setzt voraus, dass die Schülerinnen und Schüler soweit Deutsch beherrschen, dass sie sich in grundlegenden Alltagssituationen verständigen können • ermutigt Schüler und Schülerinnen zum zusammenhängenden und sinnentwickelnden Sprechen und Schreiben • bietet bedarfsorientiert sprachliche Hilfestellungen und Modelle für die Bearbeitung von Lernaufgaben an • schafft Gelegenheiten für die Schülerinnen und Schüler, gezielt Beobachtungen an Sprache anzustellen, über auffällige sprachliche Verwendungsmuster im Fach im Vergleich und Kontrast zur Umgangssprache zu reflektieren und sie für die eigene Sprachproduktion zu übernehmen • lässt Zeit für ermutigende und verständliche Rückmeldung an die SuS zur eigene Sprachverwendung von der Lehrkraft oder von Mitschülerinnen und Mitschülern
- Kohärenzbildung beim Lesen von Texten (Kintsch, van Dijk 1978): - beim Textverstehen werden einzelne Textaussagen propositional codiert und in eine hierarchisch aufgebaute Wissensstruktur überführt - dieser Prozess lässt sich als Kohärenzbildung definieren - in einem global kohärenten Text stehen die einzelnen Textaussagen in einem direkten, für den Leser nachvollziehbaren Bezug zur globalen Thematik des Textes
- Scaffolding (von englisch scaffold ‚Gerüst') → Unterstützung des Lernprozesses durch Bereitstellung einer ersten vollständigen Orientierungsgrundlage in Form von Anleitungen, Denkanstößen und anderen Hilfestellungen
- Scaffolding Einsatz - Orientierung des Spracherwerbs an der „Zone der nächsten Entwicklung“ (Was ein Kind mit einer kompetenten Person zusammen bewältigen kann) → wenn Kind es mit kompetenter Person zsm. bewältigen kann, kann es das im nächsten Schritt auch allein - Wessel (2015, S. 49 ff.) zeigt Möglichkeiten im Sinne des Makro-Scaffolding in Form von sechs Elementen der Unterrichtsplanung - Kniffka formuliert im Sinne des Mikro-Scaffolding für den Zweitsprachenerwerb einige Gestaltungsmöglichkeiten einer hilfreichen Interaktion zwischen Lehrkraft und Lernenden, die aber auch für einen Unterricht, der eine zieldifferente Förderung impliziert, Bedeutsamkeit haben
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- Strategien, um Texte zu vereinfachen (Textentlastung nach Luchtenberg (92) und Kuhs (91)): - Einführung von Fachbegriffen: Text mit passenden Bildern verstehen - Vereinfachung des Satzbaus (Subjekt – Verb – Objekt) oder eines kompletten Satzgefüges - Umschreibung und Paraphrasierungen von nützlichen und peripheren Fachbegriffen - Streichung oder Ersatz von nicht notwendigem Wissen - Vereinfachung inhaltlicher Aussagen, ABER: nicht Kern verändern! Ziele: - Inhalte ohne intensive Wortschatzarbeit zu betreiben - L2 transparenter zu gestalten - Bilder hinzufügen - optimales Lehrwerk: Bild und Text wirken zusammen
- Merkmale optimierter Text: - konkrete Text-Bild-Verweise - Bilder in Text integriert - Advance – Organizer: Vorstrukturierung, die das Lesen lenkt - Struktur → viele nicht zu lange Absätze mit Unter-/Überschiften - inhaltlich nicht vereinfacht - übersichtlicher Satzbau - oft keine Pronomen zur Wiederaufnahme, sondern Rekurrenzen (Rekurrenz Text + Abbildung) - alles, was thematisch zusammengehört, steht nah beieinander - klarer Operatorengebrauch
- Concept-Map - Visualisierung von Begriffen (Concepts) und ihren Zusammenhängen in Form eines Netzes - verschiedene Farben - Fokus auf Verbindungen legen - Querbeziehungen zw. Gruppen herstellen - am Ende: lesen, verschriftlichen - hilft, Zusammenhange zu verstehen - wichtig ist, dass am Ende etwas damit passiert
- 3-Phasen-Modell (Schmölzer-Eibinger) - didaktisches Konzept zur Förderung der Textkompetenz - Ausgangspunkt des Modells These, dass Texte als Grundlage bzw. Medium des Lernens dienen - Textkompetenz als Schlüsselkompetenz des Lernens, die SuS zum sprachlichen Handeln in jedem Fach befähigt - auf alle Fächer übertragbar - konzentriert sich auf Schriftlichkeit und Förderung der Textkompetenz
- Theoretische Grundlagen des 3-Phasen-Modells -1. Phase: Wissensvermittlung - Gedanken aktivieren - vorhandene Kenntnisse der SuS aufrufen, um neue Infos daran anknüpfen lassen zu können - Bilder, Cartoons, Gegenstände - 2. Phase: Arbeit an Texten - drei Stufen: - Textkonstruktion - Arbeit an Fragmenten eines Textes - ergänzen oder erweitern - Textrekonstruktion - „Reparieren“ durcheinander geratener Textteile - Textstrukturierung und -kohärenz im Vordergrund - Textfokussierung und Textexpansion - Arbeit mit vollständigen Texten - SuS üben, wichtige Infos im Text zu erkennen, miteinander verknüpfen - verschiedene Aufgabenformen, unterschiedliche Lesestile - 3. Phase: Texttransformation - Bedeutungen aus jeweiligen Kontexten herauslösen und in neue Kontexte transferieren - Ziel: Texte zu interpretieren, zu verändern und in neuen Zusammenhängen zu nutzen --> bei Doppelseiten nicht nur am Text arbeiten, sondern auch Bilder mit einfließen lassen, da diese meist hochkomplex sind und von SuS gern übersehen werden
- Fremdsprachendidaktische Perspektive – 3 Generationen von Lehrwerken - GÜM – Grammatik-Übersetzungsmethode - Audiolinguale Methode (Sprachlabor) - Kommunikative Ansätze (ab 70er Jahre)
- GÜM – Grammatik-Übersetzungsmethode → entstand im 19. Jahrhundert, geht auf in Klöstern übersetzte Texte zurück - Ziel: geistig-kulturelle Bildung - Sprache: Lesen und Schreiben, Morphologie und Syntax - Lernen: kognitives Lernkonzept - Grammatik: deduktiv vermittelt: Regel – Anwendung - Wortschatz: Vokabelgleichung - Übungsformen der GÜM sind grammatisch korrekte Ergänzungen von Lückensätzen oder Umformungen von Sätzen (z. B. aus dem Präsens ins Perfekt und Präteritum) bis hin zu Übersetzungen - unbekannte Wörter werden in einem zweisprachigen Vokabelverzeichnis präsentiert - Vokabellisten sollen beim Lesen, Schreiben und Übersetzen helfen - Hin- und Herübersetzen ist also so etwas wie der Nachweis der korrekten Sprachbeherrschung - die idealen Lernenden für diese Methode müssen eine einheitliche Muttersprache beherrschen und im Alter- wie auch Bildungsstand möglichst homogen, aber vor allem leistungsstark sein
- Audiolinguale Methode (Sprachlabor) Sprache: Hören und Sprechen (Morphologie und Syntax, Phonologie), Aussprache - Lernen: - Behaviorismus - induktiv: aus den Beispielen sollen die Lerner Regeln selbst finden - Situationsbild → Text
- Kommunikative Ansätze (ab 70er Jahre) - Bewältigung von Alltagssituationen durch authentische Texte - Sprache: Morphologie, Syntax, Phonologie und Pragmatik (ab 50er/60er Jahre) (Illokution – „Es zieht“ → Aufforderung, das Fenster zu schließen)
- Lehrwerke für den Regelunterricht (Kriterien für den Einsatz von Lehrwerken nach Thürmann/Vollmer) - Einsatz von Texten, die auf Spracherwerbsstand der SuS abgestimmt sind (oder leicht darüber) - SuS haben Gelegenheit, auftretende Schwierigkeiten im Umgang mit Materialen zu erkennen und zu benennen - Unterstützung der SuS durch Bereitstellung von Lern- und Arbeitstechniken, damit sie selbständig sprachliche Barrieren überwinden können - sprachlich sehr schwierige Texte werden mit Hilfen angeboten (Wortfelder, Bilder) - verschiedene Darstellungsformen einsetzen zum Verständlich machen - Materialien zur fachlichen Anregung bzw. als Hilfe für das selbständige Arbeiten im Klassenzimmer bereitstellen - unterschiedliche Lesestrategien bewusst machen und entwickeln, indem wiederkehrende Aktivitäten durchgeführt werde
- deutsche Orthographie Phonem Graphem Basisgraphem Orthographem
- Phonem - kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit der Sprache - in Schrägstrichen notiert
- Graphem - kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit des Schriftsystems, die ein Phonem oder eine Phonemfolge repräsentiert - in spitzen Klammern notiert
- Basisgraphem - häufigste Variante der Realisierung - Wörter, die nur mit Basisgraphem geschrieben werden, nennt man lauttreu (Reber)
- Orthographem alle anderen Möglichkeiten der Verschriftlichung
- Beispiele Orthographie Phonem /i:/ Basisgraphem <ie> Orthographem <i>, <ih>, <ieh
- Prinzipien der deutschen Orthographie nach Busch, Stenschke Phonologisches Prinzip --> alt Silbisches Prinzip --> sehen, grell, stoppen Morphologisches Prinzip --> Tag – Tage Pragmatisches Prinzip --> Wie geht es Ihnen? Etymologisches Prinzip --> Niveau Syntaktisches Prinzip --> Die beiden aus dem Gefängnis Geflohenen - weitere Prinzipien der dt. Orthographie: - komplette Verschriftlichung - serielle Anordnung - Leserichtung von links nach rechts - Unterscheidung von Klein- und Großbuchstaben
- Mc Gurk-Effekt (lahlal vs. blabla) weist darauf hin, dass das, was wir hören, aus optisch-akustischen Wahrnehmungen zusammengesetzt wird
- Vielsprachigkeit Koexistenz verschiedener Sprachen in einer Gesellschaft
- Mehrsprachigkeit im Individuum Sprachen nicht in getrennten mentalen Bereichen gespeichert, bilden gemeinsame kommunikative Kompetenz
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- territoriale Mehrsprachigkeit - in verschiedenen Regionen eines Landes werden unterschiedliche Sprachen gesprochen z.B. Schweiz, Belgien
- individuelle Mehrsprachigkeit - Bevölkerung eines Landes ist mehrsprachig z.B. Luxemburg, Südtirol
- innere Mehrsprachigkeit - Vielfalt der deutschen Sprache - dialektale und soziolektale Varietät
- äußere Mehrsprachigkeit - mehrere (natürliche) Sprachen - übergreifende Mehrsprachigkeit
- Warum Sprachen vergleichen? - fördert Reflexionsfähigkeit - ermöglicht Distanz zur eigenen Sprache - ermutigt, selbständig verschiedene Sprachen zu untersuchen - wertet Erstsprachkenntnisse auf - führt zur Einführung von metasprachlichem Vokabular