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Allgemeine Psychologie (Subject) / Wahrnehmung und Sprache (Lesson)
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- Der Baukasten der Sprache: Elemente & Ebenen seite 44 text satz wort/graphem laute/buchstaben
- Phonologie: Phoneme (Lautkategorien) Kleinste lautliche Einheiten, deren Veränderung die Bedeutung eines Wortes beeinflusst (-> kleinste bedeutungsunterscheidende Einheiten) Bier /b/ /i:/ /R/ Pier /p/ /i:/ /R/ Tier /t/ /i:/ /R/ Bar /b/ /a/ /R/ Inventar von Phonemen von Sprache zu Sprache unterschiedlich,z.B. Englisch: The /θ/ /Ə/
- Muster von Luftdruckschwankungen s45
- Morpheme (->Wörter) Kleinste bedeutungstragende Einheit Zeichen für Bedeutung, Begriffe / Konzepte: Arbiträre Lautkombinationen bzw. Buchstabenketten, die mit bestimmten Bedeutungen gepaart sind Ein Konzept kann in verschiedenen Worten versprachlicht werden, & ein Wort kann verschiedene Konzepte wiedergeben in der Linguistik spricht man von Morphemen = die kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache Morpheme & Wörter Morpheme: Symbole Morpheme ≠ Wörter (Wörter setzen sich meist aus mehreren Morphemen zusammen)Morpheme: kleinsten bedeutungstragenden Einheiten einer Sprache. Bsp.: „Studentin“ 3 Morpheme: „stud“ verweist auf spezifische Tätigkeit „-ent“ verweist auf Akteur „-in“ weibliches Geschlecht Bsp. „lacht“ Wortstamm: „lach“ -> spezifische Tätigkeit Flexion „t“ -> 3. Person Singular (er, sie, es) Morpheme ≠ SilbenMorpheme = SinneinheitenSilben = rhythmische Einheiten gesprochener Sprache
- Morphologie s55 Morphologisch komplexe Wörter sind aus mehreren Teilen aufgebaut -morphologische Klassen: Flexion, Derivation, Komposition etc siehe seite
- Wörter: Mentales Lexikon s.46 Über jedes einzelne Wort verfügen wir über verschiedene Informationen / Wissen
- Sprache: Modus & Modalität s.46 Modus: Wahrnehmung und Produktion (also Zuordnung)-> Katze sehen Modalitäten: Sprechen/Hören/Lesen/Schreiben-> kommunizieren, dass man Katze sieht
- Syntax Phrasenstrukturen , Syntax: synt. Mehrdeutigkeit , Linguistik beschreibt formale syntaktische Strukturen Chomsky: Phrasenstruktur - hierarchische Zergliederung des Satzes in Konstituenten / Phrasen s.47
- Semantik / Bedeutung von Sätzen: Proposition s48 kleinste Bedeutungstragende Einheit , die wahr oder falsch sein kann Amodale Repräsentation von Kernaussagen Prädikat - Argument - Struktur: jagen(Tom, Jerry)
- Eigenschaften menschlicher Sprache(n) (s. Anderson 12.4) Semantizität & AustauschbarkeitSymbolische Repräsentationen: Willkürliche Zuordnung von Form / Zeichen zu BedeutungWillkürliche Kombination von Elementen / regelhaft? Innerhalb einer Sprache regelhaft!Regelhaftigkeit -> Grammatik Räumliche & zeitliche Versetztheit Zeitlich:Über Dinge der Vergangenheit (z.B. berichten: was war besonders an meinem Arbeitstag heute am Ende des Tages) / über Dinge in der Zukunft, die noch gar nicht stattgefunden haben (z.B. nächster Urlaub) - unabhängig davon, ob Objekt gerade anwesend ist oder nicht. Räumlich: Berichten darüber möglich, wo sich was befindet / befand, unabhängig davon, ob die räumliche Konfiguration gerade wahrgenommen wird oder nicht. Diskretheit & Produktivität Nachrichten sind aus einer begrenzten Menge diskreter Einheiten aufgebaut (z.B. 26 Buchstaben -> ca. 100 000 Wörter) Diskrete Entitäten werden zu größeren Einheiten zusammengefasst (Phoneme -> Morpheme -> Wörter -> Sätze…) Regeln bestimmen, wie diese diskreten Einheiten zu mehr oder weniger unendlich vielen regelhaften Einheiten kombiniert werden können: Grammatik Phoneme etc. -> Morpheme -> Wörter (Morphologie) Lexikalische Einheiten (z.B. Morpheme) -> Sätze / Äußerungen / Phrasen (Spontaner Gebrauch)
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- Können Tiere sprechen? Zwei Ansätze Sind die natürlichen Kommunikationssysteme der Tiere sprachähnlich? Häufig untersuchte Tierarten BienenAmeisenWale und Delphine Papageien Affen & Schimpansen Kann man Tieren menschliche Sprache beibringen? Wenn ja, was wird dabei gelernt? Symbole diskriminieren? Bedeutung begreifen?Sprache selbst produzieren? Sprache an Nachkommen weiter geben? Gardner & Gardner (1969) Der Vokaltrakt eines Affen ist für menschliche Sprache nicht geeignet Können Affen trotzdem mit Menschen durch sprachliche Symbole kommunizieren? Washoe wurde amerikanische Gebärdensprache beigebracht sie konnte über 30 „Symbole“ lernen, produzierte aber nur wenige neue Kombinationen (z.B. „Bonbon - trinken“ für Wassermelone; „time - eat“) Zusammenfassung Anderson, S. 260: „Nur Menschen besitzen die Neigung oder Fähigkeit, ein kombinatorisch komplexes Kommunikationssystem wie natürliche Sprache zu erwerben, das Symbole in vielfältiger Weise kombiniert.“ In anderen Lehrbüchern andere Schlussfolgerung: Unterschiede sind eher gradueller als prinzipieller Natur Schlussfolgerungen davon abhängig, ob Unterschiede zwischen Menschen als graduell oder prinzipiell eingestuft werden Viele würden heutzutage eher annehmen, dass die Unterschiede graduell sind
- Yerkisch: Lexigramme Yerkes Regional Primate Research Center, Atlanta 125 abstrakte Symbole (Lexigramme) Farblich kodiert: Akteure violett, Aktivitäten blau, Präpositionen und andere Funktionswärter in schwarz Lassen sich nach vorgegebener Grammatik zu Sätzen zusammenfügen Tastatur / Brett mit je einer Taste pro Lexigramm
- Sprachverarbeitung: Gesprochene Sprache s50 unbedingt gucken Übertragung von Ideen von einer Person zu einer anderen Verbindung: Vibration von Molekülen in der Luft rechter teil ist verstehen von Sprache
- Herausforderungen bei der auditiven Sprachwahrnehmung Laute / Lautklassen (-> Phoneme) müssen erkannt & unterschieden werden und Wortgrenzen müssen identifiziert werden: Problem der Segmentierung / Einheitenbildung Wie erfolgt der Zugriff auf das mentale Lexikon Parsing & Semantische Interpretation, d.h. Konstruktion einer kohärenten (propositionalen) Repräsentation der Bedeutung einer Äußerung aus einzelnen Wörtern Integration in mentales Modell der Sprachintention / des Äußerungskontextes
- Schall Schall: Hörbare Veränderung des Drucks in der Luft oder einem anderen Medium Beispiel Lautsprecher Vibrationen, die sich auf die umgebende Luft auswirken Lautsprechermembran bewegt sich nach außenLuftmoleküle vor der Membran werden zusammen geschoben -> lokale DrucksteigerungMembran bewegt sich nach innendies senkt die Dichte der Luftmoleküle vor MembranLuftdruck senkt sichMuster an Veränderungen des Drucks bewegt sich durch die Luft -> Schallwelle
- Akkustische Signale: Schallwellen: Amplitude und Frequenz abb s 51
- Frequenz & Tonhöhe / Amplitude & Lautheit s51
- Lautheit: Amplitude & Frequenz s52
- Vokale s52 Vibration der Stimmbänder Luftdruckmaxima bei verschiedenen Frequenzen: Formanten
- Konsonanten s52
- Formanten & Formanttransienten s53
- Dekodierung von Sprachsignalen: Probleme bei der Segmentierung Das Problem der Einheitenbildung (Segmentierung): Phoneme müssen von benachbarten Phonemen unterschieden werden, aber es gibt keinen einfachen Zusammenhang zwischen Druckschwankungen der Luft & PhonemenNicht immer gibt es eine Pause zwischen Wörtern Druckschwankungen unterscheiden sich kontextabhängig, z.B. /b/ bei bo anders als bei ba: Koartikulation Es gibt viel Variabilität in der Aussprache: interindividuelle Unterschiede in Akzent / Dialekt / Nuscheln / … & intraindivduelle Unterschiede (z.B. Sprechgeschwindigkeit)Das Problem der Diskrimination zwischen Sprachsignal & irrelevantem auditiven Input Echtzeitverarbeitung: Sprachinput = ca. 12 Phoneme pro sec
- Variabilität des Sprachsignals: Koartikulation Keine einfache Übereinstimmung zwischen dem akustischen Signal und einzelnen Phonemen Variabilität durch den Kontext von Phonemen /di/ vs. /du/: In beiden Fällen wird /d/ wahrgenommen Wahrnehmungskonstanz obwohl akustisches Sprachsignal des zweiten Formanttransienten anders ist Grund für die Unterschiedlichkeit: Überlappung der Phoneme bei der Sprachproduktion (Koartikulation von Konsonant & Vokal) Dialekt von Sprechern Menschen sprechen verschiedene Wörter unterschiedlich aus (Stimmlage, Akzente, Geschwindigkeit, Deutlichkeit der Artikulation) -> unterschiedliche Muster Beispiel: Alltagssprache / Dialekt Schnell & langsam sprechen: Ich gehe heute ins Kino. Hast Du heute Zeit? Was hast Du gesagt? Wir haben keine Butter mehr. Die meisten Menschen sagen (insbesondere bei schnellerer Aussprache): Ich geheute ins Kino. Hasdu heute Zeit? Was hasdu gesagt? Wir ham keine Butter mehr Lösung des Segmentierungsproblems Kategoriale Sprachwahrnehmung Die Wahrnehmung akustischer Sprachsignale wird in eine begrenzte Zahl von relativ groben Wahrnehmungskategorien aufgegliedertdadurch wird die Segmentierung vereinfachtMultisensorische Integration und Nutzung visueller Information McGurkEffekt Visuelles Lippenlesen als allgemeingültiges Prinzip Lippenbewegung der Person auf Video /ga/ /ba/ wird auditiv dargeboten Die Probanden nehmen dabei /da/ wahr Wenn die Probanden die Augen schließen, nehmen sie /ba/ wahr Aber auch gleicher Sprecher spricht mal langsam, mal schnell -> unterschiedliche Muster
- Dekodierung & Segmentierung: s54
- Spezifika des Lesens Lesen ist eine phylogenetisch neue Errungenschaft Vielfalt der Symbole: alphabetisch / syllabisch / logographisch Im Vergleich zu Hören Gleichzeitige räumliche Anordnung von ZeichenWörter sind klar voneinander abgegrenzt und dessen Aussehen ist vergleichsweise konstant - Gelesene Wörter bleiben verfügbaraber keine prosodische Information
- Top - Down - Prozesse: Wortüberlegenheitseffekt Reicher (1969) Buchstaben werden besser erkannt, wenn sie in einem Wort dargeboten werden, verglichen mit (a) der Darbietung der Buchstaben alleine, (b) der Darbietung der Buchstaben in einer einer phonologisch nicht zulässigen Buchstabenkette
- Mentales Lexikon Langzeitgedächtnis, das Wissen über Worte enthält Phonologische InformationOrthographische InformationSyntaktische InformationSemantische Information
- Pragmatik & Kommunikation ,Zwischen den Zeilen lesen‘ Scheinbar einfach, erfordert viele Kompetenzen Sprache muss nicht nur semantisch interpretiert werden, sondern auch Sprecherabsicht muss inferiert werden: Verlangt Konversationskonventionen & geteiltes Wissen (s.a. Sprachproduktion / Konversationsmaximen)
- Formen der Aphasie: Broca- Aphasie Paul Broca (1861) Erster Beleg, dass spezifische kognitive Funktionen im Gehirn lokalisiert werden können (Brodman Areale 44 und 45) Patient Leborgne: Verlust der Sprachfähigkeit Sprachautomatismen: „tan, tan, tan ....“ Agrammatismus (Junge hat Geschenk, Mutter ) Keine Probleme im Sprachverständnis Sprachproduktionsstörung -> kann auf frage nicht richtig antworten, nur wörterbrocken Brodmann - Areale: Einteilung der Großhirnrinde in 52 Felder von Brodman. Inzwischen gibt es weitere Unterteilungen, beispielsweise Brodmann-Areal 23a und 23b.
- Broca Aphasie: Agrammatismus Agrammatismus: „Verlust der Grammatik“, telegraphische‘ Sprachproduktion, ohne Funktionswörter (z.B. bei, und) und korrekte Wortendungen (für Plural, Zeit), oft ohne Verben
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- Formen der Aphasie: Wernicke Aphasie Patient mit Schwierigkeiten Sprache zu verstehen (auch einfache Wörter) Sprachwahrnehmungsstörung Flüssige Sprache aberHastiges, hektisches Sprechen mit vielen falsch benutzten / lautlich entstellten Wörtern Paragrammatismus:Falsche Verbindung von Satzteilen, Satzabbrüche und Satzteilverdoppelungen Beispiel Wernicke Aphasie Untersucher: Und, wie meinen Sie, dass es mit dem Sprechen geht? „Patient: Ja... ja... ich habe also... zunächst mal...äh...daß wir das in der Konstellation sehr gut glaub ich... äh...das besser gemacht da...und uns besser versteht allem eigentlich...mehr oder...äh...das besser gemacht da… […] verstehn Sie?
- Globale Aphasie Schwerste Form der Aphasie Broca & Wernicke Areal sind betroffen Probleme z.B. bei spontanem Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben Beispiel: Untersucher: Wie hat das angefangen mit ihrer Krankheit? Patient: Ja ja... ich bin hier Untersucher: Wann war das denn... ist das schon lange her? Patient:Ja...ah...neee Untersucher: Mhm Patient: Nee also ehrlich
- Amnestische Aphasie „Wortfindungsstörung“ (Anomie), die über ‚tip of the tongue‘ hinausgeht Sprachverständnis ist kaum gestört
- Hauptformen der Aphasie / Aphasie - Syndrome Syndrom: Kombination verschiedener Symptome. Zunächst sind Syndrome beschreibend-deskriptiv und unabhängig davon, ob die Symptome kausal oder pathologisch miteinander verbunden sind. Moderne Sichtweise Broca & Wernicke Aphasie: Nicht selektive Input/Output Störungen Wernicke & Broca Areale haben vielen Funktionen (nicht immer übereinstimmend mit den ursprünglichen Beschreibungen) Es gibt keine absolute Korrelation: Anatomie - klinische Symptome Funktionelle Organisation der Sprache variiert individuell Spezialisierung der Areale ist nicht absolut, Sprachverarbeitung geschieht in einem Netzwerk Verlauf der Aphasie: Syndromwandel Globale Aphasie -> Broca Aphasie Wernicke-Aphasie -> Amnestische Aphasie Klinische Einteilung in 4 Standardsyndrome mit entsprechender anatomischer Zuordnung ist eine Vereinfachung Haben Syndrome heute noch Relevanz? Symptomkonstellation wichtiger! Klinischer Alltag: Syndromklassifikation ist noch weit verbreitet, Therapie erfolgt jedoch nach Symptomen / unter Rückgriff auf (kognitive) Modelle der Sprachverarbeitung