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Allgemeine Psychologie (Subject) / Wahrnehmung und Sprache (Lesson)
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- Modelle der späten Selektion seite 24 Norman (1968; siehe auch Deutsch & Deutsch, 1963) „late selection“ models (Reaktionsselektionsmodelle) unbeachtete Information wird vollständig semantisch analysiert (Semantik: Die Bedeutung betreffend); Selektion erfolgt erst danach via Transfer in ein Kurzzeitgedächtnis/ Arbeitsgedächtnis Annahme eines Pertinenzmechanismus (aktive und / oder passive Voraktivierung von Gedächtnisrepräsentationen / Inhalten des Langzeitgedächtnis); Funktion von z.B. Selbstbezug und Erwartung)
- Evidenz für späte Selektion Stützung der „late selection“ Annahme z.B. durch MacKay (1973) beachteter Kanal enthielt mehrdeutige Sätze (z.B. „Sie warfen Steine auf die Bank“) wenn neutrale Information in nicht-beachtetem Kanal dargeboten wird (z.B. „Apfel“, „Blume“)Gleichverteilung der beiden Bedeutungen in post-experimentellen InterviewInformation im nicht - beachteten Kanal beeinflusst Interpretation der mehrdeutigen Wörter nicht wenn zeitsynchron mit „Bank“ mit einer der Wortbedeutungen assoziierte Wörter (z.B. „Stuhl“ oder „Geld“) in nicht - beachtetem Kanal dargeboten wird: post-experimentelle Interpretation folgt der im nichtbeachteten Kanal dargebotenen Bedeutung, obwohl keine (bewusste) Erinnerung an nicht-beachtete Information gezeigt wird Ignorierte Information (Bedeutungen) beeinflusst Interpretation der beachteten Information Erklärung: Voraktivierung durch Priming Bahnung spezifischer Verarbeitungsprozesse durch vorhergehende Verarbeitungsepisoden, die die Geschwindigkeit bzw. Effizienz der Wahrnehmung nachfolgender Ereignisse steigert: perzeptives Priming (z.B. Schnellere Erkennensleistung, wenn 2 x hintereinander das gleiche Wort dargeboten wird) Konzeptuelles / semantisches Priming (Butter - Brot) u.a. erklärt durch Voraktivierung des Zielkonzepts (Brot) durch Aktivierung von Assoziationen zwischen Konzepten Priming tritt auch ohne bewusste Erinnerung an die erste Darbietung (die Darbietung des Prime - Reizes) auf (s. Ausführungen zu subliminaler Wahrnehmung)
- Dämpfungsmodell Anne Treisman (1960, 1964 und später) Ausgangsbeobachtungen: wenn physikalische Information in beachtetem & nicht - beachtetem Kanal sich nicht unterscheiden (z.B. weil gleiche Stimme), ist shadowing immer noch möglichSelektion muss auch durch inhaltliche Merkmale gesteuert werden können wenn sinnvolle Information & nicht - zusammenhängende Wörter dargeboten werden & Kanal für sinnvolle Information überraschend wechselt kurzzeitiges shadowing des eigentlich zu ignorierenden Kanals (auch Prosa & Techniktexte!): Intrusionen Klassische Forschung zur (auditiven) Aufmerksamkeit: Intrusionen nach switch der sinnvollen Nachricht zwischen den Kanälen (Intrusion: Eindringen), zumindest wenn auf beiden Kanälen phsyikalisch ähnliche Nachrichten (z.B. beides Männerstimmen)
- Aufgabenabhängige Selektion Intensive Kontroverse: früh versus spät bis zum heutigen Tage Johnston & Heinz (1978): Flexible Selektion in Abhängigkeit von den Anforderungen der Aufgabe (-> s.a. andere Forscher: „selection for action“). Je mehr Verarbeitungsstadien vor der Selektion durchlaufen werden, um so größer ist der Bedarf an Verarbeitungskapazität. Selektion erfolgt jeweils so früh in der Verarbeitung, wie es die Aufgabenanforderungen erlauben (um den Kapazitätsbedarf zu minimieren). Beeinflussung von Verhalten (und Interpretationen) durch Information auf nicht - beachtetem Kanal möglich
- Begrenzte Verarbeitungskapazität Viel Information kommt an Sinnesorganen an Begrenzte Kapazität die Information weiter zu verarbeiten Nur ein kleiner Teil der Information wird zur Weiter - Verarbeitung & Analyse ausgewählt (Selektivität).
- Das Scheinwerfer-Modell visueller Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit wird als Spotlight (Schweinwerfer) betrachtet Wir bewegen den Scheinwerfer umher, um auf verschiedene Teile des visuellen Feldes zu fokussieren
- Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus 1.Posteriorer Parietallappen: Lösung der Aufmerksamkeit von einem Objekt- disengange 2.Colliculus superior: Bewegung der Aufmerksamkeit auf ein neues Objekt- move 3.Pulvinar (Gebiet im Thalamus) fokussiert Aufmerksamkeit & verstärkt Informationen vom neuen Objekt - enhance
- Sakkaden Augenbewegungen
- Fixationen Pausen, an denen das Auge jeweils innehält, um Informationen von spezifischen Teil der Szenerie aufzunehmen
- Aufmerksamkeit & Augenbewegung Fixation entscheidet, welchem Teil des visuellen Feldes der größte Teil der visuellen Verarbeitungsressourcen zur Verfügung gestellt werden Augenbewegungen tragen zur Orientierung der Aufmerksamkeit bei Gut vorhersagbar: Wo wird eine Person in einem Bild fixierenSchwer vorhersagbar: Reihenfolge der Fixationen Wo fixieren wir (Einflussfaktoren)?Eigenschaften der Szenerie: Salienz & BildbedeutungBetrachter: Wissen & Aufgabe
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- Salienz Reiz ist aus seinem Kontext hervorgehoben
- Top - down - Einflüsse: Aufgabenanforderungen Personen bewegen sich in der Umwelt und haben Handlungsziele (sie sind nicht nur passive Betrachter von Bildern / Szenerien) Augenbewegungen werden von der Aufgabe geleitet Augenbewegungen gehen der Handlung einen Sekundenbruchteil voraus
- Autistische Personen: Wenig Fixation der Augen anderer PersonenFolgen der Blickbewegung anderer mit ihrer Aufmerksamkeit nicht Unterschiede der Interpretation von Augenausdruck und Augenbewegungen (Emotionen / Intentionen anderer Menschen)?
- Mentale Seite der Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit ist mehr als das Ausrichten der Augen zum Fokussieren von Objekten Aufmerksamkeit hat eine mentale Seite, die zusätzlich (bzw. zum Teil alternativ) zu Augenbewegungen auftritt
- Fokus der Aufmerksamkeit ist nicht mit Blickrichtung identisch Eine Sache ohne Aufmerksamkeit ansehen: Die Augen über die Seite bewegen und Wörter “lesen” Vom Inhalt nichts mitkriegen
- Verdeckte visuelle Aufmerksamkeit Viel der Forschung zu selektiver visueller Aufmerksamkeit mit Aufgaben, die verdeckte Aufmerksamkeitsauslenkungen verlangen die verdeckte Aufmerksamkeit (selektive Aufmerksamkeit), bei der unabhängig von Kopf- oder Augenbewegungen auf neuronaler Ebene eine trennende Verarbeitung situationsrelevanter und -irrelevanter Stimuli erfolgt. Diese Stimulusselektion findet bereits vor dem Einsetzen von Kopf- oder Augenbewegungen statt. Wahrnehmung.
- Die offene Aufmerksamkeit die offene Aufmerksamkeit, gekennzeichnet durch die mit Hilfe von Augenbewegungen vollzogene Ausrichtung der Fovea centralis auf das wahrzunehmende Ereignis;
- Offene vs. verdeckte Aufmerksamkeit Overt attention / offene (offensichtliche) Aufmerksamkeit Sinnesorgane werden dem Stimulus zugewendetOffensichtliches Orientierungsverhaltenz.B. Blickbewegungen Covert attention / verdeckte Aufmerksamkeit Mentaler Fokus auf StimuliKein offensichtliches Orientierungsverhalten
- Wechsel des Aufmerksamkeitsfokus seite 28 1.Posteriorer Parietallappen: Lösung der Aufmerksamkeit von einem Objekt- disengange 2.Colliculus superior: Bewegung der Aufmerksamkeit auf ein neues Objekt- move 3.Pulvinar (Gebiet im Thalamus) fokussiert Aufmerksamkeit & verstärkt
- Das räumliche Hinweisreizverfahren 1.FixationHinweisreiz: „Verschiebt“ die Aufmerksamkeit Target (Zielreiz): erfordert Reaktion Verbessert Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Ort die Verarbeitung eines an diesem Ort dargebotenen Reizes?
- Ortsbasierte Aufmerksamkeit Posners „Spatial Cueing Paradigma“ seite 29 -> Informationsverarbeitung ist an dem Ort, auf den die Aufmerksamkeit gerichtet ist, effizienter
- Objektbasierte visuelle Aufmerksamkeit (klausurrelevant af) seite 29 Hauptfrage: Erfolgt die Zuweisung von Aufmerksamkeit im Raum unabhängig von den zu beachtenden Objekten oder ist sie eher objektbezogen? Hinweisreiz: Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Ort auf einem ObjektVerbesserung der Informationsverarbeitung dehnt sich auf das gesamte Objekt aus Objektzentrierte Aufmerksamkeit tritt auch dann auf, wenn beide Rechtecke von einem horizontalen Balken verdeckt werden Gestaltprinzipien (Prinzip der Einfachheit)
- Schlussfolgerungen Konsequenzen visueller Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit auf einen Typ von Objekt erhöht die Aktivität in Hirnarealen, die auf die Verarbeitung dieses Objekttyps spezialisiert ist
- Das Grundparadigma der visuellen Suche: s30 Treisman & Gelade (1980) Suchdisplay: Ein Zielreiz (target) muss unter Distraktoren (nontargets / distractors) gefunden werdenAufgabe: Ist Zielreiz anwesend oder nicht (Wahlreaktion)? AV: Zeit für die AntwortUV-1: Einfache Suche vs. Konjunktionssuche UV-2: Displaygröße (display size, set size): Anzahl der „Gegenstände“ im Suchdisplay UV-3: Zielreiz ist anwesend - vs. Zielreiz ist abwesend Beispiel: Einfache visuelle Suche oder konjunktionssuche
- Beispiel: Einfache visuelle Suche Aufgabe: Suchen Sie die grüne horizontale Linie! Einfache Merkmalssuche: Es muss nur nach einem einzigen Merkmal gesucht werden (horizontal) Linie kann gefunden werden, indem auf „horizontal“ geachtet wird Merkmal, das hervorsticht (“pop-out”)
- Beispiel: Konjunktionssuche Aufgabe: Suchen Sie die grüne horizontale Linie! (Merkmals -) Konjunktionssuche: Suche nach Konjunktion (UND - Verknüpfung) von zwei / mehr Merkmalen bei einem Stimulus Hier:„grün & horizontal“
- Parallele & serielle Suche Suchzeit ist umso länger, je größer das Display ist Serielle Suche (ein Reiz nach dem anderen), bis Zielreiz gefunden ist Suchzeit ist abhängig von Anwesenheit des Zielreizes Das gesamte Display muss Reiz für Reiz abgesucht werden Vollständige serielle Suche, wenn kein Zielreiz dargeboten wird vs. serielle Suche mit Abbruch, wenn Zielreiz anwesend & gefunden Serielle Suche: wieso & wie? Wieso serielle Suche? Das Problem der Bindung Wie werden separat repräsentierte Objekt - Merkmale zu einer kohärenten Objekt - Repräsentation verbunden / kombiniert? Wie geschieht das? (s. Merkmalsanalyse, VL zu Objekterkennung) Integration von Farbe, Form etc.?Auch nötig bei Konjunktionssuche (z.B. rote horizontale Linie)
- Merkmalsintegrationstheorie s32 Treisman (1988/ 1993) eine Theorie der Objektwahrnehmung, die sich v. a. mit der Rolle der Aufmerksamkeit bei der visuellen Wahrnehmung von Objekten und ihren Merkmalen beschäftigt. Im Hinblick auf die bei der Objektwahrnehmung beteiligten Strukturen unterscheidet die Theorie zw. Karten für alle möglichen visuellen Objektmerkmale [engl. feature maps] und einer Generalkarte [engl. master map of locations]. Die retinotop organisierten Merkmalskarten kodieren die Anwesenheit von Objektmerkmalen an ihren Positionen, während die Generalkarte zur Steuerung der Aufmerksamkeit dient. Außerdem unterscheidet die Theorie zw. einer präattentionalen und einer attentionalen Verarbeitungsstufe. Auf der präattentionalenStufe werden alle Objektmerkmale ohne Aufmerksamkeit parallel verarbeitet und in den Merkmalskarten kodiert. Auf dieser Stufe wird wahrgenommen, welche Merkmale im visuellen Feld vorhanden sind, aber nicht, welche Merkmale zum selben Objekt gehören. Ein Objekt, das sich in nur einem Merkmal von den übrigen Objekten im visuellen Feld unterscheidet (Merkmalssuche) kann bereits auf der präattentionalen Stufe entdeckt werden, da die singuläre Aktivierung in einer Merkmalskarte unmittelbar registriert wird (Pop-out-Effekt). Auf der attentionalen Stufe sorgt die Ausrichtung der Aufmerksamkeit auf eine best. Position in der Generalkarte zur Bildung einer Objektrepräsentation, indem die Informationen über einzelne Objektmerkmale an korrespondierenden Positionen in den Merkmalskarten integriert (gebunden) werden. Ein Objekt, das sich in einer Merkmalskombination von den übrigen Objekten im visuellen Feld unterscheidet (Konjunktionssuche), kann deshalb erst auf der attentionalen Stufe (mithilfe der visuell-selektiven Aufmerksamkeit) gefunden werden. Die M. erklärt viele empirische Daten aus der Forschung zur visuellen Suche und hat die Entdeckung neuer Phänomene (z. B. illusorische Konjunktionen) ermöglicht. Sie hat sich als ausgesprochen fruchtbar für die empir. Forschung erwiesen. Kritisiert wurde u. a. die starke Polarisierung von paralleler Merkmalssuche und serieller Konjunktionssuche, was zur Formulierung alternativer Theorien (z. B. Theorie der geführten Suche; visuelle Suche) geführt hat. Zusammenfassung visuelle Suche & Bindung Merkmalsintegrationstheorie (Anne Treisman): Die Extraktion der Reizmerkmale erfolgt präattentiv automatisch & parallel (es wird keine Aufmerksamkeit gebraucht) Die Integration der Merkmale erfordert Aufmerksamkeit Bei der Integration werden zusammengehörige Merkmale gebunden Bindungsproblem z.B. A B (rotes A blaues B) Räumliche Aufmerksamkeit für die Bindung von Merkmalen nötig Räumliche Position als Vermittlungsmerkmal für die kohärente Wahrnehmung von Objekten Also: wenn erkannt, was, dann auch erkannt, wo!
- Visuelle Suche: Auftretenshäufigkeiten von Zielen (Wolfe et al., 2005) s33 Seltene Zielreize werden weniger oft entdeckt! Alltagsrelevanz? Visuelle Suche Seltene Zielreize im Alltag Gefährliche Gegenstände im Gepäck (Flughafen) Krebsvorsorge niedrige Auftretenshäufigkeit kann zu einer hohen Fehlerrate führen „Übersehen“ Inattentional Blindness / Unaufmerksamkeitsblindheit / Blindheit wegen Unaufmerksamkeit
- Inattentional Blindness / Unaufmerksamkeitsblindheit / Blindheit wegen Unaufmerksamkeit Wird von Zauberkünstlern, Trickspielern verwendet Aufmerksamkeit der Zuschauer ist auf ein ablenkendes Element fokussiert Ablenkendes Element, hat nichts mit dem zu tun, was gerade manipuliert wird
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- Veränderungsblindheit (Change Blindness) Veränderungsblindheit (Change Blindness) Zumeist wiederholte Darbietung der Bilder notwendig Leeres Zwischenbild: Minimierung von Hinweisreizen Komplexität des Bildes: Erschwert Detailerkennung Nur ein kleiner Teil der Umwelt wird mit allen Veränderungen verarbeitet Die gesamte Szenerie erscheint jedoch scharf & fokussiert Wir füllen aufgrund unserer Erfahrung “Die Lücken” auf (Raumschemata: “ein Büro enthält einen Computer, Bücher, einen Schreibtisch”) Hinweisreiz auf den veränderten Teil der SzenerieVeränderungen werden schneller entdecktEffekt der Aufmerksamkeitsausrichtung auf einen bestimmten Ort Veränderungsblindheit im Alltag? Film: Veränderungsblindheit tritt ebenfalls auf, wenn sich die Szenerie in verschiedenen Einstellungen eines Films verändert: Anschlussfehler werden oft nicht bemerkt, wenn der Aufmerksamkeitsfokus woanders ist! Sonst?:Abrupte Veränderungen treten im Alltag seltener auf Veränderungen sind oft von Bewegung begleitet: Bewegung liefert Hinweisreiz, wo Veränderung stattfindet Veränderungsblindheit / Unaufmerksamkeitsblindheit Veränderungsblindheit beinhaltet Gedächtnis Unaufmerksamkeitsblindheit beinhaltet kein Gedächtnis
- Antwortpriming s34 Bahnungs - / Primingparadigmen Erleichterung der Reaktion auf einen Zielreiz (target) aufgrund der vorherigen Präsentation eines Bahnungsreizes (prime) Aufgabe: Rechte oder linke Taste drücken, entsprechend der Pfeilrichtung UV:Zielreiz & Antwortseite übereinstimmend mit Prime (kompatibel)
- Supraliminales (überschwelliges) Antwortpriming hilfe
- Unbewusstes (subliminales) Antwortpriming Beschleunigung einer Reaktion auf den Zielreiz durch übereinstimmende Primes / Verlangsamung der Reaktion durch inkompatible Primes automatische (Vor)-Aktivierung von Handlungstendenzen durch den Prime Antwortpriming sowohl bei bewusster (-> supraliminales Priming) als auch bei unbewusster (-> subliminales Priming) Wahrnehmung der Prime-Reize s36
- Prozessierung unbewusster Reize Wichtig: unbewusste Prime-Information wirkt nur auf Antwortverhalten, wenn Intention zur Handlung vorhanden ist.
- Aufmerksamkeitsnetzwerke (Arbeitsgruppe um Posner) s 37
- Kognitive Kontrollfunktionen/exekutive Kontrolle / zentrale Aufmerksamkeit: Was & Wozu? Aufmerksamkeit auf eigene Gedanken / Ziele / (Teil - )Aufgaben / Handlungen /Reaktionen Vor allem nötig, wenn Der Kontext für die Handlung neuartig ist Besonders schwierige / neuartige Handlungen auszuführen sind Fehler vermieden werden sollen Eine zielgerichtete Handlung gegen andere Handlungstendenzen (z.B. Gewohnheiten) durchgesetzt werden muss Mehrere Aufgaben / Handlungen geplant & koordiniert werden müssen
- Geteilte Aufmerksamkeit wir müssen die Aufmerksamkeit auf mehrere Dinge gleichzeitig richten Fähigkeit, Aufmerksamkeit zu teilen ist jedoch begrenzt Byrne & Anderson, 2001 Folge von drei Ziffern Aufgabe A: Beurteilung, ob die ersten beiden Zahlen sich zur dritten aufaddieren (Tastendruck ja-nein) Aufgabe B: Nennen Sie das Produkt der ersten und dritten Zahl Versuchsbedingungen:Aufgaben einzeln Aufgaben gleichzeitig
- Doppelaufgabenkosten Jede der Aufgaben braucht erheblich länger in Doppelaufgabenbedingung (parallele Aufgaben) Die Aufgaben können nicht parallel ausgeführt werden Gesamtzeit für beide Aufgaben in Parallelbedingung > Summe Zeit für Einzelaufgaben in Einzelaufgabenbedingung Kosten für den Wechsel zwischen Aufgaben: Doppelaufgabenkosten Schumacher et al. 2001 Buchstabe auf einem Bildschirm, gleichzeitig Ton Aufgabe 1: Tastendruck (links / mitte / rechts) in Abhängigkeit von Buchstabenposition (links / mitte / rechts) Aufgabe 2: Sprechen (“eins” / “zwei” / “drei”), In Abhängigkeit von der Tonhöhe (tief / mittel / hoch) Versuchsbedingungen (5 Sitzungen Übung): Aufgaben einzeln Aufgaben gleichzeitig Zeiten sind fast unbeeinflusst von der Anforderung, beide Aufgaben gleichzeitig auszuführen “Perfekte Zeitaufteilung” nach 5 Sitzungen! s 38
- Geteilte Aufmerksamkeit Doppelaufgaben: s39 zwei studien Unterschiede zwischen den Studien? 2. Experiment (Schumacher et al., 2001): Einzelaufgaben sind leichter (werden schneller ausgeführt); weniger zentrale kognitive Verarbeitung notwendig (im Vergleich zu Rechnen) Räumliche Übereinstimmung (visueller Stimulus und Tastendruck) erleichtert Reaktionsauswahl Unterschiedliche Modalitäten: visuell - räumlich, auditorisch - sprachlichbessere Trennbarkeit der Aufgaben 5 Sitzungen ÜbungAutomatisierung (s. prozedurales Gedächtnis)
- Automatisierung Effekt von Übung: Bedarf nach zentraler kognitiver Komponente (Denken / Aufmerksamkeit auf die Aufgabe) der Informationsverarbeitung wird reduziert Automatisierung
- Kennzeichen automatischer Prozesse: Beanspruchen keine / wenig Aufmerksamkeitskapazität / werden als mühelos erlebt Laufen schnell abSind unvermeidbar (werden immer ausgelöst / wenn Auslösebedingungen erfüllt sind)Dem Bewusstsein nicht (unbedingt) zugänglich
- Geteilte Aufmerksamkeit & Automatisierung: Autofahren Erfahrene Autofahrer: Autofahren & gleichzeitig eine Unterhaltung führen ist problemlos möglich Schwierige Fahrsituation:Unterhaltung: Abbruch / ganze Aufmerksamkeit wird auf das Fahren gerichtetTelefonieren: Person am anderen Ende der Leitung kann Situation nicht erkennen
- Stroop-Effekt (Stroop, 1935) ein experimentalpsychologisches Phänomen, das bei mentalen Verarbeitungskonflikten auftritt. Er zeigt, dass trainierte Handlungen nahezu automatisch ablaufen, während ungewohnte Handlungen eine größere Aufmerksamkeit benötigen. Im klassischen Experiment sollen die Probanden die Farben der dargebotenen Wörter benennen. Handelt es sich dabei um Farbwörter, die nicht ihrer Druckfarbe entsprechen, steigen Reaktionszeit und Fehlerzahl. => Starke Tendenz, Wörter automatisch zu lesen & erkennen
- Interferenzkontrolle Stroop-Test bei Schädigungen des Frontalhirns Vendrell et al. 1994: 32 Patienten mit Schädigung des Frontalhirns 32 Kontrollpersonen Nennen sie die Farbe des Punktes! Nennen sie die Farbe der Schrift! ~ Interferenzbedingung Stroop-Effekt = Farbnennung mit Interferenz (Konflikt)Farbnennung ohne Interferenz (Konflikt) Verlangsamung der Reaktionszeiten bei Konflikt Erhöhung der Fehler bei Konflikt
- Extinktion & Neglect Extinktion: Patienten können keine Aufmerksamkeit auf einen Stimulus im geschädigten Gesichtsfeld lenken, wenn gleichzeitig ein anderer Stimulus im gesunden Gesichtsfeld gezeigt wird. Neglect (Vernachlässigung des visuellen Feldes): Patienten können keine Aufmerksamkeit auf Stimuli im geschädigten Gesichtsfeld lenken Zwei unabhängige Phänomene (Schädigung unterschiedlicher Areale) Treten häufig gemeinsam aufNeglect kann verschiedene Formen annehmen: rechte Seite von Objekten, rechte Seite im Raum, in der Vorstellung Extinktion wird manchmal als eine Form des Neglects bezeichnet - Visuelle Agnosien & Blindsicht sind Störungen der Wahrnehmung, nicht der Aufmerksamkeit - Alle 4 sind Störungen des visuellen Bewusstseins
- Neglect Schädigung im Parietallappen Auch nach frontalen Schädigungen / Schädigungen anderer Areale, die etwas mit der Zuweisung von Aufmerksamkeit zu tun haben Typisch: rechts - parietal (Ignorieren der linken Seite des visuellen Feldes) Links - parietale Schädigungen führen selten zum Neglect Rechter Parietallappen weist räumliche Aufmerksamkeit in vielen Sinnesmodalitäten zu Taktiler Neglect / auditiver Neglect (Ort des Tons, nicht Ton selbst) Neglect kann eine Modalität betreffen, aber auch multimodal sein Manchmal begleitet von eingeschränkter Krankheitseinsicht (Anosodiaphorie) oder Nicht vorhandener Krankheitseinsicht Anosognosie Neglect: Probleme im Alltag Essen Blaue Flecken durch Stoßen gegen Gegenstände Rasieren / Schminken von nur einer Gesichtshälfte … Neglect in der visuellen Vorstellung Patient, der die Piazza mit dem Dom in Mailand perfekt kenntVorstellen auf den Stufen des Doms zu stehen & den Platz beschreiben Vorstellen, dem Dom gegenüber zu stehen & den Platz zu beschreiben Neglect: Probleme im Alltag -Essen -Blaue Flecken durch Stoßen gegen Gegenstände -Rasieren / Schminken von nur einer Gesichtshälfte Neglect in der visuellen Vorstellung -Patient, der die Piazza mit dem Dom in Mailand perfekt kennt-Vorstellen auf den Stufen des Doms zu stehen & den Platz beschreiben -Vorstellen, dem Dom gegenüber zu stehen & den Platz zu beschreiben
- Was ist Sprache? Definitionen von Sprache Dient zum Ausdruck und Kommunikation, Steuerung von sozialen & intrapersonellen Prozessen Folgt Regeln & Strukturen Ist eine Denkform Ist genetisch determiniert Universelle Grammatik geformt durch Lernerfahrung Wechselspiel zwischen Kultur & Sprache Wörter bilden Konzepte ab Definition: Sprache bezeichnet die Fähigkeit, abstrakte Ideen durch eine komplexe Abfolge von Zeichen oder Signalen zu kommunizieren. Diese Signale können entweder aus Lauten (gesprochene Sprache) oder Buchstaben (geschriebene Sprache) bestehen oder Gestik und Mimik beinhalten (Gebärdensprache). [...] Sprache ist ein symbolisches System – also eines, das mit abstrakten Zeichen operiert-, aber es beinhaltet zudem Regeln (eine Syntax), nach denen diese Symbole kombiniert werden und damit eine neue Bedeutung erlangen können.
- Linguistik Chomsky (1965) Linguistik: Theoriender Sprachkompetenz (Wissen über grammatische Regeln; sprachliche „Intuition“)Struktur von Sprache Psychologie: Untersuchung der Sprachperformanz (Prozesse und Strukturen des Sprachverstehens und der Sprachproduktion) Annahmen Chomsky Sprachkompetenz (Prädisposition, sprachliche Regeln zu erwerben) ist angeboren & universell. Sprachkompetenz umfasst das implizite Wissen über Sprache Sprachkompetenz kann herausgekitzelt werden: – Sprachliche Intuition & typische Versprecher Linguistik Linguistik – wissenschaftliche Disziplin, die die Beschaffenheit / Struktur der Sprache beschreibt Produktivität - bezeichnet die Kreativität der Sprache Regelhaftigkeit - bezeichnet die Systematik in der Sprache
- Linguistik: Sprachliche Intuition & Regelverletzungen SyntaxHaben geschlagen die Mädchen die Jungen? - Die Jungen wurden die Mädchen geschlagen. SemantikFarblose grüne Ideen schlafen vehement. Phonologie (Versprecher und Überkorrekturen bei Dialekten) Z.B. ein pfälzischer Sprecher beschäftigt sich mit der„deutchen Gechichte“ Sprachliche Intuition Die Fähigkeit sprachliche Äußerungen zueinander in Beziehung zu setzen ParaphrasenDas Mädchen schlug den JungenDer Junge wurde vom Mädchen geschlagen MehrdeutigkeitEr vertrieb den Mann mit dem Hund. (strukturell) Ich gehe zur Bank. (lexikalisch)