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Nutztierwissenschaften (Subject) / 2 (Lesson)

Futtermittel

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  • Wie werden Futtermittel eingeteilt? -  Art und Herkunft-  Konsistenz und Wassergehalt-  Hauptinhaltsstoffe-  Zahl der Komponenten-  Einsatz und Verwendung
  • Wie unterscheiden sich Futtermittel anhand der Konsistenz und des Wassergehalts? -  Raufutter / Grobfutter (Heu, Stroh): >20 % Rohfaser (Rfa, XF) in Trockensubstanz (TS)-  Saftfutter (Grünfutter, Silage = Gärfutter, Rüben u.ä. FM): 40-90% Wasser-  Trockenfutter: <14 % Wasser-  halbfeuchte Futter: bis 30 % Wasser-  Flüssigfutter: 70-90 % Wasser (z.B. Milch, Nektar, Nassschlempen etc.)
  • Welche Hauptinhaltsstoffe sind sind ausschlaggebend? -  Gerüstreiche FM -> StrukturkohlenhydrateKlassifizierung nach Rfa/XF, saure Detergenzienfaser (ADF), neutrale Detergenzienfaser (NDF))-  Konzentrate: FM mit hoher Energie- und Rohprotein (Rp, XP) Gehalt bzw. Dichte (im Bezug auf 1 kg TS)-  Energiereiche FM: stärke- und/oder fettreich bzw. hoch verdaulich (unabhängig von Futterart)-  Eiweißreiche FM: Rohprotein (Rp/XP)-reich, als Ergänzungsfutter bei hohem Proteinbedarf-Eiweiß-Konzentrate: >44% Rp/XP-Faser-Konzentrate: >35% Rfa/XF-Mineralische Einzel-FM/Mineralfutter: >40%Rohasche
  • Wie werden Inhaltsstoffe nachgewiesen? Analytischer Nachweis mittelsWeender AnalyseNIR Spektroskopie PolarimetrischEnzymatisch
  • Wie ist Vertraulichkeit definiert? Anteil der aus dem Futter aufgenommenen Energie und/oder Nährstoffe, der nicht mit dem Kot wieder ausgeschieden wird Verdauliche Energie = Futter-Energie - Kot-Energie
  • Wie ist Vertraulichkeit definiert? Anteil der aus dem Futter aufgenommenen Energie und/oder Nährstoffe, der nicht mit dem Kot wieder ausgeschieden wird Verdauliche Energie = Futter-Energie - Kot-Energie Angaben in % als Verdauungskoeffizient (VK, VQ)
  • Von was ist die Vertraulichkeit abhängig? Tier (Spezies, Alter, Laktation),Futtereigenschaft,Futtermittelbearbeitung (mechanische Behandlung z.B. Vermahlung, thermische Behandlung, z.B. Kochen)
  • Wie kann die Vertraulichkeit verfälscht werden? Verdauungssekrete, mikrobielle Zellen, abgestorbene Darmzellen
  • Wie unterscheidet sich Vertraulichkeit und Absorbierbarkeit? Verdaulichkeit vs. Absorbierbarkeit („wahre Verdaulichkeit“) Absorbierbarkeit berücksichtigt endogen absorbierte Menge Gleich bei Rohfaser, N-freie Extraktstoffe, Rohfett Eiweiß: Verdaulichkeit liegt unter Absorbierbarkeit, da endogene Ausscheidung von Stickstoff Große Unterschiede bei Mengen- und Spurenelementen
  • Wie bestimmt man die Energiegehalte der Futtermittel und für was sind diese wichtig? Umsetzung von Energie zur Aufrechterhaltung des Lebens Organismus: Oxidation von Nährstoffen (Atmung) zur Ausnutzung der chemischen Energie, alle biochemischen Reaktionen sind mit einem Energieumsatz verbunden Wie messbar?Alle Energieformen sind in Wärme umwandelbar EinheitderEnergie=Joule=1kgxm2 xs-2 =1Nm wichtig für Rationsberechnung angepasst an Erhaltungs- und Leistungsbedarf der Tiere
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  • Was ist der Hauptinhaltsstoff von Getreide? Stärke = wichtigstes Reservekohlenhydrat der Pflanze Getreidekörner (75% TM) Kartoffeln (65%)Mais (>30%)
  • Wie ist Stärke zusammen gesetzt? Amylose (< 30%) (α-1,4 Verbindung) Amylopektin (α-1,4 und α-1,6 Verbindung)
  • Was ist Amylose? Stärke: Amylose Amylose besteht aus unverzweigten Ketten von Glukosemolekülen,die (1-4)-glykosidischmiteinander verbunden sind. Getreide: 1000-2000 Glukosemoleküle, Kartoffeln bis zu 4500 Eigenschaften: • Blaufärbung mit Jod bzw. Jod- Kaliumjodidlösung • In heißem Wasser löslich. Die Lösung ist klar und sehr zähflüssig (hochviskos).
  • Was ist Amylopektin? Stärke: Amylopektin Besteht aus verzweigten Glukosemolekül-Ketten mit (1-4)- Bindungen und (1-6)-Bindungen. Eigenschaften:• Quellung beim Erhitzen. Kleister aus gequollenen Stärkekörnern in einer Stärkelösung. Verkleisterungstemperatur abhängig vom Stärkegehalt. • Rotviolette bis rotbraune Färbung mit Jod bzw. Jod-Kaliumjodidlösung.
  • Wie unterscheidet sich das Molekulargewicht von Amylopektin zu Amylose? Molekulargewicht ist ungefähr um den Faktor 103 bis104 höher als das von Amylose.
  • Ordnen Sie die Getreidearten nach ihrem Stärkeateil. (Mais, Gerste, Roggen, Triticale, Hafer, Weizen) Hafer < Gerste < Roggen < Triticale < Weizen < Mais
  • Was ist der Hauptinhaltsstoff von Knollen und Wurzelfrüchten? Zucker (Glucose, Disaccharid: Saccharose) z.B . Zuckerrohr, Rüben
  • Welche Futtermittel enthalten Zucker? Knollen und Wurzeln (Hackfrüchte)Beta-Rüben: Massen-, Gehalts-, Zuckerrüben, Rote Rüben, RübenblattBrassica-Rüben: Kohl-, Stoppelrüben, MarkstammkohlMohrrübenTopinambur Nachprodukte der ZuckerindustrieMelasse (Zuckerrohr, Rüben), Naß-, Press-, Trocken-, Melasse- SchnitzelMelassereste Nachprodukte der Obst- und GemüseverarbeitungCitrus-, Apfel-, Traubentrester, Gemüseabfälle, Abfallobst Milch- und MilchprodukteVollmilch, Magermilch, Molke, Buttermilch (frisch oder getrocknet)
  • Was ist der Hauptinhaltsstoff von Ölsaate und Körnerleguminosen? Hoher Rohproteingehalt (v.A. Sojabohne 39%) Hoher Rohfettgehalt (v.A. Raps 43%, Sonnenblumen 46%)
  • Geben Sie den Rohproteingehalt (XP) für Futtermittel an. 40 % und mehr: Enthülste Sojabohnen, Erdnüsse Grob enthülste Sesamsaat Geschälte Sonnenblumensaat Geschälte Baumwollsaat 30-40%:Nicht enthülste Leinsaat, ErdnüsseGrob geschälte Rapssaat, Sonnenblumensaat Grob geschälte Baumwollsaat Unter 30%: Grob geschälte Palmkerne, Sonnenblumensaat KokosnussUngeschälte Baumwollsaat
  • Was ist Mischfutter? Futter aus mindestens zwei Einzelfuttermitteln Mischfutter ist ein Betriebsmittel von hoher Bedeutung
  • Wie wird Mischfutter zusammengesetzt? Zusammensetzung abhängig von Bedarf der Nutztierspezies (Alter, Produktionsphase) v.A. Getreide (Weizen, Mais, Gerste), Ölkuchen/Expeller/exschrote (Sojabohne, Rapssaat), Mühlennachprodukte (u.A. Zuckerhaltige Futtermittel)
  • Was sind die Hauptinhaltsstoffe von Grünfutter? Polysaccharide und Proteine
  • Erläutern Sie das Nährstoffangebot in der pflanzlichen Zelle. Zellwand (30-40%) Polysaccharide und ProteineZellulose, Hemicellulose, Lignin, Pektin
  • Verdaulichkeit von Grünfutter. Polysaccharide und Proteine Zucker, Stärke, Pektin         ->          Gut verdaulich Hemizellulose, Zellulose      ->         mäßig verdaulich Lignin                                ->          Nicht verdaulich
  • Warum ist der richtige Zeitpunkt der Fütterung von Grünfutter so wichtig? Weidestadium (2. Stadium/5) = 10cm-Punkt Mit Anstieg des Vegetationsstadiums steigt Faserfraktion (Rohfaser)Gleichzeitig sinkt der Blattanteil/Proteine und damit auch die Verdaulichkeit/Energiewert => Energiewert von Grünfutter abhängig vom Schnittzeitpunkt Vor allem bei Gräsern:- Zunahme an Biomasse (Stengel), vorwiegend Faser (XF) - Abnahme an Blattmasse, Abnahme an Rohprotein (XP) Was kann man tun?- Reifegrad des Grünfutters für Nutzungstyp beachten- Auswahl der Grünfutterarten beachten- Vielfalt der Grünfutterarten beachten
  • Warum ist der richtige Zeitpunkt der Fütterung von Grünfutter so wichtig? Weidestadium (2. Stadium/5) = 10cm-Punkt Mit Anstieg des Vegetationsstadiums steigt Faserfraktion (Rohfaser)Gleichzeitig sinkt der Blattanteil/Proteine und damit auch die Verdaulichkeit/Energiewert => Energiewert von Grünfutter abhängig vom Schnittzeitpunkt Vor allem bei Gräsern:- Zunahme an Biomasse (Stengel), vorwiegend Faser (XF) - Abnahme an Blattmasse, Abnahme an Rohprotein (XP) Was kann man tun?- Reifegrad des Grünfutters für Nutzungstyp beachten- Auswahl der Grünfutterarten beachten- Vielfalt der Grünfutterarten beachten
  • Welche Arten von Grünfutter kennen Sie? Nennen Sie Beispiele und vergleichen Sie diese. Futtergräser z.B. Wiesenrispe, Wiesenlieschgras, Knaulgras, Glatthafer Leguminosen z.B. Bastard-Luzerne, Wiesenklee, Weißklee-  bei vergleichbarem Vegetationsstadium höhere Rohproteingehalte als Gräser-  auch in der Vollreife noch hohe Rohproteingehalte-  Rückgang vom Stängelanteil abhängig (vgl. Luzerne ↔ Weissklee)
  • Was ist Fermentation? Herstellung von Gärfutter / Silagen
  • Erklären Sie das Prinzip der Fermentation. Herstellung von Gärfutter / Silagen • Silierung = Konservierung unter Luftabschluß-> rasche, nachhaltige pH-Verschiebung -> saurer Bereich • Unterdrückung schädlicher Bakterien, pflanzeneigener Enzyme-> Atmung, Kohlenhydrat-/Eiweißabbau unterbunden/reduziert • pH-Wert-Senkung durch Bildung flüchtiger/nichtflüchtiger Säuren • Milchsäurebildung: bestimmt Stärke der Säuerung-> Hauptgärprodukt der Milchsäurebakterien, hoher Dissoziationsgrad
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  • Wie sehen die Phasen der Gärung bei der Fermentation aus? AufschlussphaseAtmung bis O2 verbraucht, CO2 Entwicklung, Absenken des pH-Wertes, Verlust der Zellintegrität und Turgors(„Sacken des Siliergutes“) GärungsphaseMilchsäurebildung, Hemmung der epiphytischen Flora, Dauer. 10-20 Tage Ruhe-/LagerphasepH-Wert beliebt konstant, hohe Keimzahl von Milchsäurebakterien
  • Mikroorganismen in Silagen – Welche sind erwünscht? Lactobacillales (Streptococcus, Pediococcus, Leuconostoc, Lactobacillus) -> Milchsäuregärung
  • Mikroorganismen in Silagen – Welche sind nicht erwünscht? -  Lactobacillus -> Milchsäureabbau (heterofermentativ) -  Bacillus, Micrococcus -> Nahrungskonkurrenz für Milchsäurebakterien bei Anwesenheit von O2 bei Gärbeginn -  Enterobacteriaceae -> Verschmutzung, Nahrungskonkurrenz für Milchsäurebakterien  -  Clostridien -> Bildung von Butyrat, Proteinabbau und Bildung von Giftstoffen -  Hefen, Schimmelpilze -> Abbau von Milchsäure bei O2 Zufuhr, Mykotoxine
  • Was sind Futtermittelzusatzstoffe? - Stoffe, Mikroorganismen, Zubereitungen- keine Futtermittel-Ausgangserzeugnisse- bewusste Beimischung zu Futtermitteln, Wasser
  • Welche Polysaccharide und Proteine sind verdaulich bzw nicht verdaulich? Zucker, Pektin, Stärke -> gut verdaulich Hemizellulose, Zellulose -> mäßig verdaulich Lignin -> nicht verdaulich
  • Welche Futtermittelzusatzstoffe kennen Sie? technologische Zusatzstoffe: z.B. Konservierungsmittel, Bindemittel, Emulgatoren, Antioxidationsmittel, Silierhilfsstoffe sensorische Zusatzstoffe: verändern organoleptische Eigenschaften des Futtermittels bzw. optische Eigenschaften des tierischen Lebensmittels (z.B. Farbstoffe, Aromastoffe) ernährungsphysiologische Zusatzstoffe: z.B. Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren zootechnische Zusatzstoffe: beeinflussen Leistung gesunder Tiere oder die Auswirkung auf die Umwelt, z.B. Mikroorganismen, Enzyme Kokzidiostatika, Histomonostatika: Wirkstoffe gegen Protozoen-infektionen (Kokzidiose und Histomoniasis) Je nach Funktionsweise + Eigenschaften -> mehrere Kategorien
  • Was sind technologische Zusatzstoffe? Konservierungsmittel, Bindemittel, Emulgatoren, Antioxidationsmittel, Silierhilfsstoffe
  • Was sind sensorische Zusatzstoffe? verändern organoleptische Eigenschaften des Futtermittels bzw. optische Eigenschaften des tierischen Lebensmittels (z.B. Farbstoffe, Aromastoffe)
  • Was sind ernährungsphysiologische Zusatzstoffe? Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren
  • Was sind zootechnische Zusatzstoffe? beeinflussen Leistung gesunder Tiere oder die Auswirkung auf die Umwelt, z.B. Mikroorganismen, Enzyme
  • Was sind Kokzidiostatika, Histomonostatika? Wirkstoffe gegen Protozoen-infektionen (Kokzidiose und Histomoniasis)
  • Was sind Probiotika? = Lebende Mikroorganismen (lyophiliserte Zellen, Sporen), welche in geeigneten Mengen einen gesundheitsfördernden Effekt auf den Wirt haben (FAO/WHO 2002)
  • Welche Probiotika kennen Sie? Bacillus subtilis Enterococcusfaecium Lactobacillusacidophilus, rhamnosus, salivarius, plantarum Pediococcusacidilactici Saccharomycescerevisiae
  • Wieso Enzyme als Futtermittelzusatzstoffe? Abbau (partiell) von Stoffen mit antinutritiver Wirkung bzw. zur Verbesserung der Verdaulichkeit von Futterbestandteilen (z.B. Phytat, verschiedene Polysaccharide) Unterstützung der Verdauung bei Jungtieren
  • Was sind Pro und Contra vom Einsatz von Futtermittelzusatzstoffen? Pro: Effektivere Umsetzung von Futternährstoffen-> höheres Erzeugungspotential, geringere Umweltbelastung Contra: erhöhter Aufwand in Erzeugung des Futtersmögliches Gefährdungspotential (Chemisierung, Wirkmechanismen) Kosten vs. Nutzen