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Allgemeine Psychologie 1 (Subject) / Prüfung (Lesson)
WS 2019/2020 Uni Würzburg
This lesson was created by JohnTiger.
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- Arbeitsweise Allgemeine Psychologie - weder direkt von außen beobachtbar noch der Introspektion (Innenschau) zugänglich
- Operationalisierung Messbarmachung latenter Prozesse und Merkmale = Verhaltensmaße: RTs, Fehlerhäufigkeiten, Antworthäufigkeiten = phsysiologische Maße (EEG, MRT)
- Experiment - eine oder mehrerer unabhängige Variable(n) (UV) werden gezielt variiert (manipuliert) und deren Einfluss auf bestimmte abhängige Variablen (AV->z.B RT, Fehlerrate, EEG) unter Ausschluss von Störfeinflussen untersucht - das erlaubt es die Veränderung der AV kausal auf die Variation der UV zurückzuführen (vs Korrelation)
- Wahrnehmung 1.Widerspiegelung der Umwelt distaler Reiz -> proximaler Reiz -> phänomenale Wahrnehmung äußere Psychophysik vs innere Psychophysik -->sofortige Berücksichtigung im Verhalten; sonst für Organismus wertlos
- 2. Steuerung des Verhaltens = Handlungskontrolle - Bewegungskontrolle (Feedback) - Orientierung im Raum (Navigation) - Manipulation von Objekten (greifen)
- Duplizitätstheorie des Sehens im Versuch der Dunkeladaptation - Sehen bei Helligkeit: Zapfen - Sehen bei Dunkelheit: Stäbchen Testreiz fixiert: nur Zapfen stimuliert Testreiz peripher: Stäbchen + Zapfen stimuliert
- Purkinije Phänomen - bei Nacht sind alle Blumen grau ABER: Blaue Blummen erscheinen in hellerem Grau als die roten -> wegen der höheren Empfindlichkeit der Stäbchen für kurzwelliges Licht
- Konsequenzen der unterschiedlichen Verteilung und Empfindlichkeit - Dunkelsehen ist unschräfer als Tagsehen - manche Sterne sieht man nur, wenn man sie nicht fixiert - um dunkeladaptiert zu bleiben, aber trotzdem etwas zu sehen, sollte man sich langwelligem rotem Licht aussetzen
- Zapfen - Hellsehen -> 6 Millionen - schnelle Dunkeladaptation - max. Empfindlichkeit im Rotbereich des Spektrums - Farbsehen bei Tag = photopisch - Niedrige Konvergenz - Niedrigere Empfindlichkeit
- Stäbchen - Dunkelsehen -> 120 Millionen - nur außerhalb der Fovea - langsame Dunkeladaptation - max. Empfindlichkeit im Blaubereich des Spektrums - Dunkelsehen = skotopisch - Hohe Konvergenz - Hohe Empfindlichkeit
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- Konvergenz - Rezeptorsignale über bipolare Zellen an Ganglienzellen - pro Auge: 126 Mio Rezeptoren, aber nur ca. 1 Mio Ganglienzellen - hohe Empfindlichkeit bei hoher Konvergenz = räumliche Summation
- laterale Hemmung - Kantendetektion - Mach'sche Bänder bei Konturenwahrnehmung - Helligkeitsrandkontrast: an Stellen wechselnder Helligkeit wird das Intensitätsgefälle verstärkt - Hemmung benachbarter Zellen proportional zur Rezeptorerregung
- Sehbahn und Sehstrahlung rechtes Auge: Nasal= links -> rechts -> rechts Temporal = rechts -> links -> links
- Psychophysik Messung der Beziehung zwischen physikalischen und subjektiven Reizeigenschaften Absolutschwelle Unterschiedsschwelle Absolutschwelle = ab welcher Intensität wird Reiz wahrgenommen Unterschiedsschwelle = ab welchem Reizunterschied werden zwei Reize als unterschiedlich wahrgenommen
- Methoden zur Messung der Absolutschwelle Herstellungsverfahren: Beurteiler stellt veränderbaren Reiz so ein, das er gerade wahrnehmbar ist (z.B. Einstellen des Testreizes bei Dunkeladaptation) Grenzverfahren: Reiz wird in zunehmender oder abnehmender Intensität dargeboten -> VP gibt an, ab wann sie den Reiz bemerkt/nicht mehr wahrnimmt (z.b Hörtest) Konstanzmethode: zufällige Darbietung von Reizen mit verschiedener Intensität ->Intensität, bei der Entdeckungsrate 50% beträgt,ist Absolutschwelle
- Weber-Bruch deltaS/S = konstant bei 100g -> deltaS=2g bei 500g -> deltaS=10g Webersche Konstante bezieht sich auf eine Reizänderung
- Fechner'sches Gesetz - Zusammenhang zwischen absoluter physikalischer und subjektiver Größe E = 1/k * ln(S/S_0) E Empfindungsstärke k Weber Bruch S Reizintensität S_0 Absolutschwelle
- Wahrnehmung 2 Farbwahrnehmung - leichte Segmentierung von Objekten - Wellenlänge bestimmt Farbe, Frequenz bestimmt die Brecheigenschaft am Prisma - Farbe eines Objektes wird durch 2 Faktoren bestimmt: spektrale Zusammensetzung Reflektanz des Objekts
- Farben Theorien - Drei-Farben-Theorien (Young, Helmholtz) - Gegenfarben-Theorie (Hering)
- Drei-Farben-Theorie Beobachtungen aus Farbabgleichexperimenten - man braucht mind. 3 Farben, um jeden beliebigen Farbeindruck zu erzeugen - welche Farbe egal: solange sich keiner der 3 Farben aus der Mischung der beiden anderen ergibt - man kann dieselbe Farbe aus physikalisch unterschiedlichen Lichtzusammensetzungen erzeugen -> metamere Farben Idee: Farbeindruck entspricht dem Aktivitätsmuster dreier Farbrezeptoren: short, medium,long - additive Farbmischung: - subtraktive Farbmischung
- Gegenfarben-Theorie Phänomende die nicht mit Drei-Farben-Theorie erklärbar sind - farbige Nachbilder - Simultankontrast - Farbenblindheit drei antagonistische Farbenpaare - rot-grün - gelb-blau - weiß-schwarz
- Integration der Theorien - Opponierende Systeme, im Resultat neuronaler Verschaltung der Aktivierung von drei Rezeptorsystemen - Interneuron ist nur aktiv wenn, wenn rot und grün aktiv sind
- Tiefenwahrnehmung = stereoskopisches Sehen Tiefenkriterien: - Okulomotorisch - Retinal: Monokular-statisch vs. Monokular-dynamisch
- Okulomotorisch - Akkomodation: Anpassung der Brechkraft der Linse an die Objektentfernung zur Gewährleistung einer scharfen Abbildung - Konvergenz: Drehung der Augäpfel zum Fixationspunkt --> tragen nur im Nahbereich bis 2m zur Tiefenwahrnehmung bei
- Retinal Monokular-statisch - Verdeckung - relative Höhe - relative Größe - gewohnte Größe - Luftperspektive - Lineare Perspektive - Texturgradient
- Retinal Monokular-statisch - Bewegungsparallaxe - fortschreitendes Zu-/Aufdecken
- Retinal+ Binokular - Querdisparation - Korrespondierende Netzhautpunkte = Horopter = Vieth-Müller-Kreis -> hinter Horopter = ungekreuzt = inneren Teil der Netzhäute -> vor Horopter = gekreuzt = äußeren Teil der Netzhäute
- Wahrnehmung 3 - Raumwahrnehmung - Größenkonstanz Sehwinkel ist abhängig von Größe des Objektes und seiner Entfernung Größenkonstanz: - trotz unterschiedlicher Netzhautgröße sehen wir ein und dasselbe Objekt bei unterschiedlicher Entfernung in konstanter Größe -> Anhand von Tiefenkriterien erschlossene Entfernung mit Sehwinkel verrechnen
- Emmert'sches Gesetz - je weiter ein Nachbild entfernt ist, desto größer wirkt es Größe = Sehwinkel * Abstand * k - dies liegt an der Verrechnung von erschlossener Entfernung und Sehwinkel
- Wahrgenommene Größe hängt ab von... - Größe des retinalen Bilds - wahrgenommene Distanz - weitere Informationsquellen - Größe vertrauter Objekte (z.B. Nowitzki in versch. Settings) - Beziehung von Texturinformationen -->andere Wahrnehmungskonstanzen - Farbkonstanz - Helligkeitskonstanz
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- Geometrisch-optische Täuschungen Verrechnung von retinaler Größe und erschlossener Entfernung kann als Erklärung für Größentäuschungen dienen - Müller-Lyer-Täuschungen - Ponzo-Täuschung - Ames'scher Raum - Mondtäuschung
- Wahrnehmung 3 Bewegungsdetektion Bewegungsdetektor ist selektiv für: - Bewegungen in einer Richtung - Bewegungen deren Geschwindigkeit der Dauer der zeitlichen Verzögerung entspricht Reichardt-Detektor
- Wahrnehmung 3 Bewegungsnacheffekte - Ermüdung von Bewegungsdetektoren als Erklärung - Impulsrate einer richtungsspezifischen Zelle auf einen Bewegungsreiz in bevorzugte Richtung - Reizdarbietung: Entladung steigt steil an -> fällt dann wieder ab -> unter Niveau der Spontanaktivität
- Trennung von Eigen- und Fremdbewegung - retinale Informationen = ökologischer Ansatz, Gibson - propriozeptive Rückmeldung aus Augenmuskel = inflow-Modell - efferente Kommandos aus Augenmuskeln = outflow-Modell / Reafferenzprinzip
- ökologischer Ansatz (Gibson, 1966) - Information zur Trennung von Eigen und Objektbewegung steckt im Reiz selbst - Bewegt sich das Objekt, verdeckt und enthüllt es andere, unabhängig davon, ob sich das Auge bewegt - Bewegt sich alles im Gesichtsfeld, dann liegt das an der Eigenbewegung des Betrachters
- Inflow-Modell - Bilverschiebung ohne Änderung der Augenposition - ruhendes Bild trotz Änderung der Augenposition
- Outflow-Modell - Bildverschiebung ohne Augenbewegungskommando - ruhendes Bild trotz Augenbewegungskommando
- Reafferenz-Prinzip (Holst+Milstaedt, 1954) - Bewegung wird wahrgenommen, wenn Efferenzkopie und afferentes Signal von Retina eine Differenz aufweisen
- Wahrnehmung 3 Biologische Bewegung - Menschen sind besonders sensitiv für Wahrnehmung von menschlichen Körperbewegungen Herkunft der Sensitivität: - vermutlich simulieren wir innerlich die Bewegung (Spiegelneurone) - besonders gut bei Artgenossen, die ähnliche motorische Konzepte besitzen - am besten: bei Wahrnehmung eigener Körperbewegungen, nur Akteur replizieren
- Wahrnehmung 4 Gestaltprinzipien - Prinzip der guten Gestalt - Prinzip der Ähnlichkeit - Prinzip der gestaltgerechten Linienfortsetzung - Prinzip der Nähe - Prinzip des gemeinsamen Schicksals - Prinzip der Vertrautheit - Prinzip der Geschlossenheit
- Kritik an Gestaltpsychologie - viele Gesetze nur an artifiziellen Reizvorlagen beobachtbar - beschreibt, aber erklärt nicht - Begriffe teilweise nicht gut definiert
- Figur-Grund-Trennung - man separiert immer Figur und Grund (z.B. Rubin'sche Vase) - nicht gleichzeitige Wahrnehmung von Figur und Grund möglich
- Was bestimmt, was als Figur wahrgenommen wird? (Vordergrund) - untere Areale =Vordergrund - symmetrische Areale - kleinere Areale - vertraute Formen
- Objektwahrnehmung = korrekte Zuordnung von Reizmuster und Gedächtniseintrag Probleme? - Wahrnehmung ist mehrdeutig - Unterscheidung ähnlicher Objekte - Objektkonstanz trotz veränderlichem Betrachtungswinkel
- Modelle ansichtsabhängiger Objekterkennung Modell ansichtsunabhängiger Objekterkennung - Schablonenvergleich (unbrauchbar) - Single-view-plus transformation - Multiple-view-plus transformation - Geon-Theorie
- Single-view-plus transformation - wir können Objekte in unterschiedlichen Orientierungen identifizieren = Objektkonstanz - aber umso schlechter, je weiter sie von ihrer üblichen (kanonischen) Orientierung abweichen
- Multiple-view-plus transformation - für viele Objekte gibt es mehrere typische Ansichten - Rotation zur nächstgelegenen Ansicht
- Geon-Theorie (Biederman, 1987) - Ermittlung von Elementarkörpern (Geone) und ihrer ansichtsunabhängigen Raumlagebeziehungen zueinander - Vergleich mit entsprechenden strukturellen Objektbeschreibungen im Gedächtnis
- Evidenz für Geon-Theorie - Kantenbild für Objekterkennung nahezu immer ausreichend - Beseitigung von Konkavitäten verhindert Geonsegmentierung und macht Objekterkennung schwierig - Objekterkennung umso schwieriger, je mehr Geone fehlen oder verdeckt sind
- Kontexteffekte (Objekterkennung) - schneller zu erkennen wegen Erwartung -> Set - Erkennung hängt nicht nur vom Objekt ab, sondern vom Kontext, in den es eingebettet ist - die Objekterkennung wird neben sensorischen Informationen = bottom-up auch durch Wissen, Erwartung und Absichten = top-down bestimmt