Kompetenzverteilung im unitarischen Bundesstaat Deutschland
- ausschließliche Bundesgesetzgebung (Art. 71 u. 73 GG) z.B. Auswärtiges, Verteidigung, Außenhandel - ausschließlich Landesgesetzgebung (Art. 70 GG) z.B. Kultur, Schulwesen, Presse, Polizei - Gemeinschaftsaufgaben --> Bund wirkt bei den Ländern mit (91a/b GG) z.B. Küstenschutz, Bildungsplanung, Hochschulfinanzierung - Konkurrierende Gesetzgebung --> Länder haben Gesetzgebungsbefugnisse, so lange der Bund nicht durch Gesetz Gebraucht macht (Art. 72 u. 74 GG) z.B. Justizwesen, Soziales, Verkehr, Umwelt, Gesundheit etc.
Bedürfnisklausel
Bund darf nur zugunsten gleichgwertiger Lebensverhältnisse oder der Rechts- und Wirtschaftseinheit tätig werden
Ping-Pong-Gesetzgebung
Recht der Länder zu einer vom Bund abweichenden Gesetzgebung, die nach einem halben Jahr durch eine bundesgesetzliche Regelung abgelöst werden kann
Exekutivföderalismus (Bereiche und Artikel GG)
- eigene Angelegenheiten der Länder (Art. 84 GG) - im Auftrag des Bundes (Art. 85, 87c, 104a GG) - bundeseigene Verwaltung (Art. 86 ff. GG) - Gemeinschaftsaufgabe (Art. 91a GG)
Finanzverbund
- Verteilung der Gemeinschaftssteuern - Länderfinanzausgleich - Mischfinanzierung von Gemeinschaftsaufgaben - Schuldenbremse
Kooperativer Föderalismus
- Vertikale Mitbestimmung z.B. über Bundesrat - Horizontale Verhandlungs- u. Koordinationsgremien z.B. über Innenministerkonferenz
Zentrale Ziele von Parteien
- Vote-Seeking = Parteiprogrammatik richtit sich an den Wählerpräferenzen aus, um sich Vorteile im politischen Wettbewerb zu sichern - Policy-Seeking = Parteien wollen eigene Inhalte durchsetzen (Anbieten von Wahlprogrammen) Wahlgewinn => Mandat zur Umsetzung - Office-Seeking
Funktion von Parteien --> Modell des politischen Prozesses
Input --> Throughput --> Output --> Outcome Input: Problemdefiniton, Politikangebot in Wahlprogrammen Throughput: Politikportfolio in Koalitionsverträgen Output: Entscheidungsfindung und Regierungshandeln (Umsetzung des Regierungsversprechen) Outcome: Regierungsperformanz
Cleavage Ansatz
- Kapital vs. Arbeit - Staat vs. Kirche - Stadt vs. Land - Zentrum vs. Peripherie
Kapital vs. Arbeit
- Ursprung: Industrielle Revolution - Konflikt zwischen Eigentümern von Kapital und Arbeiterschaft
Staat vs. Kirche
Ursprung: Säkularisierung Konflikt zwischen staatlichen u. kirchlichen Autoritären
Stadt vs. Land
Ursprung: Industrielle Revolution Konflikt zwischen primären u. sekundären Wirtschaftssektor
Zentrum vs. Peripherie
Ursprung: Nationale Revolution Konflikt um Ort der politischen Entscheidungsmacht zwischen Zentralstaat und regionalen Autoritären
Einflussfaktoren auf Koalitionsbildungen
- Office-Seeking - Policy-Seeking - Vote-Seeking
Office-Seeking (Einflussfaktoren auf Koalitionsbildung)
- minimal winning coalitions wahrscheinlicher, um mehr Ämter zu besetzen - kleinstmögliche Koalitionen, um Transaktionskosten zu reduzieren - Größte Partei hat meist Vorteile bei der Regierungsbildung (Agenda-Setzer)
Policy-Seeking (Einflussfaktoren auf Koalitionsbildung)
- besteht eine Koalition bereits, wird diese meist wieder bevorzugt - Koalitionen einfacher zwischen Parteien mit geringer ideologischer Distanz --> ABER: komplex, da unterschiedliche issue ownership u. Salienz der Themen zwischen Parteien --> ABER: Parteien mit heterogenen Policy-Positionen haben Vorteile bei der Ashandlung des Portfolios in Koalitionsvereinbarungen
Vote-Seeking (Einflussfaktoren auf Koalitionsbildung)
- Koalitionspräferenzen bzw. -absagen im Vorfeld der Wahl als Signal an die Wählerschaft
Bundesebene --> Landesebene (Top Down)
Top Down = Kongruente (gleiche) Koalitionen bevorzugt; Ansagen von oben zur Koalitionsbildung
Landesebene --> Bundesebende (Bottom-up)
Bottom-up = neue Koalitionsmodelle durch bestehen in den Bundesländern; Innovation durch Policy-Orientierung
Kontextbedingungen (Koalitionsbildung und Regierungen)
- Timing (Nähe zur nächsten Bundestagswahl) - Gegebenheiten des Parteiensystems (Zahl der Parteien) - Historische Beispiele u. Pfadabhängigkeiten - Persönlichkeiten
Konsensdemokratie
=> Dialog und Konsens zwischen allen Parteien - zentrale Konfliktregelungsmechanismus via Aushandlungsprozesse u. Kompromissbildung - Streben nach checks and balances - gesicherte Teilhabe- und Vetorechte von Minderheiten
Mehrheitsdemokratie
=> Machtausübung durch die Mehrheit - zentrale Konfliktregelungsmechanismus via Souveränität der Mehrheit - Fokus auf Regierbarkeit
Fakten Konsensdemokratie vs. Mehrheitsdemokratie
- Umso höher Anteil an linken Parteien in den Parlamenten, desto eher eine Konsensdemokratie - Umso höher die Anzahl der Parteien im Parlament, desto weniger wird die mehrheitsdemokratische Regierungsform ausgeführt (Mehrheitsdemokratie --> Bayern, lange ein-Partei-Regierung CSU) - Föderalstruktur begünstigt Konsensdemokratie Mehrheitsdemokratie (Bayern, Saarland, Niedersachsen) Konsensdemokratie (Berlin, Sachsen-Anhalt, BW, Brandenburg)
Einflussfaktoren der Politikbereiche
Parteipolitische Differenzen Sozio-ökonomische Demografische Dimensionen Stadt-Land
Kompetenzverteilung in der Energiepolitik
- Konkurrierende Gesetzgebung = wirtschaftliche Bereich (Bergbau, Industrie, Energiewesen) --> Art. 74, 1 (11,16) - Ausschließliche Bundesgesetzgebung = Wettbewerbs-, Anlagen-, Verbraucher- u. Umweltrecht - Länderkompetenzen = regionale Energietechnologie- u. Innovationsförderung; Ansiedlung und Bau von Kraftwerken; Anlagensicherheit --> Stromtrassenbau --> Gros der energiepolitischen Maßnahmen durch die Länder
Unterteilung der Länder in der Energiepolitik
Atomländer Kohleländer Mischländer Vorreiter
Atomländer
- sehr homogen - in vielen Gebieten vorne - viel Wasserkraft => Bayern, BW
Kohleländer
- hohe CO2 Emissionen --> hoher Anteil an CO2 am Primärenergieverbrauch - hohe Neuinstallation erneuerbare Energien => Brandenburg, NRW, Sachsen, Saarland
Mischländer
- sehr heterogen - viel Mittelmaß mit einzelnen Ausschlägen => Hessen, MV, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Vorreiter
- eher homogen - in vielen Gebieten sehr umweltverträglich - viel Gas und Windkraft => Schleswig-Holstein, Niedersachsen
Gründe für Konvergenz in der Energiepolitik
- je nördlicher, desto höher der Windkraftanteil an erneuerbaren Energien - Süden eher Photovoltaik als eE --> mehr Sonne, meist Unionsprojekte - Geografische u. wirtschaftliche Möglichkeiten - Parteieinfluss - Agrarländer --> Biomasse