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Psychologie (Subject) / Diagnostik VL (Lesson)
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- Entscheidungstheoretische Modelle Psychologische Diagnostik zur Optimierung praktischer Problemlösungen Wie nützlich sind diagnostische Verfahren für Entscheidungsfindung?- Diagnostizieren als sequenziell organisierter Prozess, in dem wiederholt aus unterschiedlichen Handlungsoptionen eine begründete Wahl getroffen werden muss- Folgen der Entscheidungen für Auftraggeber und andere Betroffene müssen berücksichtigt werden- Rückgriff auf Konzepte der Entscheidungstheorie Je nach Zielsetzung kann gleiche Info über eine Person zu unterschiedlichen Entscheidungen führen
- Rahmenmodell Deskriptive Entscheidungstheorie: Beschreibung & Erklärung des faktischen Entscheidungsverhaltens von Personen oder Institutionen Normative Entscheidungstheorie: Wie kann bei gegebenen Daten & Zielen optimal oder rational entschieden werden?
- Drei Arten von Entscheidungssituationen 1. Entscheidung und Sicherheit = Wenn Person die Konsequenzen verschiedener Handlungsalternativen kennt oder zu kennen glaubt 2. Entscheidung unter Risiko = Den Folgen möglicher Handlungen können nur Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden 3. Entscheidungen unter Ungewissheit = Informationsbasis ist so gering, dass nicht einmal probabilistische Annahmen möglich sind
- Funktion von Entscheidungen im diagnostischen Prozess 1. Terminale Entscheidungen: Führen zu einer bestimmten „Behandlung“ (Treatment) 2. Investigatorische Entscheidungen: Führen zu „Fragen“, für deren Beantwortung weitere behandlungs-relevante Info über Person gewonnen werden muss --> Optimierung der Informationsbasis Diagnostik als mehrfach rückgekoppelter Prozess
- Parameter diagnostischer Entscheidungssituationen Häufigkeit, Nutzen - Individuell oder institutionell Positionen - Eine oder mehrere Zurückweisung - Möglich oder nicht möglich Quote - Fixiert oder Variabel Relevante Informationen - Univariat oder multivariat Diagnostische Strategie - Einstufig oder mehrstufig (sequentiell)
- Parameter diagnostischer Entscheidungssituationen Häufigkeit, Nutzen - Häufigkeit, Nutzen Individuelle Entscheidungen: Einmalige/seltene Entscheidungen, die sich an Werten, Präferenzen, Zielen einer einzelnen Person orientieren Institutionelle Entscheidungen: Große Zahl vergleichbarer Entscheidungen wird getroffen, wobei ein konstant bleibendes Wertesystem zugrunde liegt
- Institutionelle Entscheidungen Entscheidungen nach dem Erwartungsprinzip Erwarteter Nutzen soll über eine Serie von Entscheidungen maximiert werden Der mit wiederkehrender Entscheidungen verbundene Gewinn/Verlust für Institution steht im Vordergrund = Auszahlung Den nutzenrelevanten Konsequenzen von Entscheidungen müssen Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden können Gewinne & Verluste, die mit verschiedenen Entscheidungsfolgen verbunden sind, müssen auf einer gemeinsamen Skala bewertet werden können
- Selektionsentscheidungen · Kompensatorisch · Und-Strategie (konjunktiv) · Oder-Strategie (Disjunktiv)
- Fixierte Quote: Die Zahl der für bestimmte Behandlungsoptionen bestehende Plätze ist begrenzt Nur bestimmte Quote von Kandidaten kann angenommen werden => Entscheidungen über einzelnen Personen sind voneinander abhängig
- Variable Quote: · Alle als geeignet angesehenen Bewerber werden angenommen
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- Univariate Information: · Entscheidung stützt sich auf Einteilungen einer Variable
- Multivariate Information: · Mehrere Dimensionen sind für Entscheidung zu berücksichtigen (bsp. Konfigurationsmodelle)
- Einstufige Diagnostische Strategie · Alle Personen bearbeiten gleichen Tests, danach wird terminale Entscheidung getroffen
- Mehrstufige diagnostische Strategie · Zunächst investigatorische Entscheidungen, die einige Personen betreffen · Terminale Entscheidung erst nach weiterer Informationssammlung
- Arten diagnostischer Entscheidungen a) Nichtsequentielle Batterie b) Single-Screen c) Vorauswahl-Strategie (Pre-reject) d) Vorentscheidung (pre-accept) e) Vollständige Strategie
- Arten diagnostischer Entscheidungen a) Nichtsequentielle Batterie Gesamte Batterie an diagnostischen Verfahren wird allen Probanden vorgegeben Ausgewählt werden diejenigen Personen, die im zugrunde gelegten Entscheidungsmodell die höchsten Werte erzielen
- Arten diagnostischer Entscheidungen b) Single-Screen Alle weiteren Entscheidungen fußen auf einem Verfahren (Cutoff der x-Achse allein entscheidend, aufgenommen zu werden)
- Arten diagnostischer Entscheidungen c) Vorauswahl-Strategie (Pre-reject) · Zunächst kostengünstiges Verfahren mit allen Bewerbern · Diejenigen Bewerber aussondern, die bestimmten Wert nicht erreichen · Verbleibende Bewerber durchlaufen aufwendigeres zweites Verfahren · Für terminale Entscheidung über Annahme und Ablehnung werden Testwerte aus erstem & zweiten Durchlauf kombiniert
- Arten diagnostischer Entscheidungen d) Vorentscheidung (pre-accept) · Nach erstem Test werden alle Personen, die Trennwert überschreiten, bereits (Terminal) akzeptiert · Noch nicht akzeptierte Personen durchlaufen zweite Stufe · Entscheidung über Annahme & Ablehnung wird aus Kombi von Erst-& Folgetest getroffen
- Arten diagnostischer Entscheidungen e) Vollständige Strategie · Kombi aus pre reject und pre accept · Für Test der 1. Phase wird sowohl oberer als auch unterer Trennwert festgelegt · Bewerber, die über Trennwert liegen, direkt terminal akzeptiert / abgelehnt · Nur über Bewerber im Mittelbereich werden weitere Info in 2. Phase eingeholt
- Sequenzielles Vorgehen Assessment Center AC = Name einer multiplen Verfahrenstechnik, zu der mehrere eignungsdiagnostische Instrumente oder leistungsrelevante Aufgaben zusammengestellt werden Testtheoretisch entspricht AC einer Testbatterie, in der mehrere Einzeltests für Messung von bestimmten Persönlichkeitseigenschaften verknüpft werden AC = systematisches Verfahren, flexiblen Methode Vorgehensweise ist streng methodisch kontrolliert Beteiligte im meist 1-3 tägige AC sind: o Mehrere Beobachter o Mehrere Teilnehmer o Und ein/mehrere Moderatoren AC gliedert sich in vorher festgelegten Übungen & bestimmten Anforderungen, welche alltagsnahe, realistische Situationen der Zielposition abbilden Vornehmlich in Personalauswahl und -weiterentwicklung
- Vorteile sequenzielles Vorgehen relativ teure Tests müssen nur mit einem Teil der zu Diagnostizierenden durchgeführt werden 1. Phase -> relativ grobe Einteilung mit leicht durchzuführenden Verfahren, allein aber nicht valide genug Einbußen an Validität werden durch geringere Kosten ausgeglichen (Hinreichende Validität für terminale Entscheidung erst in Kombi mit den weiteren Verfahren) Sequenzielle Strategien gelten als effizienter verglichen mit einstufigen