Psychologie (Subject) / Steop A2 19/20 (Lesson)

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  • Entwicklung als Gewinn und Verlust: Veränderung neuronaler Verbindungen im Baby-Alter. Beispiel 2: Intelligenzstrukturveränderung mit dem Alter.
  • Entwicklung als systemisches Geschehen: In welchen ökologischen Systemen vollzieht sich Entwicklung?
  • Entwicklung als systemisches Geschehen:
 Kontextualismus Jeder individuelle Entwicklungsverlauf resultiert aus der Wechselwirkung von • altersbedingten Veränderungen (Organismus)• geschichtlich bedingten Veränderungen (Generation)• nicht-normativen Veränderungen (individuelle Erfahrungen)
  • Entwicklung als transaktionaler Prozess 1. Gene/ Biologie - 2. individuelle Erfahrungen - 3. aktuelle Situation Interaktion und Kovariation zwischen Biologie und Umwelt!
  • Psychodynamische Theorien • Fokus auf Motivation, Emotion und Beziehung zu anderen Menschen
  • Sigmund Freud facts Begründer der Psychoanalyse Anlehnung an die Physik (Thermodynamik) →„Triebenergie“die sich verteilt, an bestimmte Objekte bindet, umwandelt und entlädt →Psychodynamik psychische Triebenergie leitet sich aus biologischer Energie ab, die „Bedürfnisse“ auslöst. Elementar = Libido (Eros, Sexualtrieb, Lebenstrieb) Entwicklung ist die Veränderung des Ortes an dem Libido wirksam wird, und der Art ihrer Kontrolle. Prozess = bestimmt durch biologische Reifungsprozesse und soziale Erfahrung
  • Orale Phase V2 bis ende des 1. Lebensjahr Bedeutung der Mutter-Kind Bindung; von anfänglich „symbiotischer Beziehung“ hin zu einem eigenständigen SelbstMutter hat eine sehr große Rolle und Verantwortung für die spätere Entwicklung
  • Anale Phase V2 bis Ende 3. Lebensjahr Thema: Machterleben & Kontrolle über eigene Körperprozesse (Selbstbestimmung wann man zur Toilette geht)
  • Phallische Phase V2 4.-6. Lebensjahr Entwicklung des „Über-Ichs“ (gesellschaftliche Erwartungen erlernen; lernen nicht mehr den eigenen Trieben nachzugeben; z.B. teilen lernen) im Zusammenhang mit der Lösung des ÖdipuskomplexesIdentifikation mit eigenem Geschlecht (auch eher in getrennten Gruppen spielen)
  • Latenzperiode bis Beginn Pubertät Verdrängung (Sublimierung) sexueller TriebimpulseVerschiebung der Triebziele in andere Bereiche (z.B. Schule, Sport, Freunde)
  • Genitale Phase V2 Beginn der Pubertät Triebregungen richten sich auf Geschlechtspartner außerhalb der Familie
  • Struktur der menschlichen Psyche nach Freud V2 ES :angeboren, unbewusst, unlogisch produziert Triebenergie →Lustprinzip ICH nach Freud in oraler Phase erworben reguliert Triebabfuhr →Realitätsprinzip (hier wird Vernunft wirksam, und nicht nur nach Trieben gehandelt) ÜBER-ICH entsteht nach Freud in der analen Phasen, entwickelt sich aber in der phallischen Phase weiter soziale Normen werden gelernt →Moralitätsprinzip
  • Topografie Freud Unbewusstes ES reagiert sehr viel unbewusst Vorwiegend verdrängte Gedanken und Gefühle Verdrängen kann zu innerpsychologischen Konflikten (auch psychische Erkrankungen) Vorbewusstes nicht aktiv aus dem Bewusstsein ausgeschlussen, also im Prinzip zugänglich Bewusstes Wahrnehmung und Denken sind direkt zugängliche Vorgänge
  • Methoden Freud Hypnose Traumdeutung Freie Assoziation
  • Neo-Analytiker Erik H. Erikson Unterschiede zu Freud: Entwicklung über gesamte Lebenspanne Erikson sieht zentrale Impulse für die Entwicklung nicht alleine in der Verschiebung erogener Zonen, sondern auch in Veränderungen der sozialen Bezüge
  • 8-Phasen-Modell von Erikson Jede Phase hat eine spezielle Entwicklungsaufgabe, die bewältigt werden muss. Wird als krisenhaft erlebt, weil der Mensch zwischen zwei Polen seine Position (Identität) finden muss. Wie die Aufgaben gelöst wird beeinflusst alle weiteren Phasen Ungelöste Konflikte werden in spätere Phasen mitgeschleppt
  • 8 Phasen Modell nach Erikson genau 1. Urvertrauen vs. Urmisstrauen (1. Lebensjahr)  2. Autonomie vs. Scham und Zweifel (2.-3. Lebensjahr) 3. Initiative vs. Schuldgefühl (4.-5. Lebensjahr) 4. Werksinn vs. Minderwertigkeitsgefühl (6. Lebensjahr bis Pubertät) 5. Identität vs. Identitätsdiffusion (Adoleszenz) 6. Intimität und Solidarität vs. Isolierung (junge Erwachsene) 7. Generativität vs. Selbstabsorption (mittlere Erwachsene) 8. Integration vs. Verzweiflung (ältere Erwachsene) 
  • Bhurrus F. Skinner Fakten • Nur beobachtbares Verhalten ist von Interesse. • Verhalten wird gelernt • Verstärkung (Belohnung) erhöht die Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens; Bestrafung verringert sie. → Klassische und operante Konditionierung
  • Albert Bandura erweitert das Modell um das soziale Umfeld Verstärkung erhöht die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Verhalten gezeigt wird Prinzip der „stellvertretenden Verstärkung“ macht deutlich, dass es auch Lernen ohne Versuch gibt → Modelllernen/ Imitation Kognitive Faktoren wie Aufmerksamkeit sowie Motivation spielen eine Rolle  (bei klassischen Lerntheorien ausgeblendet) "abstrakten Modellierung“: Fähigkeit, aus der Beobachtung einer Reihe spezifischer Verhaltensweisen allgemeine Regeln zu abstrahieren (z.B. beim Spracherwerb) →wechselseitige Beeinflussung zwischen dem Kind und seiner Umwelt
  • Bedeutung der Lerntheorien bis heute: Rolle von Verstärkern/Verstärkersystemen im pädagogischen und therapeutischen Kontext Verhaltenstherapie (VT) Bedeutung des Lernens am Modell (z.B. Familie)
  • Humanistische Theorien Grundannahmen • Grenzen sich ab von Lerntheorien und Psychodynamik, da sie „demMenschen nicht gerecht werden“ (Mensch wird sehr maschinell dargestellt) Mensch ist Sinn- und Ziel-orientiert Individuum entwickelt sich in Richtung zunehmender Autonomie Suche nach Selbstverwirklichung und Ganzheit im Erleben Motor der Entwicklung ist das Streben der Selbstverwirklichung
  • Charlotte Bühler wos hots gmocht Fokus auf Autonomieentwicklung des Individuums in seinen  sozialen Bezügen Grundtendenzen aller menschlichen Strebungen „Allen Menschen gemeinsam ist eine Tendenz zur Bedürfnisbefriedigung, eine zur Selbstbeschränkung in Anpassung an die Umwelt, eine zur schöpferischen Expansion und schließlich eine zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung.“
  • Methoden von Charlotte Bühler Beobachtung und Erforschung des Verhaltens von Kindern in alltäglichen Situationen Untersuchung von Tagebüchern Jugendlicher Testreihen zur Feststellung des Entwicklungsquotienten von Kinde
  • Carl Rogers Meinte: Entwicklungsmotor ist der Drang zur Selbstentwicklung Kein Determinismus (durch Triebe oder Umstände) Entwicklung ist gerichtet auf einen „besseren“ Zustand; Veränderung istqualitativ und quantitativ; lebenslanger Prozess Entwicklung setzt die Bereitschaft des Individuums zu Veränderungen voraus; sie kann nicht aufgezwungen werden
  • Bedingungen für eine gute Entwicklung Rogers Selbstakzeptanz Offenheit, d.h. Akzeptanz der Welt („Die Tatsachen sind freundlich“, Rogers, 1961) Sich-akzeptiert fühlen: hilfreiche, unterstützende Beziehungen; nicht wertendes, einfühlendes Verstehen; Authentizität
  • Kontextualistische Ansätze Grundannahmen Jeder Mensch entwickelt sich in einem sozialen Kontext Wer Entwicklung verstehen will, muss diese Kontextbedingungen berücksichtigen und analysieren Untersuchungseinheit ist nicht das Kind, sondern das Kind im sozialen Umfeld
  • Lev Vygotski kulturhistorische Schule der russischen Psychologie • Die soziale Interaktion bestimmt die Kognition.• Alle intramentalen Prozesse leiten sich aus einem intermentalen Austausch mitanderen Personen ab.Beispiel: Sprache als kulturelles Werkzeug, das internalisiert zum Denken wird• Kulturelle/ mentale Werkzeuge: z.B. Sprache, Zeichen, Symbole
  • Entwicklungsmotoren bei Vygotski • Intersubjektivität und Kommunikation • Soziales Referenzieren: In unvertrauten Situationen Anleitung bei Bezugspersonen suchen • Soziale Unterstützung: Erwachsene stellen unterstützenden Rahmen bereit (à Scaffolding)
  • Uri Bronfenbrenner – ökologischer Ansatz Kontextbedingungen spielen eine große Rolle. Wie das Individuum den Kontext wahrnimmt ist hierbei entscheidend (nicht objektive Lebensraumbedingungen, sondern subjektive Repräsentation durch Individuum) Fordert das entwicklungspsychologische Forschung „ökologisch“ valide ist (Feldforschung, im natürlichen Umfeld) Fordert auch sozialpolitisches Engagement von EntwicklungspsychologInnen
  • Theorien der kognitiven Entwicklung J. Piaget Informationsverarbeitungsansatz Informationsverarbeitungsansätze Domänenspezifische Ansätze Statistical learning / machine learning Ansätze
  • • J. Piaget Theorie der "genetischen Epistemologie" (Entwicklung des Erkennens) basierend auf Beobachtung von Kindern verschiedenen Alters – kleine Stichproben Vorstellung von der Entwicklung des Denkens in aktiver Auseinandersetzung mit der Umwelt→intrinsische Neugier des Kindes als Entwicklungsmotor →Wissenserwerb als aktiver, erfahrungsgetriebener Konstruktionsprozess Bereichsübergreifende Stadientheorie
  • Stadien der kognitiven Entwicklung Piaget Erwerb symbolischen Denkens Erwerb flexiblen Denkens Beginn logischer mentaler Operationen Erwerb abstrakten Denkens
  • Entwicklungsprozesse Piaget Assimilation • Information aus der Umwelt wird an die eigenen Verständnis- voraussetzungen angepasst Akkomodation: • Wissensstrukturen (Schemata) werden an neue Erfahrungen angepasst Äquilibration • Dialektisches Wechselspiel von Assimilation und Akkomodation mit dem Ziel, ein stabiles Verständnisniveau zu erreichen Nach Piaget hat das Kind eine angeborene Tendenz, auf seine Umwelt zu reagieren (→ Adaption) und einen Gleichgewichtszustand (→ Aquilibrium) zwischen seiner kognitiven Organisation und den Umwelterfahrungen herzustellen
  • Kritik an Piagets Theorie wenig empirische Bestätigung des Stadienkonzepts, geringe Konsistenz über Wissensdomänen hinweg Frühe Kompetenzen werden unterschätzt (sprachabhängige Aufgaben); bei Bildaufgaben etc. wären Aufgaben lösbar gewesen Soziale und kulturellen Komponenten wenig berücksichtigt (universeller Ansatz) Wenig Verständnis über kognitive Prozesse und Mechanismen
  • Gehirn-Computer-Analogie Denken als Informationsverarbeitung Input → Datenverarbeitung → Output (= Verhalten) • Kognitive Entwicklung als kontinuierliche vorwiegend quantitative Veränderungen (größere Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit, größere Speicherkapazitäten) • Analyse von Prozessen und Denk-Strategien •Fokus auf Lernen, Gedächtnis, Problemlösen • Kritik: starke Vereinfachung, Computeranalogie nicht plausibel
  • Predictive Processing Grundannahmen Das Gehirn konstruiert aus fehler- und lückenhaften Sinneseindrücken Modelle der Umgebung und des Organismus Diese internen Modelle werden genutzt, um Vorhersagen zu treffen, die ständig mit der Realität verglichen werden (angepasst, verbessert, etc.) Kommt es zu einem Vorhersagefehler, wird entweder das interne Modell angepasst (perceptual inference), oder die Umwelt an das Modell angepast (active inference) Entwicklungsmotor ist die ständige Optimierung der internen Modelle, um möglichst präzise Vorhersagen zu machen, und Vorhersagefehler langfristig zu minimieren
  • Kernwissenstheorien Fokus auf Domänen von evolutionärer Bedeutung (z.B. soziales Wissen, numerisches Wissen, physikalisches Wissen) Nativismus: Kinder haben angeborene kognitive Fähigkeiten als Produkt evolutionärer Prozesse (→ Phylogenese) Das Kind startet mit angeborenem Kernwissen, reichert um diesen Kern das Wissen ständig an Kindliche Wissenssysteme unterscheiden sich nicht qualitativ von den erwachsenen; quantitativer Zuwachs
  • Wofür braucht man (Entwicklungs-)Psychologie als Wissenschaft? Beschreibung und Erklärung von menschlichem Verhalten, anhand objektiv überprüfbarer Aussagen, die möglichst verallgemeinerbar sind.
  • Tagebuch-Studien Berichte in Form anekdotischer Tagebücher • detaillierte Beschreibungen der ersten Lebensjahre einzelner Kinder, teilweise durch die Eltern
  • Limitationen von Tagebuch-Studien Beobachtung einzelner Kinder Frage der Generalisierbarkeit: Trifft das auch auf andere Kinder zu? à größere Stichproben erforderlich • Eltern beobachten eigene Kinder Frage der Objektivität: Würden andere Beobachter das gleiche berichten? à mehrere unabhängige Beobachter nötig • Beobachtung im Alltag Frage der Kontrollierbarkeit: Werden alle relevanten Faktoren beachtet? à Durchführung kontrollierter Experimente
  • repräsentativen Stichprobe = Stichprobe, die in ihrer Zusammensetzung der Population entspricht, der sie entnommen wurde
  • Bayley Scales of Infant and Toddler Development, Third Edition (Bayley III): Erfassungsbereiche: Testgütekriterien: Erfassungsbereiche: • Test: Kognitive Entwicklung, Sprache (rezeptiv und expressiv), Motorik (Grobmotorik, Feinmotorik) • Fragebögen (Eltern): Sozial-emotionale Entwicklung und Alltagsverhalten Testgütekriterien: • Objektivität: Durchführung, Auswertung und Interpretation sind objektiv • Reliabilität: Retest-Reliabilitäten je nach Alter und Skala zwischen .70 und .94 • Validität: Inhaltsvalidität und Konstruktvalidität sind gegeben; zahlreiche Studien zur Validierung (Außenkriterien, klinische Gruppen)
  • Kaufman Assessment Battery for Children (K-ABC): à Mehrdimensionaler Leistungstest mit mehreren Subskalen à Messung von Intelligenz und Erfassung kognitiver Stärken und Schwächen
  • Sprachentwicklungstest für Kinder (SETK) à Standardisierte Messung der Sprachkompetenzen im Vorschulalter à Sprachproduktion und Sprachverstehen
  • Beispiel für ein Verhaltensexperiment mit 2-6 Monate alten Babys: Rovee-Collier (1999) 1. Baseline: Baby hat Schnur am Bein, die mit einem Haken am Bett verbunden ist 2. Lernphase: Schnur ist mit einem Mobile verbunden – Baby kann Mobile über Beinbewegungen in Bewegung versetzen 3. Testphase: Schnur ist wieder mit dem Bett verbunden → Babys strampeln mehr in der Testphase im Vergleich zur Baseline Interpretation: Babys lernen, dass sie durch Strampeln das Mobile in Bewegung versetzen können
  • Head-turn Preference Paradigma Beim sogenannten Head-turn Preference Paradigm (HPP) wird gemessen, wie lange ein Kind seinen Kopf in Richtung eines akustischen Reizes dreht, also z.B. einem bestimmten Wort oder Satz seine Aufmerksamkeit schenkt.
  • Saugpräferenzparadigma z.B. Mehler et al., 1988 • Babys wird die eigene Muttersprache vorgespielt während ihre Saugrate aufgezeichnet wird • Sobald die Saugrate abnimmt, wird eine andere Sprache eingespielt → Zunahme der Saugrate, wenn Babys eine Präferenz haben
  • Violation-of-Expectation Paradigma (VoE) • Präsentation einer Szene, bei der das entscheidende Ereignis von einem Wandschirm verdeckt wird. • Habituation oder Familiarisierung* an diese Szene fuhrt ̈ zu Erwartungsaufbau → Was passiert hinter Wandschirm? • Darbietung zweier Testszenen ohne Wandschirm: (1) konsistent mit Erwartung (2) inkonsistent mit Erwartung → höhere Blickzeiten bei Erwartungsverletzung
  • * Der Unterschied zwischen Habituation und Familiarisierung ist, dass das Kind bei der Familiarisierung kein Habituationskriterium erfüllen muss (z.B. 3 Sek nicht mehr hinschauen).
  • EEG: Praktische Aspekte +und - Vorteile : • Keine Verhaltensantwort nötig, Kind kann passiv Stimuli anschauen oder hören • Direkte Aufzeichnung von Gehirnaktivität in Echtzeit Nachteile • Kind muss still sitzen • Schlechte räumliche Zuordnung der Gehirnaktivität