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Standortpolitik II (Subject) / Alles (Lesson)
Zum Fach Standortpolitik II an der HAW Hamburg
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- Anlässe der Standortwahl/-entscheidung Anlässe der Standortwahl/-entscheidung • Neuerrichtung • Verlagerung • Standortschrumpfung • Standortausdehnung • Standortschließung
- Standortfaktoren nach Behrens - Beschaffung bzw Beschaffungsorientierte Standortfaktoren (z.B. RHB-Stoffe u. Arbeitskräfte) - Absatz (z.B. Absatzpotenzial u. Kontakte zu den Abnehmern / Marktnähe) - Staatlich beeinflusste Standortfaktoren (z.B Subventionen und Rechtssicherheit) - Fertigung (z.B. Natürliche Gegebenheiten; Technische u. logistische Gegebenheiten) - Umweltbezogene Standortfaktoren (z.B Vorgaben zu Landschafts-, Lärm- und Gewässerschutz u. öffentliche Meinung) - Clusterbildung (Zusammenspiel von Know-how-Trägern im Bereich Technologie und Dienstleistung)Merkformel: B-A-S-F-U-C
- Definition Standort (Thommen et al., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Kap. 2) Definition Standort: „Unter dem Standort des Unternehmens versteht man den geografischen Ort, an dem dieses seine Produktionsfaktoreneinsetzt.“ (Thommen et al., Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Kap. 2)
- Drei Obergruppen der Standortfaktorensystematik nach Kinkel (2009) mit je zwei Beispielen für qualitative und quantitative Faktoren 1) Produktionsfaktoren (Input) Qualitativ: Politisch-Rechtliche Standortfaktoren; InfrastrukturQuantitativ: Produktionsfaktorkosten; Abgaben u. Incentives 2) Marktfaktoren Qualitativ: Marktattraktivität; Konkurrenzsitutation Quantitativ: Absatzpotenzial; Handelshemmnisse3) Performancefaktoren (Output) Qualitativ: Innovationsfähigkeit; Produktqualität Quantitativ: Durchlaufzeiten; Prozessqualität + 4) Netzwerkbedarf
- Nenne je zwei Beispiele für Produktionsfaktoren (Input) nach Kinkel (qualitativ und quantitativ) Produktionsfaktoren (Input) Qualitativ: - Produktionsfaktorqualität - Politisch-Rechtliche Standortfaktoren- Infrastruktur- Geospezifik - Soziokultur Quantitativ: - Produktionsfaktorkosten- Produktionsfaktorverfügbarkeit - Abgaben und Incentives - Auflagen und Verfahren - Gesamtwirtschaftliche Indikatoren
- Nenne je zwei Beispiele für Marktfaktoren nach Kinkel (qualitativ und quantitativ) Alle Marktfaktoren nach Kinkel:Qualitativ: - Marktattraktivität; - Konkurrenzsitutation Quantitativ: -Absatzpotenzial-Handelshemmnisse
- Nenne je zwei Beispiele für Performancefaktoren (Output) nach Kinkel (qualitativ und quantitativ) Performancefaktoren (Output) Qualitativ: - Innovationsfähigkeit- Produktqualität - Flexibilität bei der Produktanpassung Quantitativ: - Durchlaufzeiten- Prozessqualität - Produktivität / Herstellkosten
- Netzwerkbedarf nach Kinkel 1) Bedarf an Kooperationen und Netzwerken am jeweiligen Standort (in den Bereichen Produktion, Beschafftung, Marketing, Vertrieb, F und E, Weiterbildung, Standortentwicklung) 2) Unausgeschöpfte potentiale vorhandener Netzwerke <-> Kosten für den Netzwerkaufbau
- Phasen des Standortmanagement-Prozesses 1) Situationsanalyse (Unternehmen, Umwelt) <--> Standortcontrolling 2) Standoirtprobleme <--> Stantortstrategien 3) Standortplanung (Standortsuche, Standortbeurteilung) 4) Standortentscheidung 5) Durchführung der Standortentscheidung -> zurück zu 1
- 4 Phasen des mehrstufigen Entscheidungsprozesses der Standortwahl 1) Strategieprüfung (Definition der strategischen Rolle des Standorts; Prüfung Passfähigkeit von Wettbewerbs- und Standortstrategie; Strategische Ziele: Kostenreduktion, Markterschließung etc.) 2) Vorauswahl (Definition von Musskriterien, Checklisten; 3-5 Kandidaten) 3) Detaillierte Standortbewertung (Detaillierte Vergleichsrechnung mit quant. u. qual. Verfahren; Besuche vor Ort; Kontakte mit Behörden, austauch mit Ansässigen Unternehmen; Ergebnis: Eindeutige Rangfolge) 4) Umsetzung der Standortentscheidung
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- 7 zentrale Fehler bei kostenorientierten Standortentscheidungen 1) Mangelnde Stimmigkeit von Strategien und Bewertungskriterien 2) Keine adäquate Berücksichtigung internen Optimierungspotenziale 3) Keine Bewerung des Netzwerkbedarfs 4) Statische statt dynmaische Standortbewertung 5) Analysen des Stellenwerts einzelner Standortfaktoren für das Gesamtergebnis nicht angelegt6) Anlaufzeiten zur Sicherung der notwenigen Prozesssicherheit, Qualität und Produktivität unterschätzt 7) Kosten für die Betreuung, Koordination und Kontrolle des ausländischen Standorts nicht richtig abgeschätzt und zugewiesen
- Emotionalen Einflussfaktoren der Standortwahl Beispielsweise:- Entscheidungskultur im Unternehmen - Erfahrungen mit Standfragen - Imitationsverhalten - Persönliche Motive - Managementerfahrungen - Machtverteilung im Unternehmen
- Rationale Einflussfaktoren im Prozess der Standortwahlentscheidung Beispielsweise: - Unternehmensinterne Probleme - Unternehmensstruktur - Gesamtstrategie - Geschäftslogik- Standortanforderungen - Objektiv messbare Standortfaktoren - Entscheidungsmechanismus (Regeln, Verfahren)
- Prozess der Standortwahl 1) Auslöser 2) Agenda-Setting 3) Def. Ziele / Strategie 4) Def. Standortkriterien 5) Standortsuche 6) Standortbewerung 7) Standortentscheidung Jedem Prozesschritt können eigene emotionale und rationale Einflussfaktoren zugeteilt werden.
- Qualitative Verfahren zur Standortbewertung - Checklisten - Nutzwertanalyse (NWA) - Country-Rating
- Quantitative Verfahren zur Standortbewertung - Statische Investitionsrechnung Kostenvergleichsrechnung Rentabilitätsrechnung Amotisationsrechnung - Dynamische Investitionsrechnung Kapitalwertmethode Annulitätenmethode Interne-Zinssatz-Methode
- Probleme mit Verfahren der Standortbewertung - Strategiebezug unterbelichtet - Lernen aus Erfahrungen in der Vergangenheit unzureichend - Optimierungspotenziale an bisherigen Standorten ausgeblendet - Netzwerkperspektive vernachlässigt - Dynamik der Faktoren und Kriterien unangemessen berücksichtigt - Auslegung auf einmalige Entscheidungsprozesse
- Was ist eine Nutzwertanalyse? Was sind seine Vor- und Nachteile? (nicht das Vorgehen beschreiben) Die NWA ist ein qualitatives Verfahren. + Scoring-Modell + Strukturierung des Entscheidungsproblems möglich + Qualitative und quantitative Faktoren können berücksichtigt werden - Problem: Scheinobjektivität
- Beschreibe das Vorgehen der Nutzwertanalyse (NWA) 1) Organisation des Arbeitsumfelds 2) Benennung des Entscheidungsproblems 3) Auswahl der Entscheidungsalternativen 4) Sammlung von Entscheidungskriterien 5) Gewichtung der Entscheidungskriterien 6) Bewertung der Entscheidungskriterien 7) Nutzwertberechnung 8) Dokumentation des ErgebnissesIm Ergebnis wird eine Tabelle gebildet, die Punkte und Gewichtungen der einzelnen Kriterien abbildet.
- Was sind Country Ratings? • In der Regel Scoring-Modelle • Analyse von Länder-Risiko-Faktoren bzw. -Indikatoren auf der Basis von Expertenbefragungen • Bsp: BERI-Index (Business Environment Risk Intelligence)
- Was ist eine Historieninventur? Wie wird bei der HI vorgegangen? Die Historieninventur ist ein Instrument des Wissensmanagement zur Standortbewertung. - Klären des Zusammenhangs von Standortentscheidung und Unternehmensstrategie - Zusammentragen relevanter Erfahrungen und Aspekte - Verarbeitung der entsprechenden Erkenntnisse
- Welches sind die drei Frageblöcke der Historieninventur? 1) Bilanzierung der bisherigen Auslandsengagements 2) Aufarbeitung und Reflexionen der Standortentscheidung3) Rückblickende Bewertung der Standortentscheidungen
- Nenne zwei Stärken der Historieninventur 1) Reduktion des Risikos Fehlentscheidungen oder Fehler im Entscheidungsprozess zu wiederholen 2) Nutzung des im Unternehmen vorhandenen Wissens Es muss nichts neu erfunden werden Die Entscheidungsmechanismen des Unternehmens finden Anwendung – die Entscheidung passt zum Unternehmen, weil sie aus dem Wissen des Unternehmens kommt. 3) Entscheidungsprozess kann nachvollzogen und wiederholt werden 4) Ziele und Strategien finden Eingang in den Entscheidungsprozess.
- Nenne zwei Schwächen der Historieninventur • Bedeutung eines funktionierenden Wissensmanagements für die Methode• Große Bedeutung einzelner Mitarbeiter für die Methode– Teilweise Verzerrung oder ungenügende Informationen über vergangene Entscheidungen durch ausgeschiedene Mitarbeiter• Zeitaufwand ist hoch• Abhängig von Unterstützung durch die Führungsebene– Mitarbeiter müssen verpflichtet werden ihre Informationen weiterzugeben• Entscheidungen die lange in der Vergangenheit liegen können u.U. nicht berücksichtigt werden.
- Was ist die Location Control Scorecard? Es handelt sich um eine modifizierte Variante der BSC zum strategischen Standortcontrolling. • Idee: Übertragung der BSC auf Standortentscheidungen und deren Umsetzung zur ganzheitlich-integrierten Steuerung der wesentlichen Aspekte (Location Control Scorecard) • Ansatz:– Definition zentraler Dimensionen („Perspektiven“) und entsprechende Definition von Zielen, Kennzahlen und Maßnahmen– „strategy map“ zur Veranschaulichung der Kausalbeziehungen – Erfolgskontrolle auf dieser Basis
- Welche fünf Perspektiven gibt es in der Location Control Scorecard? 1) Finanzielle PerspektiveStrategieziel, Finanzkennzahl, Ist-Wert, Kritische Grenze, Zielwert, Maßnahmen 2) Performance-Perspektive Strategieziel, Performance-Faktor, Ist-Wert, Kritische Grenze, Zielwert, Maßnahmen 3) Interne Potenziale und Netzwerkpotenziale Strategieziel, Potenzialfaktor, Ist-Wert, Kritische Grenze, Zielwert, Maßnahmen 4) Umfeldperspektive Strategieziel, Umfeldfaktor, Ist-Wert, Kritische Grenze, Zielwert, Maßnahmen 5) Marktperspektive Strategieziel, Marktfaktor, Ist-Wert, Kritische Grenze, Zielwert, MaßnahmenIn der Mitte steht die Unternehmens- und Internationalisieurngsstrategie, die auf alle Perspektiven wirkt.
- Nenne zwei Stärken der Location Control Scorecard Stärken• keine einseitige Fokussierung auf finanzielle Kennzahlen durch die Möglichkeit zur Berücksichtigung qualitativer Faktoren • schafft Klarheit und Transparenz (schon im Prozess der Einführung); Strategie = everyone’s everyday job • im Prozess der Erstellung werden wichtige strategische Erkenntnisse gewonnen. • Konzentration auf ca. 15 strategierelevante Ziele – kein „Zahlenfriedhof“ – die durch entsprechende Kennzahlen gemessen werden • Reihenfolge Strategie ?-> Kennzahl ?.> Maßnahme -> ermöglicht stringente Verknüpfung zwischen strategischen Zielen und operativer Maßnahmenebene • Idealfall: Jeder Mitarbeiter weiß wie und wann er durch seine konkreten Aktionen die Umsetzung der Unternehmensstrategie fördern kann
- Nenne zwei Schwächen der Location Control Scorecard • Strategieformulierung und Formulierung der Ziele müssen sehr eindeutig sein– Entstehen hier Fehler oder gibt es kein gemeinsames Strategie- und/oder Zielverständnis im Management wirkt das Instrument u. U. nicht, oder ist fehlerhaft und deshalb nicht aussagekräftig • Internationalisierungs- und Unternehmensstrategie müssen abgestimmt sein • Nur Top-Down Einführung und Nutzung möglich ? starke Abhängigkeit vom Top-Management • Durch die Quantifizierung von Ursache-Wirkungsketten entstehen„Scheinrationalitäten“Zielwerte können unrealistisch seinAufwändig (kosten- und zeitintensiv) in der Einführung und Nutzung