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Organisationspsychologir (Subject) / 16 Thema 4 Personalauswahl (Lesson)

1. Biografieorientierte Verfahren

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  • biografisches Interview 1. Biografieorientierte Verfahren I. BewerbungsunterlagenII. ArbeitszeugnisseIII. Biografischer FragebogenIV. Traditionelle EinstellungsinterviewsV. Multimodales Interview (MMI)VI. (Referenzen)
  • I. Bewerbungsunterlagen Auswertungsaspekte bei der Begutachtung der Bewerbungsunterlagen: Formale Aspekte Vollständigkeit, Übersichtlichkeit  Stil der Ansprache und Selbstdarstellung  Bewerbungsmotivation  Erforderliche Ausbildung / Spezialkenntnisse  Schulnoten / Studienleistungen  Ergänzende anforderungsspezifischen Aspekte Mobilität, Berufserfahrung  Übereinstimmung von Lebenslauf und Belegen  Bisherige Tätigkeiten, erreichte Position  Plausibilität früherer Stellenwechsel  Gewichtung durch Praktiker erfolgt oft intuitiv, widersprüchlich und wenig transparent (d.h. nicht systematisches Vorgehen  sehr fehleranfällig) Gewichtung der Bestandteile von Bewerbungsunterlagen  Es fließen Faktoren in die Bewertung mit ein (z.B. Geschlecht), die nicht relevant sind für die Arbeitsleistung  Problem: Angabe, welche Informationen ich nutze muss nicht den automatisiertem Vorgehen in der Praxis entsprechen
  • II. Arbeitszeugnisse Rechtliches:  Zeugniswahrheit und Vollständigkeit Tätigkeitsbeschreibung Arbeitsbeurteilung Sozialverhalten Persönlichkeitsmerkmale  Wohlwollen  Individualität Keine Schablonen!  Schriftlichkeit  Probleme: Unsicherheit beim Verfassen und Deuten Mildetendenzen Bessere Bewertung als das was Person wirklich geleistet hat Im Durchschnitt entsprechen Arbeitszeugnisse einer Note 2  Verwendung von Codes umstritten – Beispiele: „Hat alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt“ – Ein Bürokrat ohne Eigeniniative „Galt im Kollegenkreis als toleranter Mitarbeiter“ – Für Vorgesetzte ein schwerer Brocken „Bemühte sich, den Anforderungen gerecht zu werden“ – Hat versagt
  • III. Biografische Fragebogen  Verfahrensklasse (?) Standardisierte Erfassung  Items weisen Vergangenheitsbezug auf  Meist atheoretische, empiristische (vs. rationale) Konstruktion Nicht rational überlegt welche Anforderung die Stelle xy hat und danach fragen Sondern alle Themen die irgendwie im Bezug mit dem Job stehen werden gefragt „Gingen Sie als Jugendlicher gerne auf Partys?“  Kaum über Berufsfelder verallgemeinerbar  Keine Konstruktvalidität (d.h. es werden nicht wirklich Eignungsrelevante Informationen abgefragt) Kriteriumsvalidität schon (d.h. es wird der Berufserfolg dadurch dennoch gut vorhergesagt) Kein übliches Verfahren
  • IV. Traditionelle Einstellungsinterviews Funktionen  Vorhersage des beruflichen Erfolgs „Bewährungswahrscheinlichkeit“ „Passung“ zum Unternehmen  Informationen über Unternehmen, Arbeitstätigkeit, Arbeitsplatz und Arbeitsanforderungen für den Bewerber  Kennenlernen der Erwartungen der Bewerberin  Persönliches Kennenlernen Kontaktaufbau Sympathie Identifikation  Informationen über den Arbeitsmarkt gewinnen  „Verkaufen“ des Unternehmens  Vereinbaren von Bedingungen Gehalt Starttermin Ursachen der geringen Validität konventioneller Interviews (Vgl. Abb. = .20)    Berücksichtigung irrelevanter Informationen       Erster Eindruck dominiert das Urteil    Erster Eindruck beeinflusst Gesprächsverlauf      Welche Fragen im weiteren Verlauf gestellt werden     Überbewertung negativer Informationen      Z.B. die Nicht-­‐Beherrschung einer Software wird überbewertet      Tendenz zu Globalurteilen („halo-­‐Effekt“)     Kein differenziertes Urteil bzgl. Verschiedener Dimensionen    Z.B. War in Oxford àà muss in jeglichem Bereich top sein      Emotionale Einflüsse     Attraktivität     Ähnlichkeit     Stress beim Interview     Vermindert Verarbeitunskapazität             Führt zu Vielreden des Interviewers VerbesserungsmöglichkeitenAnforderungsbezogene Gestaltung       Strukturierung bzw. (Teil-­‐)Standardisierung      Gleiche Wortwahl, Reihenfolge der Themen      Besser Teilstrukturierung: Gleiche Fragen, aber nicht so starr „abarbeiten“       Beschränkung auf Notwendiges      Was nicht anders erfasst werden kann       Bessere Fragen      Verankerte Skala  Nicht freies Urteil, sondern Skala 1-­‐6 inkl. Anker, was Notenstufen entspricht      Rationale/empirische Konstruktion und empirische Prüfung      Bsp.: biographische bzw. situative Fragen (s.u.)       Trennung von Information und Entscheidung       Vorbereitung der Interviewer (Training)       Evtl. mehrere Interviewer      V.a. wenn unstrukturiert    Die wichtigsten Beiträge zur Validität leisten Anforderungsbezug und Strukturierung! Stimmung, Strukturierung und Einstellungsempfehlung    Studie: 105 Bewerbungsgespräche von 50 Interviewern     Low IS = geringe Strukturierung     High IS = starke Strukturierung     Negative Mood = Wie schlecht war die Stimmung des Personalers? (sehr schlecht, mittel, wenig schlecht)     Hiring Reccommendation = Einstellungsempfehlung     Ergebnis:     Eine schlechte Stimmung führt zu weniger Einstellungsempfehlungen      Stimmungseinfluss!     Strukturierung kann diesen Effekt abdämpfen! (Moderator!)     Aber: Strukturierung mindert Effekte positiver Stimmung nicht      D.h. bei positiver Stimmung immer noch am meisten Einstellungsempfehlung   Beispiel: Biografiebezogene Frage                                                          Situative Frage mit verankerter Skala         
  • V. Multimodale Interviews (MMI)  Kombination mehrerer Ansätze der Eignungsdiagnostik  Kombination mehrerer Fragetypen  Freie und standardisierte Komponenten  Mittlere bis hohe Validität .30 < r < .50 (mehr als bei konventionellen Einstellungsgesprächen)  Original mit 8 Bestandteilen: 1. Gesprächsbeginna. Informelle Unterhalten (warm-­‐up)b. Information über Ablaufc. Keine Beurteilung 2. Selbstvorstellunga. Standardisierte Beurteilung formaler (z.B. Ausdruck) wie inhaltlicher Aspekte (Einstellung zur Arbeit) 3. Berufsinteressen und Berufswahla. Standardisierte Fragen mit Verhaltensankern 4. Freier Gesprächsteila. Individuelle Fragenb. Freies Urteil 5. Biographiebezogene Fragena. Entsprechend Anforderungen standardisierte Fragen mit Verhaltensankern 6. Realistische Tätigkeitsinformationa. Darstellung auch von negativen Aspekten 7. Situative Fragena. Entsprechend Anforderungen standardisierte Fragen mit Verhaltensankern 8. Fragen des Bewerbers, Gesprächsschlussa. Keine Beurteilung
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