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Schulgeschichte (Subject) / Zitate mit zeitlicher Zuordnung (Lesson)

Für Schulgeschichte Uni Halle (Lehramt) , werden verschiedene Zitate zur Verfügung gestellt, die zeitlich zugeordnet werden muss.

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  • "Im Mittelpunkt aller besonderen Arten der Tätigkeit nämlich steht der Mensch, der ohne all, auf irgend etwas Einzelnes gerichtete Absicht, nur die Kräfte seiner Natur stärken und erhöhen, seinem Wesen Wert und Dauer schaffen will. (...) Die letzte Aufgabe unseres Dasein: dem Begriff der Menschheit in unserer Person, sowohl während der Zeit unseres Lebens, als auch noch über dasselbe hinaus, durch die Spuren des lebendigen Wirkens, die wir zurücklassen, einen so großen Inhalt, als möglich, zu verschaffen, diese Aufgabe lässt sich allein durch die Verknüpfung unseres Ichs mit der Welt zu der allgemeinsten, regesten und freiesten Wechselwirkung." zeitliche Zuordnung: Neuhumanismus   Zitat von Wilhelm von Humboldt
  • "Die deutsche Gesellschaft wurde im 19. Jahrhundert zu einer Schulgesellschaft; das Schicksal des einzelnen hing von seinem Schicksal ab, das bewegte die Familien. Und der Staat war ein Schulstaat geworden. Die Schule war so ein wesentlicher Teil der politisch-sozialen wie kulturell-moralischen Ordnung. Die Grundordnung der Schule hatte Verfassungsrang, die politischen Konflikte der Zeit schlugen sich auch schulpolitisch nieder; Schulpolitik wurden ein Normalbestand der Politik. zeitliche Zuordnung: Neuhumanismus Zitat von: Thomas Nipperdey 1991
  • "Leipzig um 1889: Später kam endloses Latein, noch später sehr viel Griechisch. [...] Wir schrieben griechische Arbeiten in Übersetzung deutscher Vorlagen ohne Wörterbuch - was wirklich eine besondere Vergeudung des Griechischen und des Deutschen zugleich war, da wir für solche Arbeiten gar nicht das Zeug hatten und keiner sie auch nur halbwegs fehlerfrei zustande brachte - und konnten im Grunde den Homer nicht lesen. Wir lernten aus dem bellum gallicum die Konstruktion der Brücke die Cäsar für seine Legionen über den Rhein schlagen ließ und wußten jede Strebe und jede Bindung zu bennen, aber wir wußten nicht, wie nach der Verfassung die Konstrukte des Deutschen Reiches aussah [...] Die geschichtlichen und politischen Grundlagen unseres Lebens blieben uns völlig unbekannt. Dies alles war jedoch keineswegs die Schuld der Lehrer; es lag in der Zeit und ich kannte kein Gymnasium, wo es wesentlich anders gewesen wäre." zeitliche Zuordnung: Neuhumanismus Zitat: Rudolg Bindin (erinnerung eines Gymnasialschülers in Leipzig (um 1880)
  • "Es erfüllt uns schon mit Befriedigung, wenn wir hören, daß der Lehrer auf irgend eine Weise den Kulturfortschritt in der Gemeinde fördert [...] Recht zu loben ist, wenn er im Dienste der Aufklärung arbeitet und gegen Wahn und Aberglaube kämpft, oder im Dienste der Kunst und der Geschmacksveredlung, indem er Lesevereine gründet und [...] mit den Bauern an Winterabenden die Gedichte und Dramen unserer großen Dichter mit verteilten Rollen liest. [...] Daß besonders von den Volksschullehrern die Pflege des vaterländischen Sinnes, die Treue zu Kaiser und Reich erwartet wird, ist selbstverständlich. [...] In einigen Teilen Deutschlands soll dem Wirken des einfachen Lehrers noch ein anderer Sehen folgen, die Stärkung des Deutschtums durch die Einführung oder Erhaltung der deutschen Sprache. Es ist ein durch die Erfolge genugsam erhärteter Grundsatz, dass lange verloren gewesene Stämme dem deutschen Vaterlande durch nichts so sicher wieder gewonnen werden, als durch die einfache Volksschule und das treue Walten der Lehrer. [...] zeitlich Einordnung: Neuhumanismus Zitat von Konrad Fischer
  • "Freie Kinder zu schaffen, wird die vornehmste Aufgabe dieses Jahrhunderts sein. Ihr Sklaventum ist schrecklich und schwer; es beginnt, noch ehe sie geboren sind, und endet damit, dass sie schließlich Erwachsene und Eltern, das heißt Unterdrücker neuer Kinder werden. Wie die Verhältnisse heute liegen, kann man ruhig sagen, dass sowohl die guten wie die schlechten Eltern, sowohl die guten wie die schlechten Schulen, Unrecht haben dem Kind gegenüber. Sie verkennen das Kind überhaupt, sie gehen von einer falschen Voraussetzung aus, von der Voraussetzung des Erwachsenen, der sich dem Kind überlegen fühlt, statt zu erkennen, dass es das Streben der größten Menschen war, dem Kinde in gewissen Augenblicken gleich und ebenbürtig zu sein. " zeitliche Einordnung:  Reformpädagogik Zitat von : Rainer Maria Rilke 1902
  • "In [...] der ersten Klasse unterrichtete ein alter Lehrer, der die fleischgewordene Güte und Nachsicht selber war [...] Der Unterricht bei ihm war oft schrecklich langweilig, besonders waren es die vier Schreibstunden der Woche, wo wir nach alten Vorschriften irgendeine schöne Weisheit ein dutzendmal oder mehr zu Papier brachten. Aller Anfang ist schwer, Wohlgeschmack bringt Bettelsack, Mit Speck fängt man Mäuse, Frische Fische, gute Fische, Predigt hören säumet nicht - diese Sprüche malten wir eintönig die Stunde hindurch. Wenn man Lust dazu hatte, ging man mit einigen fertig geschriebenen Seiten zu dem Lehrer an den Tisch, der Lehrer warf einen müden Blick darauf und setzte mit roter Tinte irgendein Zeichen darunter, das manchmal mangelhaft, manchmal zufrieden, meistens gut bedeutete. Dem Lehrer war es gleich, ob man kam oder nicht, er nahm beides mit ewig gleicher Geduld hin." zeitliche Zuordnung: Reformpädagogik Zitat von: AUgust Winning
  • "Konglomerat von Werten, Leitbildern, Vorurteilen, Forderungen, Schlagwörtern." zeitliche Zuordnung: Nationalsozialismus Zitat von: ?
  • "Einen Superlativ hat das Bildungswesen der Bundesrepublik Deutschland zweifelsfrei verdient: In der Variation seiner strukturellen Angebortsformen dürfte es weltweit einzigartig sein." zeitliche Zuordnung: deutsches Bildungssystem und der internationale Vergleich / Entwicklung der deutschen Schulsysteme nach 1945 Zitat von: Rösner 2010
  • "Dreigliedrigkeit war kein pädagogisch begründetes Programm, sondern eine Entwicklungsstrategie, mit der versucht wurde, pragmatisch an bestehende Verhältnisse anzuknüpfen und auf den sozialen Wandel und die historischen Dynamik der Schulentwicklung zu reagieren." zeitliche Zuordnung:deutsches Bildungssystem und der internationale Vergleich Zitat von: Zymek 2013
  • "Die höheren Schulen leiden zur Zeit an einer unnatürlichen Überfüllung (...) Es liegt (...) die Tatsache vor, dass Schüler in den höheren Schulen sitzen, die ungeeignet sind und sich dem Zugriff des Arbeitsamtes entziehen wollen." zeitliche Zuordnung:deutsches Bildungssystem und der internationale Vergleich / Neuzeit Zitat von: Drewek 2013
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  • "Der Unterricht der Kinder, welcher ehedem blos in Mittheilung von Kenntnissen bestand, ist durch die neuen Erzieher mehr in eine Übung und Ausbildung der Kräfte, in der Ordnung in welches sie sich selbst entwickeln, verwandelt worden. Man sucht erst das Empfindungsvermögen und den Verstand zu bilden, ehe man die Vernunft, die in ersten Lebensjahren noch schlimmert, zu wecken sich bemüht." zeitliche Zuordnung:Aufklärung Zitat von: ?
  • "Die Teutschen selbst schätzen aber zum Theil die Bemühungen ihrer Landsleute, der Jugend eine zweckmäßige Erziehung zu verschaffen, geringe und suchen sie verdächtig zu machen. Bald werden sie für bloße Spielereyen erklärt, wodurch die Jugend gegen alle anstrengenden Arbeiten abgeneigt gemacht würde; bald erwartet man davon einen völligen Rückfall in die alte Barbarey; bald besorgt man die Jugend würde dadurch von der Unterwerfung unter ihre Vorgesetzen entwöhnt; bald beschuldigt man die teutschen Erzieher, daß sie Beförderer der Empörungssucht wären." zeitliche Zuordnung:Aufklärung Zitat von: Taschenbuch zur BEförderung der Vaterlandsliebe (1801)
  • "In den Gegenden Teutschlands, wo die Grundsätze der verbesserten Erziehung bekannt sind und befolget werden, sind die Kinder befreyet von den Windeln (...) Laufzäume und Bänder und Wägen, wodurch die Kinder verhindert wurden, ihre eignen Kräfte zu gebrauchen, sind nicht mehr (...) die Bettwärmer und Federbetten sind verbannt, durch Waschen mit kaltem Wasser werden die Nerven der Kinder gestärkt [...] mit unbedeckten Köpfen, mit freyfliegenden Haaren, gehen teutsche Knaben und Mädchen. [...] Statt der warmen, entnervenden und erhitzenden Getränke, die man sonst den Kindern reichte, erhalten sie die einfachen Geschenke, die ihnen die Natur auf den Gärten und Viehställen liefert." zeitliche Zuordnung:Aufklärung Zitat von: Taschenbuch zur BEförderung der Vaterlandsliebe (1801)
  • "... ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. (...) zeitliche Zuordnung: Aufklärung Zitat von: I. Kant (1783)
  • "Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein." zeitliche Zuordnung:Aufklärung Zitat von: I. Kant (1783)