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Klas. Studien der Pol. Soziologie (Subject) / 9. Sitzung (Bowling alone) (Lesson)

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  • Was versteht Robert Putnam unter dem Begriff des Sozialkapitals? Welche verschiedenen Formen unterscheidet er? Definition Sozialkapital nach Putnam: -"Sozialkapital bezieht sich auf Verbindungen zwischen Individuen -soziale Netzwerke und die[allgemeine.] Norm der Gegenseitigkeitund Vertrauenswürdigkeit, die sich aus ihnen ergeben." - Außerdem sei Sozialkapital gleichzeitig ein privates als auch ein öffentliches Gut Unterscheidung: -Unterscheidung zwischen Bridging (inclusive) und Bonding (exclusive) social capital - hohes soziales Kapital in einer Gruppe, die sich extrem abschotten und demokratiefeindlich ist (trägt dazu bei, dass sich diese Gruppe von der Gesellschaft abschottet) Bonding (exclusive) social capital: -Gut um bestimmte Aspekte wie Gegenseitigkeit und Solidarität zu stärken ->hohes soziales Kapital in einer Gruppe, die sich extrem abschotten und demokratiefeindlich ist Bridging (inclusive) social capital: - Besser, um Personen verschiedener Gruppen zusammenzubringen und die Informationsverbreitung zu fördern Bonding social capital eignet sich um "gerade so durchzukommen" während bridging socialcapital sich eignet "voranzukommen".
  • Wie untersucht Robert Putnam seine These von der Erosion des Sozialkapitals empirisch? Welche Indikatoren zieht er dabei heran? Ist sein Vorgehen angemessen? Analysestrategie Mögliche Ursachen müssen 4 Tests standhalten (Putnam2000: 188): ▪ Der verursachende Faktor muss mit Sozialkapitalkorreliert sein ▪ Die Korrelation darf keine Scheinkorrelation sein ▪ Der verursachende Faktor muss sich über die Zeit in dererwarteten Art und Weise verändern ▪ Es muss ausgeschlossen werden können, dass dervermeintlich verursachende Faktor in Wirklichkeit eineFolge der Erosion des Sozialkapitals ist Test 1: Korrelation?▪ Mögliche Ursache:Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit,d.h. berufstätige Frauen haben weniger Sozialkapital ▪ Test:Verfügen berufstätige Frauen über weniger Sozialkapitalals nicht-berufstätige Frauen?Wenn nein: Anstieg der Frauenerwerbstätigkeit als Ursache der Erosiondes Sozialkapitals ausgeschlossen. Test 2: Keine Scheinkorrelation? ▪ Mögliche Ursache:Rückgang der Geburtenrate,d.h. kinderlose Paare haben weniger Sozialkapital ▪ Test:Bleibt die Beziehung zwischen der Elternschaft und denSozialkapital auch bei Kontrolle relevanter Drittvariablenerhalten? Bleibt die Korrelation also beispielsweisebestehen, wenn man für das Alter kontrolliert? Wenn nein:Rückgang der Geburtenrate als Ursache der Erosion desSozialkapitals ausgeschlossen. Test 3: Relevante Veränderung der Ursache? ▪ Mögliche Ursache:Geographische Mobilität,d.h. Menschen, die oft umziehen, haben wenigerSozialkapital ▪ Test:Steigt die geographische Mobilität der Menschentatsächlich an? Wenn nein:Geographische Mobilität als Ursache der Erosion desSozialkapitals ausgeschlossen. Test 4: Tatsächlich Ursache und nicht Wirkung? ▪ Mögliche Ursache:Rückläufige Verbreitung von Tageszeitungen,d.h. Menschen, die keine Tageszeitung lesen, habenweniger Sozialkapital ▪ Test:Ist das Lesen einer Tageszeitung wirklich die Ursache fürdie Herausbildung von Sozialkapital? Kann alsoausgeschlossen werden, dass Menschen mit wenigSozialkapital seltener eine Tageszeitung lesen? Wenn nein:Rückläufige Verbreitung von Tageszeitungen als Ursacheder Erosion des Sozialkapitals ausgeschlossen.
  • Was sind laut Robert Putnam die Ursachen der Erosion des Sozialkapitals in den USA? -4 Hauptgründe werden im Fazit der Studie genannt -Welche er nach seinen Prozentangaben des Einflusses auch in einem Kreisdiagramm darstellt 1. "Work" -Belastung durch Zeit und Geld - Belastung durch Familien in denen beide Eltern einer Karriere nachgehen - Laut Putnam schätzungsweise für 10% der Erosion des Sozialkapitals verantwortlich 2. "Sprawl" (Ausbreitung) -Suburbanisierung (Umzug aufs Land), generelle Ausbreitung der Menschen, Pendeln - Auch für ungefähr 10% der Erosion des Sozialkapitals verantwortlich 3. "TV" (electronic entertainment) - Elektronisches Entertaintment, vor allem Fernsehen nimmt großen Anteil der Freizeit ein -Schätzungsweise laut Putnam für 25% der Erosion des Sozialkapitals verantwortlich 4. "Generational Change" -Langsamer, ständiger und unaufhaltsamer Wandel von der Civic Generation hin zu neuer Generation aus deren Kindern und Enkeln -  Ungefähr für 50% der Erosion des Sozialkapitals verantwortlich - 10-15% des Wandels aus Mix zwischen Generationenwandel und TV entstanden = 15% zwischen "Generation" und "TV" als "TV Generation" abgebildet   -> Damit nicht 100% der Ursachen erklärt -> Dieses Fehlen von einem Stück des Kreisdiagramms stellt die Limitierung des Verständnisses dar -> Wichtige Ursachen dieser Entwicklung bleiben ungeklärt