24

Master Psychologie: Rechtspsychologie (Subject) / Effekte McMartin Preschool Case (Lesson)

Suggestion

This lesson was created by sofiesfood.

Learn lesson

Advertisement
  • Ziel der Studie: Anknüpfen an die Untersuchung zu falschen Erinnerungen, drei Fragen dazu: 1. Können wichtige Veränderungen der Erinnerungen innerhalb von ein paar Minuten erzeugt werden (z.B. innerhalb eines einzigen forensischen Interviews)?2, Untersuchung des kombinierten Effekts verschiedener Techniken, am Beispiel eines bekannten „day-care abuse case“ der 80er3. Neben kognitiven Faktoren sollen auch sozialer Einfluss und Verstärkung untersucht werden, die einen Einfluss auf den Bericht von Kindern haben könnten
  • McMartin Preschool Case (5) -       Sieben Lehrer/Betreuer (darunter einige ältere Frauen) wurden beschuldigt mehrere hundert Kinder über einen Zeitraum von 10 Jahren missbraucht/misshandelt zu haben (Los Angeles)-       Untersuchungszeitraum: 1983 – 1990er-       Anklagen gegen die meisten Beschuldigten wurden ohne Gerichtsverfahren fallen gelassen-       Zentral: mehrere 100 investigative Interviews von Kindern-       Später wurden die Interviews als „leitend“ kritisiert
  • kritische Techniken im McMartin Case (5) > suggestive Fragen > andere Menschen (haben bereits das und das gesagt) > positive und negative Konsequenzen > Kind nochmal Frage stellen, die bereits beantwortet wurde > Einladung zu Spekulation
  • suggestive Fragen: Beispiel und Forschung (4) > Hat er deinen Hintern angefasst? (wenn das Kind noch keine unangebrachten Berührungen berichtet hat) > verringern die Exaktheit der Aussagen von Kindern (Cunningham, 1988; Goodman & Reed,1986), Kindern mit zunehmendem Alter weniger anfällig (Ceci & Bruck, 1993), funktioniert auch bei Erwachsenen (Loftus, 1975; Loftus & Palmer,1974; Loftus & Zanni, 1975).
  • Erzählen, dass der Interviewer bereits von anderen Personen Informationen zu diesem Thema erhalten hat: Beispiel und Forschung (3) > We know about that game [Naked Movie Star] cause we just have had . . . twenty kids told us about that game > sozialer Druck sich konform zu verhalten, kann dazu führen, dass Aussagen oder Verhalten angepasst wird (Ettinger, Crooks, & Stein, 1994, p. 685; Asch, 1956) > Kinder, die nicht anwesend waren, tätigen Aussagen als ob sie präsent gewesen wären (Pettit, Fegan, & Howie, 1990
  • positive Konsequenzen: Beispiel und Forschung (3) > "Can I pat you on the head....look at what a good help you can be." > Lerntheorie: positive Verstärkung erhöht und negative Verstärkung verringert die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Verhalten gezeigt wird. > Der Effekt auf die Exaktheit von Kindern wurde im forensischen Setting noch nicht untersucht.  
  • negative Konsequenzen: Beispiel und Forschung (3) > "Are you going to be stupid, or are you going to be smart and help us here?" > Lerntheorie: positive Verstärkung erhöht und negative Verstärkung verringert die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Verhalten gezeigt wird. > Der Effekt auf die Exaktheit von Kindern wurde im forensischen Setting noch nicht untersucht.
  • Dem Kind eine Frage stellen, die er oder sie bereits eindeutig beantwortet hat: Beispiel und (3) > I: Can you remember the naked pictures?C: (Shakes head "no")I: Can't remember that part?C: (Shakes head "no")I: Why don't you think about that for a while, okay? Yourmemory might come back to you. > Kinder ändern ihre Antwort bei wiederholten forced-choice questions (Cassel, Roebers, & Bjorklund, 1996) > Asked-and-answered ist am wirksamsten in Kombination mit suggestiven Fragen; Technik beinhaltet eine Form der negativen Konsequenz, da Kinder den Interviewer mit ihrer Antwort befriedigen wollen
  • Einladung zu Spekulation: Beispiel und Forschung (2) >  "Let's pretend and see what might have happened." > Wurde noch nicht erforscht, es erscheint jedoch offensichtlich, dass Spekulationen basierend auf „Gehörtem“ entlockt werden sollen
  • Hypothese und Technik der Studie > H: Die 6 Techniken sind sehr effektiv im Erzeugen falscher Aussagen > Ein junger Mann geht zu verschiedenen Vorschulen, liest eine Geschichte vor und verteilt Süßigkeiten. Eine Woche später wird die Hälfte der Kinder zu diesem Besuch mit den beschriebenen Techniken interviewt. Die übrigen Kinder werden einer suggestiven Befragung unterzogen. Es wird davon ausgegangen, dass Kinder, die mit den McMartinTechniken interviewt wurden, häufiger von „wrongdoing“ berichten als die anderen Kinder.
  • Advertisement
  • Teilnehmer: >  66 Kinder, 35 weiblich, 31 männlich aus fünf verschiedenen Kindertagesstätten> Alter: 3-6 Jahre, durchschnittlich 4,3 Jahre
  • beide Konditionen beinhalteten 8 irreführende Items (Fragen, über Dinge, die Manny nicht getan hat) o  Tore a booko  Put a sticker on the child’s kneeo  Broke a toyo  Stole a pen from the teacher’s desko  Told the child a secreto  Bumped the teacher on the way outo  Said a bad wordo  Threw a crayon at a child who was talking
  • 4 leitende korrekte Items (Dinge, die Manny wirklich getan hat) o  Told the children to sit quietly and listeno  Took off his hato  Handed out Hunchback of Notre Dame napkinso  Put a sticker on the child’s hand
  • Was passierte in der McMartin Condition? > Wenn das Kind nicht direkt mit „ja“ antwortete, deutete der Interviewer an, dass die Antwort des Kindes inadäquat sei und andere Kinder dies behauptet hätten und wiederholte die Frage. Wenn das Kind dann mit „Ja“ antwortet, wurde es gelobt und das nächste Item gefragt. Wenn das Kind weiterhin verneint, wurde das Kind aufgefordert es stärker zu versuchen > ja: Lob und nächste Frage > nein: Enttäuschung und erneute Frage
  • Abhängige Variable: Häufigkeit der „Ja“ Antwort. (Wichtig: in der Gruppe der McMartin Technik wurden JA nur auf die erste bzw. zweite Frage eines Items gezählt.)
  • Hauptergebnisse zu irreführenden Fragen: (3) > ANOVA:  Kinder geben in der social incentive condition signifikant häufiger „Ja“als Antwort als in der suggestiven Befragungsbedingung > Es gibt keinen Effekt des Alters im Bezug auf die „Ja“-Häufigkeit. Ebenso keine signifikante Interaktion zwischen Kondition und Alter. > Spearman’s Korrelation:  Signifikante Korrelation zwischen Alter und JA-Häufigkeit, der -------> Effekt des Alters ist abhängig von der statistischen Untersuchung.
  • weiteres Ergebnis Signifikanter Unterschied, Jungen sagten signifikant häufiger JA als Mädchen
  • Diskussion (4) > Techniken der McMartin-Kondition erzeugen signifikant häufiger falsche Anschuldigungen (58% vs. 17%) als einfache suggestive Befragung. >Das Alter spielt nur eine geringe Rolle. S > chlussfolgerung: auch eine geringe (zeitliche kurz) Dosis von Verstärkung und sozialem Einfluss hat eine starke, unmittelbare Auswirkung auf den Bericht von Kindern. > Kinder, die Verstärkung und sozialem Einfluss ausgesetzt waren, wurden im fortschreitenden Interview fügsamer und antworteten dann schneller mit „Ja“ (social incenctive condition)
  • Limitationen: (5) > McMartin Interview Techniken sind nicht typisch in der Praxis> Zukünftige Studien sollten die Techniken einzeln erproben, um differenzierter angeben zu können, welche Technik einen Einfluss auf das Antwortverhalten der Kinder hat. > Generalisierbarkeit? Alter von 3 bis 6 Jahren, wenige Kinder waren 6 Jahre alt > Manny war ein Fremder und nur eine Frage bezog sich auf körperlichen Kontakt. Interessant wäre eine Untersuchung, wie die Techniken wirken, wenn die Person vertraut ist und es sich mehr um körperlichen Kontakt dreht. > Die Befragung in der social incentive condition dauerte länger. Es gibt bisher keine empirischen Hinweise darauf, dass eine kurze Verzögerungen für solche Abweichungen im Antwortverhalten verantwortlich sein kann
  • The SIRR Model (4) Techniken, die falsche Anschuldigungen durch Kinder oder Erwachsene hervorrufen fallen in eine von vier Kateogrien: Acronym SIRR-       Suggestive questions-       Social influence-       Reinforcement-       Removal from direct experience
  • Suggestive questions: -  Viele Studien zeigen, dass diese Art der Befragung die Berichte von Kindern und Erwachsenen beeinflussen kann(Cassel et al., 1996; Ceci & Bruck, 1995; Loftus, 1975;Loftus & Davies, 1984; Loftus & Palmer, 1974; Loftus & Zanni, 1975; Poole & Lindsay, 1995).
  • Social influence (3) -       In dieser Studie durch „other people“ repräsentiert: Druck zur Konformität-       Autorität oder Überredung spielen ebenfalls eine Rolle -       Hat auch auf Erwachsene Einfluss
  • Reinforcement -       In dieser Studie: positive Konsequenzen (Lob) und negative Konsequenzen (andeuten, die Antwort des Kindes sei inadäquat)
  • Removal from direct experience -       Z.B. inviting speculation (kein direkter Bericht von eigenen Erfahrungen)Oder „use of puppets to question children“ (beinhaltet „pretend“ play und Imagination)Dazu zählt auch Hypnose oder Meditation über Ereignisse (z.B in der Therapie, um unterdrückte Erinnerungen wiederzuerlangen)