Klinische Psychologie II (Subject) / alles mit allem (Lesson)

There are 105 cards in this lesson

Klinische Psychologie II FSU Jena 2018

This lesson was created by PsychoStudyKo.

Learn lesson

  • Wie werden somatoforme Störungen klassifiziert? A. Vorgeschichte von mindestens zwei Jahren des Klagens über multiple und wechselnde körperliche Symptome ohne diagnostizierbare Krankheit -> falls Krankheit diagnostiziert werden kann, so kann sie nicht die Art und Ausmaß der Symptome und der Konsequenzen erklären. B. mind. dreimalige Konsultation in der Primärversorgung oder beim Spezialisten -> falls Versorgung nicht vorhanden: Selbstmedikation oder mehrmaliges Aufsuchen eines Laienheilers C. hartnäckige Weigerung die medizinische Feststellung zu akzeptieren oder wenn, dann nur für kurze Zeiträume (einige Wochen) D. Symptomkatalog E. Ausschluss: Störung ausschließlich während Schizophrenie, oder ähnliche Störung (F2); affektive Störungen oder Panikstörung.
  • Was ist Anorexia nervosa? Bewusst herbeigeführte und / oder aufrechterhaltenen Gewichtsverlust durch eingeschränkte Nahrungseinnahme, übertriebene körperliche Aktivitäten, selbstinduziertes Erbrechen und Abführen und der Gebrauch von Appetitzüglern und Diuretika (Medikament zur erhöhten Ausschwemmung von Urin) Unterernährung liegt meist vor; die Betroffenen legen sich selbst eine niedrige Gewichtsschwelle fest Angst vor dicker oder schlaffen Körperform Störung der Hypothalamus-Hypotphyse-Gonaden-Achse: Ausbleiben der Menstruation bei Frauen, sexueller Interessenverlust und Potenzverlust bei Männern.
  • Was ist Bulimie nervosa? Übertriebene Kontrolle des eigenen Körpergewichts. Gekennzeichnet durch Essanfälle (mind. zweimal pro Woche über drei Monate) und Erbrechen oder Gebrauch von Abführmitteln. Craving vorhanden.
  • Was ist Binge-Eating? Ähnelt der Bulimie nervosa. Beginn und Ende der Essanfälle schwer zu bestimmen. Keine regelmäßigen gegenregulatorischen Maßnahmen. Zusammenfassende Kategorie im DSM-5.
  • Wie unterscheiden sich Anorexie nervosa, Bulimie nervosa und Bing-Eating? Anorexie: bewusst herbeigeführte und / oder aufrechterhaltenen Gewichtsverlust durch eingeschränkte Nahrungseinnahme, übertriebene körperliche Aktivitäten, selbstinduziertes Erbrechen und Abführen und der Gebrauch von Appetitzüglern und Diuretika (Medikament zur erhöhten Ausschwemmung von Urin) Unterernährung liegt vor; die Betroffenen legen sich selbst eine niedrige Gewichtsschwelle fest Angst vor dicker oder schlaffen Körperform keine andauernde Beschäftigung mit dem Essen (kein Craving) nicht die typiscchen Fressattacken der Bulimie Bulimie: Übertriebene Kontrolle des eigenen Körpergewichts. Gekennzeichnet durch Essanfälle (mind. zweimal pro Woche über drei Monate) und Erbrechen oder Gebrauch von Abführmitteln. Craving vorhanden. Binge-Eating: Beginn und Ende der Essanfälle schwer zu bestimmen. Keine regelmäßigen gegenregulatorischen Maßnahmen. Zusammenfassende Kategorie im DSM-5.
  • Was ist ein Traum / traumatisches Ereignis nach ICD-10? Ein belastendes Ereignis oder eine Situation kürzerer oder längerer Dauer, mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß, die bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde. (Ein Trauma geht oft auf zwischenmenschliche Gewalt zurück.)
  • Was sind die Kernsymptome einer PTBS? Intrusion: Albträume, Flashbacks Vermeidungsverhalten: Situationen / Personen, die der Belastungsituation ähneln oder mit ihr in Verbindung stehen, werden vermieden Emotionale Taubheit: Freudlosigkeit, Teilnahmslosigkeit, depressive Stimmung Physiologische Übererregung: Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen, Hypervigilanz
  • Welche Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsstörungen werden im ICD-10 differentialdiagnostisch unterschieden? F43.0 Akute Belastungsreaktion F43.1 Posttraumatische Belastungsstörung F43.2 Anpassungsstörungen F43.8 sonstige Reaktionen auf schwere Belastung F43.9 Reaktionen auf schwere Belastung, nicht näher bezeichnet
  • Was ist eine akute Belastungsreaktion? F43.0 Die Reaktion gesunder Menschen auf außergewönliche psychischen oder physischen Belastung Einsetzen der Symptome: innnerhalb einer Stunde Abklingen / Nachlassen:  vorübergehende oder gemilderte Belastung: 8 Stunden (spätestens) anhaltende Belastung: 48 Stunden (spätestens) -> wird zwischen leichter, mittelgradigen und schweren Symptomgruppe unterschieden -> Erfüllen alle Kriterien für generalitsierte Angststörung (außer des Zeitaspekts)
  • Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung? F43.1 Kernsymptome: Intrusion, Vermeidungsverhalten, Emotionale Taubheit, physiologische Übererregung Symptome treten innerhalb von sechs Monaten nach dem Belastungsereignis oder nach Ende einer Belastungsperiode auf. -> Teilweise kann sich der/die Betroffene nicht oder nur teilweise an wichtige Aspekte der Belastung erinnern.
  • Was ist eine Anpassungsstörung? F43.2 Zustände subjektiver Bedrängnis und emotionale Beeinträchtigungen, die soziale Funktionen und Leistungen behindern -> depressive Stimmung, Angst, Sorge oder Störung anderer Gefühle -> Reaktion auf entscheidene Lebensveränderung oder Lebensereignisse (diese müssen vorausgegangen sein) -> Symptome dauern nicht länger als sechs Monate nach Ende der Belastung oder ihren Folgen an (außer bei längerer depressiven Reaktion)
  • Was versteht man unter Inzidenz? (Beispielfrage) Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums, meist 1 Jahr
  • Was versteht man unter Prävalenz? Rate der zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Krankheit Erkrankten (im Vergleich zur Zahl der Untersuchten)
  • Wie ist eine Intelligenzminderung nach dem ICD-10 definiert? Ein Zustand von verzögerter oder unvollständiger Entwicklung der geistigen Fähigkeiten; besonders beeinträchtigt sind Fertigkeiten, die sich in der Entwicklungsperiode manifestieren und die zum Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten. Eine Intelligenzstörung kann alein oder zusammen mit jeder anderen psychischen oder körperlichen Störung auftreten.
  • Welche Intelligenzkonzepte unterscheiden wir in der Forschung? Spearman -> Zweifaktorentheorie (g-Faktor) Thurstone -> Primärfaktoren der Intelligenz (7 Primärfaktoren) Catell -> hierarchisches Strukturmodell (Fluide und kristalline Intelligenz) Jäger -> BIS: Berliner Intelligenzstrukturmodell (Bimodal Operations- und Inhaltsfaktoren)
  • Welche Probleme kann es bei der Messung von Intelligenz geben? Testmotivation (z.B. auch Testzeitraum & -kontext beachten) Validität und Reliabiltät des Tests Sprachprobleme Normorientierung beachten! -> alle 8 Jare neu Culture-fairness Schwierig einen Test für alle Leistungsniveaus zu haben (Tests können unter Umständen im niedrigen oder hohen Bereich nicht mehr gut differenzieren). Intelligenzkonstrukt muss zugrunde gelegt werden Stigmatisierung (nachträglich)
  • Wie ist der IQ verteilt? Der IQ ist normalverteilt und steigt im Mittel an (Flynneffekt: deshalb alle 8 Jahre Neunormierung) 68% aller Menschen bilden den Normalbereich von 85 bis 115 IQ-Punkte, weitere 13.6 % befinden sich im Bereich 70 bis 84 ("unterdurchschnittlich") und 13.6 % im Bereich von 116 bis 130 ("überdurchschnittlich") Die Bereiche sind nach Standartabweichungen konstruiert. Alles unter 2SD wird "auffällig unterdurchschnittlich" und alles über 2SD respektive "auffällig überdurchschnittlich" genannt.
  • Wie klassifiziert das ICD-10 Intelligenzminderung? Lernbehinderung im Bereich von 70 bis 84 (nicht im ICD-10 diagnostizierbar) F70   Leichte Intelligenzminderung (IQ 50–69) F71   Mittelgradige Intelligenzminderung (IQ 35–49) F72   Schwere Intelligenzminderung (IQ 20–34) F73   Schwerste Intelligenzminderung (IQ < 20) F78   Andere Intelligenzminderung F79   Nicht näher bezeichnete Intelligenzminderung
  • Was ist eine Lernbehinderung? Kodierung? IQ von 70 bis 84  Wird im ICD-10 nicht gesondert kodiert. Die Betroffenen lernen langsamer und haben Schwierigkeiten, sich den Lernstoff in der Schule anzueignen.
  • Was ist eine Leichte Intelligenzminderung? F 70 IQ-Bereich von 50-69 (bei Erwachsenen Intelligenzalter von 9 bis unter 12 Jahren). Lernschwierigkeiten in der Schule. Viele Erwachsene können arbeiten, gute soziale Beziehungen unterhalten und ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Verzögerter Spracherwerb, jedoch in einem Umfang, dass eine alltägliche Konversation normal gelingt. Unabhängigkeit in der Selbstversorgung (Essen, Waschen, Ankleiden, Darm- und Blasenkontrolle) und in praktischen und häuslichen Tätigkeiten, dabei allerdings verlangsamte Entwicklung. Emotionale und soziale Unreifen können bestehen, sodass u.U. den Anforderung einer Ehe oder Kindererziehung nicht nachgekommen werden kann.
  • Was ist eine Mittelgradige Intelligenzminderung? F 71 IQ-Bereich von 35-49 (bei Erwachsenen Intelligenzalter 6-9 Jahre). Deutliche Entwicklungsverzögerung in der Kindheit. Die meisten können aber ein gewisses Maß an Unabhängigkeit erreichen und eine ausreichende Kommunikationsfähigkeit und Ausbildung erwerben. Erwachsene brauchen in unterschiedlichem Ausmaß Unterstützung im täglichen Leben und bei der Arbeit. Teilweise Möglichketen an normalen Unterhaltungen teilzunehmen, stark verzögertes Erlernen von Fähigkeiten zur Selbstversorgung. Körperlich voll beweglich und aktiv; fähig, Kontakte zu pflegen, sich zu verständigen und einfach soziale Leistungen zu bewältigen.
  • Was versteht man unter einer Schweren Intelligenzminderung? F 72 IQ-Bereich von 20-34 (bei Erwachsenen Intelligenzalter 3-6 Jahre). Andauernde Unterstützung ist notwendig. Betroffene können nicht lesen oder schreiben lernen, sind nicht schulbildungsfähig, meist aber im Rahmen einer Förderschule für geistig Behinderte förderungfähig (lebenspraktisch bildbar).
  • Was versteht man unter Schwerste Intelligenzminderung? F 73 IQ unter 20 (bei Erwachsenen Intelligenzalter unter 3 Jahren). Die eigene Versorgung, Kontinenz, Kommunikation und Beweglichkeit sind hochgradig beeinträchtigt. Einfachste visuell-räumliche Fertigkeiten wie Sortieren und Zuordnen können erworben werden; mit Beaufsichtigung und Anleitung können sie in geringem Maße an häusliche und praktische Aufgaben beteiligt werden.
  • Was sind False-Belief-Aufgaben? Sie sind Teil der Theory of Mind, die zur Erklärung von Autismus und dem Asperger-Syndrom herangezogen wird. Beispiel 1: In dieser Ortswechselaufgabe wird Kindern mit Spielfiguren eine kleine Geschichte vorgespielt: Maxi besitzt eine Schokolade, welche er beim Verlassen der Szene in Box 1 legt. In Maxis Abwesenheit nimmt seine Mutter die Schokolade aus Box 1 heraus und legt sie in Box 2. Anschließend kommt Maxi wieder und möchte gerne seine Schokolade haben. Es folgt die relevante Testfrage („Wo wird Maxi nach der Schokolade suchen?“). Wenn die Kinder angeben, dass Maxi in Box 1 suchen werde, obwohl sie selber wissen, dass die Schokolade sich in Box 2 befindet, sind sie dazu fähig, eine falsche Überzeugung zuzuschreiben. Mit diesem Paradigma lässt sich also testen, ob die Individuen eine explizite und deutliche Repräsentation der falschen Überzeugung anderer haben. Beispiel 2: unerwarteter Inhalt in einer Smartiesschachtel (Stifte) -> Frage 1: Was hast du am Anfang gedacht was in in der Schachtel ist? Frage 2: Was würde jemand, der nicht im Raum war als die Schachtel geöffnet wurde, denken, was sich in dieser befindet?
  • Was sind verschiedene Orders bei False-Belief-Aufgaben? First-order: Jemand anderem falsche Überzeugungen zuschreiben (man selbst weiß es besser) Second-order: Einer Person falsche Überzeugungen über die Überzeugung einer weiteren Person zuschreiben (also Zuschreibung von Überzeugungen auf eine dritte Person bezogen) -> Verständnis verschiedener Interpretationsebenen . . .  bis zu Eighth-order
  • Wie wird bei Menschen mit Autismus / Asperger dieser gemessen? (nicht diagnostiziert) False-belief Aufgaben Denk Lukas - steht in anderer Frage Reading the mind in the eyes Test  (36 Bilder von Augenpaaren und die emotionalen Zustände sollen benannt werden - vier vorgegeben) Multifaced Empathy Test (MET)  - valente Bilder werden präsentiert und vier Antwortmöglichkeiten für Emotionen vorgeben (kognitive Empathie) - zusätzlich wird danach gefragt, wie sehr man mit der Person mitfühlt oder wie sehr die Situation einen erregt (emotionale Empathie)
  • Welche Befunde aus der Theory of Mind gibt es bezüglich Autismus? False-belief Aufgaben (inklusive unerwarteter-Inhalte-Paradigma) -> zeigen, dass Kinder mit ASS Schwierigkeiten haben, die Perspektive eines anderen einzunehen und eher auf Grundlage ihres eigenen Wissens antworten (kognitive Empathie) Advanced Theory-of-Mind Instrumente (z.B. "reading the mind in the eyes test") -> zeigten, dass auch hochfunktionelle ASS im Erwachsenenalter Defizite im erschließen mentaler Zustände aufweisen (kognitive Empathie) Multifaced Empathy Test  -> Zeigte, dass ASS im Erwachsenenalter zwar Probleme in dem Verstehen der Perspektive anderer (kognitive Empathie) -> nicht aber in der emotionalen Reaktion auf den beobachtenen Gemütszustande anderer (emotionale Empathie)
  • Was sind Inselbegabungen und wie oft treten sie bei Autisten auf? Auch Savant-Syndrom genannt. Auch bei blinden Personen, Patienten mit Schizophrenie und Tourette-Syndrom  Menschen weisen Fähigkeiten in isolierten Bereichen (Inseln) auf, die ihrem allgemeinen Intelligenzniveau nicht entsprechen.  Oftmals bei allgemeiner Intelligenzminderung vorzufinden. Ca. 10% aller Autisten sind Inselbegabt. 7 von 8 sind männlich Unterscheidung nach Darold Treffert: - erstaunliche: auch im Vergleich mit der Allgemeinheit beeindruckend / weit überdurchschnittlich (ungefähr 100 weltweit) - talentierte: für ihr Intelligenzniveau auffällig, aber nicht im Vergleich mit der Allgmeinheit
  • Was ist die Theory of Mind? Sie bezeichnet die Fähigkeit, eine Annahme über Bewusstseinsvorgänge in anderen Personen vorzunehmen und diese in der eigenen Person zu erkennen – d. h. Gefühle, Bedürfnisse, Ideen, Absichten, Erwartungen und Meinungen bei anderen zu vermuten.
  • Welche Arten der Theory of Mind gibt es? kognitive ToM: explizite Vorstellungen über die inneren Vorgänge anderer Menschen (Perspektivübernahme) - "ich weiß, was du weißt" emotionale / affektive  ToM: Eine emotionales Reaktion auf den beobachteten Gemütszustand - "ich weiß, was du fühlst" 
  • Wie wurden Autismus und Schizophrenie historisch getrennt? Autismus bezeichnete bei Bleuler "die Loslösung von der Wirklichkeit zusammen mit dem relativen oder absoluten Überwiegen des Binnenlebens" - eines der Grundsymptome der Schizophrenie  Später wurde es getrennt in Menschen, die sich aktiv in ihr Inneres zurückziehen (Schizophrenie) und sollche, die seit ihrer Geburt so leben (Autismus)
  • Was versteht man unter einer Störung der Aufmerksamkeit? vorzeitiges Abbrechen von fremdbestimmten Aufgaben hohe Ablenkbarkeit Nicht beenden von Tätigkeiten
  • Wie lässt sich Impulsivität erläutern? Symptome finden sich auf kognitiver, emotionaler und motivationaler Ebene wieder; ICD-10 Kriterien: - platzen häufig mit der Antwort heraus, bevor die Frage beendet ist - können häufig nicht in einer Reihe warten oder warten nicht, bis sie bei Spielen oder in Gruppensituationen an der Reihe sind - unterbrechen und stören andere häufig (z.B. mischen sie sich ins Gespräch oder Spiel anderer ein) - reden häufig exzessiv, ohne angemessen auf soziale Beschränkungen zu reagieren
  • Was sind laut ICD-10 Kriterien für Impulsivität? Mindestens eins der folgenden bestand mindestens sechs Monate lang und ist nicht mit dem Enwicklungsstand vereinbar bzw. in einem für diesen unangemessenen Ausmaß zu beobachten: 1.) platzen häufig mit der Antwort heraus, bevor die Frage beendet ist 2.) können häufig nicht in einer Reihe warten oder warten nicht, bis sie bei Spielen oder in Gruppensituationen an der Reihe sind 3.) unterbrechen und stören andere häufig (z.B. mischen sie sich ins Gespräch oder Spiel anderer ein) 4.) reden häufig exzessiv, ohne angemessen auf soziale Beschränkungen zu reagieren
  • Was ist Hyperaktivität? mangelhaft regulierte, überschießende motorische Aktivität Ruhelosigkeit
  • Welche Kriterien wendet das ICD-10 bei der Überaktivität an? Mindestens drei der folgenden Symptome bestanden mindestens sechs Monate lang in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß. Die Kinder: 1.) zappeln häufig mit Händen und Füßen oder winden sich auf den Sitzen 2.) verlassen ihren Platz im Klassenraum oder in anderen Situationen, in denen erwartet wird, dass sie auf ihrem Platz bleiben 3.) laufen häufig herum oder klettern exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist (bei Jugendlichen oder Erwachsenen entspricht dem möglicherweise nur ein Unruhegefühl) 4.) sind häufig unnötig laut beim Spielen oder haben Schwierigkeiten, sich ruhig mit Freizeitbeschäftigungen zu befassen 5.) zeigen ein anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivität, die durch die soziale Umgeung oder Vorschriften nicht durchgreifend beeinflussbar sind
  • Welche Kriterien wendet das ICD-10 auf die Unaufmerksamkeit an? Mindestens sechs der folgenden Symptome bestanden mindestens sechs Monate lang in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß. Die Kinder: 1.) sind häufig unaufmerksam gegenüber Details oder machen Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten und sonstigen Arbeiten und Aktivitäten 2.) sind häufig nicht in der Lage, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben und beim Spielen aufrechtzuerhalten 3.) scheinen oft nicht auf das zu hören, was zu ihnen gesagt wird 4.) können oft Erklärungen nicht folgen oder ihre Schularbeiten, Aufgaben oder Pflichen am Arbeitsplatz nicht erfüllen (nicht wegen oppositionellem Verhalten oder weil die Erklärungen nicht verstanden werden können) 5.) sind häufig beeinträchtigt, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren 6.) vermeiden ungeliebte Arbeiten, wie Hausarbeiten, die geistiges Durchhaltevermögen erfordern 7.) verlieren häufig Gegenstände, die für bestimmte Aufgaben oder Tätigkeiten wichtig sind (z.B. Unterrichtsmaterialien, Bleistifte, Bücher Spielsachen, und Werkzeuge) 8.) werden häufig von externen Stimuli abgelenkt 9.) sind im Verlauf der alltäglichen Aktivitäten oft vergesslich
  • Welche Kriterien wendet das ICD-10 auf die Unaufmerksamkeit an? Mindestens sechs der folgenden Symptome bestanden mindestens sechs Monate lang in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß. Die Kinder: 1.) sind häufig unaufmerksam gegenüber Details oder machen Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten und sonstigen Arbeiten und Aktivitäten 2.) sind häufig nicht in der Lage, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben und beim Spielen aufrechtzuerhalten 3.) scheinen oft nicht auf das zu hören, was zu ihnen gesagt wird 4.) können oft Erklärungen nicht folgen oder ihre Schularbeiten, Aufgaben oder Pflichen am Arbeitsplatz nicht erfüllen (nicht wegen oppositionellem Verhalten oder weil die Erklärungen nicht verstanden werden können) 5.) sind häufig beeinträchtigt, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren 6.) vermeiden ungeliebte Arbeiten, wie Hausarbeiten, die geistiges Durchhaltevermögen erfordern 7.) verlieren häufig Gegenstände, die für bestimmte Aufgaben oder Tätigkeiten wichtig sind (z.B. Unterrichtsmaterialien, Bleistifte, Bücher Spielsachen, und Werkzeuge) 8.) werden häufig von externen Stimuli abgelenkt 9.) sind im Verlauf der alltäglichen Aktivitäten oft vergesslich
  • Was sind allgemeine Diagnosekriterien für eine hyperkinetische Störung? F90 Symptome bestehen seit mind. 6 Monaten Sie sind nicht mit dem Entwicklungsstand zu vereinen und in einem unangemessenen Ausmaß Symptome treten vor dem 7. Lebensjahr auf Symptomausprägung muss situationsübergreifend in mind. 2 Bereichen gemessen / beobachtet werden Deutliches Leiden oder Beeinträchtigung in der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit Ausschluss: tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84), eine manische Episode (F30), eine depressive Episode (F32) oder eine Angststörung (F41)
  • Womit ist sind hyperkinetische Störungen komorbid? - Oppositionelle Verhaltensstörung (30-50%) - Aggressiv-dissoziale Störungen (30-50%) - Lernstörung und Teilleistungsdefizite (20-30%) Emotionale Störungen: - Angststörungen (20%) - Depressive Störungen (15%) - Soziale Unsicherheit ---------- Ticstörungen Sprech- und Sprachstörungen Schulleistungsdefizite Erhöhte Konflikt- und Stresslevels in den Familien der Betroffenen
  • Was lässt sich zur Epidemiologie der ADHS sagen? Prävalenz  Schulkinder 3-5% nach ICD-10: ca. 2% (1,6% unaufmerksam, 0,2% hyperaktiv-impulsiv, 0,6% Mischtypus) Erwachesenenalter 1-6% Geschlechtereffekte (Männer 3:1 bis 9:1) (allerdings Geschlechterbias vorhanden, Jungen werden öfter abgeklärt)
  • Wie ist der Verlauf einer hyperkinetischen Störung? Kleinkindalter: oft Schlaf- und Essprobleme Kindergarten- und Vorschulalter: motorische Unruhe, ziellose Aktivitäten, geringe Spielintensität und -ausdauer, Trotzverhalten Schulalter: große Unruhe, Ablenkbarkeit im Unterricht, Lernschwächen und oppositionelles (meist auch aggressives) Verhalten Spätadoleszenz: Abschwächen der Symptome, 1/3 persistierende Symptome, Hypermotorik meist rückläufig, jugendtypische oppositionelle Verhaltensweisen und Autonomiebestrebungen, impulsive Symptome bis hin zu Aggressionsprobleme im Vordergrund Erwachsene: weniger Hypermotorik, viel innere Unruhe, Entspannen fällt schwer, Unaufmerksamkeit, Organisationsdefizite, Impulsivität vermehrt wahrgenommen und als Belastung empfunden
  • Wie kann laut Russel A. Barkley ADHS erklärt werden? Defizite der vier Komponenten: 1.) Arbeitsgedächtnis 2.) Internalisieren von Sprache (Reflektion, Regeln und Metaregeln, Selbsthinterfragung, Instruktionen, Problemlösen, moralische Regelableitung) 3.) Selbstregulierung von Affekt, Motivation und Arousal (auf Ziele ausgerichtete Arousalkontrolle, Möglichkeit objektive und soziale Perspektive einzunehmen) 4.) Rekonstitution (Analyse und Synthese von Verhalten, verbale und behaviorale Flüssigkeit, zielgerichtete Kreativität, Verhaltensreihenfolge - behaviorale Syntax, Simulation von Verhalten)
  • Was illustriert die Geschichte von Amor und Psyche? Der Gott Amor und die sterbliche Königstocher Psycho (griechisch für Seele) geraten in Kontakt mit einander. Obwohl Amor befohlen wurde sicher zu stellen, dass Psyche einen schlechten Gemahlen findet, verliebt er sich in sie. Er zeigt ihr aber nicht sein Gesicht und besucht sie nur im Dunkeln. Letzlich bringt Psyche Licht ins Dunkel (sie wurde von ihren Schwestern davon überzeugt, dass er ein Monster wäre) und tropft heißes Öl auf ihn. Er fühlt sich hintergangen und verlässt sie. Amors Mutter Venus will Psyche strafen und zwingt sie zu lebensgefährlichen Aufgaben. - - - - letztendlich heiraten Sie und Psyche wird von den Göttern aufgenommen. Diese Geschichte illustriert, dass Liebesbeziehungen eine der häufigsten Ursachen für Glück und Leid sind.
  • Wie lässt sich die Anorexie nervosa von der Bulimie nervosa abgrenzen? Unterformen Anorexie? Unterformen Anorexie: mit und ohne aktive Maßnahmen zur Gewichtsabnahmen - Anorexie setzt Untergewicht voraus, bei Bulimie ist es häufig - Bei Anorexie kann der Gewichtsverlust aktive herbeigeführt werden, bei der Bulimie wird der Zunahme entgegengesteuert - Fressanfälle und Craving bei Bulimie, nichts dergleichen bei Anorexie
  • Gründe für Intelligenzminderung - genetisch-chromosomal: z.B. Trisomie 21 - pränatal stoffwechselbedingt: z.B. Phenylketonurie - Mütterliche Infektionen - Folgen extrem unreifer Frühgeburt - Hirntumore
  • Was sind Manierismus? Verschnörkelte, unpassende, bizarr aussehende Bewegungsabläufe -> oft kommt es zu Stereotypien und Wiederholungen
  • Welche Positivsymptome fallen bei Schizophrenie an? Körperliche Passivität (Person ist passiver und unfreiwiller Empfänger von Körperempfindungen) Gedankeneingebung Gedankenausbreitung Gedankenentzug "Gemachte" Gefühle "Gemachte" Handlungen "Gemachte" Impulse (alles hier oben Wahnideen) Halluzinationen Derealisation und Depersonalisation Zerfahrene Sprache und zerfahrenes Denken (formale Denkstörung)
  • Welche Wahnideen gibt es? Körperliche Passivität (Person ist passiver und unfreiwiller Empfänger von Körperempfindungen) Gedankeneingebung Gedankenausbreitung Gedankenentzug "Gemachte" Gefühle Willensbeeinflussung ("Gemachte" Handlungen , "Gemachte" Impulse)
  • Welche Formen von akustischen Halluzinationen gibt es? Lautwerdende Gedanken (Stimme spricht die eigenen Gedanken verzögert aus) Streitende Stimmen (zwei oder mehr Stimmen treten in Konflikt miteinander) Kommentierende Stimmen (Handlungen werden z.B. kommentiert)