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Einführung in die politische Soziologie (Subject) / 9. Sitzung (Lesson)

klausur klein

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  • Was sind politische Parteien? Welche Aufgaben erfüllen Sie im Rahmen der repräsentativen parlamentarischen Demokratie? Politische Parteien: - ideologisch unterscheidbare politischeMachterwerbsorganisationen  - richten ihre Aktivitäten auf dieerfolgreiche Teilnahme an Wahlen, die Inbesitznahme vonöffentlichen Ämtern und Schaltstellen staatlicher Machtsowie die Entwicklung und Umsetzung politischerZielvorstellungen aus - Sprungbretter für politische Karrieren und geben freiwillig engagiertenMitgliedern (…) Gelegenheit, mitzuarbeiten und für dieVerwirklichung der Parteiziele einzutreten  -politische Willensbildungs- und Entscheidungsinstanzen,die repräsentativ-demokratische Ausübung von politischerHerrschaft unter massendemokratischen Bedingungenmöglich machen Aufgaben: Party on the Ground (Parteibasis)-Entscheidungsvereinfachung für Wähler -Erziehung der Bürgerschaft -Beschaffung von Identifikationssymbolen und Loyalität -Partizipatorische Mobilisierung der Bürger Party Central Office (Parteileitung)-Rekrutierung des politischen Führungspersonals -Training politischer Eliten -Artikulation politischer Interessen -Aggregationpolitischer Interessen Party in Public Office (Partei in öffentlichen Ämtern) -Herstellung von Regierungsmehrheiten -Übernahme der Regierung -Implementation von Politikvorstellungen -Das Betreiben von Widerspruch und Opposition -Übernahme von Verantwortung für Regierungshandeln -Kontrolle des administrativen Regierungsapparates -Herbeiführung von Regierungsstabilität
  • Wie haben sich die politischen Parteien organisationshistorisch entwickelt? Erläutern Sie bitte die vier wichtigsten Entwicklungsstufen. Organisationshistorische Parteienideologie: Unterscheidung von 4 historischen Phasen, in der jeweilsein Parteityp dominant war: -Kader- bzw. Honoratiorenparteien -Weitere Bezeichnungen: IndividuelleRepräsentationsparteien, Elitenparteien -Meist im 19. Jahrhundert in den Parlamenten gegründet -Nur im Wahlkampf aktiv -Geringer Organisationsgrad,wenig außerparlamentarische Aktivitäten -Relativ wenige Mitglieder -Massenintegrationsparteien -Werden auch Mitgliederparteien genannt -Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhundertsaußerhalb der Parlamente gegründet -große Parteiorganisation und Verbindung zuKollateralorganisationen -Ständig aktiv, z.B. zur Verbreitung der Ideologie oder zurpolitischen Bildung und sozialen Integration der Massen -Zentrale Stellung der Ideologie→ starke Polarisierung und wenig Kooperation -Volksparteien (Catch-All-Parteien) Merkmale einer Volkspartei:- Pragmatischerer Umgang mit der Ideologie - Ausweitung der Zielgruppe - größere Kooperationsbereitschaft undKoalitionsfähigkeit - Pluralisierung der Linkages zur Gesellschaft - Stärkung der Führung und Schwächung derMitgliedschaft -Keine wirklich neue Organisationsstruktur→ modernisierte Massenintegrationsparteimit Catch-All-Strategie -Professionalisierte Wählerparteien bzw. Kartellparteien Professionalisierte Wählerparteien -Entwicklung seit Ende des 20. Jahrhunderts -Wie Kaderparteien nur im Wahlkampf aktiv;professionalisierter, kapital- und medienintensiverWahlkampf -Mitglieder spielen nur noch eine geringe Rolle → -Mitgliederschwund und höherer Anteil karriere-motivierterMitglieder Kartellparteien -Starke Abhängigkeit von staatlichen Ressourcen(staatliche Parteienfinanzierung, Zugang zu öffentlichrechtlichen Medien) -Hohe Kooperationsbereitschaft mit anderen Parteien→ KartellbildungVernachlässigung der Linkages zur Gesellschaft?
  • Erläutern Sie bitte die unterschiedlichen positiven und negativen Anreize für die Mitgliedschaft in einer politischen Partei (General-Incentives-Modell). -Zur Darstellung unterschiedlicher Anreize für die Parteimitgliedschaft hat sich das sogenannte „General-Incentives-Modell“ entwickelt -Aufteilung in positive und negative Anreize der Parteimitgliedschaft - negative Anreize: monetäre Kosten durch MitgliedschaftZeitaufwand bei aktivem Engagement – OpportunitätskostenArbeitsleid durch Gremienarbeit, Sitzungen etc. Positive Anreize: kollektive politische Anreize – Politikdurchsetzung normative Anreize – Erfüllung von Erwartungen des Umfelds altruistische Anreize - „Beitrag zur Demokratie“ ideologische Anreize – Unterstützung von ideologischen Prinzipien expressive Anreize – Parteibeitritt aufgrund von Unterstützung für Partei und Politiker selektive Anreize bei aktiver Mitarbeitergebnisbezogene und prozessbezogene Anreize Ziel: Persönliche Vorteile durch Parteimitgliedschaft und Arbeit (Ämter, berufliche Vorteile etc.)