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Einführung in die politische Soziologie (Subject) / 8. Sitzung (Lesson)

klausur klein

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  • Erläutern Sie bitte das mikro- und das makrosoziologische Erklärungsmodell des Wählens. In welcher Beziehung stehen die beiden Modelle? 1. Das mikrosoziologische Modell von Paul F. Lazarsfeld und Kollegen besagt, dass soziale Kreise wie die Familie oder das Arbeitsumfeld entscheidend für die Wahlentscheidung eines Individuums sind. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die der selben sozialen Gruppe angehören auch die selbe Wahlentscheidung treffen sehr hoch. Probleme die mit diesem Modell einhergehen sind cross pressures ( ein Individuum in in verschiedenen Gruppen mit widersprüchlichen oder diffusen Wahlpräferenzen; Wahlentscheidung wird schwerer), das nicht Vorhandensein von Aussagen über Richtungen des Einflusses, sowie keine Erklärung für Wechselwahl/Volatilität. Das makrosoziologische Modell von Seymour Martin Lipset / Stein Rokkan besagt, dass Cleavages der Grund für die Entstehung von sozialen Gruppen sind.Cleavage: tiefgreifender gesellschaftlicher Konflikt, in denmindestens zwei gesellschaftliche Großgruppen involviertsind, die außerdem Koalitionen mit Parteieliten schließenKlassische Cleavages:- Zentrum vs. Peripherie (entstanden im Zuge der- Staat vs. Kirche Nationalstaatsbildung)- Stadt vs. Land (entstanden im Zuge der- Arbeit vs. Kapital industriellen Revolution) Problem: Warum wählen Bürger gruppenkonform?  2. Die Beziehung der beiden Modelle liegt darin, dass sie einander für eine komplette Erklärung des Wahlverhaltens benötigen. Es reicht nicht aus, das Wahlverhalten nur mikro- oder nur makrosoziologisch zu erforschen.
  • Erläutern Sie bitte die Grundstruktur des sozialpsychologischen Erklärungsansatzes des Wählerverhaltens (Ann Arbor-Modell). Der sozialpsychologische Ansatz geht davon aus, dass die Wahltentscheidung von drei individualpsychologischen Einflussgrößen beeinflusst wird: der Parteiidentifikation,den Kandidatenorientierungen und den IssueOrientierungen (Positions- und Valenzissues). Aus dieser Annahme (Ann-Arbor-Modell) heraus wurde in der Studie "American Voter" der "funnel of casuality" eingeführt. Dieses Modell ist nach hinten geöffnet und von links nach rechts zu betrachten, wobei die X-Achse den Zeitverlauf darstellt, welcher mit der Wahlentscheidung endet. Das Modell beginnt ganz links auf der X-Achse mit den "relevanten Faktoren" (Sozialer Status, Soziologische Merkmale, Familiäres Umfeld etc..), aus welchen eine Identifikation mit einer bestimmten Partei hervorgeht (kausal vorgelagerter Einfluss). Neben dieser psychologischen Bindung an einer Partei besteht die Wahlentscheidung auch stets aus der Issue- und Kandidatenorientierung. Diese bilden die nächste Ebene des "funnels of casuality". Dies heißt so viel, dass der Wähler sich zusätzlich mit den politischen Streitfragen und dem Kandidaten auseinandersetzt. Die Mischung aus Parteibindung und Issue- und Kandidatenorientierung ergeben schließlich die Wahlentscheidung. Hierbei ist zu beachten, dass die Parteibindung stärker auf den Wähler wirkt als die anderen beiden Faktoren. Deshalb bezeichnet man auch eine Wahl der "eigenen" Partei auch als Normalwahl.
  • Was versteht man unter Partisan Dealignment und Personalisierung des Wählerverhaltens? Was sind die Ursachen dieser Prozesse? Als Partisan Dealignment bezeichnet man in der Wahlsoziologie die zunehmende Abnahme des durch Parteiidentifikation und Klassenzugehörigkeit begründeten Wählerverhaltens. Die hauptsächlichen Gründe für diesen Trend sind die Abnahme langfristiger, gefühlsmäßiger Parteibindungen sowie der nachlassende Anreiz klassischer Gruppen. Weitere Gründe für diese Entwicklung sind die Modernisierung, die Individualisierung, der Fahrstuhl-Effekt und ein Wertewandel innerhalb der Gesellschaft.