3

Einführung in die politische Soziologie (Subject) / 7. Sitzung (Lesson)

klausur klein

This lesson was created by lalalalala.

Learn lesson

  • Warum gilt soziale Partizipation als so wichtiger Baustein demokratischer Systeme? Unter welchen Bedingungen können Vereine und Netzwerke auch undemokratisch wirken? Soziale Partizipation gilt vor allem als wichtiger Baustein demokratischer Systeme, da durch sie auch die politische Partizipation begünstigt wird. Dies liegt zum einen daran, dass Menschen die in Vereinen tätig sind "civic skills" wie reden können oder Sitzungen leiten erlernen und zum anderen, dass sie "efficacy" erfahren (erleben, dass eigenes Engagement nicht wirklungslos bleibt). Die Arbeit in Vereinen begünstigt außerdem die Herausbildung von demokratieförderlichen Werten und Normen wie Kollektivgutorientierung, Toleranz und soziales Vertrauen. Die Einbettung in bereits existierenden Netzwerken macht es zudem wahrscheinlicher, gefragt zu werden, ob man politisch partizipieren möchte. Vereine und Netzwerke können jedoch auch undemokratisch wirken. Dies ist hauptsächlich der Fall, wenn Vereine auch undemokratische Ziele verfolgen.
  • Erläutern Sie den Begriff des „doppelten Doppelcharakters“ des Sozialkapitals. In welchem Verhältnis stehen strukturelle und kulturelle Komponenten? Der doppelte Doppelcharakter ist ein Modell um soziales Kapital auf der Mikro- und der Makroebene zu unterscheiden. Soziales Kapital in der Mikroebene wird Beziehungskapital genannt, auf der Makroebene heißt es Systemkapital. Beide bedingen einander. Strukturelle Komponenten wie Netzwerke und Vereinsstrukturen im Makrobereich und soziale Beziehungen im Mikrobereich regen kulturelle Komponenten an. Als kulturelle Komponente im Makrobereich gilt der gesellschaftliche Fundus des sozialen Vertrauens im Mikrobereich ist das soziale Vertrauen zu nennen. Strukturelle und kulturelle Komponenten sind zueinander konstitutiv und sorgen für gute, demokratische Institutionen (Makro) bzw. Individuen (Mikro)
  • Unterscheiden Sie verschieden Typen des Sozialkapitals und diskutieren Sie deren demokratische und gesellschaftliche Bedeutung. -Geldkapital, kulturelles Humankapital (vor allem Bildungsabschlüsse), Sozialkapital (Beziehung zu anderen Menschen, die in ökonomische Vorteile übersetzt werden) – diese sind bei Bourdieus auf der Mikroebene individuelle Ressource zur Förderung persönlicher Ziele (keine gesellschaftliche Bedeutung) -Nach Coleman ist Sozialkapital vielmehr die Eigenschaft einer sozialen Beziehung bzw. KontexteBesondere Rollen haben nach Coleman die Norm der Selbstlosigkeit -Wichtig! .Soziales vs. Unsoziales Kapital .Bonding social capital (exklusives): hohes soziales Kapital in einer Gruppe, die sich extrem abschotten und demokratiefeindlich ist (trägt dazu bei, dass sich diese Gruppe von der Gesellschaft abschottet) .Bridging (inklusives Sozialkapital): Vereine, die Personen zusammenbringen, die normalerweise nicht miteinander in Kontakt kommen (aus verschiedenen sozialen Schichten, Ethnien etc. dünnes Vertrauen bei Bridging: Niedrige Konzentration mit niedriger Belastbarkeit aber über Grenzen hinaus – daher auch von gesellschaftlicher Bedeutung. Dichtes Vertrauen bei Bonding: Hohe Konzentration mit hoher Belastbarkeit aber nur in Grenzen. -Kommentar Klein: Am wichtigsten bridging und bonding – nicht jedes Kapital ist förderlich, sondern nur, dass das viele Menschen verbindet