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Einführung in die politische Soziologie (Subject) / 6. Sitzung (Lesson)
- Was versteht man unter dem Begriff „Politische Partizipation“? In welchem Verhältnis stehen die Begriffe Demokratie“ und „politische Partizipation“? -Definition: Die Aktivitäten, die Bürger freiwillig mit dem Ziel unternehmen Entscheidungen auf den verschiedensten Ebenen des politischen Systems zu beeinflussen -In der politischen Theorie: Politische Partizipation als Selbstzwecke, hat einen Wert an sich – in der Soziologie eher instrumentelle Ansicht -Konventionell: die mit höhere Legitimitätswirkung auf institutionalisierte Elemente des politischen Prozesses bezogen sind – die Wege, die das Grundgesetz zur Partizipation vorsieht und von der Bevölkerung anerkannt sind (Wählen, Parteipartizipation etc.) -Unkonventionell: Nicht institutionalisierte Beteiligungsform auf den politischen Prozess.Verba unterscheidet Partizipationsformen nach Informationsübertragung, Skalierung und Bedingungen (an den Bürger) -Weichere Definition: Aktivitäten, die gewissen politischen Output beeinflussen sollen (Kritik: Zu viele Aktivitäten fallen darunter) nach Brady -Verhältnis zu Demokratie: Ohne Partizipation keine Demokratie – notwendige Bedingung für Demokratie – wie viel Partizipation braucht man? -Definition von Verba und Teorell
- Wie lassen sich die verschiedenen Formen politischer Partizipation systematisieren? Erläutern Sie dabei bitte insbesondere die von Teorell, Torcal und Montero entwickelte Typologie Die politische Partizipation kann nach Kaase konventionell und gesellschaftlich hochgradig legitimiert sein und im legalen Rahmen einer repräsentativen Demokratie geschehen (z.B. durch das Wählen, die Mitarbeit in Parteien etc.) und somit auf institutionelle Bereiche des politischen Systems gerichtet sein,oder sie kann unkonventionell sein und auf nicht institutionell verfasste unmittelbare Einflüsse auf politische Prozesse gerichtet sein (z.B. Demonstrationen, Petitionen etc.). Politische Partizipation (in unkonventioneller Form) ist nicht auf den legalen Rahmen demokratischer Systeme beschränkt, sondern auch dem Wertekanon demokratischer Gesellschaften widersprechende Formen der politischen Beteiligungen wie Terrorismus eine Form der politischen Partizipation darstellen. Teorell, Torcal und Montero unterscheiden politische Partizipation in ihrer Typologie (welche sich auf die Unterscheidung politischer Partizipation in repräsentativen Demokratien richtet) nach exit-basierten (anonyme, inhaltlich vage Formen direkter politischer Einflussmöglichkeiten) und voice-basierten ( nicht anonyme, Aufmerksamkeit erzeugende, auf spezifische Inhalte gerichtete) Arten der politischen Partizipation, die auf repräsentative und extra-repräsentative Kanäle gerichtet ein können. Voice basierte Formen politischer Partizipation können dabei gezielt (auf gezielte politische Akteure gerichtet) oder nicht gezielt (auf die Gesamtgesellschaft gerichtet) sein.___Unterscheidung von fünf Grundarten der Partizipation:______Wahlen als auf repräsentative Bereiche gerichtete, exit-basierte Partizipation______Parteiaktivität als auf repräsentative Bereiche gerichtete, Voice-basierte Partizipation, die nicht gezielt ist.______Konsumbeteiligung (z.B. Boykott, planmäßige Käufe, etc.) als auf extra-repräsentative Bereiche gerichtete, exit-orientierte Partizipation______Protestaktivität als auf extra-repräsentative Bereiche gerichtete, voice-basierte Partizipation, die nicht gezielt ist______Kontaktieren von politischen Akteuren als voice-basierte, gezielte Partizipation, die sowohl auf repräsentative als auch auf extra-repräsentative Bereiche gerichtet sein kann
- In welchem Umfang machen die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands von den unterschiedlichen Möglichkeiten politischer Partizipation Gebrauch? Welche Probleme sind mit dem empirisch beobachtbaren Partizipationsverhalten verbunden? -Wahlen (am häufigsten) -Persönliche Meinung sagen im persönlichen Umfeld -Unterschriftensammlung -Öffentliche Diskussion -Nach Teorell: Am meisten Konsumbeteiligung und Wahlen -Je vorraussetzungsreicher eine Partizipationsform ist, desto weniger Bürger führen diese aus – gewalthafte Formen sowieso weniger -Problematisch weil: Großer Teil an Leuten, die nicht partizipieren (Bürger, die nicht repräsentiert werden) – Parteiaktivität führt zu ungleicher Abbildung der Bevölkerung