Klinische Psychologie (Subject) / Wintersemester (Lesson)

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  • Normaler Gesundheitszustand (Merkmale) Angemessene Realitätswahrnehmung Selbstachtung und -akzeptanz Produktivität Aufbau emotionaler Beziehungen zu Anderen Bewusste Steuerung eigenen Verhaltens
  • Nosos Ärztlicher Befund (Diagnose eines Arztes)
  • Aegritudo Krankheitsgefühl (Patient)
  • Pathos Struktur- und Funktionsveräderung aufgrund von Krankheit
  • Psychische Störung (Definition) Klinisch bedeutsames Verhaltensmuster/psychisches Syndrom Verbunden mit Leidensdruck oder Beeinträchtigung Keine Vorhersehbare/akzeptierte Reaktion auf Ereignis (Bsp. Trauer) Spiegelt indiv. behaviorale/psychische/biologische Dysfunktion wider
  • Klassifikation (Definition) Einteilung von Merkmalen/Population in ein nach Klassen gegliedertes System
  • Natürliche Klassifikation Basis = Tatsächliche Ordnung→ Änderung der Einteilungsprinzipien führt nicht zu Änderung der Klassifikation Beispiel: Periodensystem
  • Künstliche Klassifiktaion Basis = Äußere Merkmale→ Änderung der Einteilungsprinzipien = Änderung der Klassifikation
  • Typologische Klassifikation Basis = Prototypen (Mitglieder ähnlich / nicht gleich) Klassenmitglied muss einen Teil eines Pools relevanter Merkmale haben 
  • Kategorialer Ansatz psychischer Störungen → Klassifikation von Störungen nach SymptomclusterAnnahmen: Sinnvolle Gruppierungen beobachteter Phänomene, Rechtfertigung d. Klasseneinteilung ü. qualitat. Gruppenunterschiede
  • Dimensionaler Ansatz psychischer Störungen → Störung auf versch. Dimensionen klassifiziertAnnahmen: Diagnosen wg. Ausprägung einer/mehrerer Dimensionen, Qualitative Unterschiede durch versch. Dimensionen
  • Operationalisierte Diagnose Beschreibung von Störungen anhand psychosozialer Funktionen und deren Ausfällen→ Bereiche: Emot. Erleben, Motivation, Sozialverhalten, Lernen/Gedächtnis, Informationsverarbeitung Entscheidungsregeln: Zusatzkriterien (Zeit, Dauer & Schweregrad)
  • Verhaltensebenen Kognitiv (Subjektiv-Verbal) Emotional Physiologisch (Somatisch) Motorisch (Verhaltensbezogen)
  • Inhalte operationalisierter Klassifikationssysteme psych. Störungen Kernsymptome/-syndrome Kodierungsregeln (Dauer, Verlauf, Schweregrad) und Subtypen Differentialdiagnosen & Ausschlussdiagnosen DSM → Zusätzliche Beschreibungen
  • Beschwerdeebenen Beschwerde/Verhaltensweise → Symptome/Befunde → Syndrom (Integration wichtigster Symptome) → Diagnose
  • (Operationalisierter) Diagnostischer Prozess Haupt-/Leitsymptome → Hypothese → Überprüfung anhand von Kriterien → Gibt es Symptome, die nicht zur Diagnosehypothese gehören?
  • Syndrom Überzufällig häufige, theoretisch/empirisch sinnvolle Symptomkombination
  • Symptome/Befunde Ausgewählte, spezifisch und explizit definierte motorische, physiologische, soziale, kognitive und affektive definierte Beschwerdeaspekte
  • Merkmale moderner Klassifikationssysteme Deskriptiver, atheoretischer Ansatz (Störungsdefinition durch klinische Merkmale) Klinische Merkmale konkret dargestellt (keine Interpretationen/Schlussfolgerungen nötig) Störungen nach gemeinsamen, klinischen Merkmalen gegliedert (bes. wenn Ätiologie unbekannt) Dimensionale Konzeptualisierung psychischer Störungen (keine Diskontinuität) Klassifikation von Störungen Inhaltliche/Zeitliche Diagnosekriterien vorgegeben Offen erfassbare Verhaltensweisen wichtig Detaillierte/Systematische Beschreibung einzelner diagnostischer Kriterien Multiple Diagnosen statt Hierarchien → Komorbiditäten
  • Vorteile von Klassifikationssystemen Kommunikation verbessert Informationsreduktion → Ökonomischere Vermittlung Überzufälliges Auftrete klinischer Merkmale Klassen als Handlungsanleitungen
  • Nachteile von Klassifikationssystemen Etikettierung Informationsverlust Verwechslung Beschreibung/Erklärung Verschleierung basaler Dimensionen Künstliche Einheiten erzeugt
  • Störungsgruppen (DSM-5) Störungen neuronaler/mentaler Entwicklung  Schizophrenes Spektrum + andere psychotische Störungen Bipolare Störungen Depressive Störungen Angststörungen Zwangs-/Zwangsspektrumsstörungen  Trauma-/Stressbezogene Störungen Dissoziative Störungen Somatische Belastungsstörungen Fütter- und Essstörungen Ausscheidungsstörungen Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus Sexuelle Dsyfunktion Geschlechtsdysphorie Störungen der Impulskontrolle (Disruptiv + Andere) Substanzbezogene Störungen + Suchterkrankungen Neurokognitive Störungen Persönlichkeitsstörungen Paraphile Störungen Andere Medikamenteninduzuierte Bewegungsstörungen (Medikam. Nebenwirkungen) Andere klinisch relevante Zustände
  • Epidemiologie (Definition) Räumliche und zeitliche Verteilung von Erkrankungen/gesundheitsbezogenen Merkmalen wird deskriptiv untersucht → Determinanten von Erkrankungen werden untersucht
  • Prävalenz Anteil aller bekannten Fälle an definierter Population → Abhängig von Zeitintervall, Stichprobe und Definition des "Falls" Formen: Lebenszeitprävalenz, Punktprävalenz, 12-Monats-Prävalenz etc.
  • Inzidenzrate Häufigkeit des Neuauftretens einer Erkrankung in Zeitintervall/Bevölkerungsgruppe X
  • Kumulative Inzidenz Neuauftreten über bestimmten Zeitraum (Bsp. 2 Jahre)
  • Ziele epidemiologischer Forschung Bedeutsamkeit von Erkrankungen (Häufigkeit + Sozioökonomisch) Beobachtung der veränderten Auftretenshäufigkeit von Erkrankungen Versorgungsforschung (Wie viele Leute erkrankt/behandelt/diagnostiziert)
  • Vulnerabilität Tendenz maladaptiv auf Anforderungssituationen zu reagieren (Bereichsspezifisch oder generell)
  • Risikofaktor Faktor, der zur bedeutsamen Steigerung der Auftretenswahrscheinlichkeit einer Störung führt  (Generell oder bereichsspezifisch)
  • Resilienz Fähigkeit adaptiv/proaktiv auf Belastungssituationen zu reagieren (bereichsspezifisch)
  • Protektiver Faktor Faktor, der die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Erkrankung/Störung bedeutsam senkt (Generell oder bereichsspezifisch)
  • Identifikation von Risikofaktoren Faktor mit Outcome assoziiert? → Ja = Korrelat Faktor vor Outcome? → Ja = Risikofaktor | Nein = Begleiterscheinung/Konsequenz Faktor veränderlich? → Ja = Variabler Risikofaktor | Nein = Fester Marker (Mechanismus) Faktor manipulieren ändert Outcome? → Ja = Kausaler Risikofaktor | Nein = Variabler Marker
  • Risk Ratio / Relatives Risiko (RR) Vergleich der Störungshäufigkeit in einer Population mit Risikofaktor vs. Population ohne Risikofaktor
  • Phänotyp Inneres/Äußeres Erscheinungsbild (Auftreten) → "Sichtbare Gene"
  • Genotyp Gesamter Gensatz des Menschen (auch nicht sichtbar)
  • Endophänotyp Messbare Komponente, die zwischen Genotyp und Phänotyp vermittelt Beispiel: Allelvariante resultiert in Aufmerksamkeitsbias (Endophänotyp), der wiederum zu Phänotyp führt
  • Epigenetik Erworbene oder vererbte Veränderungen der Genregulation/-aktivität
  • Bedeutung der Diagnose im klinischen Kontext Indikation + Anwendung von Wissen ermöglichtInanspruchnahme des Gesundheitssystems sichergestelltPrognosestellung möglich - Labelling, berufliche Konsequenzen, etc.
  • Strukturiertes Interview Vorformulierte Fragen zur Erfassung relevanter Diagnosebereiche (ABER: Interviewer selbst trifft Entscheidung, ob abgefragte Kriterien erfüllt werden)
  • Standardisiertes Interview Vorgefertigte Fragen, Sprungregeln, etc. → Symptome/Syndrome werden algorithmisch zusammengefügt (Kein Raterurteil)
  • Ziele normorientierter Diagnostik Tests werden angewandt, um... Screening zu ermöglichen Ausprägungsgrad einer Symptomatik festzustellen  Relevante Mechanismen und störungsrelevante Mechanismen zu erfassen (dienen so der Therapieplanung + Evaluation)
  • Funktionale Diagnostik (Ziele) Verhaltensanalyse dienen der... Strukturellen/Funktionalen Beschreibung von Verhalten Erfassen der Bedingungen für Entstehung/Aufrechterhaltung von Problemen → Geeignet für Therapieplanung, Methoden + Beziehungsgestaltung
  • SORCK-Modell Stimulus - Situation auf die reagiert wirdOrganismus - Überzeugungen + BefindenReaktion - Kognitiv, Physiologisch, emotional + behavioral Konsequenzen - Kurz-/Langfristig und intern/externKontingenz - Stärke des Zusammenhangs zwischen Reaktion und Konsequenz (kontinuierlich/intermittierend)
  • Möglichkeiten der Erhebung von Verhalten Selbst- + Fremdbeobachtung Flucht-/Vermeidungstendenzen Verstärkerlisten + Aktivitäten Stimuli/Reize Soziale Interaktion  Kognitionen
  • Fallstudie Analyse und Sammlung ausführlicher biographischer Informationen über eine Einzelperson und ggf. Beschreibung der Therapie dieser Person Probleme: Einseitige Darstellung
  • Korrelationsstudien Untersuchen den Zusammenhang zwischen Merkmal/Faktor X und Ereignissen/Störungen (Outcome) Bsp. Risikofaktoren identifizieren
  • Experimentelle Studien Künstliche Manipulation unabhängiger Variablen zur Überprüfung derer Einflüsse auf abhängige Variablen
  • Querschnittstudie Momentaufnahme in Form von einzelner Untersuchung einer festgelegten Population zu einem bestimmten Moment
  • Längsschnittstudie Wiederholte Untersuchung einer festgelegten Population über Zeitraum X  Beispiel: Krankheits-/Therapieverläufe
  • Kohortenstudie Prospektive Untersuchung von Personen mit/ohne bestimmtes Merkmal/Risikofaktor + Ursache-Wirkung erkennbar, vorteilhaft bei Störungen mit hoher Prävalenz, unverzerrte Erfassung der Risikofaktoren- Aufwändig (SP, Laufzeit + Kosten), Änderung von Kriterien oder Methoden über Zeit (Bsp. Änderung von Diagnosemanualen o. technische Neuerungen)