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Organisationspsychologie (Subject) / 2. Geschichte der (Arbeits- und) Organisationspsychologie (Lesson)

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  • Grundzüge der Geschichte der A-&O-Psychologie - die Doppelausrichtung der Disziplin auf Arbeit und Organisation lässt sich historisch erklären - Wilhelm Wundt - Hugo Münsterberg - Emil Kraeplin
  • Grundzüge - Wundt & Co. - Wundt gründete experimentelle Psychologie nach Vorbild einer Naturwissenschaft, um Funktion des Bewusstseins zu erforschen - seine Schüler Hugo Münsterberg und Emil Kraeplin wandten die experimentelle Psychologie auf praktische Probleme an (z.B. Arbeitsleistung) - legten somit den psychologischen Grundstein der A-&O-Psychologie
  • Wilhelm Wundt (1832-1920) - Begründer der Psychologie als eigenständige Wissenschaft - gründete 1879 das erste Institut für experimentelle Psychologie mit einem systematischen Forschungsprogramm an der Universität Leipzig - zunächst Dozent in Medizin an der Universität Heidelberg und an der Universität Zürich - ab 1875 Professor für Philosophie in Leipzig
  • Aufgabe der Psychologie nach Wundt "die Tatsachen des Bewusstseins, ihre Verbindung und Beziehungen zu untersuchen, um schließlich Gesetze aufzufinden, von denen diese Beziehungen beherrscht werden" Aufteilung Psychologie in: → Physiologische Psychologie: Elemente des Bewusstseins experimentell erforschen → Völkerpsychologie: nicht-empirische Studien über Mythos, Religion, Recht, Kunst, Wirtschaft
  • Emil Kraeplin (1856-1926) - Anwendung Wundts experimenteller Methodik auf praktische Fragen - z.B.: Welche physischen Faktoren haben einen Einfluss auf die Arbeitsleistung? (Die Arbeitscurve, 1902) Anreiz der Arbeit Übung Willensspannung Gewöhnung - aber Wundt: verfrühtes Sterben nach praktischer Anwendung behindert Entwicklung der Psychologie
  • Hugo Münsterberg (1863-1916) - Schüler von Wilhelm Wundt - Begründer der angewandten Psychologie
  • Nicht-psychologische Wurzeln A-&O-Psychologie: Taylor und der Taylorismus - Frederick Winslow Taylor (1856-1915) - Lehre zu Modellbauer und zum Mechaniker - Meister in einer Stahlfabrik - Fernstudium zum Maschineningenieur
  • Vorwurf an Taylor: Maximierung der Ausbeutung Dazu Taylor: - wollen durch Untersuchungen nicht herausfinden, welches Maximalquantum an Arbeit ein Arbeiter während einer kurzen Zeit zu leisten im Stande ist - sondern was eigentlich die angemessene Tagesleistung eines erstklassigen Arbeiters bildet - was man jahraus, jahrein täglich von einem Arbeiter erwarten kann, ohne das er dabei körperlichen oder seelischen Schaden erleidet
  • Taylorismus (3) - Begriff Taylorismus uneinheitlich und unpräzise verwendet - Konglomerat von Methoden zur Steigerung des betrieblichen Outputs - durch vier Prinzipien gekennzeichnet: Zergliederung der Arbeitsaufgaben in einzelne Arbeitselemente, die anschließend analysiert und - mithilfe von Zeit - und Bewegungsstudien rationalisiert werden Auswahl und Schulung von Arbeitskräften, die am besten für eine Tätigkeit geeignet sind Trennung von Kopf- und Handarbeit: Management übernimmt die Planung und Überwachung der Aufgaben, Arbeiter die praktische Ausführung Einvernehmen zwischen Arbeitgebern und -nehmern
  • Weiterentwicklung von Taylor Henry Ford: Fließbandfertigung Typisierung von Produkten Personalauswahlverfahren hohe Löhne bei niedrigen Produktpreisen Verbot von Betriebsräten Frank Bunker Gilbreth und Lilan Moller Gilbreth Bewegungsstudien Elementarbewegungen mit Stoppuhr messen zu optimalen Abläufen zusammensetzen Weiterentwicklung zur Arbeitswissenschaft (Standardisierung und Ökonomisierung der Arbeit)
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  • Psychognostik und Psychotechnik William Stern (1871-1938) und Hugo Münsterberg - Psychognostik: psychologische Beurteilung, "richtendes Urteil" über Befähigung, Charakter, etc. - Psychotechnik: Wissenschaft von der Menschenbehandlung als "geeignete Handlungsweise für wertvolle Zwecke" Anwendung psychologischer Konzepte zur Optimierung von "Mittel und Zweck in allen Lebensbereichen
  • Der Begriff der Psychotechnik bei Münsterberg - Münterberg: Psychotechnik als "Wissenschaft von der praktischen Anwendung der Psychologie im Dienste der Kulturaufgaben" - Anwendungsgebiete der Psychotechnik: Gesundheit, Wirtschaft, Recht, Erziehung, Kunst, Wissenschaft, ... - Münsterberg: Psychotechnik = angewandte Psychologie - Psychotechnik: "Beherrschung der sozialen Kräfte" - Walter Moede (1888-1958): "industrielle Psychotechnik": die Anwendung der Psychologie in Produktionsbetrieben
  • Münsterberg: Psychologie und Wirtschaftsleben (1912) - erster publizierter Lehrtext der A-&O-Psychologie - behandelt drei Bereiche: die Auslese geeigneter Persönlichkeiten (Eigungsdiagnostik) die Gewinnung der bestmöglichen Leistung (Arbeitsgestaltung, Motivation) die Erzielung der erstrebten psychischen Wirkungen (Markt/Werbung)
  • Soziale Psychotechnik und Organisationspsychologie - Arbeitspsychologie: Taylor + industrielle Psychotechnik - Organisationspsychologie: soziales Verhalten in Organisationen - Münsterberg (1914) - soziale Psychotechnik: aufgrund der experimentell gewonnenen Erkenntnisse über das soziale Verhalten die soziale Organisation praktisch fördern - Anfänge der Hawthorne-Studien und der Human-Relations-Bewegung Hawthorne-Studien: Leistungsverhalten der Mitglieder von Organisationen wird durch das Verhalten anderer Personen in der Organisation beeinflusst (sozialpsychologische Variablen sind wichtiger als die objektiven Bedingungen am Arbeitsplatz) Human-Relations-Bewegung: Pflege zwischenmenschlicher Beziehungen am Arbeitsplatz