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Allgemeine Psychologie (Subject) / Aufmerksamkeit (Lesson)
Aufmerksamkeit
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- Aufmerksamkeit (Definition) Fähigkeit, aus dem vielfältigen Reizangebot der Umwelt wichtige Reize oder Reizsaspekte bevorzugt zu betrachten (Selektion) und für die weitere Verarbeitung auszuwählen, andere dagegen zu übergehen und zu unterdrücken, was aufgrund begrenzter kognitiver Ressourcen notwendig ist Die Theorien unterscheiden sich darin, ob die Selektion vor oder nach der inhaltichen Analyse erfolgt.
- dichotisches Hören Werden auf den beiden Ohren zwei unterschiedliche auditive Reize präsentiert, so ist es uns nur möglich, einen dieser Reize zu folgen; die Auswahl erfolgt durch Aufmerksamkeit. Der unerwünschte Reiz hingegen wird quasi "ausgeblendet" (Cocktailparty Phänomen). Da trotz der Verarbeitung von Reizmaterial von nur einem Ohr besonders saliente Reize, z.B. der eigene Name oder der Wechsel von Frauen- zu Männerstimme wahrgenommen wird, muss eine zumindest basale Informationsverarbeitung bereits vor der Aufmerksamkeitslenkung erfolgen.
- Broadbents Filtermodell verschiedene sensorische Zwischenspeicher, lediglich einer dieser Speicher wird durch Aufmerksamkeit ausgewählt, dessen Inhalt den Filter passiert, und verarbeitet wird (kapazitätsbegrenzte Verarbeitung), erst anschließend Antwort an Architektur von omputern orientiert Modell der frühen Selektion
- Early Selection / late Selection Broadbent: early selection, Aufmerksamkeit wählt sehr früh im Prozess die zu verarbeitende Reizinformation aus, übrige Information bleibt unbeachtet; etwas milder durch Treisman: verschiedene sensorische Informationen unterschiedlicher EIngangskanäle können verarbeitet werden, sie werden aber unterschiedlich gewichtet; Aufmerksamkeit / Selektion greift sehr früh im Prozess, in jedem Fall vor Identifikation des Reizes; Wahl anhand grundlegender Reizmerkmale Deutsch & Deutsch: late selection, es werden alle Informationen zunächst basal parallel verarbeitet und interpretiert, Aufmerksamkeit ist dafür da, einzelne dieser identifizierten Informationen für weitere kognitive Prozesse auszuwählen; Selektion durch Aufmerksamkeit hier später im Prozess Resumee:: Aufmerksamkeitsprozesse können wohl auf jeder Stufe der Verarbeitung stattfinden
- Posner Diagramm räumliche Verlagerung von Aufmerksamkeit wird untersucht Probanden mussten entscheiden, ob ihnen p oder q präsentiert wurde (durch Drücken einer spezifischen Taste), wobei die Buchstaben an verscheidenen räumlichen Positionen auf dem Bildschirm angezeigt werden; Präsentationszeit zu kurz, um Blickbewegung zum Buchstaben auszuführen; es wurden exogene Cues (markierten den Ort als Hinweisreiz, an der der Buchstabe gezeigt werden sollte direkt durch Aufblinken eines Rahmens) und endogene Cues (markierten den Ort indirekt / symbolisch z.B. durch einen Pfeil auf die korrekte Präsentationsposition; dabei 20% invalide & 80% valide Reizse (erstere geben falschen Hinweise, letztere Zeigen tatsächliche Spätere Position des Buchstabens an tatsächlich wurde die Reaktionszeit bei validen Hinweisreizen verkürzt (Sensitivität erhöht) und die Antwortrichtigkeit bei validen Hinweisreizen in schwierigken Unterscheidungsaufgaben erhöht (Selektivität) Reizverarbeitung also schneller und effizienter
- exogene und endogene Hinweisreize exogen = ziehen Aufmerksamkeit automatisch auf sich, gehen nicht von uns selbst aus (Umweltreize), wirden mit geringer Vorlaufzeit von nur 100 ms, wirken auch wenn sie invalide sind (keine Vorhersagekraft bzgl. Zielreiz; lösen unwillkürliche Orientierungsreaktion aus endogen = steht unter der kognitiven Kontrolle der Versuchsperson, z.B. Entscheidugsgewalt, kontrollierte Verlagerung von Aufmerksamkeit, besitzt gewisse Vorhersagekraft, wirkt nur wenn auch valide, benötigt kognitive Vorbereitungszeit und wirkt erst 300-500 ms vor Zielreiz
- Objektbasierte Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit lässt sich leichter innerhalb eines Objektes verschieben, es können auch leichter 2 Merkmale eines Objektes betrachtet werden; schwieriger wird Aufmerksamkeitsverschiebung zwischen Objekten und betrachten von 2 Merkmalen 2er verschiedener Objekte
- Merkmalsbasierte Aufmerksamkeit Beachtung von Form, Farbe oder Bewegugsrichtung Untersuchung mit Makakenaffen ergab Erhöhte Sensitivität von Zellen in V5, selbst für Bewegungsreize, die gar nicht im rezeptiven Feld der Zelle lagen
- Neuronale Grundlagen bzw. Wirkungsmechnismus von Aufmerksamkeit Sensitivität: Erhöhung der Antwortschnelligkeit; durch Aufmerksamkeit werden sensorische Zellen des Thalamus über Acetylcholierge Neurone des PMT (diese wiederum vom Cortex über Glutamat gesteuert werden) bereits erregt; diese Erregung summiert sich mit dem tatsächlichen sensorischen Reiz und ergibt eine höhere Stärke der Reizantwort, was die niedrigeren Reaktionszeiten erklärt Selektivität: Erhöhung der Antwortgenauigkeit; durch modulatorische Aktivierung derjenigen Neuronenensembles auf Basis der beschriebenen Aufmerksamkeitsmechanismen, die für die Wahrnehmung eines bestimmten Reizes zuständig sind, wird die Nervenzelle selbst bei schwacher tatsächlicher Erregung überschwellig erregt, sodass im Ergebnis dieser Reiz wahrgenommen wird hierzu Versuche von Moran und Desimone die einem rezeptiven Feld im Areal V4 beim Makakenaffen darboten, wobei einer erregte und einer nicht zur Erregung geeignet war; überlicherweise zeigte sich starke Reaktion wenn der passende Selektive Reiz präsentiert wurde, eine schwache Reaktion beim "falschen" Reiz, eine mittlere Reaktion bei Präsentation beider Reize; Wurde die Aufmerksamkeit des Affen auf den passenden Reiz gerichtet, war die Reizantwort ebenso hoch bei der Präsentation des passenden als auch beider Reize Wirkung, als würde die physikalische Intensität des Reizes erhöht, Aktivität der Nervenzellen im Gehirn wird durch Aufmerksamkeit herauf- und herabgesetzt, Effekt ist in frühen kortikalen Regionen bereits bemerkbar, mit zunehmende Spezialisierung höher, auch räumliches Auflösungsvermögen wird erhöht Kontrastsensitivität, nachgewiesen im Carrasco-Paradigma: zwei Gitterreize werden rechts und links eines Fixationspunktes präsentiert, exogene Hinweisreize wurden eingesetzt, also Folge berichteten Probanten häufiger die Orientierung des Gitterriezes, der angezeigt wurde, selbst bei tatsächlich geringerem Kontrast (Wirkung wie Erhöhung des Reizkontrastes)
- Pop-Out-Effekt wahrnehmungspsychologisches Phänomen, durchPräattentive Verarbeitung und Erkennen von Reizen, die sich in einem Merkmal von möglichen Distraktoren eindeutig unterscheiden, "springen" einem quasi ins Auge, keine aufwendige Aufmerksamkeitsleistung nötig, sehr geringe Suchzeit ,schnelle Differenzierung durch starke Unterscheidung, da unterschiedliche Merkmalsrezeptoren angesprochen werden
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- visuelle Suche Paradigma zur Untersuchung visueller Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsprozesse, Suche nach Zielreizen in unterschiedlich komplexen Reizanordnungen Es soll im Suchbild entschieden werden, ob Reiz vorhanden ist (positiver Durchgang) oder nicht enthalten ist (negaitver Durchgang) Reize müssen so schnell wie möglich selektiert werden
- attentive vs. präattentive Verarbeitung präattentiv ohne Aufmerksamkeinseinsatz, z.B. beim Pop-Out Effekt oder wenn eigener Name in einem nicht verfolgten Gespräch erkannt wird; sehr geringe und immer gleiche Suchzeiten, z.B. bei einfachen Merkmalsunterscheidungen attentiv mit Aufmerksamkeitseinsatz, wobei die Suchzeit von der Anzahl der Distraktoren abhängt, z.B. bei Konjunktion von Merkmalen, sequenzielle Prozesse der Prüfung
- Arten von Suchen Konjunktionssche, sequentielle Prüfung aller Reize, verwendet wenn sich Zielreiz von Distraktoren in mehreren Merkmalen unterscheidet (Konjunktion von Merkmalen), im positiven Durchgang wird der Zielreiz im mittel nach der Hälfte der Vergleiche entdeckt, bei negativen Durchgängen das Nichtvorhandensein erst nach Ende aller Vergleiche, daher Steigung der Suchfunktion für positive Durchgänge halb so groß wie bei negativen Durchgängen (x: Anzahl Distraktoren, y: Suchezeit) Suchzeit proportional zu Zahl der Distraktoren, attentive Verarbeitung parallele Suche, Pop-Out-Suche, Suchzeit hängt nicht von der Zahl der Distraktoren ab und ist gleichmäßig gering, Unterscheidung des Zielreizes von Distraktoren in einem einfachen Merkmal, präattentive Verarbeitung
- Merkmals-Integration-Modell (Treisman) unterschiedliche Merkmale werden getrennt verarbeitet visuelles System verfügt über eine Reihe von Merkmalskarten Verbindung aller Karten in einer räumlichen Hauptkarte der Positionen Aufmerksamkeit zur Suche an räumlicher Position: Aufmerksamkeit aktiviert Stelle in der Master-Map und damit auch alle entsprechenden Stellen einzelner Merkmalskarten; alle Merkmale an dieser Stelle werden zur Gesamtrepräsentation zusammengebunden (Objekt-Datei); Identifikation durch Vergleichen mit LZG Aufmerksamkeit zur Suche nach Reizmerkmalen: Auswahl von Merkmal und Suche nach Position; Aufmerksamkeit aktiviert z.B. gesamte Schwarz-Karte, in der Hauptkarte werden alle Positionen mit schwarzen Merkmalen aktiviert (Unterscheidung in nur 1 Merkmal = Aktivierung einer einzigen Position, daher geringe Suchzeit); mehrere Merkmale / serielle Suche: Hauptkarte wird Objekt für Objekt abgesucht und jedesmal eine Objekt-Datei angelegt, die mit der vorgefassten Repräsentation des gesuchten Objektes verglichen wird akive Rolle der Aufmerksamkeit bei der Erstellung der Objekt-Repräsentation, keine kognitiven Kontrollprozesse
- Modell der geleiteten Suche (Wolfe) ebenfalls Organisation in Hauptkarte und Merkmalskarten Objekte, die sich in möglichst vielen Merkmalen möglichst stark von anderen Objekten unterscheiden, erzeugen Aktivitätsgipfel in der Hauptkarte, besitzen eine hohe Auffälligkeit (Salienz); Aufmerksamkeit richtet sich immer auf die am stärksten aktivierte Position in der Hauptkarte Möglichkeit, Merkmalskarten unterscheidlich zu gewichten unter kognitiver Kontrolle, Voraktivierung bei der Konjunktionssuche, sodass deren Aktivitäten bevorzugt auf die Master-Map übertragen werden Modell ist flexibler, unterscheidet zwischen paralleler und konjuktiver Suche; Aufmerksamkeit hier nur Folge der räumlichen Aktivierung von Merkmalskarten, Prozesse der Kognition werden betont / Kontrollprozesse
- Neglekt Schädigung des parietalen Cortex durch Schlaganfall oder andere Hirnschädigung (insbesondere rechter parietaler Cortex geschädigt und dahr kontraläsionale Einschränkung, im ipsiläsionalen Gesichtsfeld bleiben Funktionen erhalten) kann sich mit der Zeit zurückbilden und verschwinden Reize im kontraläsionalen Halbfeld werden ignoriert / übersehen (z.B. Markierung von Objekten auf einem Blatt Papier verstreut), Bsp: Essen nur von einer Seite des Tellers, eine Seite des Gesichtes rasieren oder schminken mildere Form = Extinktion (Objekt nur übersehen, wenn ipsiläsional gleichzeitig ein Objekt erscheint geht einher mit Störung der Raumorientierung und -wahrnehmung (Sötrung der Aufmerksamkeit oder räumlichen Repräsentation?) Räumliche Bezugssysteme: Kann auch nur die kontraläsionale Seite eines jeden Objektes betreffen, weiter kontraläsional gelegene Objekte betreffen (wenn beide im schlechten Halbfeld liegen), wandert oft mit Objekten von kontraläsionalem Halbfeld ins ipsiläsionale Halbfeld (wird dadurch nicht besser erkannt), betrifft auch vorgestellte Räume
- modalitätsübergreifende Aufmerksamkeit Sehen, Hören, Tasten nicht unabhängig voneinander; Informationen müssen für komplexe Handlungsabläufe integriert werden, Aufmerksamkeitsmechanismen einzelner Sinnesmodalitäten müssen untereinander koordiniert werden oft ergibt sich gleichgerichtete Orientierung in unterschiedlichen Sinnesmodalitäten