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BM16 (Subject) / BM16 (Lesson)

Grundlagen der Heilpädagogik & Inklusiven Pädagogik

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  • In welchem Jahr tauchte der Begriff HP erstmals im Titel eines Buches auf? Name? Autoren? Bezug zu Wien. Georgens und Deinhardt waren die Gründer der Heilpflege- und Erziehanstalt für geistes-und körperschwach Kinder, hatten 1860 in der Akademie der Wissenschaften in Wien „zwölf Vorträge zur Einleitung und Begründung einer heilpädagogischen Gesamtwissenschaften gehalten, welche dann im Jahr 1861 als deren Buch „Die HP unter besonderer Berücksichtigung der Idiotie und Idiotenanstalt“ erschien und HP das erste Mal in einem Buch vorkam.
  • Warum kann man Georgens HP als Integrative Pädagogik bezeichnen? Georgens, Deinhardt und Gayette gründeten ein Heim mit behinderten und nicht behinderten Kindern. Georgens bemerkte, dass diese Konstellation von Vorteil war und dass es eine positive Wirkung auf den Heilungsprozess hatte. Somit war er für Koedukation und war seiner Zeit voraus. (Jungen & Mädchen, behinderte & nicht-behinderte Kinder zusammen in einem Heim, Schule,...) 1856: Gründung eines gemischten Heimes für „gesunde“ und „entartete“ Kinder von Kurgästen in Baden. Dieses gemeinsame Unterrichten war für die damalige Zeit revolutionär. Georgens und Deinhard betrachteten HP als einen Zweig der allgemeinen Pädagogik mit Aufgabenstellung zwischen Pädagogik und Medizin. Neben den speziellen Einrichtungen sollen auch die allgemeinpädagogischen Einrichtungen HP-Zielsetzungen verfolgen Georgens war für Koedukation (Buben und Mädchen, gesunde und behinderte Menschen) (nicht religiös motiviert!), damit war er seiner Zeit sehr weit voraus HP zielt bei ihm nicht auf das Individuum sondern auf die Gesellschaft
  • Unterschiede im Verständnis von Behinderung und Beeinträchtigung nach der Definition von Bach und der ICF? Bach: Beeinträchtigung ist der Oberbegriff für Schäden. Behinderung ist eine Beeinträchtigung die umfänglich (mehrere Bereiche betroffen), schwer und langfristig. ICF: Behinderung wird als Schaden mit Beeinträchtigung der Aktivität und Teilhabe gesehen. -> Schädigung – Beeinträchtigung der Aktivität – Beeinträchtigung der Teilhabe
  • Klassifikation der ICF: „s“, „b“, „e“, „d“ für was stehen diese Buchstaben? s= body structure, b=body function, e=environmental factors, d= activity and participation
  • Welche Formen gibt es beim Down-Syndrom? Freie Trisomie 21: betrifft alle Zellen. Translokationsform: Das übrige Chromosom hängt an einem anderen Chromosom. Mosaikform: Neben den Zellen mit 3 Chromosomen gibt es auch Zellen die das 21. Chromosom nur 2x haben.
  • Ursache für das Down-Syndrom? Chromosomenabweichung – das 21. Chromosom kommt 3x vor. Kommt häufig bei Frauen unter 20 und über 35 vor.  Bei der Zellteilung der Samen- oder Eizelle (Meiose) wird das 21. Chromosom nicht geteilt. Wenn sich bei der Befruchtung Samen- und Eizelle vereinen, ist das 21. Chromosom 3fach vorhanden.
  • Ist Autismus eine Beziehungsstörung? Laut Bettelheim ist die Interaktion zwischen Mutter und Kind gestört, dass seiner Meinung nach ein Auftreten des frühkindlichen Autismus ist. Er ist gegen zu früher Verselbständigung zB beim Essen mit Löffel. Aber er ist auch gegen die Aktivitäten, die die Mutter für das Kind macht, denn so behindert sie deren Selbstständigkeit. Er ist für ein Miteinander von Mutter und Kind. Kritik: Diese Theorie ist nicht beweisbar. Autisten haben weniger ein Problem mit der Krankheit selber als mit der Umwelt, der sozialen Folgen und deren Auswirkungen, denn sie werden oft durch deren Verhalten verurteilt und abgewiesen. Sie haben sehr wohl Gefühle, aber können sich nicht aus ausdrücken wie ein gesunder Mensch, somit scheitern sie oft an deren Verhalten. Das Asperger-Syndrom ist nicht eine Beziehungsstörung sondern die soziale Beziehung des Autisten zur Umwelt ist gestört.
  • Unterschied von T4 und „wilder“ Euthanasie? T4: staatliche Maschinerie, die nach festgelegten Regeln arbeitete. Die Heime übergab die Behinderten der Aktion T4, ohne das Wissen der Verwandten. Das Ziel war die Beseitigung der Insassen der Heil- und Pflegeanstalten. (psychisch Kranke, vor allem aber Menschen mit geistiger Behinderung) Eine Gruppe von Ärzten entschied wer getötet wird. Es gab 6 Heime, in denen man die Behinderten auslöschte. Menschen mit geistiger Behinderung, die bei deren Familien wohnten, entkamen der Euthanasie. Deswegen wurden viele Familien noch überredet, deren Kinder in Heime unterzubringen. Durch die Vielzahl an Todesfällen kam es zu Misstrauen und dann zu Protest -> T4 wurde gestoppt. „wilde“ Euthanasie: statt der Tötung mit Gas, wurde in der „wilden“ Euthanasie das Medikamentes Luminal verabreicht, dass erst zum Koma und später zum Tod durch Lungenentzündung führte. (natürliche Todesursache)
  • Was ist Eugenik? Eugenik bedeutet soviel wie Erbhygiene mit dem Ziel der Vermeidung der Weitergabe von Schädigungen. Definition heute: Unheilbar schwer kranke Menschen, die große Schmerzen haben, werden von deren Leid erlöst.
  • Wie unterscheiden sich die Ansichten bei Singer und Binding & Hoche zur Euthanasie? Hoche & Binding stufen Menschen mit Behinderung als nicht lebenswert ein. Sie sehen die HP als Verschwendung und durch den Titel deren Buches, sagten sie schon aus, dass sie für die Freigabe der Vernichtung der Menschen mit Behinderung sind. Singer unterscheidet zwischen Homo Sapiens und Perosnen. Personen haben laut ihm Merkmale wie Selbstbewusstsein, Selbstkontrolle, Fähigkeit Beziehungen zu führen und Sinn der Zukunft. Schwer Behinderten schreibt er diesen Personenstatus ab, da sie diese Merkmale nicht besitzen. 3 verschiedene Arten von Euthanasie: • freiwillige Euthanasie: Verlangen der Person • unfreiwillige Euthanasie: Person kann für sich selbst sprechen und will leben, Wunsch wird aber nicht wahr genommen. • nicht-freiwillige Euthanasie: Wenn die Person nicht fähig ist zu entscheiden.
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  • DSM-5? Ziele? -> Diagnostic and statical manual of mental disorder Ausführlicher als das ICD-10. Klassifizierung nach Defizit-, Störungs- und Krankheitsmerkmalsgruppen. Alles was als Krankheit oder gesundheitliches Problem gilt ist hier verzeichnet. DSM-5 ist der Nachfolger von DSM-4 und hier sind nun auch psychische Krankheiten wie Essstörungen oder ADHS beeinhaltet. Die Psychische Erkrankungen und ihre einzelnen Symptome werden mit dem DSM-5 nun zusätzlich in "mild", "mittel" oder "schwer" eingestuft. Ziel: Symptome genauer zu behandeln und objektiv festhalten zu können, wenn diese schwächer oder stärker werden. Das könnte neue Behandlungsformen ermöglichen, wie etwa Kurztherapien.
  • Österreichische Heilpädagogik zwischen 1950-1980. Welche Unterschiede zu Schweiz und Deutschland? Wer war federführend in Österreich? Im Gegensatz zu der Schweiz und Deutschland, war die österreichische HP sehr medizinisch geprägt. Die Schweiz wiederum konnte sich in der pädagogischen und psychologischen HP im Gegensatz zu Ö und D bis jetzt bruchlos entwickeln. Vertreter in Ö waren Heller und Asperger.
  • Warum gibt es so viele behinderte Menschen in den EL? Die meisten Behinderungen treten in den EL auf, da die Lebensumstände dort nicht gut sind. Es ist eine Folge der Bevölkerungsverteilung und durch die schwere Lebensbedingungen sind sie öfters Krankheiten ausgesetzte, haben wenig Zugang zu Ärzten oder Medikamenten, schlechte Wohn- und Lebensbedingung, wenig Nahrung, unzureichendes Wissen der Krankheiten (Aids),... Aus solchen Gründen wurde die CBR gegründet.
  • Was verstehen wir unter CBR? -> community based rehabilitation. Wurde gegründet, da es zu wenige Institutionen für Menschen mit Behinderungen gibt, speziell in ländlichen Gegenden. Institution based rehabilitation ist das Gegenmodell und ein Modell für die Städte. Funktionen der CBR sind Eltern, Lehrer, öffentliche Berater, Gemeinde Rehabilitationskomitee, Menschen mit Behinderung Kritik: meist nur im ländlichen Raum erfolgreich, Problem bei der Umsetzung in städtischen Armutsregionen (Slums), in vielen Projekten unzureichende Einbeziehung von Menschen mit Behinderung.
  • Welche Ethiken gibt es? adovkatorische Ethik Prinzipienorientierte Ethik Diskursorientierte Ethik Folgenorientierte Ethik
  • Was ist advokatorische Ethik? Das Handeln für eine andere Person aber in deren Interesse. Kommt in Situationen vor wo die Eltern für deren Kinder handeln/sprechen aber auch wenn schwer behinderte Menschen nicht in der Lage sind für sich selber zu sprechen.
  • Was ist die Prinzipienorientierte Ethik? + Vertreter Messung moralischen Handlens an festgelegten Werten Kant 1983: Metaphysik der Sitten
  • Was ist folgenorientierte Ethik? + Vertreter Fragen nach den Folgen des Handelns Utilitaristen, zB Mill 
  • Was ist Diskursethik? + Vertreter Positionen werden unter den Beteiligten ausgehandelt Habermas 1992: Erläuterungen zur Diskursethik
  • Ursache für Asperger? Behinderung mit ungeklärter Ursache. Gibt aber Ansätze dafür, dass es durch genetische Faktoren, Gehirnschäden, Schäden durch Impfstoffe oder durch Stillproblemen hervorgerufen wird.
  • Hellgard Rauh und ihre Aussage zur Varianz bei Down-Syndrom. Welche Wirkung auf HP? Rauh untersuchte die sprachliche, motorische und kognitive Entwicklung von Kindern mit DS. Sie fand heraus, dass diese sehr große Abweichungen (malerisch, musikalisch,...) der Entwicklung im Gegensatz zu nicht-behinderten Kinder machen. Deswegen ist eine individuelle Betreuung wichtig, ansonsten könnte es zu Unter-oder Überforderung kommen.
  • Was ist Prävention? = Vorbeugung von drohender Behinderung oder Entwicklungsstörung. Pinata unterscheidet zwischen 3 verschiedenen Präventionen
  • Was ist primäre Prävention? generelle Schadensverhinderung (Kindergartenplätze für alle Kinder schaffen)
  • Was ist sekundäre Prävention? individuelle Schadensabschwächung (pädagogische Frühförderung bei Kindern mit psychosozialen Risiken)
  • Was ist tertiäre Prävention? Schädigungsbegrenzung (Gruppenarbeit bei Schülern mit Lernbeeinträchtigung zur Vorbeugung von Verhaltensstörung -> um weitere Schäden vorzubeugen)
  • Welche Bedeutung hat der Gedanke, dass ein Sinn einen anderen ersetzt werden kann für die Pädagogik bei Sinnenschädigung? Durch das ersetzten des Sinnes bei zB Blinden -> Sehsinn wird durch Tastsinn ersetzte, kann man auch mit Sinnesgeschädigten pädagogisch Arbeiten. Oder durch die Brailleschrift. Man muss somit nicht zwingend sehen können um lesen zu können. Bei Taubblinden kann man zB die Klingel an der Türe mit einem Ventilator im Gang ersetzten -> wenn es klingelt gibt es einen Luftstoß.
  • Pädagogische Frühförderung. Ziele usw? Frühförderung ist ein Oberbegriff für Frühdiagnostik, Frühbehandlung und Früherziehung, sowie Begleitung und Betreuung der Eltern. Wird bei Kindern von 0-3 Jahren vorgenommen, die eine Behinderung haben oder von Behinderung bedroht sind. Ziele: Früherkennung, Diagnostik, Förderung, Beratung und Begleitung, Fachlicher Austausch, gesellschaftspolitische Interessensvertretung, spezifische Aufgabenfelder.
  • Weiterentwicklung von Normalisierung bei Wolfensberger im Vergleich zu Nirje: Nirje: normaler Tagesrhythmus, trennung der Lebensbereiche (Arbeit und Wohnen), normales Jahresrhythmus, normaler Lebensablauf, Berücksichtigung der Wünsche, leben in einer bisexuellen Welt, normale wirtschaftliche Standards,... -> Menschen mit Behinderung sollen die Errungenschaften des Lebens genauso nutzen können wie jeder andere. Wolfensberger: Neuformulierung des Normalisierungsprinzip -> entwickelte ein Instrument zur Bewertung von Dienstleistungen der Behindertenhilfe (PASS). Weitere Neuformulierung war, dass die Einschätzung von Menschen vor allem von der Einstufung der sozialen Rolle abhängt -> spricht nun von Valorisation (Aufwertung) der sozialen Rolle.
  • Was bedeutet Stigmata? Ist Behinderung ein Stigma? Goffman unterscheidet zwischen 3 Stigmata: physische Deformation (körperliche Behinderung) individuelle Charakterfehler (Alkoholabhängig) phylogenetische Stigmata (Zugehörigkeit einer Rasse) Obwohl dies nicht eindeutig zu beantworten ist, lässt sich nach Cloerkes der Ansatz hier gut anwenden, Menschen mit Behinderung entsprechen in ihrem Sosein nicht den gesellschaftlichen Erwartungen, wobei abweichendes Verhalten mit eingeschlossen sein kann, aber nicht muss.
  • Was ist das Ziel und die Funktion der Disability Studies? In welchen Wissenschaften werden die angewendet? beschäftigt sich mit folgenden Themen: • Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper • Fragen nach Norm und Normalität • Ursache für Pathologien liegen in den Normalitätsvorstellungen der Gesellschaft • Behinderung als Produkt komplexer, historischer, gesellschaftliche und kultureller Konstruktionsprozesse DS versucht die Behinderung in Wirtschaft und Gesellschaft neu zu verorten. Anfangs überwiegen in der Soziologie, inzwischen Pädagogik, Philosophie, Kunstgeschichte, Powi, Literaturwissenschaft,...
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  • Was sind in der ICF Komponenten und was Domänen? Bsp. Körperfunktionen- und Strukturen, Aktivitäten, Partizipation, Umweltfaktoren und personenbezogene Faktoren werden in der ICF als Komponenten bezeichnet. Diese Komponenten bestehen wiederrum aus Domänen – sind physiologische Funktionen, anatomische Strukturen, Handlungen, Aufgaben oder Lebensbereiche die miteinander in Zusammenhang stehen. Bsp: Komponente: Umweltfaktoren – Domäne: Äußere Einflüsse auf Funktionsfähigkeit und Behinderung (Lift für Rollstuhlfahrer)
  • Wann war Salamanca? Ziele? Und welche Organisation hat da was vorgelegt? 1996 fand der Inklusionsbegriff durch die Salamanca-Erklärung weltweite Verbreitung. UNESCO. • Forderung, dass Kinder mit speziellem Erziehungs- und Bildungsbedarfs Zugang zur Regelschule haben. • Regelschulen sollen durch eine kindzentrierte Pädagogik und durch eine inklusive Ausrichtung zum Mittel im Kampf gegen Vorurteile werden und stellen eine Einflussmöglichkeit auf die Gesellschaft dar. • Inklusive Schulen sollen effektive Erziehung ermöglichen und stellen eine kostengünstigere Alternative für das Erziehungswesen dar. Ziele: Aufnahme von Kindern in Sonderschulen sollten vermieden werden, Länder ohne Sonderschulen sollten sich auf die Entwicklung von „inclusive schools“ konzentrieren, höhere Qualitätsstandards, für Kinder mit speziellem Erziehungsbedarf wird ein Unterstützungsprogramm empfohlen, Einbeziehung in die Gemeinde, Teamarbeit der Lehrer und Mitarbeit der Eltern ein weiteres Merkmal einer „inclusiv school“.
  • Begriff „World Polity“, was bedeutet der Begriff und wieso wird er zur Diskussion von „inclusive schools“ verwendet? Für die weltweite Durchsetzung bestimmter Konzepte und Leitbegriffe verwendet Meyer den Begriff „world polity“ und definiert ihn als weltweit geteilte Vorstellungen über die Beschaffenheit von Gesellschaften und Institutionen und die darin geltenden Zeitkonzepte und Sichtweisen.
  • Wieso kann es zu Problemen kommen wenn Menschen mit geistiger Behinderung Eltern werden? Das Kindeswohl kann gefährdet sein. Kinder sind meist nicht behindert, dies kann zu Spannungen führen, weil die Eltern überfordert sind und weil sie ihr Kind nicht so unterstützen können wie sie wollen. Gesellschaft reagiert nicht positiv darauf, man traut es ihnen nicht zu.
  • Hat sich die Ambulante Frühförderung für Kinder mit psychosozialen Risiken als besser erwiesen? Begründe deine Antwort! Kinder aus sozial randständigen Lebenslagen wurden erst Verspätet als potentielle Adressaten der FF entdeckt. Weiß plädiert bei Problemfamilien für eine Beratungsarbeit, welche die Lebenswelt der Betroffenen zu einem zentralen Bezugspunkt macht. Die Ambulante FF wurde bei Kindern mit psychosozialen Risiken als Problem betrachtet, denn Sozial randständige Familien suchen nur selten den Rat von Frühförderstellen. So hat sich erwiesen, dass aufsuchende Formen der FF, wie die mobile FF, die Zielgruppe eher erreicht.
  • In welchem Jahr tauchte „Heilpädagogik“ erstmals im Titel eines Buches auf? Wie heißt das Buch wie heißen die Autoren? 1861, Jan Daniel Georgens, Heinrich Marianus Deinhardt „Die Heilpädagogik unter besonderer Berücksichtigung der Idiotie und der Idiotenanstalten“
  • Vor/Nachteile des Begriffes Heilpädagogik: + der Begriff hat eine positive Konnotation und neben medizinischen auch pädagogische Wurzeln - neben einer pädagogischen kann auch eine medizinische oder theologische Sichtweiße zu Grunde liegen
  • Vor/Nachteile des Begriffes Sonderpädagogik: + muss nicht nur auf die Sondereinrichtung verweisen sondern kann auch das Besondere (im positiven Sinne) eines Menschen betonen - verweist auf Sondereinrichtungen die dem Partizipationsgedanken entgegen laufen könnten
  • Vor/Nachteile des Begriffes Rehabilitationspädagogik: Ursprünglich stammt der Begriff aus der DDR, wird heute bevorzugt außerschulisch verwendet (Dortmund Köln Headquaters) + kann sich am weltweit für verschiedene Fachbereiche definierten Rehabilitationsbegriff definieren - der Verweis auf die Rehabilitation führt nicht zu pädagogischen Aufgabestellungen; lange mit der DDR verbunden
  • Vor/Nachteile des Begriffes Behindertenpädagogik Begriff von Bleidick; Behinderung als zentraler Begriff der SHP, in den 1970ern entstanden Förderpädagogik Integrationspädagogik + beansprucht die Zielgruppe unter einem einheitlichen Begriff zu fassen - die Behinderung als Negativmerkmal steht im Mittelpunkt des Faches
  • Vor/Nachteile des Begriffes Förderpädagogik: + vermeidet negative Zuschreibungen - Der Begriff Förderung ist nicht aussagekräftig
  • Vor/Nachteile des Begriffes Integrationspädagogik + fokussiert auf die gesellschaftliche Teilhabe und die strukturelle Veränderung zugunsten behinderter Menschen ´- Integrationspädagogik und „Inclusive Education“; nicht jede Pädagogik für behinderte Menschen hat die Zielsetzung der Integration/Inklusion
  • 3 Unterschiede zwischen Kanners frühkindlichen Autismus und Aspergers autistischer Psychopathie Asperger-Syndrom:  Das Mienen- und Gebärdenspiel ist spärlich und gleichförmig. Es treten Störungen im Bereich von Sprachmelodie und Lautstärke auf.  Die Körperbewegungen wirken disharmonisch, eckig, und abrupt. Es besteht eine Vorliebe für spezielle Kenntnis- und Wissensbereiche, die übermäßig aufgebläht sind im Vergleich zum sonstigen Wissen.  Trotz guter Intelligenz haben die Kinder Schwierigkeiten beim schulischen Lernen, haben eigenwillige Lernmethoden und fehlende bewusste Aufmerksamkeitssteuerung.  Bei Beschäftigungen und Spielen dominieren stereotypisierte Gewohnheitshandlungen gegenüber aufbauenden und komplexen Spielen.  Kanner-Syndrom: Kinder kapseln sich aus der menschlichen Umwelt ab.  Ängstlich-zwanghaftes Bedürfnis nach Gleicherhaltung der dinglichen Umwelt. Störungen der Intelligenz- und Sprachentwicklung. Bei der Hälfte der Kinder war die Sprechfähigkeit teilweise um Jahre verzögert. Ein Drittel blieb zeitlebens stumm.  Sehr häufig treten auch Echolalie in Form der Wiederholung des letzten gesprochenen Wortes auf.
  • behinderte Menschen oder Menschen mit Behinderung „behinderte Menschen“ impliziert Behinderung als Eigenschaft des Menschen, darum wird dieser Begriff ersetzt durch „Menschen mit Behinderung“ Ansatz der Disability Studies: Eigenschaft der Umwelt nicht des betroffenen Menschen
  • Möckel – Entstehung von Institutionen durch die Entdeckung neuer „Bildungsmethoden“ am Beispiel der Gehörlosenpädagogik darstellen 16. Jahrhundert: eine Gruppe gehörloser wird erstmals unterrichtet 1770: Taubstummenschule (l'Epée & Pereira) 1900: eigene Schwerhörigenbeschulung in Wien (Urbantschitsch) Entwicklung eines Fingeralphabets Entstehung eines Systems von Gesten, die Wörter und Sätze meinen Die Entdeckung, dass ein Aufbauen auf der Resthörigkeit und eine gezielte Sinnesschulung zu nachhaltigen Erfolgen führen, ließ neue Konzepte entstehen und führte zu einer Abgrenzung zu den Methoden der Gehörlosenpädagogik
  • Umweltfaktoren bei ICF und Auswirkungen für die Entstehung von Behinderung „Enviromental factors“ = Umweltfaktoren. Hierunter sind nicht nur die Rahmenbedingungen des Umfeldes, sondern auch alle Hilfen zu verstehen, die eine Gesellschaft bereit stellt. (z.B. Rampe oder Aufzug für Rollstuhlfahrer). Diese beeinträchtigen die Aktivität betroffener Personen, sowie die Teilhabe an bestimmten Lebensbereichen.  
  • Wofür ist ICF die Abkürzung? ICF: International Classification of Functioning, Disability and Health
  • Behinderungskonzepte in der Sonderpädagogik nach Bleidick personenorientiert: (altes Modell) Behinderung wird als individuelle Kategorie und objektivierbarer Defekt betrachtet. „Kinderfehler“ = Fehler die man am Kind nicht haben will [lügen, stottern...]. Der Fehler liegt an der Person des Kindes. Gilt auch als medizinisches Modell: Ursache der Behinderung in einem Fehler der Person. (objektivierbarer Defekt à äußere Faktoren z.B. ADHS oder Legasthenie) Interaktionistisch: Behinderung ist das Resultat sozialer Reaktionen mit Typisierung, Etikettierung und Kontrolle (Zuschreibung, die sich auf die Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt bezieht) Systemtheoretisch (Luhmann): Behinderung ist abhängig von der Ausdifferenzierung nach Leistung durch das Bildungswesen. Behinderung ist im Sinne der Systemtheorie eine Ausdifferenzierung komplexer Sozialer Systeme. Es sollte nicht so sein: Es gibt keine andere Schule, also gehen alle da hin. Gesellschaftstheoretisch: Behinderung ist ein Produkt der Gesellschaft, die Behinderte für schlecht bezahlte Tätigkeiten produziert. Nach dem marxistischen Konzept stellen Lernbehinderte auch eine Ressource dar. Behinderung ist ein Produkt der gesellschaftlichen 
  • Beeinträchtigung des Sehens Als Blind gelten  Personen, die infolge einer Schädigung des Sehorgans kein Sehvermögen haben oder in ihrem Sehvermögen sehr stark beeinträchtigt sind (in der Regel weniger als 1/50 der Sehnorm auf dem besseren Auge), so dass sie sich nur mit fremder Hilfe in unbekannter Umgebung orientieren können. Einschränkung des Gesichtsfeldes auf weniger als 5° beim leistungsfähigeren Auge und mit maximalen Sehhilfen. Sehbehinderte sind Menschen mit reduziertem Sehvermögen, das trotz bestmöglicher optischer Korrektur in der Regel zwischen 1/20 bis1/50 der Norm liegt. Bei der Sehbehinderung ist noch eine visuelle Aneignung der Welt möglich Bei der Blindheit passiert die Aneignung über einen anderen Sinn, den Tastsinn, damit wird die Brailleschrift gelesen. Wichtig ist die „Art der Aneignung der Welt“.
  • Ist disability eher mit Behinderung oder mit Beeinträchtigung nach Bach gleichzusetzen bei Bach ist Beeinträchtigung der Überbegriff für Behinderung, Störung und Gefährdung im Sinne einer graduellen Differenzierung. wobei Behinderung als "umfänglich, schwer und nachhaltig" angesehen wird. die ICF verwendet Disability als Überbegriff für Impairment, Acitivity Limitation und Participation restriction. somit enthält Disability für mich keine Aussage über Schweregrad und Ausmass, ist also mit Beeinträchtigung bei Bach am ehesten vergleichbar.