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Testtheorie (Subject) / Testtheorie (Lesson)

Testtheorie

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  • Was ist die Klassische Testtheorie? stellt eine Sammlung von Methoden zur exakten und ökonomischen Erfassung interindividueller Unterschiede dar
  • Wesentlich Annahmen der KTT Die mit einem Test ermittelte Merkmalsausprägung eines Individuums setzt sich aus dem „wahren Wert“ dieses Individuums und einem Messfehler zusammen. Mit den Methoden der KTT soll der Anteil dieses Messfehlers bestimmt werden → „Messfehlertheorie“. Die KTT setzt den (messfehlerbehafteten) Messwert mit der Ausprägung des zu erfassenden psychischen Merkmals gleich. Ein Test wird daher als eine direkte Operationalisierung des Persönlichkeitsmerkmals betrachtet, welches er erfassen soll („Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst.“). Im Rahmen der KTT werden keine Aussagen über Zusammenhänge zwischen psychischen Merkmalen und dem Verhalten in einem Test formuliert (soll heißen: Wenn jemand tatsächlich eine hohe Ausprägung im Persönlichkeitsmerkmal X besitzt, dann wird er im Test so und so ankreuzen).
  • Existenzaxiom? Es existiert ein wahrer Testwert τvi als Erwartungswert einer Messung xvi. 
  • Verknüpfungsaxiom? Jede Messung xvi setzt sich aus dem wahren Wert τvi und einem zufälligen Messfehler εvi zusammen.
  • Unabhängigkeitsaxiom? Aus der Verbindung der ersten zwei Axiome resultiert das Unabhängigkeitsaxiom: Die Korrelation zw. den Messfehlern ε und den wahren Werten τ bei beliebigen Personen und beliebigen Items ist null.
  • Reliabilität? Messgenauigkeit (Zuverlässigkeit) eines Tests; abgekürzt: rtt
  • Wertebereich der Reliabilität? theoretisch 0 bis 1
  • Standardmessfehler (SMF)? „Der Standardmessfehler ist derjenige Anteil an der Streuung einesTests, der zu Lasten seiner Zuverlässigkeit geht."
  • Konfidenzintervall? Da alle Messungen mit einem Messfehler behaftet sind, kann dasErgebnis einer testpsychologischen Untersuchung eigentlich nie miteinem einzigen Wert ausgedrückt werden, sondern immer nur durch dieAngabe eines Bereiches, in dem der wahre Testwert mit einerbestimmten Wahrscheinlichkeit liegt. Dieser Bereich, der die Reliabilität eines Verfahrens mit berücksichtigt,wird als Vertrauensbereich oder Konfidenzintervall bezeichnet.
  • Kritische Differenz? Manchmal ergibt sich in der Praxis die Frage, ob sich zwei Testwertetatsächlich signifikant voneinander unterscheiden, oder ob die vorliegendeDifferenz der zwei Werte nur auf die Messungenauigkeit derVerfahren zurückzuführen ist.
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  • Validität? Validität meint Gültigkeit: Erhebt ein Fragebogen das, was er erhebensoll?
  • Inhaltsvalidität? Der Begriff der Inhaltsvalidität bezieht sich darauf, inwieweit die Inhalteeines Tests tatsächlich das interessierende Merkmal erfassen.
  • Konstruktvalidität? Konstruktvalidität liegt vor, wenn die Messung eines Konstrukts weder durch systematische Fehler noch durch andere Konstrukte verfälscht ist.
  • Kriteriumsvalidität? Kriteriumsvalidität bedeutet, dass von einem Testergebnis auf ein fürdiagnostische Entscheidungen praktisch relevantes Kriterium außerhalbder Testsituation geschlossen werden kann.
  • Interne Validität? Eine Untersuchung ist dann intern valide, wenn die Unterschiede in derabhängigen Variablen zwischen verschiedenen Versuchsbedingungeneindeutig auf die Veränderung der unabhängigen Variablen zurückgeführtwerden können.
  • Einflussgrößen auf die interne Validität? - Zeiteinflüsse (Äußere Einflüsse die zwischen zwei Messungen eine Wirkung auf die AV ausüben)- Reifung (Biologisch-psychologische Veränderungen der Versuchsperson im Verlauf einer Untersuchung)- Testeffekte (Effekte die durch das Testen selbst entstehen, meist Lerneffekte)- Veränderung der Messinstrumente- Statistische Regression (tritt bei Untersuchungen mit Extremgruppen auf)- Auswahlverzerrungen- Experimentelle Einbußen (Ausfälle von Versuchsteilnehmern)
  • Externe Validität? Eine Untersuchung gilt als extern valide, wenn man von einer Stichprobe auf die Population schließen kann. 
  • Objektivität Unter Objektivität wird hier verstanden, ob verschiedene Untersucher beiein- und demselben Testbogen zu einer identischen Auswertung undInterpretation kommen. Existieren festgelegte Richtlinien hinsichtlichAuswertung und Interpretation?
  • Durchführungsobjektivität? Ist die Durchführung für alle Probanden gleich bzw. sind die äußeren Bedingungen für alle identisch?
  • Auswertungsobjektivität? Existieren Richtlinien dafür, wie der Fragebogen / das Testverfahren ausgewertet werden soll? Auswertungsobjektiv sind die Ergebnisse, wenn sie unabhängig von dem Testauswerter sind.
  • Interpretationsobjektivität? Existieren Richtlinien dafür, wie ein bestimmtes Ergebnis zu interpretieren ist?
  • Nebengütekriterien: Skalierung: Ein Test erfüllt dann das Gütekriterium der Skalierung, wenn die laut Verrechnungsregel resultierenden Testwerte die empirischen Merkmalsrelationen adäquat abbilden.
  • Nebengütekriterien: Normierung / Eichung: Unter der Normierung (Eichung) eines Tests versteht man das Erstelleneines Bezugssystems, mit dessen Hilfe die Ergebnisse einer Testpersonim Vergleich zu den Merkmalsausprägungen anderer Personen eindeutigeingeordnet und interpretiert werden können.
  • Nebengütekriterien: Testökonomie: Ein Test erfüllt das Gütekriterium der Ökonomie, wenn er, gemessen amdiagnostischen Erkenntnisgewinn, relativ wenig finanzielle und zeitlicheRessourcen beansprucht.
  • Nebengütekritieren: Nützlichkeit: Ein Test ist dann nützlich, wenn für das von ihm gemessene Merkmalpraktische Relevanz besteht und die auf seiner Grundlage getroffenenEntscheidungen (Maßnahmen) mehr Nutzen als Schaden erwartenlassen.
  • Nebengütekritieren: Zumutbarkeit: Ein Test erfüllt das Kriterium der Zumutbarkeit, wenn er absolut undrelativ zu dem aus seiner Anwendung resultierenden Nutzen die zu testendePerson in zeitlicher, psychischer sowie körperlicher Hinsicht nichtüber Gebühr belastet.
  • Nebengütekriterien: Unverfälschbarkeit: Ein Testverfahren erfüllt das Gütekriterium der Unverfälschbarkeit, wenndas Verfahren derart konstruiert ist, dass die zu testende Person durchgezieltes Testverhalten die konkreten Ausprägungen ihrer Testwertenicht steuern bzw. verzerren kann.
  • Nebengütekriterien: Fairness: Ein Test erfüllt das Gütekriterium der Fairness, wenn die resultierendenTestwerte zu keiner systematischen Benachteiligung bestimmter Personenaufgrund ihrer Zugehörigkeit zu ethnischen, soziokulturellen odergeschlechtsspezifischen Gruppen führen.
  • Hinweise Itembildung: Eine Reihe vom allgemeinverbindlichen Regeln der Formulierungvon Items zur Operationalisierung von sozialwissenschaftlichen Konstruktenin Fragebögen: Man vermeide Feststellungen, die sich auf mehr als eine Weise interpretieren lassen. Man vermeide Feststellungen, die entweder von fast jedem oder fast niemandem bejaht werden können. Man wähle eine einfache, klare, direkte Sprache (KISS-Prinzip: Keep It Short and Simple) Feststellungen sollten kurz sein und nur selten mehr als zwanzig Wörter enthalten. Jede Feststellung sollte nur einen einzigen vollständigen Gedanken enthalten. Man vermeide Wörter, die von den beantwortenden Personen nicht verstanden werden. Man vermeide den Gebrauch doppelter Verneinung. Es sollten invertierte Items, d.h. Items, die entgegen dem Sinn des zu erfassenden Konstrukts gepolt sind, enthalten sein, um Antworttendenzen vorzubeugen. Soll beispielsweise das Konstrukt „Traurigkeit“ erhoben werden, könnte ein invertiertes Item lauten: „Ich bin fröhlich“.
  • Itempopulation? „so viele wie nötig und so wenig wie möglich“. Theoretisch lassen sich zu jedem Aspekt vermutlich nahezu unendlichviele verschiedene Items bilden. In gewisser Weise kann man auch voneiner ganzen Population möglicher Items sprechen. Für einen Fragebogenmuss man nun sozusagen eine möglichst repräsentative Stichprobean Items von dieser Gesamtpopulation an möglichen Items ziehen.
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  • Instruktion Von äußerster Wichtigkeit, z.B. bei postalischen Befragungen oder Gruppentestungen ist die Abfassung eines entsprechenden Begleit bzw. Instruktionstextes. Er soll die Motivation der Versuchspersonen zum Ausfüllen des Fragebogens heben, den Kontext der Untersuchung transparent machen und Kenntnisse für das richtige Ausfüllen des Erhebungsinstrumentes vermitteln. Die übliche Instruktion für die Beantwortungvon Fragebögen weist auf u.a. auf folgende Punkte hin: Vollständigkeit der Antworten beachten Aufrichtig zu antworten - Anonymität wird garantiert Möglichst zügig zu antworten (um langes Grübeln zu vermeiden) Hinweis, dass es bei dieser Art von Untersuchung keine richtigen oder falschen Antworten gibt In bestimmten Fällen kann es auch günstig sein darauf hinzuweisen, dass die Untersuchung lediglich zu Forschungszwecken ausgeführt wird und nicht der Bestimmung individueller Diagnosen mit Konsequenzen für die Versuchsperson dient dass ausreichender Datenschutz gewährleistet ist.
  • Zweck der Itemanalyse: Bei der Itemanalyse im engeren Sinn handelt es sich um die Überprüfungder Fragebogenitems unter Verwendung statistischer Methoden.Voraussetzung dafür ist die Erprobung des Fragebogens an einerProbandengruppe. Die Itemanalyse stellt eine Hilfe bei der Entscheidungdar, welche Items beibehalten und in die endgültige Form eines Fragebogenaufgenommen werden - die übrigen Items werden eliminiert undnicht weiter verwendet.
  • Schwierigkeit Der Schwierigkeitsindex eines Items ist als Prozentsatz der als "richtig" kodierten Antworten auf das Item definiert. Der Begriff der Schwierigkeit stammt aus der Leistungstest-Diagnostik und ist eigentlich irreführend. Berechnet wird der Anteil der Antworten auf ein Item in der dem zu messenden Konstrukt günstigen Richtung. Je größer der Schwierigkeitsindexausfällt, desto mehr Personen haben das Item in der Richtung des zu messenden Konstruktes beantwortet. Die Bestimmung des Schwierigkeitsindex soll der negativen Auslese solcher Fragen dienen, die entweder von fast niemandem oder fast allen Personen im Sinne des zu messenden Konstruktes bejaht werden. Haben beispielweise 80% aller Personen ein Item richtig beantwortet, hätte dieses Item eine Schwierigkeit P=80. Wenn 80% aller Personen dieses Item „richtig“ lösen, ist es eigentlich ein leichtes Item...
  • Trennschärfe? Trennschärfe meint die Korrelation zwischen einem Item und dem Gesamtwert.
  • korrigierte Trennschärfe: Wenn in den Gesamtwert das Item mit einfließt, ergibt sich - wenigstens zum Teil - eine Korrelation des Items mit sich selbst. Daher wird mittlerweile in der Regel eine korrigierte Trennschärfe berechnet. Für die korrigierte Trennschärfe wird der Gesamtwert ohne das betreffende Item gebildet und dann erst korreliert.
  • Interpretationshilfen zur Trennschärfe: rit um 1: Das Item wird von Probanden mit hoher Merkmalsausprägung gelöst. rit um 0: Das Item kann zwischen Probanden mit hoher und Probanden mit niedriger Merkmalsausprägung nicht unterscheiden. rit um -1: Das Item wird von Probanden mit niedriger Merkmalsausprägung gelöst. 
  • Trennschärfe: Implikationen: Zusammenhang zwischen Trennschärfe und Schwierigkeit meist umgekehrt u-förmige Beziehung → Sehr hohe und sehr niedrige Schwierigkeiten gehen mit mäßigen Trennschärfen einher→ Mittlere Schwierigkeiten mit eher hohen Trennschärfen Nur bei hoher Homogenität (Interkorrelation) der Items sind hohe Trennschärfeindizesmöglich→ Problem: unterschiedliche Trennschärfen verringern die Homogenitätder Items Items mit niedriger Trennschärfe werden für die Testendform i.d.R. aussortiert, selbst wenn ihre Schwierigkeit optimal ist.  Items mit hoher Trennschärfe werden i.d.R. beibehalten, selbst wenn sie extrem leicht oder schwierig sind. Itemschwierigkeit und Itemtrennschärfe müssen bei der Itemselektiongleichzeitig berücksichtigt werden!
  • Explorative Faktorenanalyse? Bei der Faktorenanalyse (FA) geht es um die Reduktion von Datenmengen,um so besseren Überblick zu erhalten. Die Faktorenanalyse ist eineMaßnahme zur Datenreduktion!Grundlage der FA ist die Korrelation bzw. die Korrelationsmatrix mehrererVariablen.Um eine FA rechnen zu können, sollten Daten mindestens Ordinalskalenniveaubesitzen, besser wäre Intervallskalenniveau.
  • Grundprinzip Faktorenanalyse: Miteinander korrelierende Variablen werden durch neue Variablenersetzt!
  • Die Hauptkomponentenanalyse (principal components analysis, PCA): Die PCA geht davon aus, dass durch die Items eine Komponente(Faktor, Dimension) gebildet wird. Dabei geht jedes Item zu 100% in dieursprüngliche Korrelationsmatrix ein.
  • Die Hauptachsenanalyse (principal axis factoring, PAF): geht davon aus, dass es eine zugrunde liegende Dimension (Faktor, Achse) gibt, die- mit einem bestimmten Messfehler - die Items beeinflusst. Die Itemsgehen daher nicht zu 100% in die ursprüngliche Korrelationsmatrix ein,sondern nur zu einem gewissen Teil.
  • Faktorladungsmatrix? Als Ergebnis einer Faktorenanalyse erhält man eine sogenannteFaktorladungsmatrix (A) für jede Variable. Diese Faktorladungen sindnichts anderes als die Korrelationen der Variablen mit dem Faktor. Jehöher diese Faktorladung, desto besser wird die Variable vom Faktorrepräsentiert.
  • Kommunalität: der Anteil der Varianz, den jede Variable mit anderen Variablen gemeinsam hat. Die Variable „gutgelaunt“ wird durch die Faktoren zu 66,7% erklärt.Bzw. Die Variable „gutgelaunt“ besitzt eine Kommunalität h² von 0,667!Faktorenanalysen laufen in zwei Schritten ab.
  • Eigenwert: Der Eigenwert gibt an, wie viel von der Gesamtvarianz aller Variablen durch einen Faktor erklärt wird.  Berechnung des Eigenwertes: die einzelnen Faktorladungen eines Faktors werden jeweils quadriert und anschließend aufsummiert. Für den Faktor F1 ergibt sich - ausgehend von der Komponentenmatrix -ein Eigenwert von 6,969. Für den Faktor F2 ein Eigenwert von 2,513, für den Faktor F3 einEigenwert von 1,546. Wie sind diese Eigenwerte zu interpretieren? Ein Eigenwert gibt - sozusagen - an, wie viele Variablen ein Faktor erklärt / ersetzt. Faktor 1 ersetzt sozusagen 6,969 Variablen.Faktor 2 ersetzt sozusagen 2,513 Variablen.Faktor 3 ersetzt sozusagen 1,546 Variablen.
  • Kriterien der Einfachstruktur: Um eine bessere Interpretierbarkeit zu schaffen, entwickelte Thurstonedie Kriterien der Einfachstruktur.1. Variablen sollen möglichst eindeutig auf einem Faktor laden.2. Faktoren sollen möglichst eindeutig zu möglichst wenigen Variablengehören.
  • Rotation: Varimax: Faktoren werden so rotiert, dass sie rechtwinklig (orthogonal) zueinander stehen (Rotationsmethode Varimax).
  • Rotation: Oblimin: Faktoren werden so rotiert, dass sie schiefwinklig (oblique) zu einanderstehen (Rotationsmethode Oblimin).
  • Kaiser-Kriterium: 1. Das Kaiser-KriteriumDer Eigenwert eines Faktors muss größer als 1 sein. Ist der Eigenwert eines Faktors kleiner als 1, erklärt der Faktor nicht einmal eine Variable.Da die Faktorenanalyse der Datenreduktion dient, wäre dies dem Grundsatz der Faktorenanalyse entgegengesetzt.
  • Scree-Plot: Beim Scree-Plot werden einfach die Eigenwerte pro Komponente abgetragen.Im Regelfall geht diese Kurve ab einem bestimmten Punkt -mehr oder minder - in eine Gerade über. Es werden nur die Faktoren VOR dem Knick als wichtig erachtet!
  • Grundidee konfirmatorische Faktorenanalyse: Vielleicht existiert theoriegeleitet bereits eine Faktorenstruktur und es soll nun geprüftwerden, ob die erhobenen Daten zu dieser Faktorenstruktur passen.Eine solche Faktorenanalyse (passen die Daten zu einer vorgegebenenFaktorenstruktur?) wird als konfirmatorische Faktorenanalyse bezeichnet.Konfirmatorisch, da geprüft wird, ob die erhobenen Daten einebestehende Faktorenstruktur unterstützen und bekräftigen.