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psychiatrie (Fach) / VHB Allg. Psychopathologie (Lektion)

Übung- und Prüfungsfragen

Diese Lektion wurde von Josi91 erstellt.

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  • Soziale Umtriebigkeit (SF) = Zunahme sozialer Aktivitäten Patient sucht von sich aus vermehrt Kontakte zu anderen Menschen, wobei diese Kontakte meist oberflächliche und wechselhaft sind von den Mitmenschen wird Umtriebigkeit oft als belästigend, unangenehm oder rücksichtslos empfunden, weshalb für den Patienten negative Konsequenzen entstehen Vorkommen  In manischen Phasen  Bei Schizophrenie  Bei Persönlichkeitsstörungen (Borderline, Histrionische)  Unter Alkohol- und Drogeneinfluss 
  • Aggressivität (SF) = Feindseliges und angriffslustiges Verhalte zur Aggressivität zählen Impulse, Gedanken, Absichten oder Pläne, jemandem Schaden zuzufügen oder aggressiv gegenüber anderen zu sein die Aggressivität kann sich in Form von verbalen Attacken (z.B. Beschimpfungen, Beleidigungen, Bedrohungen) aber auch als Sachbeschädigung oder Körperverletzung zeigen Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei Persönlichkeitsstörungen (besonders bei Borderline)  Bei Impulskontrollstörungen  Unter dem Einfluss von stimulierenden Drogen  Bei Manie  Im epileptischen Dämmerzustand  - Beim organischen Psychosyndrom 
  • Selbstbeschädigung (SF) = Selbstverletzung ohne Suizidabsicht Selbstbeschädigung, auch Selbstschädigung oder selbstverletzendes Verhalten genannt wird vom Patienten mit der Absicht ausgeführt, sich selbst zu schädigen hierzu zählen z.B. Verschlucken von gefährlichen Gegenständen, Zufügen von Schnitt- oder Kratzwunden, Brandverletzungen und Kopfschlagen auch selbstverletzendes Verhalten mit dem Ziel der Spannungsreduktion zählt zu Selbstbeschädigung riskante Verhaltensweisen ohne Absicht der Selbstschädigung wie beispielsweise riskantes Sexualverhalten, Drogenkonsum oder ungesundes Essverhalten, zählen nicht zu dieser Kategorie Vorkommen  Bei der Borderline-Persönlichkeitsstörung  Bei Schizophrenie  Bei Essstörungen  Nach Traumatisierungen  Bei Angststörungen  Bei Zwangsstörungen  Bei Drogen- und Alkoholabhängigkeit 
  • Mangel an Krankheitsgefühl (S) = der Patient fühlt sich nicht krank, obwohl er aktuell krank ist Mangel an Krankheitsgefühl meint, dass der Patient sich subjektiv und eher allgemein nicht so fühlt, als ob er psychisch oder körperlich krank wäre im Gegensatz zur Krankheitseinsicht spielt hier das Krankheitskonzept des Patienten keine Rolle (z.B. hat ein hypochondrischer Patient keinen Mangel an Krankheitsgefühl, wenn er sich körperlich krank fühlt, obwohl ihn der Arzt als psychisch krank beurteilt) Vorkommen  Unspezifisch, z.B.  Bei Demenz  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Bei Persönlichkeitsstörungen 
  • Mangel an Krankheitseinsicht (S) = der Patient erkennt eine krankhaften Erlebens- und Verhaltensweisen nicht als krankheitsbedingt an, sondern führt sie auf andere Faktoren zurück im Gegensatz zum Krankheitsgefühl (siehe oben) bei dem das Krankheitskonzept des Patienten keine Rolle spielt, ist es hier entscheidend: Man spricht beispielsweise von einem Mangel an Krankheitseinsicht, wenn ein hypochondrischer Patient davon überzeugt ist, dass er an einer körperlichen Krankheit leidet, obwohl er tatsächlich psychisch krank ist wichtig ist es, Krankheitsgefühl von Krankheitseinsicht unabhängig zu beurteilen obwohl Patienten kein Krankheitsgefühl haben, können sie doch krankheitseinsichtig sein durch die fehlende Einsicht kann es zu einer Überschätzung von Fähigkeiten durch den Patienten und damit zu selbstschädigendem Verhalten kommen Vorkommen  - Unspezifisch, bei verschiedensten psychiatrischen Krankheitsbildern 
  • Ablehnung der Behandlung (SF) = Patient lehnt die Behandlung ab oder wehrt sich dagegen unter diesem Merkmal werden verschiedene Verhaltensaspekte zusammengefasst Ablehnung der Behandlung kann sowohl unzureichende Mitarbeit sein als auch vollständige Verweigerung Vorkommen  - bei verschiedenen psychiatrischen Krankheiten 
  • Pflegebedürftig (SF) = der Patient ist bei Aktivitäten des täglichen Lebens auf fremde Hilfe angewiesen der Patient ist bettlägerig, kann nicht selbständig trinken und essen oder benötigt Hilfe bei der Körperpflege er ist also nicht in der Lage, den grundsätzlichen Anforderungen des täglichen Lebens gerecht zu werden Vorkommen  - Als Folge von psychischen oder körperlichen Krankheiten, einer Behinderung oder Entwicklungsstörung 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Rigor (F) = Rigor ist eine bei Erkrankungen des extrapyramidal-motorischen Systems auftretende Muskeltonuserhöhung, die von Anfang bis Ende einer passiven Bewegung spürbar und unabhängig von der Geschwindigkeit ist Rigor (lat. Starre) oder auch Rigidität äußert sich folgendermaßen:  Steifheitsgefühl in den Armen und Beinen  Zäher, ruckartiger Widerstand beim passiven Bewegen der Extremität (Zahnradphänomen)  Schwer auslösbare Muskeleigenreflexe  Gestörte Feinmotorik an Beinen und Händen  Störungen bei Schlucken, Sprechen und Erbrechen  Schmerzen in Nacken und Schultern (dadurch leicht gebeugte Haltung)  Vorkommen  Beim malignen neuroleptischen Syndrom  Bei Parkinson-Syndromen 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Muskeltonus erniedrigt (SF) = ein erniedrigter Muskeltonus ist gekennzeichnet durch einen verringerten Dehnungswiderstand der willkürlich entspannten Muskulatur beim erniedrigten Muskeltonus ist eine Überdehnbarkeit typisch in schweren Fällen setzt die Muskulatur auch unnatürlichen Überdehnungen von Gelenken keinen wesentlichen Widerstand entgegen Vorkommen  Bei neurologischen Erkrankungen (z.B. bei Zerebralparese)  Bei Alkoholembryopathie  Bei Stoffwechselstörungen  Nach Psychopharmakaeinnahme 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Tremor (FS) = Zittern rhythmisch aufeinander folgende Kontraktionen antagonistisch wirkender Muskeln. Tremor (lat. Tremere: „zittern“) ist ein Symptom und kann unterschiedliche Ursachen haben Tremor kann an den Extremitäten (besonders an Händen/Fingern) aber auch an der Zunge beobachtet werden bestimmte Medikamente können den physiologischen Tremor auslösen oder verstärken. andere Medikamente (Dopaminrezeptorblocker, Lithium) lösen den Ruhe- und Intentionstremor (siehe unten) aus auch Toxine (z.B. Alkohol) können Tremor auslösen Tremor tritt häufig in Kombination mit anderen Symptomen z.B. Rigor, Akinese (Bewegungsarmut, Unbeweglichkeit) und Amimie (Unfähigkeit zur Gestik oder Mimik trotz erhaltener Funktionsfähigkeit der Sinne und der Motorik) dabei spricht man von einem Parkinson- oder parkinsonoiden Syndrom man unterscheidet Ruhetremor und Aktionstremor Ruhetremor zeigt sich, wenn die Extremität nicht bewegt wird und hört auf bei intendierter Bewegung unter psychischer und mentaler Anspannung wird er manifest bzw. nimmt ein manifester Tremor an Intensität zu Aktionstremor lässt sich in Halte-, Bewegungs-, und Intentionstremor unterteilen Haltetremor bedeutet, dass der Tremor bei isometrischen Haltefunktionen auftritt (z.B. wenn der Arm nach vorne ausgestreckt wird) beim Bewegungstremor zeigt sich der Tremor bei jeder Bewegung (z.B. wenn die Handflächen nach unten und oben gedreht werden) der Intentionstremor zeigt sich vor allem dann, wenn eine Zielbewegung ausgeübt wird (z.B. wenn nach etwas gegriffen wird) eine weitere Unterscheidung ist die zwischen physiologischem und essentiellem Tremor physiologischer Tremor ist bei vielen Menschen vorhanden und bereitet keine Beschwerden er kann sich durch Stress, Erschöpfung, Kälte oder „Stimulantien“ wie Kaffee verstärken und ist meist reversibel essentiellem Tremor liegt eine progrediente Erkrankung zugrunde, die entweder eine genetische eine zentrale Ursache hat Vorkommen  Bei Parkinson-Syndromen  Bei zerebralen Erkrankungen unterschiedlicher Ursache (z.B. Multiple Sklerose, Hirntrauma)  Bei Stoffwechselerkrankungen (z.B. Magnesium-Mangel)  Bei Intoxikationen (z.B. Quecksilber, Nikotin)  Nach Medikamenteneinnahme (z.B. Neuroleptika, Lithium) 
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  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Dyskinesien (SF) = motorische Fehlfunktionen bei Störungen des extrapyramidal-motorischen Systems man unterscheidet Frühdyskinesien und Spätdyskinesien Frühdyskinesien sind spontan auftretende unwillkürliche Bewegungsstörungen der quergestreiften Muskulatur, die sich früh, i.d.R. innerhalb der ersten 24-48 Std. nach Behandlungsbeginn mit Neuroleptika zeigen diese motorischen Störungen können sich im Gesicht, Augen- und Mundbereich zeigen aber auch im Zungen, Schlund, Hals, Rücken, Nacken und Extremitätenbereich auftreten folgende Symptome treten auf: Mimische Muskulatur: unkontrollierte Bewegungen der Augen-, Stirn-, Augenbrauenmuskulatur die sich z.B. durch Grimassieren, Stirnrunzeln, Blinzeln/ggf. Lidkrämpfe äußern können Augen: Starren, unwillkürliche Drehung in eine Richtung und Fixierung in dieser Stellung (Blickkrampf), Schwierigkeiten die Augen nach oben/unten zu bewegen, verschwommenes Sehen oder Doppelbilder Lippen, Mundregion, Unterkiefer: Schmatzen, Mümmeln, Lippenspitzen. Dies kann stark, aber ggf. auch sehr leicht ausgeprägt sein ständiges Kauen und Mundöffnen sowie Beißbewegungen (vor allem Querbewegungen des Kiefers mit Knirschen), unter Umständen Kieferkrämpfe (Trismus) Zunge/Schlund: vermehrte Bewegungen der Zunge z.B. krampfartiges Herausstrecken der Zunge, gelegentlich kommt es dazu, dass die Zunge nicht zurückgezogen werden kann wobei es zu erhöhter Speichelproduktion kommt mit gleichzeitiger Unfähigkeit, diesen zu Schlucken („Sabbern“) Schlundkrämpfe können sogar zu Atemnot führen und sind ein medizinischer Notfall Arme, Hände, Finger: unregelmäßige, schnelle oder auch langsame unwillkürliche Bewegungen die gelegentlich zu wurfartigem Schleudern werden können (Ballismus) Steifigkeit der Armmuskulatur, Ungeschicklichkeit Halsmuskulatur, Schultergürtel, Hüfte, Rumpf: Drehung vom Kopf/Hals nach hinten bzw. zur Seite, einseitig betonte Verdrehung des Schultergürtels/Beckens, Verdrehen, Verrenken des Rumpfes nach hinten mit Hohlkreuzbildung (Opisthotonus) Spätdyskinesien (tardive Dyskinesie, terminale Dyskinesie) sind später oder spät auftretende Neuroleptika-Nebenwirkungen, die erst Wochen, Monate oder Jahre nach Neuroleptikabehandlung auftreten und in ca. 1% der Fälle schwer ausgeprägt und irreversibel sind die Symptome verlaufen dezenter als bei Frühdyskinesien und können manchmal als „Tics“ verkannt werden vor allem ältere Patienten und Frauen sind betroffen die Symptome sind ähnlich wie bei der Frühdyskinesien, wobei bei Frühdyskinesien eher die unangenehmen Schlund-, Mund-, Rücken- und Augenspasmen im Vordergrund stehen, während sich bei Spätdyskinesien Hyperkinesien (spontane, unkontrollierte Mund- und Gesichtsmuskulaturbewegungen, sog. Schmatzbewegungen, Schleuderbewegungen) manifestieren die Intensität der Spätdyskinesien variiert über die Zeit, im Schlaf verschwinden die Symptome und nehmen bei Anspannung und Erregung zu Vorkommen  - Nach Neuroleptikaeinnahme 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Hypokinesien (SF) = verarmte und verlangsamte physiologische Mitbewegungen, Willkür- und Reaktivbewegungen zumeist als Ausdruck einer Störung des extrapyramidal-motorischen Systems Hypokinesie (gr. Hypo: unter, kinesis: Bewegung), auch Bradykinesie genannt, ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:  Verzögerte Initiierung und eine verminderte Amplitude willkürlicher und unwillkürlicher Bewegungen (Bewegungsverarmung)  Nachlassen des Tempos bei Alltagstätigkeiten (z.B. Spaziergang, Morgentoilette)  Reduzierte Mitbewegungen (z.B. Bewegung der Arme beim Gehen)  eingeschränkte Mimik (Hypomimie)  Undeutliche und leise Sprache (Mikrophonie)  Kleiner werdende Schrift (Mikrographie)  Parkinsonartige Körperhaltung  Verlust der Spontanität und der Aktivität  Negativer Affekt  Vorkommen  - Bei Parkinson-Syndromen 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Akathisie (SF) = Unfähigkeit, ruhig zu sitzen oder zu stehen äußert sich als unstillbarer, als unangenehm erlebter Bewegungsdrang mit dem Unvermögen, ruhig zu sitzen (sog. Sitzunruhe) weiterhin treten folgende Symptome auf:  Repetitive Bewegungen der Gesichtsmuskulatur oder Extremitäten  Trippeln von einem Fuß auf den anderen im Stehen  Ständiges Umhergehen. Subjektive Akathisie-Merkmale sind innere Unruhe und Erleben von Ruhelosigkeit zugehörige Merkmale und Störungen: Die Akathisie kann mit Reizbarkeit, Dysphorie, Aggression oder Suizidversuchen einhergehen eine Akathisie kann sich sehr schnell nach Beginn oder Erhöhung einer neuroleptischen Medikation entwickeln (Neuroleptikainduzierte Akute Akathisie) die Entwicklung einer Akathisie ist anscheinend von der Dosis abhängig und häufiger mit bestimmten Neuroleptika verbunden Vorkommen  - Unter Medikation mit hochpotenten Neuroleptika 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Ataxie (SF) = Störung des geordneten Zusammenwirkens von Muskelgruppen bei zielgerichteten Bewegungen o. beim Einnehmen von Haltungen Zeichen einer Ataxie sind Störungen der Koordination von Bewegungsabläufen bei zielgerichteten Bewegungen oder beim Einnehmen von Haltungen Asynergie (Störung der Koordination) und Dysmetrie (falsche Abmessung von Zielbewegungen) es können Störungen der Okulomotorik (Augenbewegungen), Dysarthrie (Sprach-, Sprech- u. Stimmstörung) und Intentionstremor beobachtet werden Rumpfataxie (Schwanken des Rumpfes im Sitzen), Standataxie (Fallneigung im Stehen) gliedataktischen Störungen (Unsicherheit im Arm- und Beinhalteversuch oder „Zick-Zack“ bei Zielbewegungen) Gangataxie kann aus einer Rumpfataxie oder einer Gliedataxie der Beine resultieren Vorkommen  Nach Einnahme von Valproinsäure  Bei Alkoholintoxikation  Bei neurologischen Erkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Kleinhirnschädigungen) 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Nystagmus (F) = unwillkürliche, rhythmische Augenbewegungen, die aus zwei unmittelbar aufeinander folgenden Phasen bestehen: Beim Rucknystagmus ist die Bewegung in die eine Richtung schnell, in die Gegenrichtung langsamer, beim Pendelnystagmus sind beide Phasen gleich schnell es werden im AMDP-System folgende vier Nystagmusarten berücksichtig: Spontannystagmus (Nystagmus in Ruhestellung), Blickrichtungsnystagmus (Nystagmus beim Blick in eine bestimmte Richtung), Lagenystagmus (Nystagmus bei bestimmter Kopf- oder Körperhaltung) und Lagerungsnystagmus (Nystagmus bei bestimmten Bewegungen). es werden peripherer und zentraler Nystagmus unterschieden der periphere Nystagmus tritt z.B. bei einer Schädigung oder akutem Ausfall des Gleichgewichtsorgans (Vestibularorgan) oder des Nervus vestibulocochlearis (VIII. Hirnnerv) auf der zentrale Nystagmus ist dagegen Folge einer Gehirnschädigung Vorkommen  Bei einer Schädigung oder akutem Ausfall des Gleichgewichtsorgans (Vestibularorgan) oder des N. vestibulocochlearis (VIII. Hirnnerv)  Infolge einer Schwächung bestimmter Augenmuskeln (z.B. bei Multipler Sklerose)  Bei Gehirnschädigung  Nach Drogenkonsum (z.B. XTC)  Nach Psychopharmakaeinnahme 
  • NEUROLOGISCHE STÖRUNGEN: Parästhesien (S) = hier ist jede Form von sensiblen Reizerscheinungen abzubilden, also nicht nur Parästhesien im eigentlichen Sinne (d.h. sensible Reizerscheinungen, die nicht als unangenehm erlebt werden), sondern auch Dysästhesien (als unangenehm empfundene sensible Reizerscheinungen) beschreibt der Patient sensible Reizerscheinungen mit Begriffen wie „Ameisenlaufen“, „Elektrisieren“, „Ziehen“ oder „Kribbeln“, zählen diese zu den Parästhesien Vorkommen  vor allem bei Schädigung peripherer Nerven und deren Wurzeln sowie bei Hirnstrangläsionen  nach Einnahme von Psychopharmaka  bei akuten Durchblutungsstörungen  bei akuten Toxikosen  bei Diabetes Mellitus  bei Alkoholabhängigkeit 
  • PSYCHIATRISCHE NOTFÄLLE: Das Präsuizidale Syndrom = um Suizidalität einzuschätzen, kann man neben den Suizidgedanken vor allem auch die verschiedenen Aspekte der Einengung überprüfen und bewerten 1. Einengung der persönlichen Möglichkeiten des Patienten:  Situativ, dynamisch, zwischenmenschlich und wertspezifisch  Hervorgerufen durch eigenes Fehlverhalten, mangelnde Fähigkeiten oder Lebensereignisse  Reduktion im affektiven Erleben auf depressive Gefühle und Angst.  2. Aggressionsumkehr: vorhandene Aggression wird nicht nach außen getragen, sondern gegen sich selbst gerichtet - dies ist aber schwer zu diagnostizieren 3. Suizidphantasien: ...die umso stärker zu werten sind, je intensiver sie erlebt werden, je häufiger sie auftreten und wenn sie sich aufdrängen
  • Erregungszustände Es zeigen sich folgende Symptome:  Agitiertheit  Aggressivität (Selbst- oder Fremdaggression)  Innere Unruhe, Gefühl des Getriebenseins  Ziellose Steigerung des Antriebs und der Psychomotorik  Affektive Enthemmung  Angst  Misstrauen  Wahn und Halluzinationen  Bewusstseins- und Orientierungsstörungen  -Vegetative Symptome (Zittern, Tachykardie, Dyspnoe, Schweißausbrüche) 
  • Verwirrtheitszustände es handelt sich einen Zustand der Bewusstseinsveränderung mit Des- oder Fehlorientierung und verwirrtem Denken manchmal zeigt sich ein Verwirrtheitszustand auch in Kombination mit Erregungszuständen in der Regel liegen Verwirrtheitszuständen organische Ursachen zugrunde auch Antidepressiva und Neuroleptika können Verwirrtheitszustände auslösen dieser Zustand wird von manchen Autoren dem Delir untergeordnet, von anderen dem amentiellen Syndrom gleichgesetzt
  • Delir „Für eine endgültige Diagnose müssen leichte oder schwere Symptome in jedem der folgenden Bereiche vorliegen:  1. Störung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit (auf einem Kontinuum zwischen leichter Bewusstseinsminderung und Koma; reduzierte Fähigkeit, die Aufmerksamkeit auszurichten, zu fokussieren, aufrechtzuerhalten und umzustellen).  2. Globale Störungen der Kognition, Wahrnehmungsstörungen, wie Verzerrungen der Wahrnehmung, Illusionen und meist optische Halluzinationen; Beeinträchtigung des abstakten Denkens und der Auffassung, mit oder ohne flüchtige Wahnideen, aber typischerweise mit einem gewissen Grad an Inkohärenz; Beeinträchtigung des Immediat- und des Kurzzeitgedächtnisses, aber mit relativ intaktem Langzeitgedächtnis; zeitliche Desorientiertheit, in schweren Fällen auch Desorientierung zu Ort und Person.  3. Psychomotorische Störungen (Hypo- oder Hyperaktivität und nicht vorhersehbarer Wechsel zwischen beiden: verlängerte Reaktionszeit; vermehrter oder verminderter Redefluss; verstärkte Schreckreaktion).  4. Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus (Schlafstörungen, in schweren Fällen völlige Schlaflosigkeit oder Umkehr des Schlaf-Wach-Rhythmus; Schläfrigkeit am Tage; nächtliche Verschlimmerung der Symptomatik; unangenehme Träume oder Alpträume, die nach dem Erwachen als Halluzinationen weiter bestehen können).  5. Affektive Störungen wie Depression, Angst oder Furcht, Reizbarkeit, Euphorie, Apathie oder staunende Ratlosigkeit“ 
  • Psychosen im Vorstadium einer Psychose treten eher uncharakteristische Symptome wie Unruhe, Ängstlichkeit und vegetative Störungen, im Verlauf der Psychose unterschiedliche, jedoch typische Symptome auf:  gesteigerte motorische Unruhe  Hypervigilanz mit verringerter sensorischer Selektionsfähigkeit  Verstärkte Ängste  Unmotiviertes Lachen, Schreien oder Weinen  Optische und akustische Halluzinationen  Wahn  Zerfahrener Gedankengang 
  • Drogennotfälle: Intoxikationen Alkohol: verwaschene Sprache, aggressives, unkontrolliertes Verhalten, eingeschränktes Urteilsvermögen, Ataxie, Vigilanzstörungen Tranquilizer: Somnolenz bis Koma, Areflexie, Ataxie, Nystagmus Opiate: Miosis (Pupillenverengung), Hypotonie (Tonuserniedrigung), Bradykardie (niedriger Blutdruck), Hypothermie (Unterkühlung), Atemstillstand, Koma Kokain und Amphetamine: Erregungssyndrom mit Mydriasis (geweitete Pupillen), Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), gesteigerter Spontanmotorik, Krämpfen, optischen und akustischen Halluzinationen, gesteigertem Rededrang, Herzversagen Cannabis und Halluzinogene: Erregungssyndrom mit Mydriasis, Tachykardie, Panikattacken, gesteigerter Spontanmotorik, geröteten Konjunktiven (Bindhäute), optischen und akustischen Halluzinationen
  • Drogennotfälle: Entzugssyndrome es handelt sich um Symptomkomplexe von unterschiedlicher Zusammensetzung und unterschiedlichen Schweregrades, je nachdem, welche Substanz konsumiert wird, die auftreten bei absolutem oder relativem Entzug einer abhängigkeitserzeugenden Substanz, die über einen längeren und/oder in höherer Dosis konsumiert worden ist es zeigen sich sowohl psychische, als auch physische Symptome: Psychische: Schlaflosigkeit, Übererregbarkeit, Nervosität, innere und psychomotorische Unruhe, Verlangen nach der Substanz und Einengung des Denkens auf die Beschaffung der Substanz („Craving“), deprimierter und ängstlicher Affekt, Störung der Konzentrationsfähigkeit und der Auffassungsgabe, Verwirrtheitszustand, Delir Physische: Tremor, Hyperhidrosis (vermehrte Schweißbildung), Tachykardie, Hypo- oder Hypertonus, manchmal Krampfanfälle, Verwirrtheitszustand, Delir.
  • Notfälle durch Psychopharmaka: Malignes neuroleptisches Syndrom (MNS) MNS ist eine seltene idiosynkratische Komplikation der neuroleptischen Behandlung, die lebensbedrohlich ist und schon bei geringen Dosen auftreten kann das MNS ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:  Fieber  Tremor  Kreislauf- und Bewusstseinsstörungen   Vegetative Dysfunktionen  Laborchemisch messbare Veränderungen (z.B. Myoglobinurie, erniedrigter Serumeisenspiegel)  Das Syndrom entwickelt sich innerhalb von 24-72 Stunden.
  • Notfälle durch Psychopharmaka: Zentrales Serotonin-Syndrom dieses potentiell lebensbedrohliche Syndrom tritt selten bei serotonergen Antidepressiva, häufiger jedoch bei Medikamentenkombinationen auf, die kontraindiziert sind Symptome sind folgende:  Fieber  Tremor  Rigor  Erregung  Desorientiertheit 
  • Notfälle durch Psychopharmaka: Lithium-Intoxikation Es treten folgende Symptome auf:  Ataxie  Schwindel  Bewusstseinstrübung  Gesteigerte Reflexe  Durst  Grobschlägiger Tremor  Diarrhö (Durchfall) 
  • Notfälle durch Psychopharmaka: Parkinson-Syndrome Unter der Bezeichnung „Parkinson-Syndrome“ werden alle Störungen des cholinergen und dopaminergen Systems in den Basalganglien zusammengefasst, die zu der typischen Klinik mit den Kardinalsymptomen  Akinese (Bewegungsarmut, Unbeweglichkeit)  Rigor  Tremor und  posturaler Instabilität (Instabilität der Körperhaltung) führen.  Es werden primäres Parkinson-Syndrom (Morbus Parkinson) mit Tremor, Rigor und Akinese und sekundäres (symptomatisches) Parkinson-Syndrom, bei dem die Akinese im Vordergrund steht, unterschieden.
  • Notfälle durch Psychopharmaka: Extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen (EPS) Nicht unbedingt zu den Notfällen, wohl aber zu den wichtigsten unerwünschten Nebenwirkungen von Neuroleptika gehören die Extrapyramidalmotorischen Nebenwirkungen (EPS) je höher potent das Neuroleptikum ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit von EPS Die klinische Symptomatik neuroleptikainduzierter extrapyramidalmotorischer Störungen setzt sich zusammen aus:  Akathisie: Unvermögen, ruhig zu sitzen, Trippelmotorik  Parkinsonoid: Parkinson-Syndrom mit Tremor, Rigor und Akinese Dystonie: kurz anhaltende oder auch fixierte abnorme Körperhaltung, vor allem in Mundgegend, an den Augen, an Hals und Rücken Dyskinesie: Unwillkürliche hyperkinetische Bewegungen, meist im Mundbereich, Unterscheidung in Früh- und Spätdyskinesien