278

psychiatrie (Fach) / VHB Allg. Psychopathologie (Lektion)

Übung- und Prüfungsfragen

Diese Lektion wurde von Josi91 erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • WAHN: Hypochondrischer Wahn (S) = Wahnhafte Überzeugung, schwer körperlich krank zu sein. Erläuterungen Beim Patienten herrscht eine wahnhafte Überzeugung vor, an einer Krankheit wie Krebs, Syphilis, AIDS oder Schwindsucht unheilbar erkrankt zu sein und daran zugrunde zu gehen er wertet jedes noch so kleine körperliche Symptom sofort als Indiz und ist davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis er an dieser Krankheit sterben werde manche Patienten können ihre „Krankheit“ nicht genauer beschreiben, sind aber wahnhaft davon überzeugt, bald daran zu sterben Vorkommen  - bei wahnhaften Depressionen 
  • WAHN: Größenwahn (S) = Wahnhafte Selbstüberschätzung und Selbstüberhöhung der Patient überschätzt wahnhaft Bedeutung, Fähigkeiten und Leistungen seiner Person dabei kann sich der Wahn auf Intelligenz/Genialität, Reichtum (Reichtumswahn), Schönheit, Begabung, Abstammung (Abstammungswahn) oder darauf beziehen, von Gott berufen zu ein, das Böse der Welt zu besiegen (Berufungswahn) Vorkommen  Bei Schizophrenie  Bei psychotischer Manie 
  • WAHN: Andere Wahninhalte (S) = Wahnthemen, die nicht in die oben genannten Kategorien passen In dieser Kategorie werden z.B. folgende Wahnthemen erfasst:  die wahnhafte Überzeugung, schwanger zu sein, wobei sogar typische körperliche Zeichen einer echten Schwangerschaft subjektiv wahrgenommen werden (Schwangerschaftswahn).  die wahnhafte Überzeugung, dass eine mächtige Organisation die Vereinigung aller Völker und Staaten plane, ohne dass dem Patienten dabei eine besondere Aufgabe oder besonderes Wissen zukommt die wahnhafte Überzeugung, für eine bestimmte Zeit auf einem anderen Planeten gewesen zu sein und an einer Versammlung extraterrestrischer Wesen teilgenommen zu haben die wahnhafte Überzeugung, an einer Hauterkrankung durch in die Haut eingedrungene tierische Erreger zu leiden (Dermatozoenwahn) die wahnhafte Überzeugung des Patienten, nicht zu existieren (inklusive seiner Organe), der Nichtexistenz der Welt (nihilistischer Wahn) Vorkommen  Bei organischen Psychosen  Bei Schizophrenie  Bei wahnhaften Störungen 
  • SINNESTÄUSCHUNGEN: Illusionen (S) = Verkennung (verfälschte Wahrnehmung) von realen Gegenständen, Geräuschen, Personen oder Situationen bei Illusionen oder illusionären Verkennungen handelt es sich um Fehlwahrnehmungen und Täuschungen des Erkennens damit ist gemeint, dass Sinneseindrücke zwar durch ein tatsächlich vorhandenes Objekt hervorgerufen werden, vom Betroffenen jedoch fehlgedeutet, als wirklich und real empfunden werden somit werden normale Gegenstände in ihrer Bedeutung verkannt und von der Person als etwas anderes wahrgenommen, als sie wirklich sind der Unterschied zur Wahnwahrnehmung besteht darin, dass im Wahn die Wahrnehmung korrekt ist, dieser jedoch eine wahnhafte Bedeutung beigemessen wird Illusionäre Verkennungen werden in der Regel früher oder später korrigiert ein einfaches Beispiel für Illusionen wäre ein Schatten, der als Gestalt wahrgenommen wird der Betreffende erkennt jedoch kurz darauf, dass es doch nur ein Schatten war begünstigt wird das Auftreten von Illusionen durch erschwerte Wahrnehmungsbedingungen wie Dämmerung, Nebel und lautes Stimmengewirr sowie hochdosierten Genussmittelkonsum wie Kaffee und Alkohol Vorkommen  Bei Übermüdung  Bei Fieber  Bei Bewusstseinstrübung  Unter Alkohol- oder Drogeneinfluss  Beim dementiellen Syndrom  Bei sensorischer Deprivation 
  • SINNESTÄUSCHUNGEN: Stimmenhören (S)/Andere akustische Halluzinationen (S) = Hören von Stimmen/Hören von Geräuschen, ohne dass solche Geräusche vorhanden sind (sog. Akoasmen) bei akustischen Halluzinationen hört der Patient Geräusche, Stimmen und sogar ganze Dialoge, die objektiv nicht vorhanden sind diese Stimmen können laut oder leise, fern oder nah, deutlich oder verwaschen, bekannt oder unbekannt sein häufig handelt es sich um Stimmen, die den Betroffenen direkt ansprechen, ihm Befehle erteilen, bedrohen, warnen oder in irgendeiner Form sein Handeln kommentieren sie müssen nicht unbedingt von außen wahrgenommen werden, sondern können alle Symptome auch als fremde Stimmen im eigenen Körper gehört werden es ist auch möglich, dass die eigenen Gedanken als Stimmen wahrgenommen werden Vorkommen  Bei schizophrenen Psychosen  Bei organischen Psychosen  Bei Depressionen (hier v.a. Vorwürfe, Drohungen, Beleidigungen)  Bei Alkoholdelir  Bei epileptischer Aura 
  • SINNESTÄUSCHUNGEN: Optische Halluzinationen (S) = Visuelle Wahrnehmung ohne entsprechende Reizquelle optische Halluzinationen lassen sich hinsichtlich zweier Dimensionen spezifizieren: Zum einen lassen sie sich nach Komplexität differenzieren dabei unterscheidet man elementare visuelle Halluzinationen von komplexen-szenischen Halluzinationen Beispiel für elementare visuelle Halluzinationen wären Blitze, Schatten, Funken und Farbkleckse, die man unter dem Sammelbegriff „Photismen“ (gr. Photos=Licht) zusammenfasst  Beispiel für komplex-szenische Halluzination wäre eine Patientin, die sieht, wie ein Hund ins Krankenzimmer läuft und auf das Bett der Nachbarin springt die zweite Dimension, nach der man optische Halluzinationen spezifiziert, ist der Inhalt man unterscheidet hierbei Objekte wie z.B. Gegenstände und das Sehen der eigenen Person der Fachbegriff hierbei lautet Heautoskopie (gr. H’eautos= sich selbst) zudem unterscheidet man optische Halluzinationen nach dem Schweregrad dabei kommt es auf die Flüchtigkeit, die Deutlichkeit und die Beeinträchtigung durch die optische Halluzination an ein Beispiel für eine leichte optische Halluzination wäre ein Patient, der angibt, dass er kurzfristig und undeutlich das Antlitz der Madonna gesehen habe eine schwere optische Halluzination läge vor, wenn ein Patient im ganzen Zimmer Ungeziefer herumkrabbeln sieht Vorkommen  Bei Erkrankungen des Auges, der Sehbahnen und des Okzipitallappens  Beim Alkoholentzugsdelir  Bei organischen Psychosen  Bei schizophrenen Erkrankungen  Bei drogeninduzierten Psychosen 
  • SINNESTÄUSCHUNGEN: Körperhalluzinationen (S) = Taktiles Wahrnehmen ohne entsprechende Reizquelle oder Störungen des Leibempfindens (Coenästhesien)  auch Leibhalluzinationen oder coenästhetische/ zoenästhetische („leibnahe“) Halluzinationen genannt halluzinatorische Täuschungen der Leibempfindung hierzu zählen allgemeine oder lokale Leibgefühle mit großer Variationsbreite und zum Teil raschen zeitlichen Wechsel, beispielsweise bizarre Veränderungen der Gliedmaßen oder der Organe (z.B. Auflösung, Schrumpfung, Dehnung, Quetschung, Austrocknung, Versteinerung, Verschiebung) die Störungen des Leibempfindens sind qualitativ abnorm, neuartig, beinhalten häufig negativ getönte Leibsensationen und beruhen nicht auf körperlichen Erkrankungen da die Phänomene meist schwer zu schildern sind, greifen Betroffene oft auf groteske Vergleiche, Bilder und Neologismen zurück (z.B. „Ein summender Schmerz doch nicht hörbar“) auch sexuelle Erlebnisse, bei denen beispielsweise Phantomliebhaber vaginale Sensationen erzeugen, zählen zu den Leibhalluzinationen Körperhalluzinationen schließen taktile Halluzinationen mit ein, bei denen dem taktilen Wahrnehmen keine entsprechende, reale Reizquelle zugrunde liegt (z.B. Es wird eine kalte Hand auf dem Rücken gespürt, obwohl sich dort keine Hand befindet) das Gefühl von Brennen, Stechen, Zerschneiden oder Bohren wird mit oder auch ohne Schmerzen empfunden sehr nahe stehen den taktilen Halluzinationen die haptischen Halluzinationen auch sie gehören zur Körperfühlsphäre, bezeichnen jedoch nicht das Berührtwerden (tactus= Berührung), sondern das Angehaucht- und Angewehtwerden (halitus= Hauch, Atem) meist liegt zusätzlich das Kriterium des „Gemachten“ vor, d.h. Betroffene sind davon überen zeugt, dass die Leibempfindungen von außen verursacht werden, weil sie mit einem Gefühl der Fremdheit einhergehen in diesem Fall sind auch „andere Fremdbeeinflussungserlebnisse“ zu diagnostizieren die Abgrenzung zu wahnhafter Körperbeeinflussung bzw. Körperentstellung ist oft schwierig oder unmöglich taktile Halluzinationen äußern sich beispielsweise beim Dermatozoenwahn als Missempfindungen auf der Haut, die mit der wahnhaften Überzeugung einhergehen, dort von Parasiten befallen zu sein Betroffene haben oft die Überzeugung, an einer Hauterkrankung zu leiden und sie waschen vermehrt den betroffenen Körperbereich oder manipulieren ihn anderweitig Hautschüppchen werden dann in wahnhafter Überzeugung als Parasiten oder deren Eier fehl gedeutet beim Enterozoenwahn wird Ungeziefer im Körperinneren halluziniert Vorkommen  Bei organischen Psychosen  Bei toxischen Delirien  Beim organischen Psychosyndrom  Bei Schizophrenie  Bei Depression 
  • SINNESTÄUSCHUNGEN: Geruchs- und Geschmackshalluzinationen (S) = Geschmacks- und Geruchswahrnehmungen ohne entsprechende Reizquelle ohne dass der Patient etwas gegessen oder getrunken hat, breitet sich im Mund ein meist unangenehmer Geschmack aus obwohl sich z.B. kein Sellerie in der Nähe befindet, riecht der Patient von Zeit zu Zeit Sellerie Geschmacks- und Geruchshalluzinationen treten meist gemeinsam auf oder gehen phänomenologisch ineinander über Vorkommen  Bei Tumoren in der Area olfactoria  Gelegentlich in der Aura von epileptischen Anfaellen  Bei Schizophrenie  Bei Depression 
  • SINNESTÄUSCHUNGEN: Pseudohalluzinationen = Trugwahrnehmung, die auch als solche erkannt wird es besteht also, im Gegensatz zur Halluzination, nicht die subjektive Gewissheit, dass es sich um reale Sinneswahrnehmungen, also Realität, handelt der psychopathologische Begriff der Pseudohalluzination wird allerdings nicht ganz einheitlich verwendet und ist daher eher umstritten Vorkommen  Während Einschlaf- und Aufwachphase (Hypnagoge und hypnopompe Halluzinationen)  In Trance oder meditativer Versenkung  Bei schwerer Erschöpfung oder Ermüdung  Bei leichter Bewusstseinstrübung (z.B. unter Fieber) 
  • ICH-STÖRUNGEN: Derealisation (S) = Umgebung oder das Zeiterleben werden unwirklich verändert erfahren; die Vertrautheit geht verloren Personen, Gegenstände und Landschaften erscheinen fremdartig, unwirklich oder räumlich verändert, wodurch die Umwelt sonderbar, gespenstisch und unvertraut wirkt häufig kommt es zu einer Intensivierung oder Abschwächung von Sinneseindrücken, z.B.  - „Alles ist so weit weg.“  - „Ich sehe alles wie durch einen Schleier.“  - „Das Essen schmeckt plötzlich so fade.“  - „Die Zeit vergeht so langsam.“  - „Plötzlich schien die Sonne so grell, alles war in weißes Licht getaucht.“  - das Derealisationserlebnis kann in Wahnstimmung eingebettet sein Vorkommen  Unspezifisch  Auch bei Gesunden (z.B. in Ermüdungszuständen, nach traumatischen Erlebnissen)  Bei organischen Störungen  Bei Drogenintoxikation  Bei Schizophrenie  Bei Manie  Bei Depression  Bei Angst- und Zwangsstörungen 
  • Anzeige
  • ICH-STÖRUNGEN: Depersonalisation (S) = der Patient kommt sich selbst fremd, unwirklich, verändert oder wie ein anderer vor Depersonalisationen können flüchtig oder über längere Zeiträume bestehen Kernsymptome von Depersonalisationserleben sind:  Emotionale Taubheit: am Häufigsten klagen die Patienten darüber, dass sie nichts mehr fühlen könnten oder ihre Gefühle „flach“ oder unwirklich seien Veränderung der visuellen Wahrnehmung: teilweise berichten Betroffene, sie würden sich aus einer gewissen Distanz selbst beobachten, auch sogenannte außerkörperliche Erfahrungen („out-of body-experiences“) wie sie oft von Menschen mit Nahtoderlebnissen geschildert werden fallen unter diesen Bereich ⇒ “Ich hatte das Gefühl, neben mir zu stehen.“  Veränderung des Körpererlebens: der eigene Körper oder Teile des Körpers werden als verändert, als leblos oder als nicht zugehörig empfunden ⇒ „Ich spüre meinen Körper nicht mehr, es fühlt sich an, als gehöre er nicht mehr zu mir; „Ich fühle mich wie ein Kopf ohne Körper.“  Weitere Phänomene, die zur Depersonalisation zählen sind: Transitivismus: eigene Erlebnisse und Verhaltensweisen, z.B. das eigene Kranksein, werden anderen Personen zugeschrieben der Patient glaubt, dass eine andere Person seine Eigenschaften besitze, genauso denkt und handelt, wie er selbst es im Moment tut oder er hat den Eindruck der andere sei gerade er selbst ⇒ „Alle in diesem Raum müssen erleiden, was ich gerade erleide.“ Appersonierung: Patient empfindet das, was er bei anderen Personen beobachtet am eigenen Körper er meint, dass er selbst die Eigenschaften einer anderen Person habe oder er glaubt, selbst dieser andere zu sein ⇒ „Ich erleide die Schmerzen meiner todkranken Enkeltochter.“  Vorkommen  Unspezifisch  Auch bei Gesunden (z.B. in Ermüdungszuständen)  Bei Schizophrenie  Bei Manie  Bei Depression  Bei Angst- und Zwangsstörungen 
  • ICH-STÖRUNGEN: Gedankenausbreitung (S) = Gedanken gehören nicht mehr dem Patienten alleine, andere haben daran Anteil und wissen, was er denkt (Gedankenlesen) Patient glaubt, andere Personen könnten seine Gedanken lesen oder hören (Gedankenlautwerden) auch die Überzeugung, dass hierfür Telepathie oder bestimmte Geräte im Spiel sind, kann zur Gedankenausbreitung gezählt werden im Gegensatz zu „körperlichen Zuständen“ (z.B. Schlafen, Laufen, einen Sonnenbrand haben), oder Gefühlszuständen, auf die die Mitmenschen beispielsweise aufgrund von Lachen, Tränen, schmerzverzerrtem Gesicht schließen können, werden die eigenen Gedanken normalerweise als etwas essentiell Intimes erfahren, d.h. solange man sie nicht äußert, kann niemand sie wahrnehmen, geschweige denn manipulieren ein Verlust dieser Gewissheit geht einher mit Ohnmachtsgefühlen, Hilflosigkeit, Angst und Verwirrung Gedankenausbreitung sollte nicht vorschnell angenommen werden wenn z.B. ein depressiver Patient berichtet, jeder wisse, was er schreckliches getan habe und er die Befürchtung hat, die Umwelt könne ihm seine Schuld ansehen und kenne seine Gedanken, ist dies nicht zur Gedankenausbreitung zu zählen Vorkommen  Bei Schizophrenie  Selten auch bei organischen Störungen  Bei Psychosen 
  • ICH-STÖRUNGEN: Gedankenentzug (S) = dem Patienten werden Gedanken weggenommen oder „abgezogen“ die Patienten berichten, dass ihnen andere Menschen oder eine höhere Macht die Gedanken und Vorstellungen stehlen oder entreißen Vorkommen  Bei Schizophrenie  Selten auch bei organischen Störungen  Bei Psychosen 
  • ICH-STÖRUNGEN: Gedankeneingebung (S) = Patienten erleben ihre Gedanken und Vorstellungen als beeinflusst, gemacht, gelenkt, gesteuert, eingegeben oder aufgedrängt die Patienten sind davon überzeugt, dass Gedanken anderer Personen in die eigene Vorstellungswelt implementiert wurden oder als aufgezwungene Gedanken gedacht werden müssen eigene Gedankengänge werden dadurch als manipuliert und extern gesteuert empfunden Vorkommen  Bei Schizophrenie  Selten auch bei organischen Störungen  Bei Psychosen 
  • ICH-STÖRUNGEN: Andere Fremdbeeinflussungserlebnisse (S) Gefühle, Intentionen, Verhalten oder Körperfunktionen werden als gemacht erlebt der Betroffene muss etwas Bestimmtes schreien, sprechen oder auf bestimmte Weise handeln, jemanden angreifen, toben etc. auch Wollen und Handeln werden also als von außen beeinflusst und gemacht erlebt (Willensbeeinflussung) Vorkommen  Bei Schizophrenie  Selten auch bei organischen Störungen 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Ratlos (F) = der Patient erscheint stimmungsmäßig wie jemand, der sich nicht mehr zurechtfindet und seine Situation, seine Umgebung oder Zukunft kaum oder nicht mehr begreift er versteht nicht mehr, was mit ihm geschieht und erscheint „staunig“, perplex (verwundert, hilflos) dieses Symptom ist häufig aus dem Verhalten zu erschließen, wenn Ratlosigkeit als Summe aus Mimik, Gestik und Worten erkennbar werden bei der Beurteilung ist der Affekt der Ratlosigkeit abzubilden, der eine kognitive Störung begleiten kann (und nicht z.B. Entschlussunfähigkeit gegenüber Entscheidungen) Vorkommen  Bei Manie  Bei Missbrauch von Stimulanzien 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Gefühl der Gefühllosigkeit (S) hierbei handelt es sich um eine vom Patienten angegebene Reduktion oder einen Verlust affektiven Erlebens, um eine subjektiv erlebte Gefühlsleere der Patient erlebt sich als gefühlsverarmt, -leer, -verödet, und zwar häufig nicht nur für Freude, sondern auch für Trauer der Patient berichtet nichts mehr zu fühlen selbst Traurigkeit kann er nicht mehr empfinden. „Die Gefühle seien wie abgestorben, sie seien leer und kalt“  Vorkommen: Bei Depression  Bei Persönlichkeitsstörungen  Bei Sucht  Bei Schizophrenie 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Gefühl der Gefühllosigkeit (S) hierbei handelt es sich um eine vom Patienten angegebene Reduktion oder einen Verlust affektiven Erlebens, um eine subjektiv erlebte Gefühlsleere der Patient erlebt sich als gefühlsverarmt, -leer, -verödet, und zwar häufig nicht nur für Freude, sondern auch für Trauer der Patient berichtet nichts mehr zu fühlen selbst Traurigkeit kann er nicht mehr empfinden. „Die Gefühle seien wie abgestorben, sie seien leer und kalt“  Vorkommen: Bei Depression  Bei Persönlichkeitsstörungen  Bei Sucht  Bei Schizophrenie 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Affektarm (F) = die Anzahl (das Spektrum) gezeigter Gefühle ist vermindert Patient zeigt nur wenige Affekte und Gefühle der gezeigte Affekt ist gleich bleibend indifferent, unabhängig von der Situation Emotionale Schwingungsfähigkeit und affektive Ansprechbarkeit sind eingeschränkt der Unterschied zur Affektstarre besteht darin, dass der Patient hier ein verringertes Spektrum von Gefühlen hat, während ein affektstarrer Patient verschiedene Affekte hat, diese jedoch nicht entsprechend der äußeren Situation modulieren kann wenn der Patient nicht spontan unterschiedliche Affekte zeigt, muss der Untersucher versuchen, diese hervorzurufen, um eine eindeutige Abgrenzung zur Affektstarre machen zu können Vorkommen  Bei Depression  Bei Manie  Bei Persönlichkeitsstörungen  Bei Schizophrenie 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Störung der Vitalgefühle (S) = Herabsetzung des allgemeinen Gefühls von Kraft, Energie und Lebendigkeit zu diesem Symptom zählen Schlappheit, Kraftlosigkeit, rasche körperliche und geistige Erschöpfbarkeit, Müdigkeit und körperliches Unbehagen, jedoch nicht isolierte körperliche Beschwerden (z.B. Rückenschmerzen) es kann auch von einer „vitalen Traurigkeit“ gesprochen werden, wenn der Patient z.B. während einer depressiven Phase oft in Herz- oder Brustgegend ein Gefühl von Druck, Schwere oder Schmerz erlebt („die Traurigkeit sitzt mir in der Brust“) die Vitalgefühle können auch gehoben sein, was z.B. bei Manie der Fall ist Vorkommen  Bei Depression  Bei Manie 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Deprimiert (SF) = negativ getönte Befindlichkeit (niedergedrückt, niedergeschlagen) zu diesem Symptom wird ein breites Spektrum von Gefühlen gezählt: Beschreibung einer Stimmung des Unbehagens, der Niedergeschlagenheit, Sorge, Gram oder Hilflosigkeit, bis zu der Angabe einer „entsetzlichen, unbeschreiblichen inneren Qual“ Ausdruck deprimierter Stimmung kann von sichtbarer Niedergeschlagenheit (z.B. Weinen, heftige Bewegtheit) bis hin zur völligen Erstarrung im Schmerz gehen bei einem Patienten, der zwar nicht manifest traurig ist, jedoch keine positiven Gefühle (z.B. Freude) mehr erleben kann oder einen Unterschied zu früheren Zeiten angibt, wird dieses Symptom positiv markiert Vorkommen  bei fast allen psychischen Krankheiten  auch bei Gesunden 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Deprimiert (SF) = negativ getönte Befindlichkeit (niedergedrückt, niedergeschlagen) zu diesem Symptom wird ein breites Spektrum von Gefühlen gezählt: Beschreibung einer Stimmung des Unbehagens, der Niedergeschlagenheit, Sorge, Gram oder Hilflosigkeit, bis zu der Angabe einer „entsetzlichen, unbeschreiblichen inneren Qual“ Ausdruck deprimierter Stimmung kann von sichtbarer Niedergeschlagenheit (z.B. Weinen, heftige Bewegtheit) bis hin zur völligen Erstarrung im Schmerz gehen bei einem Patienten, der zwar nicht manifest traurig ist, jedoch keine positiven Gefühle (z.B. Freude) mehr erleben kann oder einen Unterschied zu früheren Zeiten angibt, wird dieses Symptom positiv markiert Vorkommen  bei fast allen psychischen Krankheiten  auch bei Gesunden 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Hoffnungslos (S) = pessimistische Stimmung, fehlende Zukunftsorientierung der Glaube an eine positive Zukunft ist vermindert oder ganz abhanden gekommen („Schwarzsehen“) Patient hat Zweifel an einer positiven Zukunft überall werden nur Schwierigkeiten und Probleme und jede Veränderung als Verschlimmerung gesehen Vorkommen  - Bei Depression 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Ängstlich (SF) der Patient hat Angst, manchmal ohne angeben zu können, wovor Patient hat ein Gefühl der Angst bzw. er erwartet eine Bedrohung Hinweise auf die Angst ergeben sich aus Ausdruck und Verhalten auch körperliche Symptome (Schwitzen, Zittern) können auftreten Vorkommen  Bei vielen psychischen Krankheiten  Bei Angststörungen  Auch bei Gesunden (z.B. Examen, unbekannte Situation)  Bei schizophrenen Psychosen  Bei organischen Erkrankungen (z.B. Asthma) 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Euphorisch (SF) = Zustand des übersteigerten Wohlbefindens, des Behagens, der Heiterkeit, der Zuversicht, des gesteigerten Vitalgefühls die Stimmung des Patienten ist gehoben, sein Wohlbefinden ist übersteigert, ebenso wie das Selbstwertgefühl, Kraft- und Leistungsgefühl bis hin zu Größenideen die Grundstimmung eines manischen Patienten kann euphorisch sein, es kann sich jedoch auch um eine kurzfristige Euphorie bei Rauschmittelgebrauch oder anderen Grunderkrankungen handeln Vorkommen  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Bei organischen Störungen 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Dysphorisch (SF) = Missmutige Verstimmtheit der Patient ist übellaunig, mürrisch, nörgelnd, missgestimmt, unzufrieden, ärgerlich. „Eine dysphorische Stimmung kann während einer längeren Dauer innerhalb des Beurteilungszeitraumes oder auch situativ bezüglich bestimmter Gesprächsthemen oder gegenüber bestimmten Gesprächspartnern bestehen“ die Stimmung des Patienten ist missmutig und gereizt und die Bereitschaft für aggressive Reaktionen erhöht Vorkommen  Unspezifisch  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Bei organischen Störungen  Auch persönlichkeitsbedingt 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Dysphorisch (SF) = Missmutige Verstimmtheit der Patient ist übellaunig, mürrisch, nörgelnd, missgestimmt, unzufrieden, ärgerlich. „Eine dysphorische Stimmung kann während einer längeren Dauer innerhalb des Beurteilungszeitraumes oder auch situativ bezüglich bestimmter Gesprächsthemen oder gegenüber bestimmten Gesprächspartnern bestehen“ die Stimmung des Patienten ist missmutig und gereizt und die Bereitschaft für aggressive Reaktionen erhöht Vorkommen  Unspezifisch  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Bei organischen Störungen  Auch persönlichkeitsbedingt 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Gereizt (SF) = Patient reagiert unangemessen rasch oder heftig mit Ärger bzw. Aggression die Bereitschaft zu aggressiven Ausbrüchen ist für den Untersucher spürbar die aggressiv getönten affektiven Ausbrüche können aus scheinbar äußerer Ruhe (gespannte Ruhe) kommen Vorkommen  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Bei Sucht  Bei Delir  Bei Entzug  Bei Persönlichkeitsstörungen 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Innerlich unruhig (S) = Patient spürt innere Aufgeregtheit, Spannung oder Nervosität der Patient beschreibt ein Gefühl des Aufgewühltseins, inneren Getriebenseins und Gehetztseins motorische Unruhe kann Folge innerlicher Unruhe sein, muss jedoch nicht Vorkommen  Bei Angst  Bei Depression  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Als Nebenwirkung von Neuroleptika, Akathisie 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Klagsam/Jammrig (F) = Schmerz, Kummer, Ängstlichkeit werden ausdrucksstark in Worten, Mimik und Gestik vorgetragen („Wehklagen“) die Patienten seufzen, weinen, klagen, stöhnen oder lamentieren Vorkommen  - Bei Depression 
  • Anzeige
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Insuffizienzgefühle (S) = Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit oder den eigenen Wert ist vermindert oder verloren gegangen Patient hat das Gefühl wertlos und untauglich zu sein „Er hält sich für unfähig, untüchtig, ungeschickt, entschlussunfähig, dumm, verständnislos, hässlich oder Ähnliches“ auch, wenn der Patient unter einer tatsächlichen Beeinträchtigung leidet, wird dieses Symptom positiv markiert wichtig ist die subjektiv gefühlte Insuffizienz unabhängig vom Realitätsgehalt so kann z.B. ein Pianist über eine Sehnenscheidenentzündung klagen und sein Leben in Frage stellen oder ein depressiver Patient ohne objektivierbare kognitive Störungen klagt über schwere Einschränkungen von Gedächtnis und Konzentration Vorkommen Bei beginnender Demenz Bei Depression 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Gesteigertes Selbstwertgefühl (S) = ein positiv erlebtes Gefühl von Steigerung des eigenen Wertes, der Kraft oder der Leistung „Der Patient traut sich besonders viel zu. Er hält sich für besonders klug und leistungsfähig oder fühlt sich anderen überlegen“ die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Patienten spielt dabei keine Rolle Vorkommen  Bei Manie  Bei Psychotischen Störungen 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Schuldgefühle (S) der Patient fühlt sich für eine Tat, für Gedanken oder Wünsche verantwortlich, die er selbst als verwerflich ansieht er hat das Gefühl, etwas falsch gemacht und gegen Normen verstoßen zu haben der Betroffene fühlt sich für etwas verantwortlich, das seiner Ansicht nach ethisch, moralisch oder aus sonstigen übergeordneten Instanzen heraus beurteilt verwerflich ist. hierzu zählen sowohl das Ausführen verbotener als auch das Unterlassen gebotener Handlungen es wird hier nur der subjektive Affekt von empfundener Schuld abgebildet, wobei unwichtig ist, ob die Schulgefühle realistisch sind (z.B. nach Normverstößen) Vorkommen  - Bei Depression  (AMDP, 2007; Margraf &
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Verarmungsgefühle (S) = der Patient fürchtet, ihm fehlten die Mittel, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, er sei verarmt der Patient hat das Gefühl oder die Sorge (die in der Regel übertrieben ist), von Mittellosigkeit bedroht zu sein Verarmungsgefühle müssen nicht unbedingt im Rahmen depressiven Erlebens vorkommen auch Verarmungsgefühle bei tatsächlich vorliegender Verarmung sind hier abzubilden. sind Wahnkriterien bezüglich des Themas Verarmung erfüllt, wird zusätzlich Verarmungswahn positiv markiert Vorkommen  - Bei Depression 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Ambivalent (S) = Koexistenz widersprüchlicher Gefühle oder Impulse des Patienten, die er als gleichzeitig vorhanden und oft als quälend erlebt Ambivalenz bedeutet, dass gleichzeitig oft gegenläufige Vorstellungen und Wünsche nebeneinander bestehen es handelt sich also nicht um ein schnelles Wechseln zwischen zwei Extremen, sondern um ein gleichzeitiges Nebeneinanderbestehen Entschlussfähigkeit oder Zwiespältigkeit sind hier nicht gemeint, obwohl auch hierfür umgangssprachlich der Begriff der Ambivalenz verwendet wird Folge der Ambivalenz können Zwiespältigkeit, Ratlosigkeit und innere Zerrissenheit sein, die sich nach außen hin als Unentschlossenheit, Entscheidungs- oder Willensschwäche zeigen es können Ambivalenzen bezüglich  des Wollens (unvereinbare Handlungsimpulse sind gleichzeitig wirksam)  des Denkens (gleichzeitig wird eine Ansicht und gleichzeitig das Gegenteil dazu geäußert und gedacht)  des Fühlens (unvereinbare Gefühle und Einstellungen z.B. bezüglich einer Person sind aktiv) auftreten.  Vorkommen  Auch bei Gesunden  Bei Depression  Bei Zwangsstörungen  Bei Schizophrenie 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Parathymie (F) = Gefühlsausdruck und berichteter Erlebnisinhalt stimmen nicht überein (paradoxe Affekte, inadäquate Gefühlsreaktion) Parathymie oder auch inadäquater affektiver Ausdruck bedeutet, dass statt des normalen, zum Denkinhalt passenden Gefühlston ein falscher, häufig entgegengesetzter Affekt auftritt häufig stimmen zwar Affekt und Inhalt überein, der Patient zeigt jedoch einen entgegengesetzten Gefühlsausdruck, was als Paramimie bezeichnet wird lächelt der Patient z.B. aus Verlegenheit („Verlegenheitslächeln“), wird das nicht unter Parathymie vermerkt. Auch, wenn ein affektarmer, ständig lachender manischer Patient von einem traurigen Ereignis berichtet und dabei lacht, ist dies nicht als parathym zu bezeichnen Vorkommen Bei Schizophrenie  Bei organischen Störungen  Bei manisch-depressiven Mischzuständen 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Affektlabil (SF) = schneller Wechsel der Affekte, der auf einen Anstoß von außen erfolgt (Vergrößerung der affektiven Ablenkbarkeit) oder spontan auftritt (emotionale Instabilität) Stimmung wechselt schnell und die Gefühle sind leicht ablenkbar Wechsel finden oft in entgegengesetzter Richtung ohne ausreichenden Anlass und nur von kurzer Dauer statt bei der Beurteilung dieses Symptoms ist das landestypische Temperament zu berücksichtigen! Vorkommen  Bei organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Psychosen 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Affektinkontinent (SF) = Affekte können bei geringem Anstoß überschießen, vom Patienten nicht beherrscht werden und nehmen auch manchmal eine übermäßige Stärke an (mangelnde Affektkontrolle) der Patient kann seine Affekte nicht oder nur eingeschränkt kontrollieren er muss z.B. gegen seinen Willen weinen, wenn im Fernsehen irgendwelche traurigen Nachrichten gesendet werden die Affekte springen rasch an Affektinkontinenz (auch Affekteinbruch genannt) ist ein ähnlicher Begriff wie Affektlabilität mit dem Unterschied, dass hier Affektäußerungen (z.B. Schreien, Weinen) gemeint sind Vorkommen  Bei organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei affektiven Störungen  Bei organischen Psychosen 
  • STÖRUNGEN DER AFFEKTIVITÄT: Affektstarr (F) = Verminderung der affektiven Modulationsfähigkeit hier ist die Schwingungsfähigkeit (Amplitude) verringert mehrere Affekte können auftreten, die jedoch jeweils gering oder gar nicht moduliert sind (auch Affektverflachung wird hier abgebildet) der Unterschied zur Affektarmut besteht darin, dass der Patient hier zwar Affekte hat, diese jedoch nicht entsprechend der äußeren Situation modulieren kann ist in der Untersuchungssituation keine spontane Modulation von Affekten zu erkennen, muss der Untersucher versuchen, diese zu provozieren Vorkommen  Unspezifisch  Vor allem bei affektiven Erkrankungen  Bei Schizophrenie  Bei organischen Störungen  Bei organischen Psychosen 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Antriebsarm (SF) = Mangel an Energie, Initiative und Interesse Störung ist für den Beobachter an der spärlichen spontanen Motorik und mangelnder Initiative erkennbar vom Patienten wird ein Mangel an Energie berichtet Trägheit, Mangel an Leistungen und oft auch Gleichgültigkeit bis zur Stumpfheit können hier abgebildet werden Vorkommen  Unspezifisch  Bei organischen Psychosen  Bei affektiven Störungen  Bei Schizophrenie  Auch persönlichkeitsbedingt 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Antriebsgehemmt (S) = Energie und Initiative werden vom Patienten als gebremst oder blockiert erlebt bei diesem Symptom geht es nicht so sehr um den absoluten Mangel an Energie oder darum, dass normale Tätigkeiten seltener ausgeführt werden, sondern dass Tätigkeiten einen stärkeren Kraftaufwand und mehr Mühe und Anstrengung erfordern der Patient bemüht sich deutlich, die Hemmung zu überwinden er berichtet von Wünschen und Plänen, beim Versuch, diese umzusetzen, scheitert er jedoch und bricht die Versuche ab. Der Patient rafft sich erneut auf, scheitert jedoch immer wieder wichtig zu beachten ist die Abgrenzung zur Antriebsarmut, bei der die Intentionalität gestört ist, was bei Antriebshemmung nicht der Fall ist der Patient kann nicht, obwohl er möchte Vorkommen  Bei Depressionen  Bei Schizophrenie  Bei organischen Störungen  Auch beim psychisch Gesunden (Fieber) 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Antriebsgesteigert (SF) = Zunahme an Energie, Initiative und Interesse es sind zielgerichtete Tätigkeiten als Äußerung der Aktivität des Patienten zu beobachten diese Tätigkeiten müssen jedoch nicht sinnvoll sein der Patient verfolgt viele verschiedene Pläne es zeigt sich auch starker Bewegungsdrang Vorkommen  Bei Manie  Bei organischen Störungen  Auch bei Gesunden in affektiven Ausnahmezuständen 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Motorisch unruhig (SF) = Gesteigerte und ungerichtete motorische Aktivität die Patienten laufen umher oder bewegen sich auf der Stelle sie sind in Bewegung Kratzbewegungen, Händeringen, Fußwippen oder Fingertrommeln werden als umschriebene motorische Unruhe bezeichnet wichtig ist hier die Abgrenzung zur Akathisie (Nebenwirkung einer Neuroleptikatherapie), die phänomenologisch gleich aussieht Vorkommen  Bei organischen Störungen  Bei Schizophrenie  Bei Manie  Bei Angststörungen  Bei Psychosen 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Parakinesen (F) Unter diesem Merkmal sind verschiedene psychopathologische Symptome subsumiert:  Parakinesen sind qualitativ abnorme, meist komplexe Bewegungen, die häufig die Gestik, die Mimik und auch die Sprache betreffen unter Stereotypien versteht man Äußerungen auf sprachlichem oder motorischem Gebiet, die die Tendenz aufweisen, oft längere Zeit hindurch in immer gleicher Form wiederholt zu werden im Gegensatz zur Perseveration ist hier kein Zusammenhang zu früher im Gespräch gebrauchten Worten und Gesten erkennbar hierunter fallen auch Verbigerationen (Wortstereotypien), Echolalie (echoartiges Nachsprechen), Echopraxie (automatenhaftes Nachahmen), Katalepsie (Haltungsstereotypien) und die ´flexibilitas cerea´ (´wächserne Biegsamkeit´). auch automatenhaftes Lachen kann hier abgebildet werden Befehlsautomatismen: Der Patient führt auf entsprechenden Reiz automatenhaft Handlungen aus Negativismus: Negativistische Patienten tun gerade das nicht, was man von ihnen erwartet oder verlangt (passiver Negativismus), oder sie tun genau das Gegenteil (aktiver Negativismus) negativistische Patienten kann man in gewissen Fällen zur gewünschten Handlung bringen, wenn man ihnen diese Handlung verbietet oder ihnen das Gegenteil befiehlt (Befehlsnegativismus) komplexe lautliche, mimische und gestische Äußerungen bei der Tic-Krankheit können hier abgebildet werden (z.B. Tourette-Syndrom) Vorkommen  bei organischen Störungen (besonders beachten: Automatismen bei komplex-partieller Epilepsie, neurologischen Ticerkrankungen, Tourette-Syndrom)  bei Schizophrenie  im Kindesalter können einzelne Tics oder Stereotypien auch unspezifische und vorübergehende Angewohnheiten sein 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Manieriert/bizarr (F) = alltägliche Bewegungen und Handlungen (auch Gestik, Mimik und Sprache) erscheinen dem Beobachter verstiegen, verschroben, posenhaft und verschnörkelt, werden manchmal mit einer ausgesprochen spielerischen Note ausgeführt unter manieriert versteht man unnatürlich, schwülstig im Sinn von hochtrabend und wichtigtuerisch auch die Bezeichnungen geziert, affektiert, gekünstelt, floskelhaft und stilisiert fallen darunter die Patienten benehmen sich besonders auffällig und das Verhalten entspricht nicht den entsprechenden landes- und gruppenüblichen Umgangsformen, Bewegungen und der äußeren Erscheinung Vorkommen  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Bei Hysterie  auch persönlichkeitsbedingt 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Theatralisch (F) = die Patienten erwecken den Eindruck, als würden sie sich selber darstellen Theatralik von Patienten zeigt sich in ihrem eigentümlichen darstellerischen Ausdrucksverhalten. Auch Aggravation kann hier abgebildet werden Vorkommen  - bei Persönlichkeitsstörungen (z.B. histrionische, narzisstische) 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Mutistisch (F) = Wortkargheit bis hin zum Nichtsprechen (Verstummen) der Patient ist wach, spricht aber wenig oder überhaupt nicht Antriebsmangel, Hemmung, Sperrung oder aktiv-negativistisches Verweigern der sprachlichen Kontaktaufnahme kann im Zusammenhang mit Mutismus auftreten. besonders, wenn nur eine leichte Ausprägung beobachtet wird, ist das landesübliche Temperament zu berücksichtigen Vorkommen  Bei starker Antriebsminderung und -hemmung  Bei organischen Störungen 
  • ANTRIEBS- UND PSYCHOMOTORISCHE STÖRUNGEN: Logorrhoisch (F) = verstärkter Redefluss Logorrhoisch ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit beschleunigtem Sprechen es kann stringent und logisch sein Vorkommen  Bei Manie  Bei Schizophrenie  Bei organischen Störungen 
  • ZIRKADIANE BESONDERHEITEN: Vorkommen Unspezifisch, auch bei Gesunden  Beim deliranten Syndrom 
  • Sozialer Rückzug (SF) = Rückzug von anderen Menschen der Patient zieht sich zurück und dies führt zur Verminderung seiner sozialen Kontakte ist der Patient sozial isoliert, obwohl sein Kontaktwunsch erhalten ist und er entsprechend aktiv ist, wird nicht von sozialem Rückzug gesprochen Vorkommen  Bei Depressionen  Bei autistischen Störungen  Bei Persönlichkeitsstörungen  Bei Schizophrenien  In abgeschwächter Form auch bei Gesunden