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Gesundheitspsychologie (Fach) / VL2 Modelle zur Verhaltensänderung (Lektion)

Modelle und Theorien

Diese Lektion wurde von Nuri94 erstellt.

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  • Was sind Gesundheitstheorien • Erklärung und Prognose des Gesundheitsverhaltens/-intentionen und sollen Hinweise für Interventionen geben (was motiviert sie dazu, was sind Indikatoren und kann man Prognosen treffen, wie er sich in Zukunft verhalten wird, warum zeigt jemand gesundheitsschädliches Verhalten und wie kann man es verändern) • Theorien sind in erster Linie in der Motivations-, Sozial- und Klinischen Psychologie entstanden  • viele Theorien wurden nicht spezifisch für Gesundheitsverhalten entwickelt → breiterer Fokus • Gesundheitsverhalten meist als absichtsvolles Verhalten (→ in klassischen Modellen: intentional; in jüngeren Modellen geht’s v.a. um automatisiertes Verhalten) • man unterscheidet drei Gruppen von Theorien: ∗ motivationale Modelle zur Intentionsbildung (Ausprägung der Gesundheitsmotivation) - Furchtappelltheorien (→ HBM, Theorie der Schutzmotivation) - sozial-kognitive Theorie (Bandura) ∗ volitionale Modelle zur Umsetzung von Intentionen (Motivation, Absichtsbildung, aber wird es auch im Verhalten umgesetzt? es gibt eine Lücke zwischen Intention und Verhalten) ∗ Stufenmodelle (erklären den prozesshaften Charakter des Aufbaus eines gesundheitsförderlichen vs. –schädlichen Verhaltens Stufeneinteilung)
  • Beschreibe das Health Belief Model - Modell der gesundheitlichen Überzeugung Was sagt die Empirie/Kritik? • Nutzung präventiver Angebote erhöhen • Erwartungs-x-Wert- Modelle (ich hab eine bestimmte Erwartung zu welchen Effekten mein Verhalten führen wird, das hat einen bestimmten Wert in meiner Hierarchie von Zielen, die ich habe) • Grundthese: Menschliches Verhalten ist rational. Kosten- Nutzen-Bilanzen bestimmen das Verhalten. (z.B. was kostet mich es mit dem Rauchen aufzuhören und was habe ich davon) • konfrontiert mit eigenem Risiko ändern Menschen ihr Verhalten (man braucht einen Anstoß bzw. aktivierender Moment um Verhalten zu verändern, z.B. bei Eddie war es Sarah) Furchtappelltheorien nehmen an, dass Menschen erst wach gerüttelt werden müssen, um ihr Verhalten zu ändern. • vier Elemente des Modells: ∗ wahrgenommene Vulnerabilität/Empfänglichkeit ( z.B. erhöhtes Risiko, eine Herz-/Lungenerkrankung zu bekommen) ∗ wahrgenommene Schwere der Erkrankung (so eine Herz-/Lungenerkrankung ist tödlich) ∗ wahrgenommener Nutzen des gesundheitsrelevanten Verhaltens ( Risiko verringert sich langsam und schmerzhaft zu sterben) ∗ wahrgenommene Barrieren/Kosten (was kostet es mich mit dem Rauchen aufzuhören und was hab ich davon? Beide Faktoren (Bedrohung und Bilanz) können durch sozio-demographische Variablen (Geschlecht, Alter, SÖS – die man nicht verändern kann) und psychologische Charakteristika (Persönlichkeit, Mitmenschen, Gruppendruck) beeinflusst werden.  Abbildung: Individelle Wahrnehmung: wahrgenommene Anfälligkeit + Schwere Modifizierende Faktoren: Bevölkerungsstatistische Variablen + Sozialpsychologische Variablen + aktivierende Momente  --> Empfundene Bedrohung Wahrscheinlichkeit des Handels: wahrgenommene Vorteile abzüglich Barrieren --> Wahrscheinlichkeit für die Befolgung der präventiven Gesundheitsmaßnahmen Empirie/Kritik • Kosten/Barrieren sind die besten Prädiktoren für das Verhalten der Person → weniger Unterstützung für Verwundbarkeit bzw. Schwere und Verhalten  • zu demographischen und psychologischen Einflüssen keine einheitliche Befundlage (außer, dass Frauen mehr Gesundheitsbewusstsein zeigen und mit dem Alter die Wahrnehmung von Risiken auch steigt) • 13/17 Maßnahmen auf Basis des Modells wirksam  • statischer Charakter des Modells (nur Momentaufnahme, keine Veränderungen) • Intentionen, Kontrollüberzeugung und Selbstwirksamkeit wurden ursprünglich nicht berücksichtigt → in neuerer Variante als mediierende Variable eingeführt (auch Kontrollüberzeugung) zwischen Bedrohung und Gesundheitsverhalten Empirische Zusammenhänge (Korrelation)  retrospektiv (=im Nachhinein) ergaben sich höhere Zusammenhänge als prospektiv  → dennoch geringe Zusammenhänge → insgesamt 10% Vorhersage der Varianz im Verhalten (der Rest ist unaufgeklärt, es gibt andere Faktoren, die das Modell nicht erklärt, die das gesundheitliche Verhalten beeinflussen) --> demografische und psychologische Variablen wurden rausgenommen
  • Beschreibe die Theorie der Schutzmotivation und Furchtappelle + Vorhersage/Prognose Theorien der Schutzmotivation und Furchtappelle • PMT von Rogers (1983) entwickelt, um HBM näher zu spezifizieren und den Einfluss von Furchtappellen besser zu verstehen ( „Schutzmotivation“ = vermittelnde Variable, berücksichtigt aber auch Selbstwirksamkeitserwartung und Intention. ) PMT sagt: Furchtappelle beeinflussen die Bedrohungseinschätzung (Verwundbarkeit/Schweregrad), führen dadurch zu mehr Schutzmotivation (Intention) und führen somit zu Verhaltensänderung. Sie sagt auch, dass eine höhere Handlungswirksamkeit eine höhere Intention zur Verhaltensänderung und dadurch mehr erwünschtes Verhalten zur Folge haben) • Ziel von Furchtappellen ist die Angstinduktion und somit  indirekt die Schutzmotivation zu verstärken, indem die wahrgenommene Schwere und wahrgenommene Vulnerabilität erhöht werden (wenn man Angst induziert wird geschützt) • es geht um die kognitive Verarbeitung von Informationen zur Gesundheitsbedrohung und Fällen von Entscheidungen über Gegenmaßnahmen  • 2 relevante Einschätzungsprozesse: Einschätzung der Bedrohung und Coping  PMT – Vorhersagen/Prognosen  • Je mehr… − sich Personen als selbstwirksam einschätzen − sie glauben, dass ihr Verhalten wirksam ist (einen Effekt hat) und − je mehr sich Personen als anfällig − und die Gesundheitseinschränkungen als Schwerwiegend wahrnehmen • desto… − stärker bilden sie eine Intention/Schutzmotivation aus und − desto eher zeigen sie später das Zielverhalten (nach Milne et al., 2000)
  • Empirische Prüfung Schutzmotivation Copingeinschätzungen bedeutsamer als Bedrohungseinschätzung; direkter Effekt von Furcht auf Verhaltensintentionen Abbildung:  Bedrohungeinschätzung: intrinsischer + extrinsischer Belohnung - Verwundbarkeit und Schweregrad Bewältigungseinschätzung: Selbstwirksamkeit + Handlungswirksamkeit - Handlungskosten --> Bedrohungseinschätzung und Bewältigungseinschätzung führen zu einer  Schutzmotivation/intention und theoretisch zur Verhaltensänderung  → Selbstwirksamkeit ist der stärkste Prädiktor für die Schutzmotivation bzw. Intention → Angstappelle führen auch zu mehr Selbstwirksamkeit und Handlungswirksamkeit und zu mehr Verwundbarkeitswahrnehmung und Furcht
  • Beschreibe die Gesundheitswarnungen auf Zigarettenpackungen • Warnungen werden von Rauchern und Nicht-Rauchern als Quelle der Gesundheitsinfo betrachtet  • Größe und Hervorgehobenheit der Schrift = Indikator für den Grad der Bedrohung  • bildbasierte Warnungen werden als wirksamer wahrgenommen (Bilder sind direkt emotional, Gelesenes muss man erst einmal kognitiv verarbeiten) • gehen mit stärkerer Motivation mit dem Rauchen aufzuhören einher bzw. nicht wieder zu beginnen • es gibt Effekte auf das Konsumverhalten und Initiierung von Rauchverhalten ; zur Prävalenz widersprüchliche Informationen  • Bilder: schockierende Gesundheitsfolgen; ästhetische Aspekte; verbunden mit persönlichen Schicksalen 
  • Beschreibe die Wirksamkeit von Furchtappellen • Furchtappelle ➢ sind am wirksamsten, wenn gleichzeitig die Bewältigungskomponenten gestärkt werden (Menschen nicht mit der Furcht alleine lassen → Kompetenzen stärken. Viele Studien haben gezeigt, dass Bedrohungsinterventionen, die Selbstwirksamkeitserwartung stärken, höheren Wahrscheinlichkeit zur Verhaltensänderung vorzeigen) ➢ wirken auf Einstellungen, Intentionen und Verhalten ➢ alle Komponenten des PMT wirksam Beachte: − nutzen sich schnell ab (man gewöhnt sich daran, man wird emotional abgehärtet) − sind v.a. wirksam, wenn Bedrohung akut, neu, schrecklich und selten − wirken schlechter, wenn Auswirkungen in der Zukunft und wenn sie mit Alltag interferieren (d.h. wenn man sein Lebensstil ändern muss) − wirken differentiell (nihct unbedingt bei der hochrisiko Gruppe so wie wir es wollen eher kontraintuitiv: entgegen dem Verstand) <- Risikostatus − bei Personen mit Risikoverhalten beachten: ∗ Dissonanzreduktion (an der Information abwerten. z.B. „Nichtraucher sind Feige“, „mein Arzt raucht auch“ → nicht auseinandersetzen) ∗ Leugnung ∗ selektive Informationsverarbeitung Furchtappelle können einen Einfluss auf Gesundheitsverhalten nehmen; das HBM und die PMT stellen theoretische Rahmen dafür dar. Der Nutzen der PMT kann darin gesehen werden, dass sie neben Bedrohungseinschätzung verschiedene personale Ressourcen (Bewältigungseinschätzung) berücksichtigt. Die explizite Integration der Schutzmotivation (Intention) und der Selbstwirksamkeit stellt ihren Vorteil gegenüber dem HBM dar.
  • Beschreibe die sozial-kognitive Theorie (Bandura) • kritisiert wurde v.a. eine fehlende Berücksichtigung von subjektiven Überzeugungen, die erforderlichen Handlungen auch umsetzen zu können • Bandura (1977): Subjektive Überzeugungen steuern Erleben und Verhalten nehmen Einfluss auf ∗ Zielsetzungen (setze ich mir realistische, niedrige oder überholte Ziele?) ∗ Mühe, die investiert wird (Anstrengung, ich hab die Überzeugung ist kann es, dann mehr) ∗ Ausdauer angesichts von Barrieren ∗ Erholung von Fehlschlägen Aktuelle SKT: Selbstwirksamkeit nicht nur vermittelt über die Ziele, sondern auch direkt Einfluss auf das Verhalten Bandura (2004) nimmt an, dass das Wissen um Gesundheitsrisiken und –gewinne eine wichtige Voraussetzung für Änderungen ist.  Dazu müssen sie jedoch ausreichend Selbstwirksamkeitserwartung haben. Ergebniserwartung: physische Komponenten, soziale Komponenten und selbstevaluative Komponenten. Ferner nehmen soziokulturelle Faktoren Einfluss, die z. B. im Gesundheitssystem liegen können. All diese Faktoren bewirken, dass Menschen sich etwas vornehmen, also Ziele setzten. Diese Ziele können sein: kurzfristig oder langfristig. Forscher kommen zu dem Schluss, dass: ▬ Selbstwirksamkeitserwartung, ▬ Ergebniserwartungen, ▬ Zielsetzung und ▬ soziale Unterstützung hilfreich für Verhaltensänderung sind.
  • Was ist Selbstwirksamkeit? • wie sehr glaube ich, bin ich in der Lage eine bestimmte, schwierige Aufgabe umzusetzen (Studie mit Asthma Kindern: in Atem-Notsituationen waren die vorher berichteten subjektiven Überzeugungen entscheidend, für wie lange sie versucht haben, das Spray zu benutzen) Quellen der Selbstwirksamkeit: • (eigene oder beobachtete) Erfahrungen mit Erfolg (haben uns angestrengt und es war erfolgreich) • (eigene oder beobachtete) Erfahrungen negativer Wirkungen (Misserfolg) • Überredung (Rückmeldung von anderen, du wirst es schaffen, Überzeugung) • emotionale Erregung (bin angespannt → werde ich die Situation bewältigen können)
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