Wahrnehmung und Kognition (Fach) / 7: Aufmerksamkeit (Lektion)

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Augenbewegung, Fokussierte vs. geteilte Aufmerksamkeit, Aufmerksame Infoverarbeitung, Merkmalintegrationstheorie, "Blindheits"-Phänomene

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  • Salienz reizbedingte Aufmerksamkeitsattraktion (also auffällig in der Umwelt) (bottom up) --> ergibt sich aus Merkmalen wie Kontrast und Orientierungen
  • Sakkaden Eigentliche Augenbewegungen, ruckartige Bewegungen (=/= Fixation) ca. 3 Sakkaden pro Sekunde
  • Geteilte Aufmerksamkeit Aufmerksamkeit wird gleichzeitig auf mehrere Reize, Objekte oder Aufgaben gerichtet.
  • Kahneman 1973: Allokationstheorie                                                                      Arousal                                                             --------------------------                                                          verfügbare Kapazität   ←-------------                                                                            ↓ Verhaltensdispositionen   ------→               Zuteilung von     ←--------------Augenblickliche Absichten  -----→          Aufmerksamkeit                        /                                                           Mögliche Aufgaben  ---→    Einschätzung der                                                                             ↓                        Aufgabenschwierigkeit                                                                   Reaktionen
  • Bindungsproblem Wie werden verschiedene Wahrnehmungsaspekte (Farbe, Form, Bewegung) zur Wahrnehmung eines Objekts vereinigt? --> Aufmerksamkeit 
  • Präattentive Phase Merkmale eines Objekts werden zuerst getrennt verarbeitet
  • Phase aufmerksamkeitsgerichteter Verarbeitung Die Merkmale eines Objekts werden durch Fokussierung von Aufmerksamkeit kombiniert
  • Illusionäre Konjunktionen Einzelne Merkmale verschiedener, nicht beachteter Objekte werden fälschlicherweise kombiniert (da nur präattentiv verarbeitet und nicht kombiniert)
  • Balint-Syndrom Schädigung des Parietallappens --> Unfähigkeit zur Aufmerksamkeit & damit zur Konjunktionssuche
  • Blindheit durch Nichtaufmerksamkeit Durch intendierte Fokussierung werden Zielirrelevante Reize (selbst wenn hoch salient) nicht wahrgenommen, auch, wenn das Abbild auf der Fovea liegt
  • Veränderungsblindheit Veränderungen einer Szenerie werden (mit einer kleinen Unterbrechung dazwischen) bei ungenügender Beachtung nicht wahrgenommen. Selbst wenn versucht wird, Veränderungen zu entdecken, gelingt dies kaum. 
  • Top-Down-Ausrichtung Zielgerichtete Lenkung beim Verfolgen von Zielen, z.B. Suche nach einem Werkzeug, das bei einer Reparatur benötigt wird. 
  • Bottom-up-Ausrichtung Von der Umwelt angestoßene Lenkung, z.B. durch saliente Stimuli (z.B. Suche der Ursache für Hupsignal beim Autofahren) oder wenn eine implizite Erwartung nicht erfüllt ist (unerwarteter Grad des Widerstands beim Gehen führt dazu, auf den Boden zu sehen) 
  • Inattentional blindness prinzipiell saliente Stimuli können übersehen werden, wenn die Aufmerksamkeit auf anderes gerichtet ist. 
  • „attenuator theory“, „Dämpfungstheorie“ Die Aufmerksamkeit variiert graduell. Sie ist bei wichtigen Stimuli stark erhöht, aber auch andere Aspekte der Szene werden mit stark verringerter (gedämpfter) Intensität beachtet. 
  • Paradoxon der intelligenten Auswahl Begrenzte Verarbeitungskapazität: Nur die wichtigsten Stimuli sollen verarbeitet werden Frühe Selektion --> ermöglicht starke Begrenzung der Informationsmenge, aber keine intelligente Berücksichtigung der Wichtigkeit.  Späte Selektion --> ermöglicht zwar eine intelligente situationsabhängige Filterung der Daten, erfordert aber bereits eine vertiefte semantische Verarbeitung einer Vielzahl von Informationen, die die kognitive Kapazität belastet. Dies schmälert den Entlastungseffekt durch die Selektion erheblich.  -->beide komplementäre Strategien lassen jeweils einen wesentlichen Aspekt der intelligenten Selektion (Kapazitätsbegrenzung vs. Auswahl von Wichtigem) missen . Dies deutet darauf hin, dass die Anforderungen in sich widersprüchlich sind. 
  • Suchstrategien a) systematisch (z.B. in Leserichtung) b) unsystematisch c) intelligent (Wichtigkeit, Salienz und statistische Verteilung von Merkmalen berücksichtigen)