89

Sozialpsychologie (Fach) / Fragenkatalog (Lektion)

Fragen zur Prüfungsvorbereitung

Diese Lektion wurde von whoknows erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

Anzeige
  • Was meint Embodiment? Eine Körperbewegung kann  Gefühle erzeugen  --> vergl. Ausdruckstanz  Gefühle blockieren --> vergl. verspannter Rücken Und sie wirkt, ohne und bevor wir uns dessen bewusst sind.  
  • Wozu dient die Skulpturentechnik nach V. Satir? Die Skulpturentechnik wird vor allem in der Familientherapie verwendet. Nonverbal können Probleme in Systemen identifiziert werden und so auch gelöst werden. Die Kommunikationsteilnehmer stellen sich in Form einer menschlichen Skulptur auf und nehmen eine körperliche Haltung zueinander ein, die die Beziehung untereinander kennzeichnet -->  löst Gefühle und Gedanken aus, die symptomatisch für die realen Beziehungen in der Familie scheinen
  • Wie hängen Emoticons, Selbstbeschreibung und die Fremdwahrnehmung von Persönlichkeit (Hall, Kaye and Malone, 2016) zusammen? Studenten, die sich selbst als „freundlich“, „liebenswürdig“ oder „umgänglich“ bezeichnen würden, verwenden mehr Emoticons in sozialen Netzwerken. Je mehr Smileys ein Student benutzt, desto mehr wird er auch von anderen als „freundlich“ , umgänglicher“ und sogar als „offener für neue Erfahrungen“ bezeichnet.
  • Wie lässt sich erkennen, ab wann man sich als ein „ich“ wahrnimmt? Eigene Bezeichnung des Selbst Selbstreflexion Gefühl/Bewusstsein der Selbstwirksamkeit  Spiegelexperiment
  • Wozu ein „Selbst“? Das Selbst ermöglicht es uns zu unterscheiden zwischen unserem Inneren und allem Äußeren. Annahme: Es gibt ein Bedürfnis, -       sich ein Bild über sich selbst zu machen (Selbstkonzept, kognitiv) und -       sich selbst möglichst positiv zu bewerten (Selbstwertgefühl, Bewertung) 
  • Was unterscheidet James im Hinblick auf das Selbstkonzept? Unterscheidung zwischen "me" und "I". Selbstkonzept unterteil sich in:  Selbst als Subjekt "I" Selbst als Objekt "me"
  • Welches sind die vier großen Bereiche im hierarchischen Selbstkonzept nach Shavelson? - Akademisches Selbstkonzept - Soziales Selbstkonzept - Emotionales Selbstkonzept - Physikalisches (körperliches) Selbstkonzept
  • Welche Informationsquellen sind bei der Selbstkonstruktion relevant? - Selbstwahrnehmung - Selbsterinnerung - Sozialer Vergleich - Soziales Spiegeln - Gespräch über die eigene Person, Zuschreibung von Eigenschaften durch andere (s. auch Watzlawick)  
  • Welche Prozesse spielen bei der Selbstwahrnehmung eine Rolle?  interindividuelle Unterschiede in der Akkuratheit der Wahrnehmung  hypothesen- und erwartungsgesteuerte Wahrnehmung (Top-Down): wir sehen uns so, wie wir zu sein glauben Dissonanzreduktion --> Selbst-Konsistenz =Abwesenheit von Konflikten zwischen den Selbstwahrnehmungen                                                                    selbstkonsistenzerhöhende Verzerrungen: leichte bis mittlere Unterschiede in den Teilaspekten des Selbst werden dem Selbstkonzept angepasst (Swann, 1983) Bems Selbstwahrnehmungstheorie besagt, dass wir uns aufgrund unseres Verhaltens rückblickend erschließen
  • Was meint „Soziales Spiegeln“? Feedback aus der Reaktion der anderen auf uns führt zu Vorstellungen über uns selbst bzgl. wichtiger Fähigkeiten und Eigenschaften. Es wird angenommen, dass das die Grundlage für Entstehung des Selbstkonzepts ist: Wir erfahren, erleben, wie andere auf uns reagieren, von klein an: Kinder formen das Selbstkonzept aufgrund der Wahrnehmung der Bewertungen und Reaktionen anderer auf uns, insbesondere von den Eltern oder anderen Bezugspersonen (significant others)
  • Anzeige
  • Inwiefern spielt der soziale Vergleich bei der Konstruktion des Selbst eine Rolle? Menschen gewinnen Informationen über ihr selbst durch den Vergleich mit anderen (Mussweiler, 2003) Menschen haben das Bedürfnis, sich ein realistisches Bild von der Welt zu machen, einschließlich des eigenen Selbst (Festinger, 1954). Sozialer Vergleich = Bestreben von Personen, ihre Meinungen, Einstellungen und Fähigkeiten durch Vergleich mit anderen zu validieren (Mummendey, 1997)  
  • Wodurch wird die vermeintliche Stabilität des Selbstkonzepts erzeugt? Warum kann man dennoch von Stabilität des Selbstkonzepts sprechen? Trugschluss, denn Selbstkonzept wird als stabil erlebt, weil:        Selektive Wahrnehmung        Selektive Erinnerung, Vergessen        Zugänglichkeit von oft Gedachtem        selbstkonsistenzerhöhende Verzerrungen (s.o. Dissonanzreduktion)  Zum Teil wirklich stabil, weil:    bestimmte Persönlichkeitseigenschaften scheinen stabil zu sein    Selbstverifikation durch: 2.1. stabile soziale Umwelt;  2.2. kumulative Kontinuität
  • Was meint „Selbstwert“? = Subjektive Bewertung der eigenen Person, Zufriedenheit mit sich selbst
  • Wie verändert sich das Selbstkonzept im Laufe des Lebens? Frühe Kindheit: Typische Handlungen, Fähigkeit Pubertät: Persönlichkeitseigenschaften, Zukunftsorientierung
  • Wie unterscheiden sich die vier Identitätstypen nach Marcia (1980) im Hinblick auf die Autonomie? Diffuse Identität:                 Extern kontrolliert Übernommene Identität:    Autoritär Identitätsmoratorium:         Internale Kontrolle Erarbeitete Identität:           Internale Kontrolle
  • Was meint „Soziale Rolle“ und was sind typische Eigenschaften von Rollen? Def.: Eine Rolle ist ein sozial definiertes Verhaltensmuster, das von einer Person, die eine bestimmte Funktion innerhalb einer Gruppe hat, erwartet wird. Rollen sind vom Rolleninhaber weitgehend unabhängig.  Die Erwartungen an das Verhalten des Rolleninhabers können explizit oder implizit sein. Nicht immer kennt der Rolleninhaber die Erwartungen an ihn. Nicht immer hat er die Fähigkeiten, die Erwartungen zu erfüllen. Beobachter attribuieren rollengeleitetes Verhalten oft auf die Person  Interrollenkonflikt: zwischen verschiedenen Rollen  Intrarollenkonflikt: zwischen “Selbst”, eigenen Bedürfnissen etc. und Rolle
  • Was meint Attribution? Warum wurde das getan? --> Zuschreibung, in Sozialpsychologie: Ursachenzuschreibung Grundannahme: Menschen suchen nach Ursachen für Ereignisse und Handlungen ihrer selbst und anderer. Sie schließen dabei von beobachtbaren Verhaltensweisen auf dahinter liegende Ursachen. Da wir von uns selbst wissen, dass unser Verhalten bestimmte Ursachen oder Absichten hat, nehmen wir an, dass es bei anderen auch so ist.
  • Warum suchen Menschen nach Ursachen? Suche nach Ursachen: fundamental Entwicklungspsychologie: Warum-Fragen von Kinder ab 3. Lj. Soziale Kognition: Gedächtnis und Denken ist so aufgebaut, dass Schemata Handelnde/Akteure und Absichten als offene Stellen angeben und wir deshalb nach dem Wer/ Warum/ Wozu fragen und „erschließen“ bzw. annehmen „lineares Denken“: eine Ursache, eine Folge Netz aus Wirkungszusammenhängen
  • Beziehen sich Attributionen (Interpretation) nur auf Personen? Anwendung auch auf den nicht-belebten Teil der Welt --> phi-Phänomenen phi-Phänomen: Punkte, die abwechselnd aufleuchten, werden als Bewegung wahrgenommen Variante: In dunklem Raum 2 Punkte abwechselnd aufleuchten lassen: werden interpretiert als fliehende, sich verfolgende, kämpfende Punkte
  • Warum attribuieren wir unter Umständen fehlerhaft? - Denken und Wahrnehmen unterliegt eigenen Gesetzmäßigkeiten - Ist nicht so steuerbar, wie wir denken - Effekte des Vergessens sowie des Dazu-Erfindens, der selektiven Aufmerksamkeit Auch Attributionen unterliegen diesen eigendynamischen Prozessen!
  • Welche grundlegenden Attributionsrichtungen beschreibt Weiner 1974? Um welche Dimension erweiterte Weiner sein Attributionsschema später? stabil intern: Fähigkeit stabil extern: Schwierigkeit (8 Felder: stabil extern kontrollierbar: soziale Kontakte; stabil extern unkontrollierbar: Aufgabenschwierigkeit) variabel intern: Anstrengung variabel extern: Zufall (Glück/Pech) Später: Erweiterung um Dimension der Kontrolle (kontrollierbar - nicht kontrollierbar) Machte aus dem 4-Felder-Schema ein 8-Felder-Schema
  • Konfigurationskonzepte: Was besagt das „Abwertungsprinzip“? Was besagt das „Aufwertungsprinzip“? "Abwertungsprinzip":Je mehr Ursachen es für eine Handlung gibt, desto stärker werden die einzelnen Ursachen abgewertet. „Aufwertungsprinzip“: Tritt ein Ereignis trotz Hindernissen auf, werden Ursachen als besonders stark angesehen 
  • Attribution in aktuellen Situationen: Was besagt das „Prinzip Hoffnung“? Wenn wir eine Person und ihr Verhalten nur so einschätzen, dann können wir ziemlich objektiv sein - mit allen Verkürzungen. Wenn wir aber erwarten, dass wir mit einer Person demnächst persönlich zusammentreffen oder gemeinsam arbeiten werden, dann wird unser Urteil durch diese Perspektive beeinflusst.
  • Welches Experiment wurde zum „Prinzip Hoffnung“ von Berscheid durchgeführt? Studentinnen wurde mitgeteilt, dass sie mit einem von 3 Studenten in den nächsten Wochen mehrmals ausgehen würden.  Ergebnis: zukünftige Dating-Partner werden positiver, attraktiver eingeschätzt als die Männer, mit denen kein Dating vorgesehen ist; ihnen werden mehr positive Eigenschaften (warm!) zugeschrieben; werden auch mehr gemocht!  - bevor man sie persönlich kennengelernt hat!
  • Was ist mit „Selbstwertdienlichen Attributionen“ (Self-serving Bias) gemeint? = Motivation, den eigenen Selbstwert hochzuhalten bzw. ihn zu verteidigen Zwischen zwei Menschen: bei positivem Verhalten des Partners oder bei Erfolg: internale Attribution bei negativem Verhalten oder Misserfolg: externale Attribution: Partner schuld Bei Leistungssituationen: Erfolg = internal stabil: Ich kann das! Misserfolg = external oder variabel („Aufgaben waren schwer“; „Hab schlechten Tag gehabt)
  • Wie hängen Selbstwertdienliche Attributionen und Geschlecht zusammen? Frauen tendieren eher      zu externaler oder variabler Attribution von Erfolg („Hab halt Glück gehabt.“)      zu internaler Attribution von Misserfolg Männer tendieren dazu,    die Erfolge sich selbst zuschreiben („Eh klar! Ich  bin der Größte!“)    die Misserfolge eher externalen Ursachen (….. wer war da wieder schuld?)
  • Was meint „Self-handicapping“? Um spätere Misserfolge nicht internal attribuieren zu müssen und damit den eigenen Selbstwert zu gefährden, werden hinderliche Umstände erzeugt, die später als Erklärung für den Misserfolg herangezogen werden oder einen möglichen Erfolg noch mehr aufwerten = Vorbereitung einer defensiven, selbstwertdienlichen Attribution.
  • Was besagt der „fundamentale“ Attributionsfehler – Korrespondenzfehler? Wir neigen generell dazu, das Verhalten anderer Personen auf deren Persönlichkeit zurückzuführen und den Einfluss der Situation zu unterschätzen.  Dies ist ein sehr genereller Fehler, deswegen: „fundamentaler“ Attributionsfehler (Ross, 1977). Wir attribuieren selbst dann auf internale Faktoren, wenn wir wissen, dass die Situation einen starken Einfluss auf das Verhalten hat.
  • Welches Experiment führten Jones & Harris, 1967 zum „fundamentalen“ Attributionsfehler – Korrespondenzfehler durch? Pbn erhielten Essays von angeblichen Studierenden mit Pro-Conta-Argumenten zu Fidel Castro mit folgender Info: EG1: Verfasser verfasste Essay frei EG2: Verfasser verfasste Essay nach Instruktion des Vl, eine bestimmte Position zu vertreten. Ergebnis:   Pbn hielten Meinung in EG1 für wahre Meinung der Verfasser  Pbn hielten aber auch Meinung in EG2 für wahre Meinung der Verfasser!
  • Was besagt der Akteur-Beobachter-Unterschied? Der Akteur tendiert dazu, sein eigenes Verhalten mithilfe äußerer, situativer Ursachen zu erklären. Der Beobachter tendiert dazu, das Verhalten des Akteurs mit internalen, dispositionellen Faktoren zu erklären.  
  • Anzeige
  • Was versteht man unter „Falschem Konsens“? Welches Experiment wurde zum Falscher Konsens durchgeführt?  Wir glauben oft, dass das, was wir meinen, von den anderen auch so gesehen wird. Denn wir glauben, wir seien ein „normaler Mensch“, der sich nicht allzu sehr von anderen Menschen, zumindest seiner Bezugsgruppe, unterscheidet. Experiment von ROSS (1977): Studenten wurden aufgefordert, mit Werbeplakat über Campus zu laufen: „Esst bei Joe!“ UE:  Diejenigen, die zugestimmt hatten, das Werbeplakat zu tragen, glaubten, das täten die anderen = 62%, auch.  Die, die abgelehnt hatten, glaubten, das täten die anderen = 67% , auch.
  • Welche Bereiche zählen zu den Schlüsselkompetenzen? Fach- und Methodenkompetenz Soziale Kompetenz Personale Kompetenz Handlungskompetenz
  • Wie lassen sich „Soziale Kompetenz“ und sozial kompetentes Verhalten voneinander abgrenzen? (Kanning, 2005) Sozial kompetentes Verhalten: = Verhalten einer Person, das in einer spezifischen Situation dazu beiträgt, die eigenen Ziele zu verwirklichen, wobei gleichzeitig die soziale Akzeptanz des Verhaltens gewahrt wird. Soziale Kompetenz: = Gesamtheit des Wissens, der Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche die Qualität des eigenen Sozialverhaltens – im Sinne der Definition sozial kompetenten Verhaltens – fördert.
  • Was meint „emotionale Kompetenz“? Wahrnehmung von eigenen Emotionen und Emotionen des Gegenübers („Feinfühligkeit“) Emotionswissen (was bedeuten verschiedene Emotionen) erfolgreicher Umgang mit Emotionen (Emotionsregulation), zielführend Im Hinblick auf zwischenmenschliche Kommunikation (z.B. Beruhigung, Begeisterung, Goleman) Im Hinblick auf die Herstellung von Kontakt Im Hinblick auf gemeinsame Problemlösung (Teamkompetenz) Im Hinblick auf Problemlösung (z.B. Krisenmanagement)
  • Wozu dient soziale Kompetenz? 1. Ermöglicht in Kontakt treten: Informationsaustausch, Verhandlungen,… Verbindungen aufbauen Privat, geschäftlich, Alltag, familiär  2. Kontakt halten nonverbal: .B. Blickkontakt, Körperkontakt, Berührungen (situationsangemessen) Schriftlich: Briefe, e-mails,… formulieren Kontakte halten und pflegen Angemessene Nähe-Distanz-Regulation „achtsamer“ Umgang, Rücksicht nehmen  3. Kontakte, Gespräche und Verbindungen angemessen beenden
  • Worin liegt die Gefahr eines technischen Verständnisses von sozialer Kompetenz? - Kann Kontakt verhindern anstatt ihn zu begünstigen - Kann bei technischer Anwendung (Manipulation!) Vertrauen zerstören statt aufbauen (Wirtschaftspsychologie „surface acting“= oberflächlich statt „deep acting“=ehrlich gemeint)
  • Welche Grundhaltung begünstigt einen positiven Verlauf von Gesprächen? Empahtie, Akzeptanz, Kongruenz
  • Was meint Nachhaltiges Handeln? „Nachhaltigkeit“ kann ganz allgemein definiert werden als „Handlungsprinzip, das die Entwicklungsvielfalt eines Systems, daher auch die Ressourcen erhält und damit zur Stabilität sowie der natürlichen Regenerationsfähigkeit des Systems beiträgt. Dies kann beispielsweise auf Unternehmensführungen, ökologische Systeme, aber auch auf soziale Systeme angewendet werden.“
  • Wie sehen die vier Säulen einer Nachhaltigkeitskompetenz aus? I. Basiswissen zum aktuellen Bereich II. Einsatz von Strategien zu langfristig wirksamen Handeln III. Sensibilität für kritische Übergänge und emotionale Adaptivität IV. Grundvertrauen