Klinische Psychologie (Fach) / Vorlesung 6 (Lektion)
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VL 6
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- Definition Angst Emotion mit komplexen Reaktionsmuster auf drei verschiedenen Ebenen Angst gerichtet auf Zukunft kognitive und emotionale Aspekte werden voneinander getrennt
- Formen der Angst (3) Angst als Primäremotion Ängstlichkeit: Persönlichkeitsmerkmal pathologische Angst: ausgeprägtes Leiden, Angstreaktionen treten konsistent auf
- 3 Komponenten der Angst subjektiv kognitiv motorisch verhaltensbezogen physiologisch
- Angststörungen nach DSM-5: 1-5 Panikstörung, Panikattacke Generalisierte Angststörung Soziale Angststörung Agoraphobie Spezifische Phobie
- Angststörungen nach DSM-5: 6-10 Trennungsangststörung Selektiver Mutismus Angststörung infolge eines medizinischen Krankheitsfaktors Substanzinduzierte Angststörung Angststörung NNB
- Panikstörung / Panickattacken Angst kommt sehr abrupt aus heiterem Himmel
- Generalisierte Angststörung ständiges Sorgen um Dinge was einem vom normalen Alltag ablenkt
- Soziale Angststörung generelle Angst im sozialen Gefüge
- Agoraphobie Angst vor weiten großen Plätzen und Menschenmassen, oft reicht schon der Gedanke an eine solche Situationn um Angstreaktion auszulösen
- Spezifische Phobie zB Blutspritzenphobie
- Panikattacken unerwartete PA erforderlich für die Diagnose einer Panikstörung situationsspezifische PA charakteristische bei phobischen Störungen
- Risikofaktoren Angststörungen Geschlecht Familienstand Familiengenetische Belastung Life Events
- Keine Risikofaktoren ländliche städtische Gebiete Berufsstatus negative Kindheitserfahrungen
- Risikofaktor Geschlecht Risiko für Frauen doppelt so hoch, Unterschiede am größten bei GA + Phobien, am geringsten bei SA und PA
- Risikofaktor Familienstand erhöhtes Risiko bei getrennt lebenden, geschiedenen, verwirtweten, 2,5x Risiko bei Hausfrauen ohne Beruf
- Risikofaktor Familiengenetik erhöhtes Risiko vermutlich bei Panikstörung und generalisierter Angststörung
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- Risikofaktor Life Events Befunde widersprülich bei PA oft schwerwiegende Ereignisse davor
- Verlauf: heilbar oder chronisch? 51% chronisch Agoraphobie, bei SA und spez. Phobien 44%, Panisktörung 43%
- Spontanremissionsraten für alle Angststörungen <20%
- Komplikationen hohes Risiko für Komorbiditätserkrankungen im Langzeitverlauf
- Ätiologische Faktoren --> Multikausal (4) genetisch neurobiologisch (Prozesse im Hirn, Neurotransmittersysteme und endokrine Prozesse) Lernprozesse Informationsverarbeitung: wie werden Reize aus Umwelt und eigenen Körper wahrgenommen?
- Hirnregionen beteiligt an Entstehung / Steuerung Angst (6) Amygdala limbisches System locus coeruleus Hypothalamus Hippocampus präfrontaler Kortex
- Neurotransmitter die beteiligt: GABA (hemmend) Noradrenalin Serotonin bestimmte Peptide wie Endorphine
- Rolle der Amygdala beeinflusst ganz zentral Angstreaktion AR, weniger AR wenn A nicht richtig arbeitne kann aktiviert bei Angst Angsttröung: Hyperaktivität langandauernde Angst: nicht Am sondern SCC und insulärer Krotex dominant, längere Angststimuli: Aktivität A lässt nach
- Wie entsteht pathologische Angst? keine qualitative Abnormität, sondern übersteigerte Fom normaler Furcht- und Angstreaktionen gleiche biologische Gesetzmäßigkeiten wie Prozesse der nichtpathologischen Angst
- Pathologische Angst: Wie kann es zu übersteigerter Aktivität des Systems kommen? stärkere Aktivierung auch bei Bedrohungsreizen mit geringer Intensivität erhöhte Sensitivierung des perzeptiven Systems langsame oder dysfunktionale Feedbacksysteme zur Gegenregulation
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: 1-4 Klassische Konditionierung Operante Konditionierung Zwei Faktoren Modell Konditionierung physiologischer Parameter
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: 5-8 Beobachtungslernen Sozial kognitive Lerntheorie ethologisch orienteirte Theorien Angst im Kontext mit Bindungstheorien
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: Klassische Konditionierung Angstsignale und reaktionen werden erlent, neutrale Reize können zu angstauslösendem Stimulus werden
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: Operante Konditionierung AR werden aufrechterhalten, erklärt langanhaltende Angstreaktionen
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: zwei Faktoren Modell Kombi aus KK und OK
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: KPP Autonome und vegetative Reaktionen tragen zur Aufrechterhaltung bei, Körperverändeurng --> deren Wahrnehmung führt zu Verstärkung AR, diese Körpersensation kann zum Auslöser AR werden
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- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: Beobachtungslernen Modelllernen zB bei Eltern mit Angststörung
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: sozial kognitive Lerntheorie Situation löst deshalb Angst aus, weil perosn befürchtet keinen Kontrolle mehr zu haben, Situation nicht bewältigen zu können
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: ethologische Theorien nicht alle aversisven Reize AR, sondern bevorzugt die, die phylogenetisch eine reale Bedrohung darstellen, auch wenn dies in der modernen Zivilisation nicht der Fall ist
- Lernpsychologische Grundlagen der Angststörung: Angst im Kontext von Bindungstheorien AR treten bei Gefährdung einer sozialen Bindung auf, Angst soll dazu führen, dass Verlust vermieden wird und Bindung erhalten bleibt
- Therapieansätze PS KVT Exposition körpereigener Signale
- Therapieansätze Agoraphobie KVT Abbau von Vermeidungsverhalten kombinierte E interner externer Auslöser
- Therapieansätze SP KVT Abbau Vermeidungsverhalten Exposition externer Auslöser
- Therapieansätze GA KVT Sorgenexposition Entspannungsverfahren
- Therapieansätze Soz. Angststörung KVT aufbau soz Kompetenzen Exposition außerhalb Therapiesetting Exposition sozialer Sit in Gruppen
- Expositionsprinzip "einer der größten Erfolge in der Behandlung von mentaler Gesundheit" widerholte systematische konfrontation mit gefürchteten Reizen in vivo, in sensu, interozeptiv
- wie wirkt Exposition? Extinktionslernen: Erfahrung dass ein zu erwartendes negatives Ereignis UCS nicht eintritt
- Extinktionsgedächtnis stärken: Lerninhalte sollten möglichst gut zugänglich sein, E mit großer Variation von Stimuli und Übungen, Variation Kontext
- Kognitive Extinktionsverstärker D-Cycloserin Glucokorticoide (Cortisol)
