Rauschdrogen (Fach) / Uni Wien (Lektion)
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Drogen
Diese Lektion wurde von Marlene5487 erstellt.
- Einteilung nach Louis Lewin (1928) Hypnotica: wirken narkotisch (Kawa-Kawa) Euphorica: beruhigen Affektleben (Opium, Cocain, Heroin) Excitantia: lösen psychische Reize aus (coffeinh. Drogen, Tabak, Betel) Phantastica: rufen Halluzinationen & Träume hervor Inebriantia: berauschen (stimulieren zuerst ZNS, dann betäuben)
- Einteilung nach Rätsch Stimulantien "uppers": Coca, Cocain, Amphetamine, Nikotin, Ephedra, Betel, Kath Sedativa, Hypnotica, Narcotica "downers": Opium, Opiate, Heroin, Alkohol, Lösungsmittel, Benzodiazepine Halluzinogene "all arounders": alles, auch Horrortrips; Cannabis, LSD, Peyote, Psilocybe, Myristica, Fliegenpilz, Solanaceen, Olioliuqui,...
- legal highs neue psychoaktive Substanzen, euphorische Wirkung & teils Suchtpotential, von Leuten aus der Pharmaforschung verkauft teilweise keine Nebenwirkungen, Wirkungen, Wirkungsdauer etc. bekannt, "Testung" direkt an Konsumenten nicht im Suchtmittelgesetz, deshalb Neue Psychoaktive Substanzen Gesetz (NPSG): nur Substanzgruppen erfasst, nicht jede einzelne Substanz
- Unterschied Abhängigkeit & Gewohnheitsbildung Abhängigkeit: psychischer und meist auch physischer Drang, ein Pharmakon erneut einzunehmen, um seine psychischen Effekte zu erleben und in manchen Fällen auch um die unangenehmen Folgen des Fehlens zu vermeiden Gewohnheitsbildung: Verlangen, Droge nach einer bestimmten Zeit erneut einzunehmen, um psychische Effekte zu spüren. Nach Absetzen keine Entzugserscheinungen
- häufigste Drogen Europa Amerika Opiate, langsame Verschiebung zu Cannabis und Amphetaminen Amerika: Cocain, Amphetamine
- Definition Rauschdroge pflanzliche Produkte, synthetische, halbsynthetische psychotrope Substanzen, Gase oder leicht flüchtige Stoffe mit Wirkung auf das ZNS, die in natürliche Prozesse des Körpers eingreifen und Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmungen beeinflussen
- Arten des Gebrauchs von Rauschdrogen 1) medizinischer 2) religiöser/ritueller 3) Missbrauch ohne Indikation
- Arten von Toleranzbildungen pharmakokinetische Toleranz: Barbiturattyp, durch Enzyminduktion pharmakodynamische Toleranz: durch up und down Regulation, Gewöhnung direkt an Zelle
- Jahresprävalenz/ Lebenszeitprävalenz Jahresprävalenz: im letzten Jahr konsumiert (Jugendliche öfter Cannabis, Schnüffelstoffe, erwachsene Männer eher Cocain) Lebenszeitprävalenz: im Leben konsumiert
- Neues Suchtmittelgesetz 1998 (SMG), davor 50 Jahre Gesetz in Ö nicht bearbeitet --> in den 80ern Lücke beim Cocainhandel usw Regelungsschwerpunkte neues Suchtmittelgesetz: Einbeziehung von psychotropen Stoffen & Vorläuferstoffen (wie Ephedrin und Essigsäureanhydrid) verbesserte rechtliche Verankerung von Schmerz- und Entzugs/Substitutions-therapie "Therapie statt Strafe" Maßnahmen zur besseren Bekämpfung von Einfuhr & Handel
- Giftwege 1. Giftweg: Eintritt & Aufnahme in den Körper; Nasenscheidewand, Lungengase, Mageninhalt 2. Giftweg: Verteilung & Metabolisierung; Analyse von Blut & Gewebe 3. Giftweg: Elimination & Ablagerung im Körper; Haare, Fingernägel, Urin,...
- Biotransformation Körper versucht Substanzen zu eliminieren & aus dem Körper zu bringen 1. Phase: chemische Reaktionen wie Oxidation, Hydrolyse,... 2. Phase: Konjugation mit Glucuronsäure, Aminosäure, usw.
- verwendetes Probenmaterial 1.) Material der Lebenden: Blut, Urin, Magenflüssigkeit, Erbrochenes (mglst. nicht invasiv) 2) Material des Toten: mehr Gewebe, z.b. Leber, Hirn, Herz,... Nachweisbarkeit: wenige Stunden im Blut, mehrere Tage im Urin, mehrere Wochen bis Jahre in den Haaren
- Wie gehe ich vor Drogenanalyse? Welche Verbindung: Reinsubstanz, Gemisch, Metabolit Welche Matrix: Pflanze, Extrakt, biologisches Material Welche Aussage: Vortest Welche Konzentrationen Welche apparativen Mglk.
- Verfahren zur Drogenanalytik einfache: makroskopische Beurteilung, Lupe, mikroskopische Untersuchung, nasschemische Verfahren, DC komplexe: immunchemische (EMIT, RIA), chromatographische (GC, HPLC), elektophoretische Verfahren (IR), spektroskopische Verfahren (MS), Kopplungstechniken (GC-MS; HPLC-MS)
- Immunchemische Voruntersuchung EMIT & RIA, Antigen-Antikörper-Reaktiontests eignet sich hervorragend für Screeningmethode, Ergebnis jedoch nicht als endgültig anzusehen, nur hinweisgebend & Ergebnis dann mit zb MS überprüfen bei mgl. Konsequenzen (z.b. falsch positiv für Morphin wenn Mohn verzehrt durch Kreuzreaktionen usw)
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- Probenvorbereitung 1.) Aufschluss: nur in anorganischer Analytik (nasse Veraschung mit Säure & Verbrennung im Sauerstoffstrom) 2.) Anreicherung: Erhöhung Stoffmengenkonzentration der Spurenelemente relativ zur Matrix 3.) Clean-Up (Reinigung) 4.) Identifizierung & quantitative Bestimmung der Zielkomponente Trennmethoden beruhen auf Prinzip der Verteilung (Flüssig-Flüssig-V., Festphasenextraktion)
- DC Dünnschicht-Chromatographie: stationäre Phase Kieselgel, mobile Phase Lösungsmittel; relative Retention:trennbare Substanzen passieren Gel in untersch. Zeit, 10-20 Substanzen können parallel getrennt werden
- Gas-Chromatographie stationäre Phase meist Kapillarsäule mit sehr geringem Durchmesser & mobile Phase Trägergas; Injektor mit LM, das sofort verdampft sehr gute Trennleistung, aber Derivatisierung notwendig (Methylierung, Trimethylsilylierung, Acetylierung,...) damit flüchtig Detektion: Flammenionisationsdetektor, Massenspektrometer
- HPLC (High Pressure Liquid Chromatography) HPLC mit hohem Druck (250 bar), dadurch Trennleistung etwas besser (aber schlechter als bei GC) Lösungsmittelmischer- Pumpe- Spritze mit Injektor - Säule - Detektor (Diodenarray, UV, Fluoreszenz, MS) GC besser mit MS koppelbar; bei HPLC schwieriger, da aufgrund des Vakuums keine direkte Kopplung möglich; API (atmospheric pressure ionisation), nur weiche Ionisation bei LC: keine ausreichende Fragmentierung und somit Identifikation möglich: LC-MS-MS: Tandem: MS 1 fragmentiert, das 2. analysiert
- Massenspektrometer jede Identifizierung beruht auf Vergleich Probenaufgabe - Ionenquelle - Massenfilter - Detektor 1) Ionisierungstechniken: EI (Electron impact): mit Elektronen beschossen --> Radikalkationen weiche Ionisierungstechniken meist chem. Reaktionen wie Säure-Basen, Redox-R.... 2)Wiegetechniken: im Vakuum (da sonst reagieren): TOF, Quadrupol-Massenanalysator, Sektorfeldgeräte, Ionenfalle 3) Aufnahmetechniken: Scan-Mode: alle MG nacheinander, sehr langsam, wenig empfindlich SIM-Mode: nur einige für Substanz typische Ionen registriert, Rest "rauscht durch", viel empfindlicher und schneller
