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Literarturwissenschaft (Fach) / Rhetorik - Begriffe (Lektion)
Begriffe
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- Mythologie Bezeichnung für Ursprungserzählungen, meist in Form von Götter oder Heldensagen.
- narratio Erzählung, Darstellung des Sachverhalts, zweiter Teil der → dispositio, nach → exordium und vor → argumentatio und → peroratio.
- ornatus Rhetorisches Stil-Ideal des sprachlichen Schmucks einer Rede, neben → aptum/decorum, → brevitas, → puritas und → perspicuitas.
- Oxymoron Rhetorische Figur der Verbindung zweier sich logisch ausschließender Begriffe (Beispiel: „traurigfroh“), → contradictio in adjecto
- Parallelismus Rhetorische Figur der gleichen Anordnung von syntaktisch korrespondierendem Wortmaterial auf der Ebene der Satzfolge, des Satzes, des Teilsatzes oder des Satzteils (Beispiel: „Als ich noch ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte ich wie ein Kind, urteilte ich wie ein Kind“). Gegenbegriff dazu ist der → Chiasmus.
- Parataxe Rhetorische Figur der syntaktischen Beiordnung von Satzgliedern im Unterschied zur → Hypotaxe.
- Parenthese Rhetorische Figur des grammatisch selbständigen Einschubs in einen Satz, ohne jedoch dessen grammatische Ordnung zu verändern (Beispiel: „So bitt ich – ein Versehn wars, weiter nichts – | Für diese rasche Tat dich um Verzeihung“)
- Pars pro toto Tropus, bei dem ein Teil für das Ganze steht (Beispiel: „Holland“ für die Niederlande). Sonderform der → Synekdoché
- Periphrase Tropus der Umschreibung einer Person, Sache oder eines Begriffs durch kennzeichnende Tätigkeiten, Eigenschaften oder Wirkungen (Beispiel: „jenes höhere Wesen, das wir verehren“ für Gott, „die Väter und Mütter des Grundgesetzes“ für die Mitglieder des Parlamentarischen Rates)
- peroratio auch conclusio: Schluss, vierter Teil der → dispositio, nach → exordium, → narratio und → argumentatio.
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- perspicuitas Rhetorisches Stil-Ideal der Klarheit und Verständlichkeit, neben → aptum/decorum, → brevitas, → ornatus und puritas.
- Pleonasmus Rhetorische Figur des synonymen Zusatzes zu einem Wort oder einer Redewendung, das überflüssig ist (Beispiel: „schwarzer Rappe“) oder aber als Stilmittel zur nachdrücklichen Betonung verwendet wird (Beispiel: „mit meinen eigenen Händen“). → Hendiadyoin, → Tautologie
- Polyptoton Rhetorische Figur der Wiederholung von Worten in unterschiedlicher Flexion (Beispiel: „Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf.“).
- Polysyndeton Rhetorische Figur der auffälligen Reihung von Satzteilen mit Hilfe der gleichen Konjunktion (Beispiel: „Und jede nimmt und gibt zugleich und strömt und ruht“, C.F. Meyer: Der römische Brunnen).
- probatio Teil der → argumentatio; Darlegung der eigenen Sichtweise und Argumente
- Pronuntiatio/Actio Kunst des Vortrags einer Rede, fünfter und letzter Teil des Redeaufbaus nach → inventio, → dispositio, → elocutio, → memoria. Die pronuntiatio bezieht sich auf den stimmlichen Vortrag; die actio auf die während der Rede vermittelte Körpersprache.
- puritas Rhetorisches Stil-Ideal der Sprachrichtigkeit, neben → aptum/decorum, → brevitas, → ornatus und → perspicuitas.
- refutatio Teil der → argumentatio; Darlegung der gegnerischen Sichtweise und Argumente
- Rhetorische Figuren Bezeichnung für sprachlich-syntaktische Schemata oder Stilfiguren zur Veranschaulichung und Verdeutlichung einer Aussage. Im Unterschied zum → Tropus wird das Bildfeld nicht gewechselt.
- Schriftsinn, mehrfacher Mittelalterliche Tradition der Exegese biblischer Schriften, die Text nach ihrem wörtlichen Sinn (sensus litteralis), dem allegorischen Sinn (sensus allegoricus), dem moralischen Sinn (sensus tropologicus/moralis) und anagogischen Sinn (sensus anagogicus) auslegt.
- Symbol Real vorhandenes Sinnbild für einen gemeinten Bereich, das in einem naturhaften oder kulturell vermittelten Verweisungsverhältnis zum Gemeinten steht. Im Unterschied zur Allegorie und zum Emblem, die nach festen Regeln konstruiert und einsinnig aufgelöst werden können, ist das Symbol polyvalent und kann individuell gesetzt werden. Es ist eine moderne Form der „uneigent-lichen“ Rede (Beispiel: „Es war die Nachtigall und nicht die Lerche“, statt „Es ist noch (Liebes-)Nacht, nicht schon (trennender) Morgen“).
- Synekdoché Tropus der Ersetzung eines Ausdrucks durch einen anderen, der innerhalb desselben Begriffsfeldes bleibt, z. B. „Dach“ für „Haus“
- Tautologie Rhetorische Figur der Wiedergabe eines Begriffs durch zwei oder mehr Worte gleicher Bedeutung (Beispiel: ganz und gar“). → Hendiadyoin, → Pleonasmus.
- Topik In der Rhetorik Bezeichnung für ein Arsenal von Topoi im Sinne von konventionellen Gemeinplätzen für einzelne Redegattungen und Redesituationen, besonders beliebt im Barock.
- Topos In der Rhetorik Bezeichnung für Hinweise - wörtlich „Ort“ - zur Gewinnung von Argumenten für eine Rede. Teil der Inventio.
- Trikolon Rhetorische Figur eines dreigliedrigen, zumeist asyndetisch gefügten Satzes (Beispiel: „Ich kam, ich sah, ich siegte“).
- Tropus pl. Tropen. Bezeichnung für sprachliche Ausdrucksmittel der uneigentlichen, ‚übertragenen‘ Rede. Im Unterschied zu den rhetorischen Figuren wird hier das Bildfeld gewechselt.
- vir bonus Nach Cicero das Ideal des geschickten, gebildeten und engagierten Redners, der das System der Rhetorik nach moralischen Grundsätzen anwendet.
- Zeugma Rhetorische Figur der Zuordnung eines Satzgliedes zu zwei syntaktisch oder auch semantisch inkongruenten Satzteilen. (Bsp.: „Josefine ging ins Kloster und dort zu weit“.)