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Kognition (Fach) / Kognition 2 (Lektion)
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- Definition 1: Lernen + Abgrenzungen Prozess, der zu relativ stabilen Veränderungen (Abgrenzung zu 1.) im Verhalten & Erleben bzw. in den Verhaltensmöglichkeiten (Gelerntes nicht unbedingt im äußeren Verhalten wiedergespiegelt, theoretisch jederzeit abrufbar) führt und auf Erfahrung beruht Abgrenzung zu: 1. kurzfristige Veränderungen (z.B. durch Müdigkeit) 2. Veränd des Zentralnervensystems (Reifung (biolog Veränd), Alter, Verletzungen (Schlaganfall > Verhaltens-/ Wahrnehmungsveränd))
- Definition 2: Lernen Bilden von Verbind (Assoziationen) zw Elementen oder Ereignissen auf der Basis von Kontiguität (Ereignisse miteinander assoziiert, wenn räuml und oder zeitl Nähe), Ähnlichkeit oder Kontrast (Unähnlichkeit)
- Definition Prägung Lernvorgang, bei dem während einer sensiblen Phase (genet festgelegter Zeitabschnitt) schnell und irreversibel gelernt > erscheint angeboren Konrad Lorenz: Enten - kein angeborenes Wissen über Erscheinungsbild der Mutter > potenziell = Objekte, die sich bewegen und Laute von sich geben Erwerb Muttersprache bei Kindern in relativ kurzem Zeitfenster
- Definition Habituation + Abgrenzungen (Lernart) Gewöhnung an einen Reiz, der beim ersten Auftreten Aufmerksamkeit auf sich zieht und zu einer Orientierungsreaktion führt. Bei wiederholter Reizdarbietung (ohne Konsequenzen für Individuum) tritt die OR weniger/ nicht mehr auf > reizspezifisch + reaktionsspezifisch Bsp: akust Schreckreakt (lautes, unerwartetes Geräusch) > wdl Darbietung gewöhnt > keine spezifische Reakt Abgrenzung zu: Ermüdung/ Erschöpfung (unspezif Reize, bezogen nicht nur auf Straßenlärm sondern alle Geräusche) & Adaption (unspezifische Reaktion; allg Anpassungsfähigkeit/ Gewöhnung, Möglichkeit zu alternativen Reakt; sensorische Adaption > Hell-Dunkel-Adaption Auge)
- Definition klassisches Konditionieren + Vertreter + Bsp US > UR; US + NS > UR; NS = CS > CR (Reiz-Reaktions-Verbindung); Paarung von unkonditionierten und neutralen Stimulus S-R-Psychologie Pavlov, John B. Watson Fall des kleinen Albert - Konditionierung auf Angst vor allen fellartigen Dinge; Risikobereitschaft bei Bomben; Saugreflex beim Kind bereits bei Positionierung in liegende Lage
- Definition operantes/instrumentelles Konditionieren Vertreter + Box Bestandteile Verstärker? Voraussetzungen Skinner Die auf ein Verhalten (unmittelbar) folgende Konsequenz und deren Kontingenz (Regelmäßigkeit) bestimmen die zukünftige Auftretenswahrsch des Verhaltens Verstärker = Reiz, der die Auftretenswahrsch einer Reaktion verändert Voraussetzung: Kontrollierbarkeit der Umwelt - Konsequenz muss kontrolliert durchsetzbar sein S-R-Psychologie Skinner-Box: Lampe, Hebel, Futtermagazin, elektr Gitter > Hebel drücken > Futter Phobie: Expositionstherapie für Angststärung > Reaktion auf Reiz gar nicht so schlimm
- respondentes Verhalten Verhalten = Reaktion auf einen Reiz (klass Konditionieren) Verstärker VOR Handlung
- operantes Verhalten Verhalten ist instrumentell; führt eine Konsequenz in der Umwelt herbei, die sonst nicht eintreten würde (operantes Konditionieren) Verstärker NACH Handlung
- Arten des operanten Konditionierens + Verstärkerpläne pos Verstärkung > Erhöhung Verhaltenswahrsch, Darbietung angenehmer Reiz neg Verstärkung > Erhöhung, Entfernung unangenehmer Reiz (Kind schreibt immer schlechte Noten > gute Note > Hausarrest aufgehoben) Bestrafung Typ 1 > Verringerung, Darbietung unangenehmer Reiz Bestrafung Typ 2 > Verringerung, Entfernung angenehmer Reiz kontinuierlich vs nicht kontinuierlich > fester vs variabler Intervall-/ Quotenplan > Wirkung auf Schnelligkeit des Lernens bzw Löschungsresistenz des Verhaltens Token-System
- Modelllernen + zentrale Faktoren des Lernens Bandura; soz Lernen/ Beobachtungslernen Lernvorgänge, die auf der Beobachtung des Verhaltens von Vorbildern beruhen Abkehr von rein behavioristischen/ verhaltensbezogenen Ansätzen Lernen von Rollenverhalten in Gesellschaft 4 zentrale kogn Faktoren: Aufmerksamkeit (relevante Verhaltensweisen + Konsequenzen müssen beachtet), Gedächtnis (Wissen über instrumentelle Relationen behalten), Motivation (Anreiz für Ausführen gelernter Verhaltensweisen), rhet Reproduktion (Ausführbarkeit eines Verhaltens von jmd anderen)
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- Definition Gedächtnis Fähigkeit, Infos zu speichern (Enkodierung) und abzurufen (Dekodierung/ Retrieval) relativ dauerhafter Speicher von Erfahrungen, der Lernprozesse ermöglicht
- Definition Fertigkeit + Arten + Einflüsse Handlungskompetenz, die man durch Üben über einen Zeitraum hinweg verbessern kann sensumotorische (gelernte Bewmuster, ausgelöst durch sensorischen Input (Tanzen), Zshang mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Motorik) vs kognitive Fertigkeiten (Problemlöse-/Strategien (Schach, Turm von Hanoi), Zshang mit Denken, Problemls) > Kombi: Benutzung Werkzeuge Fertigkeitengedächtnis (prozedurales Gedächtnis) > schwer verbalisierbarer Inhalt, nondeklarativ, kein Fakten- sondern implizites Wissen; Inhalte ohne bewuste Aufmerksamkeit speicherbar Einfluss durch Übung (mehrfaches Wdh > bessere Beherrschung) & Feedback (Rückmeldung, Korrektur)
- Exp Bryan & Harter (1897) Übungsverlauf beim Telegraphieren (Empfangen und Senden von Morsecode) - Fähigkeit des Sendens und Empfangens beim Morsen verbessert sich in 36 Lernwochen zunächst sehr rasch, später ist Lernkurve flacher (geringerer Fortschritt/ Übungsgewinn) - stetige Verbesserung durch Übung - Diagramm: x=Übungswoche, y= Buchstaben/min; siehe Skript LernenI
- Exp Blackburn 1936 - Übung Befund Übungsverlauf beim Kopfrechnen je mehr Übungsdurchgänge, desto schneller läuft math. Operation ab (> stärkere Gedächtnisspur > Automatisierung > einfacher/ schnellerer Zugriff auf Gedächtnisinhalt) Diagramm: x=Aufgabennr (log); y=Zeit für Aufgabenbewältigung (log); in Skript LernenI
- Exp Kolers & Smyrthe (1979) Befund Übungsverlauf beim Lesen von (200 Seiten) invertiertem Text mit zunehmender Seitenzahl steigt Leistung des Lesens/ verkürzt sich Lesezeit; bessere Leistung eingangs bei Wdhtraining Diagramm: x=Seitennummer (log); y=Lesezeit (log); in Skript LernenI
- Potenzgesetz der Übung Entdecker, Formel, Bedeutung, Erklärung Newell & Rosenbloom, 1981 T=a*P ^-b T = Leistung, P = Übung, a = Aufgschwierigkeit, b = Lernparameter (unterschiedlich für versch Bereiche (motorische Aufg)) - Tacos auf Pornobildern Übungsgewinne zu Beginn des Fertigkeitserwerbs am größten, werden im Übungsverlauf immer geringer je mehr man übt, umso schwerer wird es, die Leistung um festen Betrag zu verbessern Erklärung: Beim Ausführen von Lern-Denkaufg werden Gedächtnisspuren gebildet, die mit zunehmender Übung stärker werden > stärkere Spuren > höhere Aktivierung > leichterer Abruf
- 1. Phase des Fertigkeitserwerbs (Fitts, 1964; Anderson, 1983) kognitive Phase deklarative Enkodierung der Fertigkeit (Verstehen der Aufg, Ausführungbed) Organisation der deklarativen (Fakten) Wissensbasis (Herausfinden, Einprägen der relevanten Fakten > Ausführung der Fertigkeit; Einprägung stark abh von Instruktion & Feedback) Selbstinstruktion (starke bewusste Beteiligung durch Vergegenwärtigung der Regeln) fehleranfällig, langsamer Verlauf, kleine Teilschritte, abh von externen Hinweisreizen, verbalisierbar; Wissen nicht in prozeduraler Form verfügbar Bsp Autofahren: 1. Theorie > 2. Praxis mit Lehrer, stark kognitiv moderiert, langsames Abarbeiten der einzelnen gemerkten Schritte
- 2. Phase des Fertigkeitserwerbs Etablieren direkter Input-Handlungs-Verbindungen > deklaratives Wissen wird vergessen oder bleibt neben prozeduralem Wissen (Verb d einzelnen Elemente, die für Ausführung der Tätigkeit nötig) bestehen Reduzierung verbaler Mediation (geringere Selbstinstruktion) Verringerung von Aufmerksamkeitsanforderungen Aufdecken und Eliminieren von Fehlern Bsp: richtige Koordination von Kupplung und Gas, sodass Motor nicht abgewürgt wird beim Anfahren nicht so viel über einzelne Schritte nachdenken > Ressourcen frei, um auf Fehler zu konzentrieren
- 3. Phase des Fertigkeitserwerbs Autonome Phase Automatisierung (Optimierung), Ausführung schnell & fehlerlos, keine bewusste Kontrolle notwendig - Ressourcen werden frei, Parallelaufg mgl schwer verbalisierbar Bsp Reden mit Beifahrer
- Total time hypothesis doppelt lange Lernzeit > Erinnerung doppelter Materialmenge, d.h. Lernen nur abh von investierter Zeit > Behaltensleistung ist proportional zur Anzahl der Wdh Diagramm: y-Achse: am ersten Tag lernten VPs mit entsprechender Anzahl an Wdl; x-Achse: Zeit die am 2. Tag benötigt, um Inhalte erneut zu lernen je mehr wiederholt, desto weniger Zeit benötigt um dieselben Inhalte erneut zu lernen
- Einschränkung der total time hypthesis Art & Weise wie man übt, hat Einfluss auf Geschwindigkeit des Fortschritts und Umfang der Behaltensleistung: verteiltes Üben führt zu günstigeren Behaltensleistungen als massiertes Üben - bedeutsames und konkretes Material wird eher behalten als unbedeutendes und abstraktes
- Vergessenskurve Ebbinghaus 1885 KVK-Trigramme (TUK) ohne Bedeutung lernen > free recall Ersparnismethode (savings) - eingesparter Aufwand beim Neuerwerb bereits vollständig gelernten Materials; z.B. Tag 1: 20 Durchgänge nötig, Tag 2: 10 Durchgänge nötig → Ersparnis 50% UV: Länge des Intervalls zw Lernen und Abruf in h; AV: Ersparnis (Savings) = Zeit für Originallernen - Zeit für Neulernen innerhalb 1. Stunde > 50% vergessen Diagramm in LernenII
- Behalten und Vergessen: Wiedererkennensleistung Wickelgreen 1975 Wörterlisten einprägen, nach unterschiedlich langem Intervall (UV, 1min - 14d) wurde Wiedererkennensleistung der Wörter (AV) getestet Befund: Leistung verschlechtert mit zunehmender Verzögerung, Ausmaß der Leistungsveränd mit zunehmender Verzögerung immer kleiner >> Graph in LernenII
- Potenzgesetz des Vergessens Behaltensfkt = Potenzfkt (Wixted & Ebbesen 1991) d'=cT^-b (der Clown tanzt blau) d'= Behaltensleistung (Leistungsmaß, was sich von der Wahrsch der Wiedererkennung ableitet) T=Verzögerung c= Konstante b= Vergessensrate (versch Inhaltsbereichen haben versch Raten, mit denen vergessen wird)
- Einfluss des Materials (Behalten und Vergessen) - Bahrick et al 1975 > Wiedererkennen einfacher als Reproduktion AV: Wiedererkennen (recognition), Zuordnen (matching) oder freies Erinnern (free recall) (=UV1) von Klassenkameraden in Abh wie viel Zeit (UV2) vergangen Ergebnisse: sehr gute Erinnerungsleistung bei recognition, matching eher schlechte Erinnerungsleistung bei free recall & picture cueing > nach 35-40 Jahren extremer Abfall, wahrsch altersbedingt, unabh vom Vergessensprozes
- Interferenz > Theorien Zerfallstheorie: für jedes Material wird Gedächtnisspur angelegt - bei Nichtanwendung zerfallen Gedächtnisspuren mit der Zeit (Spuren im Sand) Interferenztheorie: Zugriff auf Gedächtnisspur wird gestört; im Moment nicht erinnern können, Zugriff aktivierbar durch Hinweisreize; Interferenz = Gedächtnisinhalte konkurrieren
- Arten von Hemmung (Interferenz) Ähnlichkeitshemmung (Ranschburgsche Hemmung) assoziative/ reproduktive Hemmung ekphorische Hemmung affektive Hemmung Fan-Effekt (Affe)
- Exp Lewis & Anderson 1976 - Fan-Effekt NW Fan-Effekt mit alltägl Wissen UV 1: Anzahl gelernter Aussagen (Fächergröße) - 0 bis 4; UV 2: Wiedererkennungsaufgabe - Aussagen im Experiment wahr vs. Aussagen tatsächlich wahr vs. Aussagen falsch; AV: Reaktionszeit bis zur Beurteilung Ergebnis: Fan-Effekt bei allen Arten von Fakten (je größer der Fächer, desto höher die Reaktionszeit), d.h. im Labor gelernte Inhalte können mit außerhalb des Labors gelernten Inhalten interferieren; schnellere Reaktion bei tatsächlichen Fakten (stärker im Gedächtnis enkodiert), langsamere Reaktion bei falschen Infos (nicht gelernt) > Diagramm Lernen III
- Prozeduralisierung Theorien zur unterschiedlichen Verbalisierbarkeit Prozess, durch den die explizite Verwendung von deklarativem Wissen von der Anwendung prozeduralen Wissens abgelöst (Fertigkeitserwerb) > deklaratives Wissen durch Übung überführt in prozedurales Wissen (dh automatisierte Handlungen) Menschen neigen eher dazu prozedurales (mustergeleitetes) Wissen zu nutzen > Schnürsenkel binden jmd erklären Unterschiede in Verbalisierbarkeit deuten auf mehrere Arten von Gedächtnissystemen hin (Fertigkeitsgedächtnis und semantisches/ deklaratives) Theorien, die fehlende Verbalisierbarkeit erklären: 1) versch Hirnhälften zuständig für deklaratives/ prozedurales Wissen - mangels Verb nicht mgl relevante Infos zu übermitteln; 2) Infos können abgerufen werden, aber aufgrund Einschränkungen in Sprache nicht in Worte fassbar > Entw von Expertensprache
- Modell der Informationsverarbeitung proctor & van Zandt 2008 Gedächtnis: sensorisches Register (Eingangstor für perzeptuelle (wahrgenommene) Infos; Schnittstelle zw Wahrnehmung und Gedächtnissystemen, Ultra-KZG), Arbeits-, Langzeitgedächtnis (>explizit, implizit) Substrukturen mehrerer Speicher > Mehrspeichermodelle auch modale Modelle (da es versch Modi gibt, welche man voneinander unterscheiden kann) Abbildung GedächtnisI !!!
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- Mehrspeichermodell Broadbent (1958) modales Modell primäres Gedächtnis: S-System (präattentive Verarbeitung > Filter, für Weiterverarbeitung der Infos; ähnlich sensorisches Register) P-System: Infos nach Filter, Weiterleitung an Bewusstsein/ Wahrbehmung; Rehearsal > Wdh > Speicherprozess, Einprägen von Infos - KZG (bewusst zugänglich, befasst sich mit Bedeutung von Dingen, kurze Speicherdauer, begrenzte Kapazität) Sekundäres Gedächtnis (LZG)
- Mehrspeichermodell Waugh & Norman (1965) Primäres (begrenzte Kapazität, schneller Zerfall, KZG (als Durchgangsstation)) & Sekundäres Gedächtnis (unbegrenzte Kapazität, Infos dauerhaft, LZG)
- Mehrspeichermodell Atkinson und Shiffrin (1968) Multi-Gedächtnis-Modell, modal einerseits: strukturelle (unveränderl) Gedächtniskomponenten, andererseits: verarbeitungsorientierte Komponenten (flexibel, modifizierbar) Umweltbedingter Input, Stimulus > sensorische Register (ikonischer (visuelle Infos) & echoischer Speicher (auditiv)): große Info-Menge, hohe Speicherkapazität, unbewusst, geringe Speicherzeit > KZG, temporäres Arbeitsgedächtis: bis 1min, Zerfall der Infos ohne Überführung in LZG, 7+/-2 Chunks; Kontrollprozesse: Wdh, Kodierung (Infos in Sinnzshang, Struktur, einfacher erinnerbar, Eselsbrücke), Abrufstrategien (Geschichte über Begriffe ausdenken), Entscheidung > Reaktion, Output <> LZG: permanente Gedächtnisspeicherung
- Sensorisches Gedächtnis - Segner Exp Eingangstor für perzeptuelle Infos Schnittstelle zw Wahrnehmung und nachfolgenden Gedächtnismodellen Segner (1790): abschätzen, wie lang sensorischer Speicher sein muss, um Kreis mit Lichtpunkt erkennen zu können (Anpassen der Geschwindigkeit des Rads mit an einem Punkt befestigten Stück glühender Holzkohle) > Rückschluss: 1/10s > zugänglich für weitere Verarbeitung Übergang von flüchtigem Sinneseindruck (sich drehender Lichtpunkt) zu Speicherung um diese Info der weiteren Verarbeitung zugänglich zu machen
- Sensorische Register Infos in 'reizspezifischem' (bzgl Wahrnehmungsmodalität abgespeichert, nicht zu größerer Einheit integriert) Format abgespeichert: visuell, auditorisch, haptisch usw - Sensorische Register für alle Arten an Sinnesmodalitäten ein gewisser Anteil der Wahrnehmung geht immer verloren Neisser 1967: ikonisches (visuelle Sinnesmodalität) & echoisches (auditorisch) Gedächtnis
- Sperling 1960 - Exp zum Ganz und Teilbericht Versuchsmaterial: Buchstabenmatrizen mit 3x4 50ms gezeigt > Einprägen und Wiedergeben Standardbedingung, in der so viele Buchstaben wie mgl reproduziert (Ganzberichtsverfahren) & Experimentalbed, in der nur Zeichen einer Reihe gewollt (Teilbericht) > Reihe zuf gewählt, durch Tonhöhe kodiert, der kurz nach Verschwinden der Matrix präsentiert Ergebnisse = Ganzberichtsverfahren: durchschnittlich 4,5 Buchstaben erinnert; Teilberichtsverfahren: durchschnittlich 3 wiedererkannt (3x3=9) Fazit: zum Zeitpunkt des Hinweises müssen pro Reihe etwa 3 Elemente, bei 3 Reihen = 9 Elemente, im ikonischen Gedächtnis (Sensorischen Register) verfügbar - mehr als berichtet werden konnte im Ganzberichtsverfahren = Teilberichtsvorteil (dargebotenes Material ist kurzfristig fast vollständig verfügbar)
- Teilberichtsvorteil Befunde von Sperling (1960) siehe GedächtnisII y-Achse: Anzahl reproduzierter Buchstaben (AV); x-Achse: Anzahl Buchstaben in Versuchsanordnung (UV2) - UV1: Ganz- vs Teilberichtsverfahren Ergebnis: Ganzwiedergabe gesättigt bei 4,5 Items; Teilwiedergabe folgt fast optimaler Wiedergabe Fazit: Sensorische Register = größer als 4 Buchstaben, bewiesen durch Sperlings methodische Variation
- Einfluss von Verzögerung Sperling 1960 y-Achse: durchschnittliche Anzahl wiedergegebener Buchstaben; x-Achse: Verzögerung des Tones - TBvorteil bei max Verzögerung ca 1,49 wiedergegebene von 4 erfragten Buchstaben; Ganzberichtsverfahren immer bei 4,32 wiedergegebenen von 12 erfragten Buchstaben bei steigender zeitl Verzögerung (zwischen Lernphase und Hinweiston für Erinnerung) nähert sich der Teilberichtsvorteil der Ganzberichtbedingung an (1s) (siehe Diagramm GedächtnisII) > Erinnerung an Darbietung zerfällt sehr schnell (dadurch Wiedergabe verhindert), nach Ablauf einer Sekunde ist sie im Wesentlichen verschwunden > nur noch Dinge übrig, bei denen VP genügend Zeit hatte, ihnen Aufmerksamkeit zu widmen, sie in dauerhaftere Form zu überführen > Existenz eines kurzen visuellen Speichers
- Befunde von Sperling: Variation (1963) Y-Achse: Anzahl zugänglicher Buchstaben; x-Achse: Verzögerung Vor- und Nach-Feld = weiß > starker Abfall bis 0,5s auf Ca 5 Buchstaben (insgesamt 16 Buchstaben) > konst Vor- und Nach-Feld = schwarz > angleichen an die 5 Buchstaben erst nach 4 - 5s Schlussfolgerungen: 2 Phasen der Verarbeitung im ikonischen Gedächtnis weißer Bildschirm > Phase 1 überschrieben > Phase 2 unterbrochen
- Weitere Befunde des Sensorischen Gedächtnisses (bzgl 2-Phasen-Systemen) Darwin, Turvey, Crowder 1972: Zahlen-Listen dargeboten auf linkem, rechtem oder beiden Ohren > UVs: Gesamt- vs Teilwiedergabe, Verzögerung > Ergebnis: Dauer des auditorischen Gedächtnisses ist länger als die des ikonischen > Fazit: Auditorische Infos können länger im Sensorischen R behalten werden (4s) Bestätigung 2-Phasen-System: 1. sehr kurze Phase für auditorische Sinnesmodalität, 2. Phase mit Übertragung in dauerhaftes Gedächtnis (Ganzbericht = 4,25 und TB-Vorteil gleicht sich bei Ca 4s an GB an) Hill, Bliss 1968: haptisches sensorisches Gedächtnis > Ca 1,3s >> Paradigma: Luftzug auf versch Teile der Finger, Ergebnis: TBvorteil existiert
- Kurzzeit-/ Arbeitsgedächtnis (siehe Modell GedächtnisII) - Bsp, Def, Merkmale zB Lieferdienst > Telefonnr identifizieren (Sensorisches Register) > Verarbeitung zur vorübergehenden Speicherung im KZG >> nach Eingabe + Anruf kann Nr nicht mehr erinnert > Speicherung für begrenzte Zeit 'temporäres' Gedächtnis/ Speicher, das kleine Materialmengen für begrenzte Zeit speichert Zwischenstation zw SR und LZG > Flaschenhals zw Sensorischem Register & LZG Info muss aktiv aufrechterhalten werden (aktives wiederholendes Vorsagen, Rehearsal) für Übergang zum LZG anfällig für Ablenkung (rehearsal unterbrechen) begrenzte Kapazität > magische Zahl 7 von Miller 1956; 7+/-2 Info-Chunks (Zsfassen einzelner Items in größere Einheiten/ Mustern, zB russische Eröffnung im Schach)
- Infoübertragung ins LZG - 2 Theorien Atkinson und Shiffrin 1968: Memorierungsschleife > Wdh (rehearsal) der Infos im KZG > wahrscheinlichere Übertragung ins LZG, bessere Erinnerung, je länger im KZG aufrechterhalten Craik und Loghart 1972: Theorie der Verarbeitungstiefe > je tiefer (bedeutungshaltige Lerninhalte) man sich mit Infos im KZG auseinandersetzt, desto besser ist Speicherung/ Verfügbarkeit im LZG (Verknüpfung Bradshaw, Anderson - Redundanz); flache Verarbeitung führt zu flachen Gedächtnisspuren
- Exp Craik und Tulving 1975 - Verarbeitungstiefe Urteile fällen zu Wörtern - 3 Varianten von Urteilen UV: Manipulation Verarbeitungstiefe durch vorherige Frage (Orientierungsaufgabe - visuelle, phonolog, semantische Merkmale); AV: Wiedererkennungsleistung der Wörter; Ergebnis: je höher Verarbeitungstiefe desto besser Erinnerungsleistung y-Achse (AV): Prozentsatz wiedererlangter Wörter; UV/x-Achse: Schreibweise (oberflächl Ebene - klein/groß) < 20%, Reim (mittlere Ebene) = 40%, Satzkonstruktion (tiefe Ebene - Folgender Satz logisch mit vorhergehendem Wort?) > 60% > widerspricht Atkinson und Shiffrin's Annahme, dass reines Wiederholen den Transfer ins LZG bringt
- Abruf aus dem KZG Sternberg (1966, 69, 75) Zahlen lernen > best Zahl in Reihe vorhanden? > Reaktionszeit > Ja/ Nein Verarbeitungsschritte: Testreiz enkodieren > Testreiz vergleichen > Entscheidung > Antwortausführung mgl Experimentelle Manipulationen, um Gedächtnisabruf auf Spur zu kommen: Lesbarkeit, GRÖßE MEMORY SET, Art der Antwort (Ja/ Nein sagen oder drücken), Antwortfrequenz (zeitl Unterschied in Beantwortung)
- Sternberg Paradigma, Testhypothesen 1) parallele Suche: auf alle gelernten Zahlen gleichzeitig zugreifbar > Reaktionszeit unabh von Größe des Memory Sets, kein zeitlicher Unterschied zw Ja und Nein 2) serielle Suche: Elemente nacheinander durchsuchen bis Zielinfo gefunden, dann Stop > Reakt.zeit mit Größe proportional steigend, Ja-Antworten schneller als Nein 3) serielle erschöpfende Suche: kein Abbruch der Durchsuchung bei Auffinden der gewollten Zahl (in Serie) > längere Zeit bei höherer Größe (proportional), kein Unterschied zw ja und nein > Diagramm in GedächtnisII >> Interpretation: linearer Anstieg Reaktionszeit mit Zahl der Elemente im KZG, konstante Suchrate; paralleler linearer Anstieg der Reaktionszeiten für Ja- und Nein-Antworten; Kanon in der Literatur: ja- und nein-Antworten unterscheiden sich nicht
- Serielle Positionseffekte AV UV Effekte; Evidenz wofür? Murdock 1962: Wörterlisten, Variation Länge y-Achse (AV): relative Häufigkeit der Wiedergabe (free recall); x-Achse: Item-Position (UV 1: Listenlänge (10, 15, 20, 30, 40) - UV 2: Darbietungsrate (1 vs. 2s)) Primacy- (bessere Erinnerungsleistung an früh präsentierte Inhalte - erste Wörter in LZG (Abruf der Wörter) überführt = höhere relative Häufigkeit wieder erinnert zu werden - mehr Gelegenheit im KZG wdh zu werden als Wörer in Mitte der Liste) & Recency-Effekt (letzte Wörter nicht überschrieben, noch im KZG, nach 30s Verzögerung verschwindet RE) > Evidenz für schnellen Zerfall von Informationen im KZG
- Arbeitsgedächtnismodell - Unterschied zw AG und KZG Beddeley 1986, Mehrkomponentenmodell AG (= System für Verarbeitung, Speicherung von Infos + Koordination der dafür erforderl Ressourcen); KZG (Info-Zwischenspeicher > etwas, für eine kurze und begrenzte Zeit, merken) = ähnliches Konzept, aber bei AG: mehrere Subsysteme des Kurzzeitspeichers + Zuschreiben von Verarbeitungsfunktionen Modelle, mit deren Hilfe man sich Vorgänge im Gehirn verdeutlichen 3 bzw 4 Komponenten: zentrale Exekutive, phonolog Schleife, visuell-räumlicher Notizblock, (episodischer Puffer, 2000)
- Ähnlichkeitshemmung Ranschburgsche Hemmung: je ähnlicher Items, desto schwerer erlernbar (nicht "links ist, wo Daumen rechts" > gleichzeitig gelerntes)
- assoziative Hemmung reproduktive Hemmung: bestehende Assoziationen erschweren Verknüpfung der assoziierten Inhalten mit neuem Inhalt mehrere Personen mit gleichem Vornamen; neue Telefonnummer ersetzt alte bekannte
- ekphorische Hemmung wird kurz vor Wiedergabe von gelerntem Material neues gelernt, so wird das früher gelernte schlechter reproduzier; last minute learning für Prüfung