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Anästhesie (Fach) / Prämedikation (Lektion)

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  • Einschätzung der körperlichen Belastbarkeit anhand von metabolischen Äquivalenten (MET= metabolic equivalent task) Sauerstoffbedarf in Ruhe 3,5 ml/kgKG/min entspricht 1 MET leichte Hausarbeit (Abwasch, Staubwischen), 1 Stockwek Treppe laufen (=ca 100 Watt) = 4 MET zügiger Spaziergang, kurze Strecke rennen, schwere Hausarbeit = 4-6 MET Freizeitsport (Tanzen, Tennis, Bowling) = 7-9 MET Aktiver Sport (Fußball, Schwimmen) = > 10 MET bei < 4 MET sind perioperativ vermehrte kardiale Beeinträchtigungen zu erwarten
  • Welche Dauermedis periop weiterführen? antiasthmatische Therapie antihypertensive Therapie (CAVE ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten bei Allgemeinanästhesie oder geplanter Sympathikolyse absetzen -> Gefahr schlecht therapierbarer RR-Abfälle antipektanginöse Therapie (ß-Blocker, Calcium-Antagonisten) Statine: können die perioperative Inzidenz von Ischämien, Infarkten und koronaren Todesfällen senken antiarrhythmische Therapie Digitalis: als Antiarrhythmikum weiter, als Herzinsuffizienztherapie ggf absetzen (CAVE Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hypoxie, Hypercalciämie, Digoxin eingeschränkte GFR) antidepressive Therapie: MAO-Hemmer nur noch sehr selten, dann weiterführen, aber CAVE kein Pethidin, Tramadol oder Ephedrin antikonvulsive Therapie Neuroleptika Glucocorticoide: oberhalb der Cushing-Schwellen-Dosis Hydrocortison Lithium: Spiegelkontrolle Parkinson-Medikation Hormonsubstitution
  • Welche Dauermedis periop absetzen? ACE-Hemmer oder AT1-Antagonisten: CAVE therapierefraktärer RR-Abfall (große Volumenverschiebungen, Sympathikolyse) Diuretika: Gefahr Hypokaliämie, Hypovolämie orale Antidiabetika: Sulfonylharnstoffe absetzen ab Nüchternheit (Gefahr Hypoglykämie), Biguanide 48h präop absetzen (Gefahr Laktatazidose) Thrombozytenaggregationshemmer: individuell nach Blutungsrisiko <->  Rethrombosierung Digitalis-Präparate: CAVE Hypokaliämie, Hypomagnesiämie, Hypoxie, Hypercalciämie)
  • Akut symptomatische Herzerkrankungen instabile Koronarsyndrome: instabile oder schwere AP, Myokardinfarkt < 30 d dekompensierte Herzinsuffizienz: NYHA IV oder Symptomverschlechterung oder Erstmanifestation signifikante Arrhythmien: höhergradiger AV-Block, supraventrikuläre Arrhythmie mit schneller Überleitung, symptomatische Tachykardie, neue ventrikuläre Tachykardie schwere Klappenerkrankungen: schwere Aortenstenose (Gradient > 40 mmHg, KÖF < 1cm2 oder symptomatisch), schwere Mitralstenose (fortschreitende Belastungsdyspnoe, Belastungssynkopen oder Zeichen der Herzinsuffizienz)
  • Kardiale Risikofaktoren in Abhängigkeit vom Eingriff >5% (hohes Risiko):   Aortenchirurgie, große periphere arterielle Gefäßoperationen 1-5% (mittleres Risiko): intraabdominelle und intrathorakale Eingriffe (auch laparoskopisch/thorakoskopisch) Karotisthrombendarteriektomie orthopädische OP Eingriffe im Kopf-Hals-Bereich Prostatachirurgie <1% (niedriges Risiko): endoskopische OP oberflächliche OP Katarakt-OP Mammachirurgie
  • Kardiale Risikofaktoren Herzinsuffizienz KHK pAVK zerebrovaskuläre Insuffizienz Diabetes mellitus Niereninsuffizienz => Präop Frage kompensiert oder dekompensiert, verbesserbar => Entscheidung weitere Diagnostik bei < MET 4, unbekannter MET und 3 Risikofaktoren und/oder OP mit mittlerem bis hohem kardialen Risiko => ggf Belastungs-EKG, Dobutaminstressecho, Koronarangiographie (ggf Intervention), Adenosin-Myokardszinti
  • Anästhesie zur Schilddrüsen-OP Hyperthyreose präop Thyreostatikum und ß-Blocker einnehmen Hypothyreose L-Thyroxin kann aufgrund langer HWZ am OP-Tag weggelassen werden elektive OP nur in Euthyreose, sonst erweitertes hämodynamisches Monitoring Neuromonitoring: Klebeelektrode auf Tubus muss in Höhe der Stimmlippen zu liegen kommen -> Stimulation des N. recurrens führt zu Kontraktion des M. vocalis einseitige Recurrensparese: Heiserkeit  beidseitige Recurrensparese: Aphonie und inspiratorischer Stridor möglich versehentliche Entfernung aller Nebenschilddrüsen -> postop Hypoparathyreoidismus (3-5%) mit Somnolenz und Hpokalziämie
  • Magen Anatomie: Kardia, Fundus, Korpus, Antrum und Pylorus Belegzellen bilden Magensäure Nebenzellen bilden Schleim Hauptzellen bilden Pepsinogen Resektion 2/3 -> Gastroduodenostomie, 4/5 (subtotal) oder total möglich -> ante-, oder retrokolisch hochgezogene Jejunalschlinge  mit Braunscher Fußpunktanastomose, Roux-Y mit End-zu-Seit-Anastomose
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