psychologische diagnostik (Fach) / Gütekriterien (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 21 Karteikarten
Fragen
Diese Lektion wurde von DrJacobson erstellt.
- Was bedeutet Objektivität im Zusammenhang mit psychologischer Diagnostik? Objektivität = die Ergebnisse eines diagnostischen Verfahrens kommen unabhängig davon zustande, wer die Untersuchung, die Auswertung und die Interpretation durchführtNicht numerisch bestimmbar, Standardisierung angewandt
- Erläutern Sie, wie sich die Durchführungsobjektivität in der psychologischen Diagnostik gewährleisten lässt und ob dabei "völlige" oder "maximale" Standardisierung das Ziel ist. • Ein Verfahren muss immer auf die gleiche Weise durchgeführt werden: • Testmaterial (Testhefte, Antwortbögen etc.) müssen mitgeliefert werden • Durchführungsbedingungen müssen spezifiziert werden • Verhaltensanweisungen für den Testleiter → Ziel: maximale Standardisierung der Durchführung • Völlige Standardisierung ist weder möglich noch immer erwünscht → Durchführungsobjektivität ist „hoch“ oder „gegeben“, wenn alle Bedingungen festgelegt sind, die sich erfahrungsgemäß auf das Testverhalten auswirken können
- Was bedeutet Interpretationsobjektivität in der psychologischen Diagnostik • Interpretieren = dem Rohwert des Probanden eine Bedeutung geben• Interpretationsobjektivität ist gegeben, wenn alle Testanwender diesen Rohwert in die gleiche Aussage über den Probanden transformieren• Manual muss genau beschreiben, wie man von einem Wert zu einer Aussage über die Merkmalsausprägung gelangt • Welches Merkmal wurde gemessen bzw. wie ist es zu benennen? • Wie ist die Ausprägung des Probanden in Relation zu anderen Personen festzustellen?
- Erläutern Sie anhand 2 Beispielen, was besonders wichtig für ein Manual hinsichtlich der Auswertungsobjektivität ist. Klare, unmissverständliche Anweisungen im Manual sind entscheidend (auch zu Auslassungen, Korrekturen und Doppelankreuzungen) • Auswerten freier Antworten - z.B. Interview: Manual muss genaue Angaben enthalten, wann eine Antwort als richtig oder falsch zu bewerten ist - Projektive Verfahren: Auswertung inhaltsanalytisch nach einem komplizierten Verfahren
- Wie lässt sich die Fehleranfälligkeit bei der Auswertung psychologischer Tests beurteilen? Beurteilung meist anhand der Anweisungen und Hilfsmittel zur Auswertung
- Nennen Sie 2 häufige Fehlerquellen bei der Auswertung psychologischer Tests - Bei Auswertung durch unqualifizierte Hilfskräfte - Bei Ermessenspielräumen
- Erläutern Sie, wie man die Auswertungsobjektivität empirische bestimmen kann. - Interklassenkorrelation zwischen Testprotokollen von mindestens zwei Auswertern - Varianzanalytische Bestimmung der Auswertungsobjektivität (Auswertungsobjektivität = Anteil der Varianz zwischen den Testprotokollen an der Gesamtvarianz)
- Was bedeutet Reliabilität im Zusammenhang mit psychologischer Diagnostik? wie zuverlässig misst der Test? Genauigkeit, mit der ein Test ein Merkmal erfasst
- Was bedeutet Interne Reliabilität/ Interne Konsistenz bei der psychologischen Diagnostik? Inwieweit alle Aspekte zusammen wirken, um dieselbe Sache zu messen
- Was misst das Cronbachs Alpha? Ausmaß interner Reliabilität einer Gruppe von Items Zwischen -1 und 1, > 0,7= zufriedenstellend
- Womit lässt sich interne Konsistenz/interne Reliabilität nachweisen/errechnen? CronbachsAlpha: Ausmaß interner Reliabilität einer Gruppe von Items Zwischen -1 und 1, > 0,7 = zufriedenstellend Split-Half-Reliabilität: durch Vergleich zweier Hälften eines Tests nachgewiesene Zuverlässigkeit.Retestreliabilität: Wie stabil misst der Test? Korrelation zwischen den beiden Vorgaben. Abhängig von der Stabilität des Konstrukts und dem Abstand der MessungTrennschärfe Maß der Reliabilität Korrelation des Items mit der Gesamtskala Entscheidet daher auf Itemebene über Homogenität, Bei mangelnder Trennschärfe berechnen: CronbachsAlpha if item deleted CAVE: bei Eliminierung wenig trennscharfer Items wird die Skala homogener, aber es werden evtl. auch wichtige Aspekte des Konstrukts ausgeblendet (Verlust an Inhaltsvalidität)
- Was gilt es bei der Eliminierung wenig trennscharfer Items zu beachten? CAVE: bei Eliminierung wenig trennscharfer Items wird die Skala homogener, aber es werden evtl. auch wichtige Aspekte des Konstrukts ausgeblendet (Verlust an Inhaltsvalidität)
- Was gilt hinsichtlich der Itemschwierigkeit im Zusammenhang mit interner Konsistenz zu beachten? Mittelwertsmaß Zu leichte und zu schwere Items ausschließen
- Erläutern Sie die Begriffe Validität, Augenscheinvalidität, Inhaltsvalidität, Fremdbeurteilung, Kriteriumsvalidität, Übereinstimmungsvalidität, Vorhersagevalidität und Konstruktvalidität in Bezug auf die psychologische Diagnostik. Validität = miss der Test, was er zu messen vorgibt? Augenscheinvalidität: Erscheint der Test dem Konzept entsprechend Inhaltsvalidität: wie repräsentativ sind die Items eines Tests für das zu messende Merkmal Fremdbeurteilung: Andere Personen die Probanden auf der selben Skala beurteilen lassen Kriteriumsvalidität: • „Kriterium“ bezeichnet immer etwas Konkretes, direkt Messbares • von einem Testergebnis soll erfolgreich auf ein als relevant erachtetes Außenkriterium geschlossen werden. • Beurteilt den Test durch Antworten des Pbn in anderen Tests Übereinstimmungsvalidität (zeitgleich): Gibt Auskunft darüber, ob es akzeptable Korrelationen mit bekannten und akzeptierten Standardmaßen des Konstrukts gibt. Es bezieht sich auf Verfahren, die dieselbe Sache messen Vorhersagevalidität (später): Kann das Maß etwas in der Zukunft liegendes zutreffend vorhersagen Konstruktvalidität • Konstrukte existieren nicht real • Stellt eine klare Beziehung zwischen dem Konstrukt = abstrakten Konzept auf theoretischer Ebene und dem entwickelten Maß vor • empirische Belege dafür, dass ein Test das Konstrukt erfasst, welches er erfassen soll • Statistische Belege des Konstrukts durch Faktorenanalysen Konvergente Validität: Das Maß zeigt Beziehungen zu Maßen, zu denen es Beziehungen haben sollte Diskriminante Validität: Das Maß zeigt keine Beziehungen zu Maßen, zu denen es keine Beziehungen haben sollte
- Was sind die Ergebnisse von der Studie Multitrait-Multimethod-Analyse (Campbell & Fiske, 1959) siehe Folie 12Messung des selben Konstrukts mit unterschiedlichen Messmethoden führen zu einer hohen Übereinstimmung Messung von unterschiedlichen Konstrukten führen innerhalb oder zwischen Messmethoden zu einer niedrigen ÜbereinstimmungDie Konvergente Validität muss deutlich höher sein als die diskriminante
- Beschreiben Sie die konvergente Validität und die divergente Validität und kennzeichnen sie diese an der Beispiel MTMM-Matrix (2 Methoden, 2 Traits). Was sagt zudem die Hauptdiagonale aus? Hauptdiagonale zeigt die Reliabilitäten der Verfahren an Konvergente Validität: ein Merkmal wird mit zwei Methoden erfasst („monotraitheteromethod“) und korreliertDivergente Validität: verschiedene Merkmale, aber gleiche Methode („heterotraitmonomethod“) Hier Durchsetzung und Aggression jeweils per Fremdbeurteilung erfasst
-
- Beschreiben Sie die Prüfung anhand der Beispiel MTMM-Matrix (2 Methoden, 2 Traits) sieh Folie 12-> In diesem Fall wird geprüft, ob ein Fragebogen das interessierende Konstrukt (Durchsetzungsfähigkeit) erfasst -> Das gewünschte Konstrukt soll von einer möglichen Alternative (das gar nicht Durchsetzung, sondern Aggressivität erfasst wird) abgegrenzt werden -> Der Vergleich berücksichtigt zwei Erhebungsmethoden: Fragebögen und eine Fremdbeurteilungen
- Kennzeichnen Sie die Reliabilitätsdiagonale, die Validitätsdiagonalen (monotrait-heteromethod) und die Heterotrait-monomethod Dreiecke an der vorgegebenen Beispiel MTMM-Matrix (3 Traits, 3 Methoden) Siehe Folie 13
- Nennen Sie allgemeinverbindliche Regeln, die sich darauf beziehen, was man bei der Fragebogenkonstruktion vermeiden sollte. (Mummenday (1987)) Mummenday (1987): Man vermeide Feststellungen, • die für den erforschenden Gegenstand irrelevant sind • die sich auf Vergangenheit statt auf die Gegenwart beziehen • die sich auf mehr als eine Weise interpretieren lassen • die entweder von fast jedem oder von fast niemandem bejaht werden • die schwierig, unklar und indirekt sind • die mehr als einen vollständigen Gedanken beinhalten • die zu lang sind und mehr als 20 Wörter enthalten • die aus zusammengesetzten oder komplexen Sätzen bestehen • die Häufigkeitsangaben wie „immer“, „häufig“, „niemals“ beinhalten • die Allerweltsausdrücke wie oder auch „nur“, „fast“, „kaum“ beinhalten • die doppelte Verneinung enthalten
- Nennen Sie allgemeinverbindliche Regeln hinsichtlich Fehlerquellen bei der Beantwortung von Fragebogen und der Behebung der Fehlerquellen in Fragebogen. Fehlerquellen bei der Beantwortung von Fragebogen:• Pbn müssen bereit sein, über sich zu berichten und brauchen Selbsterkenntnis • Verfälschung, denn Wissen muss aus dem Gedächtnis abgerufen werden • Sich in gutem / erwünschten Licht präsentieren• Bedeutung der Frage kann vom Kontext abhängen • Effekt der Fragereihenfolge / Kontext (Assimilation vs. Kontrast) • Frage wird nicht eindeutig gestellt, kommt nicht eindeutig an • Fragliche Reaktion auf suggestive, peinliche oder hypothetische Fragen • Vorliebe für bestimmte Antwortkategorien (zentral/indifferent vs. extrem) • Jasagetendenz (Aquiescence)Behebung der Fehlerquellen in Fragebogen: Instruktion dementsprechend ausrichten (z.B. es gibt kein richtig und falsch, schnell und spontan antworten), Anonymität, Zeitraum spezifizieren (wie ist es aktuell?) Fragen einfach und klar stellen (Lesekompetenz beachten) Suggestive, peinliche, hypothetische Frage vermeiden Inverse Formulierung von Fragen Kontrollskalen, z.B. Skalen zur Sozialen Erwünschtheit („Lügenskalen“) Forced choice Antwortformat (formulierte Alternativen) KEIN Effekt: Antwortzeit begrenzen
- Wo spielen "Impression Management" und "Self deception" bei der Beantwortung von Fragebogen eine Rolle? Geben Sie zwei Gegenmaßnahmen an. Impression Management = bewusste VerstellungSelf deception = unbewusste Verstellung Soziale Erwünschtheit: Sich in gutem / erwünschten Licht präsentieren-> Fehlerquelle bei der Beantwortung von FragebogenGegenmaßnahmen: - peinliche Fragen vermeiden- Kontrollskalen zur sozialen Erwünschtheit („Lügenskalen“)
