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Innere Medizin (Fach) / Atmung (Lektion)

Lunge

Diese Lektion wurde von lucindago erstellt.

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  • Exogen-allergische Alveolitis - Serologie Präzipitierende IgG-Antikörper (= Präzipitine = Antigen-Antikörper-Komplexe) → Kombinierte Immunkomplex-(Typ-III)-Reaktion und zellgebundene (Typ-IV) Hypersensitivität - Häufig auch bei exponierten Personen ohne Erkrankung positiv Bei der exogen-allergischen Alveolitis finden sich Typ IgG-Antikörper trotz allergischen Geschehens!
  • Exogen-allergische Alveolitis - Bildgebung Röntgen-Thorax Akutes Stadium: Meist unauffällig, eventuell fleckige Infiltrate in den basalen Lungenabschnitten Chronisches Stadium: Retikulonoduläre (netz- und feintüpfelige) Zeichnungsvermehrung CT-Thorax: Disseminierte, milchglasartige Eintrübungen in den basalen Lungenabschnitten
  • Exogen-allergische Alveolitis - BAL - Histo Bronchoalveoläre Lavage (BAL) Akutes Stadium: Neutrophilie Chronisches Stadium: CD8-Lymphozytose → CD4/CD8-Quotient <1 (Normalwert um 2) Verfahren mit hoher Sensitivität: Eine normale BAL schließt eine exogen-allergische Alveolitis nahezu aus! Lungenbiopsie: Granulomatöse Entzündung mit Lymphozyten und mehrkernigen Riesenzellen
  • Schlafuntersuchung - Polysomnographie Polysomnographie: Neben den Parametern der Polygraphie zusätzlich: Corticale Potentialschwankungen mittels Elektroenzephalographie (EEG) → Ermöglicht Einteilung in Schlafphasen und Schlafstadien Augenbewegungen mittels Elektrookulographie (EOG) → Zur Erfassung der REM-Phasen Muskelaktivität mittels Elektromyographie (bspw. durch Sensoren für die Bewegungen der Beine oder am Kinn) Oft (aber nicht zwangsläufig) Elektrokardiographie (EKG)
  • Schlafuntersuchung - Polygraphie Es werden während des Schlafens folgende Parameter gemessen: Atemfluss, Atempausen, Sauerstoffsättigung im Blut, Herzfrequenz, Schnarchgeräusche und Atembewegungen von Brustkorb und Bauch. Hieraus ist die Bestimmung von Apnoen, Hypopnoen und des Apnoe-Hypopnoe-Index möglich.
  • Lungenkarzinom - Metastasierung Lymphogen Lunge und Mediastinallymphknoten Skalenus- und supraklavikuläre Lymphknoten Hämatogen Leber, Gehirn, Nebennieren, Knochen Knochenmarksmetastasierung: Panzytopenie im Blutbild Weitere Organmetastasen in Niere, Haut, Schilddrüse etc. möglich, aber selten
  • Lungenkarzinom - Paraneoplastische Syndrome Besonders häufig beim kleinzelligen Lungenkarzinom - Zellen entstammen diffusen neuroendokrinen System (DNES) und können Hormone produzieren. Cushing-Syndrom: ACTH-ProduktionLambert-Eaton-Syndrom: Antikörper gegen präsynaptische KalziumkanäleSyndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)Hyperkalzämie: Produktion eines dem Parathormon ähnlichen PeptidsHypoglykämie: Produktion von Insulin-like-factorParaneoplastische zerebelläre Degeneration: Antineuronale Antikörper (Anti-Hu-Antikörper)Thrombozytose mit vermehrter Phlebothrombose und Phlebitis migransHypertrophe pulmonale Osteoarthropathie (Pierre-Marie-Bamberger-Syndrom)
  • Lungenkarzinom - Paraneoplastische Syndrome - Hypertrophe pulmonale Osteoarthropathie (Pierre-Marie-Bamberger-Syndrom) Paraneoplasie, die mit bilateralen periostalen Knochenreaktionen an den Dia- und Metaphysen der kurzen und langen Röhrenknochen einhergeht. Assoziiert mit nicht-kleinzelligem Lungen-Ca! Schwellung und Schmerzen im Bereich der Diaphysen der Extremitäten Uhrglasnägel sowie Trommelschlägelfinger und -zehen Arthritische Beschwerden Diagnostik: Skelettszintigraphie (Typische Aktivitätsanreicherung an den distalen Enden der betroffenen Skelettabschnitte)
  • Lungenkarzinom - Pancoast-Tumor Peripheres Karzinom der Lungenspitze mit Symptomen eines Pancoast-Syndroms Symptomkomplex: Horner-Syndrom = Ptosis, Miosis, (Pseudo‑)Enophthalmus (und Anhidrosis) durch Infiltration des Ganglion stellatum Infiltration des Plexus brachialis - Plexusneuralgie mit Armschmerzen, motorischen und sensiblen Defiziten des Arms Kompression der Blut- und Lymphgefäße mit Lymphödem des Arms Obere Einflussstauung durch Kompression der V. cava Rippenschmerz - Infiltration der Thoraxwand (oft der ersten oder zweiten Rippe)
  • Lungenkarzinom - Bronchioloalveoläres Karzinom (veraltet: Alveolarzellkarzinom) Spezialform des Adenokarzinoms, bei der sich die Tumorzellen tapetenartig entlang der Alveolar- und Bronchialwände ausbreiten Diffuse Lokalisation → Häufig nicht operabel und daher schlechte Prognose Radiologischer Befund kann einer chronischen Pneumonie ähneln
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  • Lungenkarzinom - Tumormarker Neuronenspezifische Enolase (NSE) = Tumormarker des kleinzelligen Lungenkarzinoms → LDH hat eine bessere prognostische Aussagekraft bei kleinzelligem LungenkarzinomCYFRA 21-1 = Tumormarker für Lungenkarzinome unabhängig der Histologie (aber insb. nicht-kleinzellige Bronchialkarzinome) Tumormarker haben für die Diagnostik des Lungenkarzinoms keine und für die Verlaufsbeurteilung auch nur eine begrenzte Bedeutung!
  • Lungenkarzinom - Diagnostik vor thoraxchirurgischem Eingriff Präoperative Lungenfunktionsdiagnostik zur Feststellung der funktionellen Operabilität (Letalitätsrate ≤5%) Lobektomie: FEV1 >1,5L; Diffusionskapazität von >60% gefordert Pneumonektomie: FEV1 >2,0L (80% des Solls); Diffusionskapazität von >60% gefordert Für Grenzfälle ggf. Spiroergometrie und/oder Lungenperfusionsszintigraphie nötig
  • Lungenkarzinom - Nicht-kleinzelliges CA - Plattenepithelkarzinom mit ca. 45% häufigstes NSCLC bei Männern Meist zentral gelegen Epithelialer, solider Tumor Verhornt oder unverhornt Expression der Zytokeratin-Subtypen CK5 und CK6 Interzellularbrücken durch Intermediärfilamente Fehlender Nachweis von Schleim
  • Lungenkarzinom - Nicht-kleinzelliges-Lungen-CA - Adenokarzinom mit ca. 40% häufigstes NSCLC bei Frauen Meist peripher gelegen Häufigster histologischer Typ bei Nichtrauchern
  • Lungenkarzinom - Kleinzelliges-Lungen-Ca (etwa 15%): Small cell lung cancer = SCLC Klinische Einteilung je nach Schweregrad: Very limited, limited oder extensive disease Liegt meist zentralKleine Tumorzellen mit hyperchromatischen Zellkernen und kaum Zytoplasma Zellen liegen meist einzeln oder in einem sehr lockeren Zellverband Expression von CK18 und CK7 möglich Auftreten paraneoplastischer Syndrome durch ektope Hormonausschüttung
  • Lungenkarzinom - Polychemotherapie Als alleinige Therapie immer palliativ, in Kombination mit Resektion als kurativem Ansatz Plattenepithelkarzinom: Cisplatin und Vinorelbin Kleinzelliges Lungenkarzinom: Cisplatin und Etoposid (kleinzellige Lungenkarzinome sprechen sehr gut auf eine Chemotherapie an, die Remission hält aber nur sehr kurz) Indikationen: Fortgeschrittenes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (ab UICC-Stadium II) Jedes kleinzellige Lungenkarzinom
  • Lungenkarzinom - Therapie - Biologicals Gefitinib im Sinne einer "targeted therapy" bei positivem EGF-Rezeptor
  • Lungenkarzinom - Therapie - Radiatio - NSCLC Wird sowohl mit palliativer, kurativer (additiv) oder prophylaktischer Zielsetzung durchgeführt Bei funktioneller Inoperabilität: In jedem Stadium Bestrahlung des Primärtumors Als adjuvante Therapie, ggf. mit mediastinaler Bestrahlung im UICC-Stadium IIIA Ggf. als neoadjuvante Therapie in fortgeschrittenen Stadien (Primärtumor und Mediastinum) Palliativ: Bestrahlung von Hirn- und Knochenmetastasen
  • Lungenkarzinom - Therapie - Radiatio - SCLC Very limited disease: Als adjuvante Bestrahlung des Primärtumors (sowie Mediastinum bei Lymphknotenbefall) zusätzlich zur Polychemotherapie Limited und extensive disease: Ggf. in palliativer Absicht Prophylaktische Hirnbestrahlung: Bei very limited disease nach der Resektion, ab limited disease bei Remission nach Induktionstherapie (4-6 Zyklen Chemotherapie oder kombinierte Radiochemotherapie) Palliativ bei Hirn- oder Knochenmetastasen und oberer Einflussstauung
  • Lungenkarzinom - Resektion - Komplikationen Bronchusstumpfinsuffizienz - Gravierende und gefürchtete Komplikation der Lungenresektion Führt immer zu Ergussbildung mit Gefahr eines Pleuraempyems (→ Entzündungszeichen) (Spannungs‑)Pneumothorax Akutes Cor pulmonale Atelektasen Pneumonie Nachblutung Verletzung des Ductus thoracicus (→ Chylothorax) Verlagerung des Herzens auf die operierte Seite
  • Lungenkarzinom - Prognose Mittlere 5-Jahres-Überlebensrate: Etwa 15% (keine Verbesserung seit 20Jahren) 65% der Lungenkarzinome sind zum Diagnosezeitpunkt inoperabel Schlechteste Prognose: Kleinzelliges Lungenkarzinom aufgrund des explosiven Wachstums (Tumorverdopplungszeit von 10-50 Tagen) Beste Prognose: Nichtkleinzellige Lungenkarzinome (Tumorverdopplungszeit von 180-300 Tagen) in lokal begrenzten Tumorstadien (T1/T2 N0 M0) → Überlebenswahrscheinlichkeit um 60-70%