Deutsch als Zweitsprache (Fach) / DAZ (Lektion)

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WWU Münster

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  • Vorlesung 1 2 Sprachen von Geburt an bedeutet: „Bilingualer Erstspracherwerb“ (simultaner Erwerb)
  • Vorlesung 1 2. Sprache > 3 Jahre „Kindlicher Zweitspracherwerb“ (sukzessiver Erwerb)
  • Vorlesung 1: Primärer Erstspracherwerb Erwerb von Geburt an (oft auch Mutterspracherwerb)
  • Vorlesung 1: Doppelter/Bilingualer Erstspracherwerb gleichzeitiger Erwerb zweier (oder mehrerer) Erstsprachen  
  • Vorlesung 1: Kindlicher Zweitspracherwerb für den Erwerb weiterer Sprachen nach dem dritten Lebensjahr 
  • Vorlesung 1: Fremdspracherwerb für den Zweitspracherwerb unter institutionellen Bedingungen Beim Zweitspracherwerb ist die Ausgangssprache die L1, Zielsprache die L2 
  • Vorlesung 2: Die phonische Basisqualifikation ·      Grundlage sprachliche Kommunikation ·      umfasst die Wahrnehmung, Unterscheidung und Produktion von Lauten, Silben und Wörtern
  • Vorlesung 2: Die pragmatische Basisqualifikation I ·      bildet die kommunikative Grundlage für die Aneignung von Sprache ·      elementare sprachliche Handlungsmuster ·      Mit zunehmendem Alter lernt das Kind, zwischen seiner eigenen Perspektive und der des Interaktionspartners zu unterscheiden (Theory of mind) 
  • Vorlesung 2: Die semantische Basisqualifikation ·      Wörteraneignung ·      Ermittlung von Satzbedeutungen 
  • Vorlesung 2: Die morphologisch-syntaktische Basisqualifikation ·      Syntax (z.B. Stellung von Wörtern in einer Äußerung) sowie im Bereich der Morphologie (Bildung neuer Wörter (Kind – kindlich) und Bildung von Wortformen durch Flexion (Beugung) (komm/st)). 
  • Vorlesung 2: Die diskursive Basisqualifikation Handlungsbegleitendes Sprechen grundlegende Sturkturen der formal sprachlichen Kooperation
  • Vorlesung 2: Die pragmatische Basisqualifikation II ·      Fähigkeit des Kindes, zwischen dem Zweck einer Lehrerfrage im Unterricht und dem Zweck einer Frage der Eltern zuhause oder anderer Kinder auf dem Spielplatz zu unterscheiden. 
  • Vorlesung 2: Die literale Basisqualifikation I ·      Es geht dabei zunächst um das Erkennen und Produzieren von Schriftzeichen 
  • Vorlesung 2: Die literale Basisqualifikation II • umfasst das Erkennen und Nutzen orthographischer Strukturen beim Lesen und Schreiben sowie den Aufbau schriftlicher Textualität
  • Vorlesung 2: Meilensteine nach Tracy Meilenstein 1 Meilenstein 1:   Einwortäußerungen (Nomen) (da, nein, weg, ab)1 - 1 1/2 Jahre bei Erstpracherwerb
  • Vorlesung 2: Meilensteine nach Tracy Meilenstein 2 Meilenstein 2: (mit etwa 1 1/2 - 2 Jahren) Elementare Wortkombinationen (zunächst zwei, dann mehr Wörter mit Verben (Infinitive) und Verbpartikeln; viele Wortklasse fehlen (vor allem Artiekl, Präpositionen, Fragepronomen etc.) Tür auf. Mama Bus fahren. Papa auch Bus.
  • Vorlesung 2: Meilensteine nach Tracy Meilenstein 3 Meilenstein 3: (mit etwa 2-3 Jahren) Einfache, vollständige Sätze; zielsprachiliche Wortstellung; aber auch noch die älteren Strukturformate von Meilenstein II. Jetzt geh ich hoch. Da kommt Ball rein. Wo kann der hingehen?
  • Vorlesung 2: Meilensteine nach Tracy Meilenstein 4 Meilenstein 4: (mit 3-4 Jahren) Komplexe Sätze, Nebensätze mit dem flektierten Verb am Ende. Die meisten Wortklassen sind verfügbar. Ich warte, bis der Hund weggegangen ist.
  • Vorlesung 3: Einflussfaktoren des Zweitspracherwerbs Alter L1 Motivation / Identität Sprachprestige Input Sprachbewusstheit
  • Vorlesung 3: Umgang mit Fehlern Benötigt für Diagnostik Wesentlicher Schritt zum Erwerb der Sprache Lernervarietäten  Eine zu frühe u. strenge Korrektur unterstützt erwiesenermaßen die eigenaktiven Erkenntnisprozesse der Lerner NICHT 
  • Vorlesung 3: Forschungsparadigmen - Quantitative Forschung Kausale Zusammenhänge oft größere Stichprobe Meist: Testen von Hypothesen
  • Vorlesung 3: Forschungsparadigmen - Qualitative Forschung Detaillierte Deskription und Rekonstruktion oft kleinere Stichproben / Einzelfallanalysen meist explorativ: Generieren von Hypothesen
  • Vorlesung 3: Forschungsparadigmen - Triangulation Einsatz verschiedener Erhebnugsverfahren und Auswertungsmethoden in derselben Studie
  • Vorlesung 3: zentrale grammatische Eigenschaften des Deutschen Verbstellung im Hauptsatz: Verbzweitposition des finiten Verbs und Verbendposition des nicht-finiten Verbteils (Er hat sie angerufen) im Nebensatz: Verbendposition des finiten Verbteils (Es besteht kein Zweifel daran, dass er sie angerufen hat) Subjekt-Verb-Kongruenz grammatische Übereinstimung zwischen dem Subjekt und dem zugehörigen Verb eines Satzes in Person udn Numerus)
  • Vorlesung 3: Studie Haberzettl Königs- und Holzwege Die Verbend-Wortstellung des Türkischen begünstigt den Erwerb komplexen deutschen Wortstellungsregeln.--> Königsweg Die freie Wortstellung des Russischen ähnelt zwar oberflächlich der deutschen V2-Hauptsatzstellung, erschwert jedoch den Erwerb der Verbklammer und der Verbendstellung in Nebensätzen.--> Holzweg
  • Vorlesung 4: Mehrsprachigkeit als Ressource in der Schule Möglichkeiten / Handlungsebene Kooperationen (‘Bilingual Assistants’ im Unterricht, Kooperation mit Lehrkräften für Herkunftssprachen, Kooperation mit Eltern, Büchereien, Migranten- Communities) Unterricht (‚Language Awareness‘ und Sprachbewusstheit, Arbeitsgruppen in anderen Familiensprachen als Deutsch, Ermutigung zum Code- Switching, Unterrichtseinheiten zu relevanten Themen (Sprachvergleich, Übersetzen, Mehrsprachigkeit und Migrationsgeschichte im Umfeld der Schule), mehrsprachiges Teamteaching, mehrsprachige Eltern als Gäste) Mehrsprachige Projekte (Erzählwerkstätten, Lesenächte, Darstellendes Spiel, Konzerte, Bilderbuch-Kino, Kinder und Eltern schreiben Geschichten, Qualifizierung von Eltern als Vorleser_innen, Family Literacy) Mehrsprachiges Material ( Wörterbücher, Unterrichtsmaterial, Spiele, Lieder, Literatur in den Sprachen der Familien, Bilinguale Kinderbücher, Informationsmaterialund Elternbriefe )
  • Vorlesung 5: Fossilierung Gemeint ist das Phänomen, dass grammatische Phänomene ein Plateau erreichen, von dem man sich nur schwer wegbewegen kann 
  • Vorlesung 5: Entwicklungsstufen / Lernervarietäten 1. Frühstufen Lexikalisch (Nomen, Adjektive, wenige Verben, wenige Partikeln, Negation) 
 Keine funktionale Flexionsmorphologie, aber z.T. flektierte Formen 
 Nominaler Äußerungsaufbau (Verben funktionieren wie Nomina, keine Rektionseigenschaften) 
 Komplexe Konstruktionen nur in festen Wendungen. Bei freier Konstruktion orientiert sich Wortstellung an pragmatischen Prinzipien („alt vor neu“) 
 2. Basisvarietät Lexeme aus den lexikalischen Hauptklassen (Nomen, Verben, Adverbien, Adjektive) sowie wenige Funktionswörter (Präpositionen, Pronomina, Artikel). 
 Keine funktionale Flexionsmorphologie 
 Größerer lexikalischer Reichtum (inkl. Einiger Funktionswörter) 
 Wortstellung folgt klaren strukturellen Prinzipien 
 3. Ausbaustufen Finiter Äußerungsaufbau (finite Verben: Subjekt-Verb-Kongruenz; Tempus) 
 Sprachspezifische Syntax 

  • Vorlesung 6: Zwei unterschiedliche Dimensionen der Sprachbeherrschung nach Cummins (2008): • BICS (basic interpersonal communicative skills); kontextgebundener Sprachgebrauch, in ungesteuerten Kontexten erworben) vs. Mündlichkeit • CALP (cognitive academic language proficiency; dekontextualisierter Sprachgebrauch, in Kontexten der Unterweisung erworben, erforderlich für komplexere Problemlösungen)  Schriftsprache
  • Vorlesung 6: Modellierung von Bildungssprache (vgl. Morek & Heller 2012) Lexikalisch-semantische Dimension differenziertes Fachvokabular Syntaktische Dimension komplexe syntaktische Strukturen Diskursive Dimension Kontextualisierungskompetenz z.B. Wann ist welcher Beitrag im Unterrichtsdiskurs angemessen? Welche Textsorte wird bei welcher Schreibaufgabe erwartet? 
  • Vorlesung 7: spontane Sprachdaten: der beobachtete Lernen ist sich seiner Beobachtung nicht bewusst Lerner agiert im natürlichem Umfeld Abbildung des authentischen Sprachgebrauchs Fokus auf Perfomanz
  • Vorlesung 7: elizitierte Sprachdaten Lerner werden bei bestimmten / gestellten Verfahren beobachtet (Tests..) Abbildung von Sprachwissen  Fokus auf Kompetenz
  • Vorlesung 7: Verfahrenstypen zur Erfassung des Sprachstands (grob) ScreeningsKurztests zum Auffinden von besonders zu fördernden Kindern TestsEinmaliges Messen sprachlicher Leistungen BeobachtungVersuch die Sprachaneignung als Prozess abzubilden
  • Vorlesung 7: 6 Beschreibungsebenen Weite der sprachlichen Handlungs- und Verstehensfähigkeit im Deutschen als Zweitsprache Wortschatz Aussprache Lesen Schreiben Grammatik
  • Vorlesung 8: Profilstufen nach Grießhaber 0. Bruchstückhafte Äußerungen, ohne finites Verb:anzien Ge/ 1. Finites Verb in einfachen Äußerungen:Ich versteh 2. Separierung finiter & infiniter Verteile:Der Nikolaus hat das gesagt 3. Inversion: Subjekt* nach finitem Verb (gilt auch für Fragen und Imperative)Dann brennt die* 4. Nebensätze mit finitem Verb in Endstellung....., dass er so schwarz ist.
  • Vorlesung 8: Durchführung der Profilanalyse nach Grießhaber zunächst werden die Äußerungen in minimale satzwertige Einheiten zerlegt. dann wird für jede minimale Einheit die syntatkische Struktur bestimmt; die Verteilung der Strukturen bildet das syntaktische Profil und schließlich wird aus dem Profil der erreichte Sprachstand, die Erwerbsstufe, ermittelt Profilstufen werden betrachtet, Erwerbstufe macht die Stufe aus, die mindestens drei mal erreicht wurde.
  • Vorlesung 9: Unterschiedliche WIssenbestände Prozedurales Wissen:  Prozedurales Wissen ist daher das praktisch nutzbare Wissen, welches oft in Gestalt unbewusster Verarbeitungsroutinen auftritt. Das prozedurale Wissen lässt sich in Lernprozesse und Anwendungsprozesse unterteilen. unbewusst / automatisiert Deklaratives Wissen: der Lerner kann sein Bewusstsein auf die formale Seite von Sprache ausrichten und darüber Auskunft geben. bewusst / explizierbar
  • Vorlesung 9: Unterschiedliche didaktische Ansätze der Sprachförderung FoM FoM Focus on Meaning Kommunikationsorientiert: Basis: impliziertes Lernen; die Aufmerksamkeit des Lerners ist nicht auf sprachliche Regeln gerichtet hoher Stellenwert: Interaktion Wichtig: das Verstehen von Inhalten Orientierung: aktuelle Situation
  • Vorlesung 9: Unterschiedliche didaktische Ansätze der Sprachförderung FoF und FoFS FoF Focus on FormFoFS Focus on Fomrs Sprachstrukturellorientiert Basis: explizites Lernen, bewusstes Nachdenken über den Lerngegenstand im Vordergrund: Systematischer Sprachinput Wichtig: Fokussierung auf die sprachlichen Formen Orientierung: Fördeziele, die sich an der Systematik der Sprache ausrichten, meist additive Sprachförderung FoFS Focus on Forms: nicht mehr empfohlen heutzutage
  • Vorlesung 10: Ziele des Curriculums Mehrsprachigkeit produktive Nutzung aller in der Schule vorhandenen sprachlichen Ressourcen Entwicklung eines schuleigenen Gesamtsprachenkonzepts fächerübergreifender Mehrsprachigkeitsunterricht Kooperation von in der Sprachbildung tätigen Lehrkräfte
  • Vorlesung 10: Bereiche des Curriculums Mehrsprachigkeit Wahrnehmung und Bewältigung sprachlicher Vielfalt Wissen über Sprachen Aneignung von Sprachlernstrategien
  • Vorlesung 11: Bausteine einer erfolgreichen Sprachförderung (7 Stufen) S-S-I-V-M-U-B Den Sprachstand der SchülerInnen kennen Sprachförderung als Querschnittsaufgabe in allen Fächern Implizierter Spracherwerb Viele Wiederholungen Modelle Vorgeben Umgang mit Fehlern Bildungssprache Fördern
  • Vorlesung 12: Förderhorizont 1 Festigen und Aufbauen Wortschatz einfache Äußerungen  Verben Schwerpunkt Wortschatzaufbau, Sprachrituale, handlungsbegleitendes Sprechen
  • Vorlesung 12: Förderhorizont 2 Festigen Wortschatz Verben Aufbauen Modalverben Verben im Perfekt trennbare Verben Schwerpunkt Verben erstes Vorlesen (interaktiv)
  • Vorlesung 12: Förderhorizont 3 Festigen Modalverben Verben im Perfekt trennbare Verben mündliches Erzählen Aufbauen Verkettung von Äußerungen mit "und dann ..." Variation von Satzanfängen "heute, morgen, danach..." Schriftliches Erzählen Schwerpunkt Erzählförderung Verkettung von Äußerungen
  • Vorlesung 12: Förderhorizont 4 Festigen Verkettung von Äußerungen mit "und dann ...." Variation von Satzanfängen "heute, morgen, danach..." schriftliches Erzählen Aufbauen Nebensätze "weil, wenn, obwohl ..." Geschichtenmuster: "doch da...." schriftliches Erzählen Schwerpunkte Nebensätze  Geschichtenmuster
  • Vorlesung 4: Mehrsprachigkeit in der Schule - Handlungsebene Ebene 1: Pädagogisches Handeln Ebene 2: Strutkturelle Veränderungen: Schulentwicklung Ebene 3: Bildungspolitische Maßnahmen