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Einführung in die Grundlagenfächer (Fach) / Kognitive Entwicklung nach Jean Piaget (Lektion)

Jirasko

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  • Piagets Ansatz der kognitiven Entwicklung • Jean Piaget (1896 bis 1980) → interessante Persönlichkeit (ursprünglich kein Psychologe)• Kinder konstruieren ihr Wissen selbst durch Auseinandersetzung mit der Umwelt = aktiv Lernende• Prozess, der viele Jahre dauert• Mehrere Entwicklungsstufen – qualitativ unterschiedliches Denken• Beobachtungen (u. a. eigene Kinder) und halbstrukturierte „klinische“ Interviews – methodische Problematik• Nicht unumstritten – sowohl Kritik innerhalb der Theorie, als auch alternative Erklärungen
  • Schemata kognitive Strukturen, die sich jeweils auf eine Klasse gleichartiger Handlungssequenzen beziehen.  Schemata bilden sich laufend und sind für weitere Veränderungen offen Organisierte konstruktive Verarbeitung von Erfahrungen, die Sinn stiftet. Zunächst Schemata sensumototischer Aktionsmuster.  Sobald neue Schemata gebildet werden, werden diese neu geordnet um es mit anderen Schemata zu verbinden, und so ein eng vernetztes kognitives System zu schaffen. Ein Schemata erreicht erst dann ein wirkliches Gleichgewicht, wenn es Bestandteil eines umfassenden Netzwerk von Strukturen geworden ist. 
  • Äquilibration „Motor“ der Entwicklung ist die Äquilibration, dasStreben nach Gleichgewichten (z. B. zwischenkognitiven Strukturen des Individuums undInformationen aus der Umwelt, innerhalb derkognitiven Strukturen selbst …) Phasen geringerer Entwicklungsveränderung, also mehr Assimilation als Akkommodation → Äquilibration (kognitives Gleichgewicht, ausgeglichener, angenehmer Zustand). Rasche kognitive Veränderung →Zustand des kognitiven Ungleichgewichts/kognitiven Unbehagens. 
  • Organisation (Struktur) Organisation (Struktur) ist ein innerer Prozess,der gewissermaßen die Schemata koordiniert
  • Verantwortung für Entwicklung Adaptation und Organisation (oder Struktur)sind dafür verantwortlich
  • Adaptation passiert in der (geistigen) Interaktion mit der Umwelt. Dieser Prozess hat zweikomplementäre Mechanismen: Assimilation und Akkommodation.– Assimilation: vorhandene Schemata werden„auf die Welt“ angewandt und auch geübt– Akkommodation: Schemata werden „an dieWelt“ angepasst oder neu gebildet
  • Assimilation: vorhandene Schemata werden„auf die Welt“ angewandt und auch geübt
  • – Akkommodation: Schemata werden „an dieWelt“ angepasst oder neu gebildet
  • Assimilation und Akkommodation. In der Regel sind beide Mechanismen aktiv, dominiert Akkommodation, findet stärkere Entwicklung statt, dominiert Assimilation findet Übung und Konsolidierung der Schemata („Organisation“) statt Im Laufe der Zeit variiert das Gleichgewicht von Assimilation & Akkommodation Wenn neue Informationen nicht in vorhandene Schemata passen – Übergang von Assimilation zur Akkommodation. Danach wieder zurück zur Assimilation
  • Überblick über die Entwicklungsstadien • Sensumotorische Stufe (ab Geburt bis 2)• Vor- oder Präoperationale Stufe– Symbolisches Denken (2 bis 4)– Anschauliches Denken (4 bis 7)• Konkret-operationale Stufe (7 bis 11)• Formal-operationale Stufe (ab 11/12)• Postformales Denken (NICHT PIAGET)• Spätere Entwicklungen (NICHT PIAGET)
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  • Überblick über die Entwicklungsstadien -Anmerkungen dazu: • unterschiedliche Einteilungen der Entwicklungsstufen, die sich allerdings nicht widersprechen• „Stadien“, „Stufen“, „Phasen“ wird synonym verwendet• Die Altersangaben sind Richtwerte• Interindividuell kann es hier Unterschiede geben• Intraindividuell kann es aber auch Unterschiede zwischenfunktionalen Bereichen geben• Die Entwicklungen nach der formal-operationalen Stufe sindnicht Teil der Theorie von Piaget – hier gibt es auchunterschiedliche Ansätze anderer AutorInnen
  • Sensumotorische Entwicklungsstufe • Alter: 1. bis etwa 2. Lebensjahr• Umfangreiche Entwicklungen zwischen Geburtund Ende 2. Lebensjahr à 6 Unterstufen dieser Phase• vom „eigenen Körper“ (Nahumfeld) hin zu zunehmend weiter reichender Auseinandersetzung mit der Umwelt• vom „Zufall“ zur Intention• zunehmend Entwicklung mentaler Repräsentationen = Welt wird verinnerlicht:„Bilder“ (mentale Abbildungen) → Konzepte•Objektkonstanz bzw. -permanenz (ab 8 Monate laut Piaget)• Kreisreaktion•Primäre Kreisreaktionen •Sekundäre Kreisreaktion •Koordination sekundärer Kreisreaktion•A-nicht-B-Suchfehler •Tertiäre Kreisreaktion •Mentale Repräsentation
  • Kreisreaktion besondere Herangehensweise, die ersten Schemata zu adaptieren.  Besteht darin, zufällig Neues zu entdecken, dass durch die eigene motorische Aktivität des Kindes herbeigeführt wird.  Reaktion ist „kreisförmig“, da, indem der Säugling immer wieder versucht, ein Ereignis zu wiederholen, eine zunächst zufällig aufgetretene sensumotorische Reaktion zu einem neuen Schemata verfestigt.  Diese dreht sich zunächst um den eigenen Körper, richtet sich dann aber allmählich nach außen, auf das Hantieren mit Gegenständen. 2. Lebensjahr – experimentierfreudig und kreativ, dient dazu, neuartige Ergebnisse herbeizuführen.  
  • Schwierigkeiten des Säuglings, neue & interessante Verhaltensweisen zu unterdrücken, könnten ... der Kreisreaktion zugrunde liegen→ Unreife des Hemmungsmechanismus. Diese ist adaptiv und trägt dazu bei, dass neue Fertigkeiten nicht unterbrochen werden, bevor sie gefestigt sind. 
  • Primäre Kreisreaktionen Säugling fängt an seine Handlungen willentlich zu steuern, indem er zufällige Verhaltensweisen wiederholt, die weitgehend durch Grundbedürfnisse motiviert. Dies führt zu etlichen einfach motorischen Angewohnheiten (zB Saugen am Daumen).  Kind beginnt auch sein Verhalten als Reaktion auf Anforderungen der Umwelt zu verändern.
  • Sekundäre Kreisreaktion Wiederholung zufälligen Verhaltens.  Säugling kann sich aufsetzen, nach Gegenständen greifen und mit ihnen hantieren.  Versucht interessante Ereignisse in seinem Umfeld zu wiederholen, die durch sein eigenes Handeln verursacht werden.  Verhalten anderer, kann durch verbesserte Kontrolle der des eigenen Verhaltens, wirkungsvoller nachgeahmt werden. Allerding, Reaktion nicht flexibel und rasch genug, um Verhalten anderer wirkungsvoller nachzuahmen. Daher noch nicht in der Lage teilzunehmen. 
  • Koordination sekundärer Kreisreaktion Zielgerichtetes Verhalten.  Schemata werden in neue, komplexere Handlungsfolgen kombiniert.  Daher sind Handlungen, die zu neuen Schemata führen, nicht mehr zufällig, sondern zielgerichtet und absichtlich. Schemata werden koordiniert, um einfach Probleme zu lösen.  Ereignisse können besser antizipiert werden.  Kind kann Verhaltensweisen nachahmen, die geringfügig von seinem üblichen Verhalten abweichen
  • Objektkonstanz Fähigkeit, versteckte Gegenstände wiederzufinden, da Einsicht, dass ein Gegenstand auch dann weiter existiert, wen er sich außerhalb des Blickfeldes befindet. Studien unter Einsatz der  Erwartungsverletzungs-Methode scheinen den Beleg für die Objektkonstanz geliefert zu haben. Einige Studien führen zu gleichen Ergebnissen, wie die Möhren-Studie, andere konnten die Ergebnisse nicht bestätigen – Kontrollgruppen fehlten. Es wird bezweifelt das Aufmerksamkeitsvorlieben etwas über Wissen aussagen. Allmählich entstehende Leistung. Säuglinge haben ein bemerkenswertes Bewusstsein der permanenten Existenz eines Objektes sowie seines Ortes, jedoch Schwierigkeiten dieses Wissen in erfolgreiche Suchstrategien umzusetzen. Nach anderer Auffassung wird Verständnis zunehmend komplexer.  
  • A-nicht-B-Suchfehler zw. 8-12 M.  Suche nach versteckten Gegenständen.  Einige Studien lassen vermuten, dass an Stelle A gesucht wird, wo sie den Gegenstand bei vorhergehenden Versuchen fanden, statt an Stelle B, die Lage kurz zuvor.  Da Schwierigkeiten eine vorhergehende belohnte Reaktion zu vermeiden. ODER B, nach dem Finden des Gegenstandes bei A, nicht genau im Blick.  
  • Tertiäre Kreisreaktion bestimmte Verhaltensweisen werden mit Variationen wiederholt.  Kinder werden in dieser Zeit zu besseren Problemlösern, da sie sich der Welt in dieser zielgerichteten explorativen Weise nähern.  Nach Piaget führt diese Fähigkeit zu experimentieren zu einem fortgeschrittenen Verständnis von Objektkonstanz.  Flexible Handlungsmuster erlauben, mehr Verhaltensweisen nachzuahmen
  • Mentale Repräsentation innere Darstellungen von Informationen, mit denen der Verstand umgehen kann. Mächtigste mentale Repräsentationen führen zu Bildern oder mentale Abbildungen von Gegenständen, Menschen oder Räumen ODER Begriffe oder Kategorien, in denen einander ähnliche Gegenstände/Ereignisse gruppiert sind.   Durch die Verwendung von mentalen Abbildungen, können wir unsere Schritt zurückverfolgen oder das Verhalten eines anderen nachahmen, lange nachdem wir es beobachtet haben. Denken in Begriffen und deren Etikettierungen macht uns effizienteren Denkern und wir organisieren Erfahrung zu sinnvollen, leicht zu bewältigenden und erinnernden Einheiten. Lösungen nicht nur durch Versuch und Irrtum, sondern mentale Experimente.  Mentale Repräsentation befähigt fortgeschrittene Probleme der Objektkonstanz lösen zu können – unsichtbare Verlagerung, aufgeschobene Nachahmung, Möglichkeit des Als-ob Spiels.  Symbole sind zu wichtigen Denkwerkzeugen geworden.  
  • Spätere Studien zur kognitiven Entwicklung des Kleinkindes Verstehen von Vorgängen passiert schon vorher, als Piaget das annimmt. Ab der Geburt. o   Erwartungsverletzungs-Methode 
  • o Erwartungsverletzungs-Methode (Spätere Studien) -um herauszufinden, was ein Säugling über versteckte Gegenstände und andere Aspekte der physischen Realität weiß. Habituation (Gewöhnung) an ein physisches Ereignis, bis das Interesse nachlässt oder Vorführung eines erwarteten Ereignisses (das den Gesetzen der Physik folgt) und eines unerwarteten Ereignisses (Variante des 1. Ereignisses, die nicht den Gesetzen der Physik entspricht. Gesteigerte Aufmerksamkeit für das unerwartete Ereignis deutet darauf hin, dass Säugling erstaunt und sich daher diesem Aspekt der physischen Welt bewusst ist. Methode ist umstritten – zeigt nur eingeschränktes Bewusstsein physischer Ereignisse, nicht bewusstes Verständnis, das für Piaget interessant war. Andere vertreten die Auffassung, dass lediglich die perzeptionelle Vorliebe eines Säuglings für neues gezeigt wird, nicht Verständnis von Erfahrung.
  • Beginnende kognitive Schemata Nach Piaget ist Säugling bis 18 Monate nicht in der Lage, Erfahrungen mental darzustellen. Fähigkeit sich an Orte von versteckten Gegenständen, auch nach längerer Verzögerung, zeigt Konstruktion von mentalen Repräsentationen von Objekten und deren Verbleib – Studien über aufgeschobene Nachahmung und Problemlösungsfähigkeiten.
  • • Aufgeschobene Nachahmung ·         Imitation bereits vergangener Verhaltensweisen eines Vorbilds. Laborversuche deuten darauf hin, dass dies bereits mit 6 Wochen stattfindet (Mimik), wenn motorische Fähigkeiten besser, auch Handlungen mit Gegenständen. Dies bereichert das Repertoire an sensumotorischen Schemata. Erinnerung an Verhaltensweisen mind. Einige Monate lang erinnert. o   Kleinkinder imitieren rational – 14 M, ahmen zielgerichtetes Verhalten häufiger nach als zufälliges und passen nachgeahmte Aktionen an die Ziele des Vorbilds an. o   18 M – Nachahmung von Handlungen, die ein Erwachsener versucht, die ihm aber nicht gänzlich gelingen. o   2 J – Kinder ahmen umfassende soziale Rollen – Mama, Papa, Baby – nach
  • • Problemlösen ·7-8 M . zielgerichtete, absichtliche Handlungsfolgen, setzen diese ein, um einfach Probleme zu lösen. Danach wirksameres Problemlösen, als Piaget angenommen hat. 10-12 M – Lösung durch Analogie – Lösungsstrategie übernehmen und auf ein andere, ähnliche Probleme anwenden. Studien, ZB Löffel, deuten darauf hin, dass gegen Ende des 1. Lebensjahrs flexible mentale Repräsentationen gebildet werden.  . 
  • Wertung der sensumotorischen Entwicklungsstufe -Was können Säuglinge im Konzept von Piaget? ·         Ereignisse vorhersehen ·         Aktiv nach versteckten Gegenständen suchen ·         A-B Suche nach versteckten Objekten ·         Flexible Variation der sensumotorischen Schemata ·         Als-ob und Rollenspiele durchführen
  • Wertung der sensumotorischen Entwicklungsstufe -Was taucht früher auf, als Piaget es erwartet hatte? ·         Sekundäre Kreisreaktionen ·         Verständnis von Eigenschaften und Gegenständen ·         Erste Anzeichen für Objektkonstanz ·         Aufgeschobene Nachahmung ·         Problemlösung durch AnalogieDies zeigt, dass sich kognitive Fortschritte keineswegs zusammen und so geordnet und stufenweise entwickeln, wie Piaget es meinte. Sensumotorische Handlug hilft dabei, einige Formen des Wissens zu bilden. (zB Krabbeln fördert Tiefenwahrnehmung und Fähigkeit, versteckte Gegenstände zu finden) Jedoch wird sehr viel mehr verstanden, bevor motorische Verhaltensweisen, die Piaget für den Auslöser des Verstehens hielt. 
  • Alternative Erklärungen der sensumotorischen Entwicklungsstufe -Heutige Auffassung – Kinder haben eine Art eingebaute kognitive Ausstattung, nicht wie Piaget (Säugling konstruiert alle mentalen Repräsentationen aus sensumotorischen Aktivitäten). Ausmaß dieses anfänglichen Verständnisses ist heftig umstritten. Viele Belege beruhen auf der Erwartungsverletzungs-Methode. Wird in diese weniger vertraut, stehen auch deren Ergebnisse in Frage. 
  • Alternative Erklärungen der sensumotorischen Entwicklungsstufe -Numerische Fähigkeiten von Säuglingen wie andere Ergebnisse aus Erwartungsverletzungs-Studien- sind umstritten.
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  • Alternative Erklärungen der sensumotorischen Entwicklungsstufe -Ungeachtet anhaltender Einwände von Kritikern, Ungeachtet anhaltender Einwände von Kritikern, die die Prämisse infrage stellen, das Aufmerksamkeitsverhalten eines Säuglings könne zeigen, ob er mit Wissen ausgestattet ist, hat die Forschung zu Kernbereichen des Denkensdie Zielsetzung dieser Wissensdisziplin ist darauf konzentriert, das Fundament der Menschlichen Kognition zu ergründen und sorgfältig die Veränderung zu verfolgen, die darauf aufbauen. 
  • Alternative Erklärungen der sensumotorischen Phase -Piagets Erbe Übereinstimmung mit aktuellem Wissensstand Kognitive Fortschritte im Säuglingsalter nicht abrupt und stufenweise, sondern stetig und allmählich Verschiedene Aspekte der Kindlichen Kognition entwickeln sich nicht zusammen, sondern getrennt voneinander. Aufgrund der Herausforderungen, die sich durch unterschiedliche Aufgaben und verschiedene Erfahrungen stellen
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe • Alter: 2 bis 7• unterteilt sich in– Symbolisches Denken (2 bis 4)– Anschauliches Denken (4 bis 7)• rasante Zunahme der Repräsentationsfähigkeit• wesentlich: Entwicklung der Sprache (aber Entwicklung von Kategorien bereits davor)• wichtig: Spiel („Als-ob-Spiel“ = Symbolspiel)• allerdings: Grenzen im Denken – Egozentrismus, Zentrierung - Invarianzen oft nicht erkennbar - Irreversibilität, Probleme mit Klassifikation• Wahrnehmung dominiert→ anschauliches Denken• Egozentrismus – Übertragung eigener Konzepte auf andere (auch unbelebte Natur = Animismus)• Zentrierung: Aufmerksamkeit wird auf zumeist ein Merkmal gerichtet, z. B. wahrnehmungsmäßig hervorstechend …→Fehler in „Konservierungsaufgaben“ (aufgrund Zentrierung)!
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Mentale Repräsentation Piaget erkannte, dass Sprache unser flexibelstes Mittel mentaler Repräsentation ist. Trennt Denken vom Handeln und Sprache verbindet sich somit mit weit umfassenderen Denkprozessen. Grenzen der gegenwärtigen Erfahrungen werden beim Denken in Worten überwunden. Piaget glaubte, dass sensumotorische Aktiviäten zu inneren Repräsentationen der Erfahrung führen, denen ein Kind dann Worte zuordnet. 
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Als-ob Spiel Hervorragendes Beispiel für die Entwicklung von Repräsentationen in der frühen Kindheit. Piaget nahm an, dass ein Kind dadurch neu erworbene repräsentierende Schemata übt und festigt.  
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Entwicklung des Als-ob-Spiels ·         Spiel löst sich immer mehr von den realen Umständen, auf denen es basiert – Kinder unter 2 Jahren haben Schwierigkeiten, einen Gegenstand (Becher), der bereits einen offensichtlichen Verwendungszweck hat, als Symbol für einen anderen Gegenstand (Hut) zu verwenden. Nach und nach können sich Kinder Gegenstände und Ereignisse flexibel und unter immer weniger Bezug zur wirklichen Welt vorstellen. ·         Spiel wird immer weniger selbstbezogen – zuerst nur auf eigene Person, dann Inszenierungen auch auf andere Gegenstände, gegen Anfang des 3. Lebensjahres wird Kind zum separaten Teilnehmer, der ZB eine Puppe sich selbst füttern lässt. Wird nach und nach weniger selbstbezogen, wenn Kind erkennt, dass Akteure und Objekte inszenierte Handlungen von der eigenen Person unabhängig sein können ·         Spiel enthält immer komplexere Kombinationen von Schemata – Kinder kombinieren Schemata mit denen ihrer Altersgenossen im soziodramatischen Rollenspiel. Entsteht mit ca. 2 Jahren und wird schnell sehr wichtig. Schon mit 3 Jahren können sich Kinder mehrere Rollen ausdenken und diese koordinieren. Hier zeigen Kinder das Bewusstsein, dass Als-ob Spiel eine darstellende Aktivität ist. Dieses Verständnis wird im Laufe der frühen Kindheit immer deutlicher
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Nutzen des Als-ob-Spiels ·         Piagets Auffassung des bloßen Übens wird als zu eng betrachtet. ·         Spielen reflektiert und fördert die kognitiven und sozialen Fähigkeiten eines Kindes ·         Beim soziodramatischen Rollenspiel dauern die Interaktionen länger, Kinder zeigen mehr Engagement, mehr Kinder werden einbezogen und diese sind kooperativer – im Vergleich zu nicht-fiktiven sozialen Aktivitäten, wie zeichnen oder Puzzle ·         Fördert ein breites Spektrum an geistigen Fähigkeiten, wie anhaltende Aufmerksamkeit, Sprache, Gedächtnis, logisches Denken, Fantasie, Kreativität, Verständnis von Emotionen und Fähigkeit, eigenes Denken zu reflektieren und den Standpunkt eines anderen einzunehmen  
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Beziehungen zwischen Symbolen und der realen Welt Erst mit 3 Jahren erkennen Kinder, dass ein Modell sowohl ein Spielzeug als auch ein Symbol eines realen Objektes sein könnte. Davor haben sie Schwierigkeiten mit der dualen Repräsentation –
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -dualen Repräsentation – symbolisches Objekt sowohl als eigenständiges Objekt als auch als Symbol betrachten. Ein 2 Jähriger begreift zB nicht, dass eine Zeichnung – ein eigenständiger Gegenstand – auch reale Objekte darstellen kann. 
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Wie begreifen Kinder die duale Repräsentation? Hinweise von Erwachsenen auf die Ähnlichkeit zwischen Modell und Realität.  Dies hilft dabei, auch andere solche Beziehungen zu verstehen, zB Fotos in Büchern, deren wichtigster Zweck es ist, für etwas anderes zu stehen. Es ist nicht selbst ein interessanter Gegenstand.  Insgesamt verhelfen Erfahrungen mit vielerlei Symbolen – Fotos, Bilderbücher, Als-ob Spiele und Pläne – Vorschulkindern zu der Erkenntnis, dass ein Objekt für ein anderes stehen kann.
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Grenzen des präoperationalen Denkens Für Piaget ist Egozentrismus die grundlegendste Schwäche des prä-operationalen Denkens Egozentrismus Unvermögen Konstanz zu erkenne Fehlende Konservierung Irreversibiltät
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Egozentrismus Unvermögen, die symbolische Perspektive andere Menschen von der eigenen zu unterscheiden. (3 Berge Versuch). Ist verantwortlich für das animistische Denken präoperationaler Kinder – dem Glauben, dass unbelegte Dinge gewisse Eigenschaften von Lebewesen haben, zb Gedanken, Wünsche, Gefühle und Absichten. Magisches Denken in den Vorschuljahren häufig zu beobachten, da kleine Kinder auf egozentrische Weise physischen Ereignissen menschliche Absichten unterstellen. Laut Piaget hindert egozentrische Voreingenommenheit ein Vorschulkind an der Akkommodation.  
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Fehlende Konservierung Piaget Konstanz-Aufgaben decken zahlreiche Schwächen des präoperationalen Denkens auf. Fehlen von Konservierung, auch Erkennen von Invarianz oder Konstanz – Erkenntnis, dass bestimmte physikalische Eigenschaften von Gegenständen gleich bleiben, wenn sich äußere Erscheinung verändert. 
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Unvermögen Konstanz zu erkennen Unvermögen Konstanz zu erkennen, beleuchtet mehrere zusammenhänge Aspekte des Denkens eines präoperationalen Kindes. ·         Verständnis ist zentriert. Zentrierung. Konzentration auf einen Aspekt einer Situation und Vernachlässigung andere wichtiger Umstände, zB Flüssigkeitsaufgabe, Kind konzentriert sich auf den Wasserpegel, lässt dabei außer Acht, dass alle Veränderungen des Pegels durch Veränderungen der Ausdehnung ausgeglichen werden ·         Kind lässt sich leicht vom wahrgenommenen Aussehen eines Gegenstandes ablenken ·         Kind behandelt den anfänglichen und den endgültigen Zustand des Wassers als unabhängig. Ignoiriert also die dazwischen stattfindende dynamische Veränderung.
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Irreversibiltät wichtigstes unlogisches Merkmal präoperationalen Denkens, Unfähigkeit, bei einem Problem eine Reihe von Schritten durchzudenken und dann in Gedanken umzudrehen, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Reversibilität ist Eigenschaft jeder logischen Operation. 
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Fehlende hierarchische Klassifizierung Hierarchische Klassifizierung – Zuordnung von Gegenständen zu (Unter)Klassen auf der Basis von Ähnlichkeit und Unterschieden. zB rote und blaue Blumen können nicht einer Klasse untergeordnet werden
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Spätere Studien zum präoperationalen Denken In den vergangenen 30 Jahren haben etliche Wissenschaftler Piagets Annahmen Vorschulkinder hätten kognitive Schwächen, infrage gestellt.Seine Aufgaben würden unbekannte Elemente oder zu viel Information enthalten, um von kleinen Kindern gleichzeitig verarbeitet werden zu können. Verhalten bei solchen Aufgaben wird daher nicht den wahren Fähigkeiten gerecht.Piaget habe auch viele bei Vorschulkindern im Alltag zu beobachtende Hinweise auf die Fähigkeit zu logischem Denken übersehen. Egozentrisches, animistisches und magisches Denken Unlogisches Denken Fantasievolle Vorstellungen Klassifzieren und Kategorisieren Schein und Sein und die Theorie des Geistes(siehe Zusammenfassung S. 75)
  • Prä- bzw. Voroperationale Stufe -Wertung der präoperationalen Entwicklungsstufe Piagets Einschätzungen in mancher Hinsicht zutrafen, in anderen Aspekten jedoch nicht. Wenn einem Vorschulkind vereinfachte Aufgaben auf Grundlage vertrauter Erfahrungen gestellt werden, zeigt es Anfänge logischen Denkens. Diese deutet darauf hin, dass es zunehmend lernt, logische Operationen zu beherrschen. Hinweise, dass Kinder auf gute Leistung bei Aufgaben von Piaget trainiert werden könne, stützen die Vermutung, dass operatives Denken nicht kommt und geht.   Mit der Zeit können sich Kinder auf mentale (statt perzeptionelle) Verfahren zur Problemlösung verlassen.   Logische Operationen entwickeln sich kontinuierlich. Dies bedeutet eine ernsthafte Infragestellung des Piagetschen Stufenkonzepts, welches von einer abrupten Veränderung im logischen Schlussfolgern mit 6 oder 7 ausgeht. Etliche Wissenschaftler sind von der Existenz der präoperationalen Stufe nicht mehr überzeugt. Nach dem Informationsverarbeitungs-Ansatz entwickeln Kinder ihr Verständnis eines jeden Aufgabenbereichs getrennt und ihre Denkprozesse sind in jedem Alter gleich, lediglich unterschiedlich ausgeprägt.   Andere Experten meinen, dass das Stufenkonzept nur modifiziert werden muss. Neo-Piagetsche Theoretiker kombinieren strikten Stufenansatz mit dem Schwerpunkt der Informationsverarbeitung auf aufgabenspezifische Veränderungen. Stufentheorie muss in weniger eng gefasstem Konzept weiterentwickelt werden, wonach sich ein Kompetenzbündel über einen längeren Zeitraum in Abhängigkeit von der Gehirnentwicklung und von spezifischen Erfahrungen entwickelt. Flexibles Stufenkonzept berücksichtigt besondere Qualitäten des frühkindlichen Denkens. 
  • Piagets Einfluss auf Unterrichtskonzepte ·         Entdeckungslernen – Kinder werden ermutig, selbstständig durch spontane Interaktion mit der Umgebung Entdeckungen zu machen. Statt verbalem Unterricht wird Material zur Verfügung gestellt – Zeichenmaterial, Puzzles, Verkleidungen, Bauklötze ·         Sensibilität für die Lernbereitschaft der Kinder – Lehrer regt Aktivität an, die auf dem aktuellen Stand des Denkens des Kindes aufbauen. Irrtümer infrage stellen und die Möglichkeit schafft neu entdeckte Schemata zu üben. Es wird nicht versucht, die Entwicklung zu beschleunigen, bevor Kinder daran interessiert oder dafür bereit sind. ·         Akzeptieren individueller Unterschiede – Piaget geht davon aus, dass alle Kinder gleiche Sequenzen von Entwicklungsschritten durchlaufen, jedoch unterschiedlich schnell. Daher Planung des Unterrichts für Kleingruppen oder einzelne Kinder. Beurteilung der Kinder unter Berücksichtigung des Entwicklungsstands und nicht aufgrund von Leistungsnormen oder durchschnittlicher Leistung. 
  • Spätere Studien zum präoperationalen Denken -Egozentrisches, animistisches und magisches Denken Wird der 3 Berge Versuch so verändert, dass er vertraute Gegenstände enthält und andere Verfahren als die Bildauswahl eingesetzt, die sogar für 10jährige schwierig ist, zeigen 4jährige ein klares Bewusstsein für den Standpunkt anderer Menschen. In den Gesprächen kleiner Kinder erscheinen nicht-egozentrische Reaktionen. zB passen Vorschulkinder ihr Sprechen den Bedürfnissen ihrer Zuhörer an. Beschreibung von Gegenständen passieren nicht auf eine ausschließlich egozentrische Weise, sondern Beschreibung werden unter Berücksichtigung des Zusammenhangs angepasst.  Egozentrismus wird auch von Piaget in späteren Schriften durchaus als Tendenz und nicht als Unvermögen beschrieben.  Außerdem überschätzt Piaget die animistischen Vorstellungen von Vorschulkindern. Mit 2,5 Jahren haben Kinder psychologische Erklärungen in Bezug auf Menschen und manchmal Tiere (er mag, sie will) aber selten in Bezug auf Gegenstände.