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Einführung in wissenschaftliches Denken (Fach) / Bewertung wissenschaftlicher Informationen (Lektion)
Zermanek
Diese Lektion wurde von Juls96 erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
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- Wissenschaft stellt Fragen Wissenschaft erzählt keine „Geschichten“, sondern es werdenFragestellungen entwickelt, die einer Überprüfung unterzogenwerden können.
- Wissenschaft stellt Fragen … … aber die Antworten sind nicht immer so einfach!Wissenschaftliche Texte argumentieren!
- Wissenschaftliche Texte argumentieren! • Quellen/ Faktenbelege:„Wissenschaftliche Untersuchungen (Quellenangaben zu den Untersuchungen:Wer? Wann? Wo veröffentlicht?) …..• Geltungsbereich!Ergebnisse unter bestimmten Bedingungen/ Einschränkungen:… haben ergeben, dass sich bei (ev. bestimmten) Personen mit Alkoholkonsum inbestimmter Menge , über bestimmte Zeitspanne, folgende negativegesundheitliche Effekte zeigen: …… „
- Forschung als kommunikativer Prozess Wissen um: Stand der Diskussion – Fachsprache - Regeln
- Forschung als kommunikativer Prozes Diese Kommunikation ist verschriftlicht, bzw. dauerhaft festgehalten und genau dokumentiert Diese Kommunikation funktioniert nach strengen Regeln Man muss herausfinden, was der Stand der Diskussion ist Es gibt auch in der Scientific Community verschiedene Sichtweisen/ Standpunkte Wissenschaft ist nicht wertfrei Bewertung wichtig!
- Neue Forschungsergebnisse... ...beziehen sich auf schon vorhandene Ergebnisse. Hypothesenformulierung Diskussion: Kommentare, Antworten auf Beiträge anderer
- Wissenschaftlicher Fortschritt verändert den Wissensbestand wissenschaftliche Ergebnisse gelten, bis sie widerlegt werden (z. B.Behandlung von Magengeschwüren nach der Entdeckung von Helicobacterpylori).
- Entstehungsprozess von Informationen wichtig für deren Bewertung. Entstehungsprozess von völlig ungeregelt bis formal sehr reglementiertrelevant für die Bewertung!
- Entstehungsprozess von völlig ungeregelt bis formal sehr reglementiert relevant für die Bewertung! -Internet jede/ kann schreiben, was er/ sie möchte
- Entstehungsprozess von Informationen ist wichtig für deren Bewertung -Alltagsinformationen in Massenmedien Erstellung von Alltagsinformationen in Massenmedien wenig reglementiert –Exaktheit? Zuverlässigkeit? Glaubwürdigkeit?
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- Entstehungsprozess von völlig ungeregelt bis formal sehr reglementiert relevant für die Bewertung! -Verlagsprodukte zumeist zumindest von HerausgeberInnen/ LektorInnenausgewählt/ kontrolliert
- Entstehungsprozess von Informationen ist wichtig für deren Bewertung -wissenschaftliche Publikationen werden nach streng formalisierten Regeln abgefasst, unterliegen in der Regel einer Kontrolle; werden von der jeweiligen Fachgemeinschaft rezipiert und diskutiert. Qualitätssicherung – Peer Review!
- Kommunikation unter wissenschaftlich Tätigen Wissenschaftliche Forschung → Erkenntnisfortschritt → neues WissenÜberprüfung und Diskussion in der wissenschaftlichen GemeinschaftDer Prozess, der zu wissenschaftlichen Ergebnissen geführt hat, muss fürandere nachvollziehbar und überprüfbar sein.
- Wissenschaftlicher Output • Präsentationen auf Fachkonferenzen/ -kongressen (Vorträge oderPoster). Publizierte Kongressvorträge; Proceedings (Abstracts vonKongressen).• Wissenschaftliche Forschungsartikel in wissenschaftlichen Zeitschriften(peer-reviewed oder nicht peer-reviewed)• Wissenschaftliche Review-Artikel geben Überblick überForschungsergebnisse in einem bestimmten Forschungsbereich• Beiträge in Herausgeberwerken (Beiträge von mehreren AutorInnen zubestimmtem Thema in einem Band)• Lehrbücher und Monographien• Graue Literatur (nicht über den Buchhandel erhältlich, z. B.Forschungsberichte von Instituten)
- Wissenschaftliche Kommunikation ist ein streng reglementierter Prozess • Gestaltungsmerkmale (genau dokumentiert: Nachvollziehbarkeit -Überprüfbarkeit!)• Qualitätssicherung (Peer Review)• Diskussion in der wissenschaftlichen Gemeinschaft• Bewertung von Publikationsquellen (Impact Faktor der Zeitschriften)• Richtlinien zur Manuskriptgestaltung und Zitierregeln• Gute wissenschaftliche Praxis
- Wissenschaftliche Texte Die Vorgangsweise ist detailliert dokumentiertFür Behauptungen sind deren (wissenschaftliche) Quellen angegebenNeutraler, sachlicher Schreibstil und unpersönliche Formulierung: wissenschaftssprachliche Formulierungen:
- Nicht wissenchaftliche Texte In diesem Text sind für Behauptungen KEINE Quellen angegebenAlltagssprachliche Formulierungen „Persönlicher“ Schreibstil:
- Gliederung einer empirischen Studie Abstract Einleitung Forschungsstand und Theorie Methode Ergebnisse Diskussion Literatur
- Literaturangaben im Literaturverzeichnis 4 Elemente, in dieser Reihenfolge: wer (AutorInnen) wann (Datum der Publikation; wenn nicht datiert: n. d.) was (Titel der [Einzel]Arbeit) wie und wo (Publikationsangabe)
- Publikationsangaben -für Bücher Verlagsort und Verlag
- Publikationsangaben -für Zeitschriften Name der Zeitschrift, Band- und Seitenangaben
- Publikationsangaben -für Beiträge in Herausgeberwerken Literaturangaben für das Herausgeberwerk + Seitenangaben + Bandangabe bei mehrbändigen Werken
- Publikationsangaben -bei elektronischen Werken Zugriffsmöglichkeit zusätzlich die doi-Nummer angeben, falls vorhanden; bei elektronischen Zeitschriftenartikeln ohne doi-Nummer die Adresse im Internet angeben
- Literaturverzeichnis: Zitierregeln 1. Selbständig erschienene Werke:2. Unselbständig erschienene Werke: a) Beiträge in Herausgeberwerken (einbändigen Sammelwerken, Reihen): b) Zeitschriftenartikel
- 1. Selbständig erschienene Werke: Literaturangabe besteht aus:AutorIn/ HerausgeberIn (außer bei “anonymen” Werken), Jahreszahl,Titel (kursiv), Erscheinungsvermerk (Ort, Verlag).
- 2. Unselbständig erschienene Werke: a) Beiträge in Herausgeberwerken (einbändigen Sammelwerken, Reihen): Literaturangabe besteht aus:AutorIn, Jahreszahl, Beitragstitel, In Herausgebername, Buchtitel (kursiv),Seitenangaben, Verlagsort: Verlag
- 2. Unselbständig erschienene Werke: b) Zeitschriftenartikel Literaturangabe besteht aus:AutorIn, Jahr, Titel des Artikels, Name der Zeitschrift (kursiv), Band,Seitenangaben. (Keine Orts- und Verlagsangaben!). Bei elektronischenZeischriften: doi, falls vorhanden
- Warum Quellenangaben? Nachvollziehbarkeit - Relevanz der Quelle für eigene Arbeit, Bezug auf Wissensstand zu einem Themenbereich Untermauerung der eigenen Thesen und Argumente Respektierung des geistigen Eigentums bzw. wirtschaftlicherVerwertungsrechte anderer; gute wissenschaftliche Praxis
- Was ist ein Plagiat? • Vollplagiat• Zitat ohne Beleg• Übersetzungsplagiat• Selbstplagiat• „Ghostwriting“
- Vollplagiat Eine fremde Arbeit wird als eigene ausgegeben
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- Zitat ohne Beleg Teile eines fremden Werks ohne Kenntlichmachung übernommen
- Übersetzungsplagiat fremdsprachige Arbeiten anderer übersetzt und zur Gänze oder zum Teilohne Quellenangabe übernommen
- Selbstplagiat eine eigene Arbeit bzw. Teil davon wird mehrmals verwendet, ohne dieseArbeit als Quelle anzugeben.
- „Ghostwriting“ eine fremde Arbeit wird mit Einwilligung des/ der Urhebers/in als eigeneausgegeben
- Verschiedene Arten von „Autorität“ je nach Kontext und Aufgabenstellung Alltagserfahrung Autorität auf Grund von (fachlicher) Expertise
- Verschiedene Arten von „Autorität“ -Alltagserfahrungen z. B. Bewertung von Produkten, Wissen aus Alltagskultur; hier kann dieMenge der abgegebenen Beurteilungen als Kriterium zur BeurteilungSinn machen
- Verschiedene Arten von „Autorität“ -Autorität auf Grund von (fachlicher) Expertise hier ist die Frage nach fachlicher Qualifikation wichtig.Autorität in der Wissenschaft: hier kommen noch andereQualitätsmerkmale hinzu
- Autorität -praktische Anwendung Praktische Anwendung: Publikumsjoker in der Millionenshow
- „Autorität“ – verschiedene Arten Wissen aus der AlltagskulturWie heißt Homer Simpsons Lieblingsbier? → PublikumsjokerAutorität durch Alltagserfahrung→ KundenrezensionenFachliche Qualifikation zu einem ThemaBehandlung von Magengeschwüren Autorität in der Wissenschaft
- Informationen haben Wert -für AutorInnen: Anerkennung der Urheberschaft (Urheberrecht) undwirtschaftliche Interessen
- Informationen haben Wert -für Verlage: wirtschaftliche Verwertung (Copyright)
- Informationen haben Wert - für die Wissenschaft : Produktion von Wissen; Qualitätssicherung vonWissen durch gute wissenschaftliche Praxis
- Informationen haben Wert - für die Gesellschaft Zugang zu Informationen für alle!
- Informationen haben Wert - für soziale Netzwerke/ Suchmaschinen/ Firmen, die kostenlose Inhalte zur Verfügung stellen: Werbung und UserInnendaten (if you don´t pay for it,YOU are the product!)
- Warum ist das Bewerten von psychologischen Informationen wichtig? • Woher stammen psychologische Informationen im Alltag?Sie stammen in der Regel aus- Zeitungen- Hörfunk/ Fernsehen- Populärwissenschaftlicher Literatur/ Selbsthilfeliteratur- Internet• Wissenschaftlicher Output von Forschung bildet sich in wissenschaftlicherLiteratur ab - Abgrenzung zu Alltagsinformationen!• (Psychologische) Alltagsinformationen an Hand der Originalliteraturüberprüfen!
- Bewertung von (wissenschaftlichen) Informationen Beispiel: Schlagzeile auf einer Website: „e-Learning ist besser als der Unterricht im Klassenzimmer“ Ergebnisse: • „Die Online-Bedingungen enthielten oft zusätzliche Lernzeit undInstruktionselemente, die die LernerInnen in den Kontrollbedingennicht erhielten.• positiver Effekt, der mit dem Blended learning verbunden war, nichtdem Medium an sich zugeschrieben“ „Die beobachteten Vorteile der Online-Bedingungen dürften daher aufdiese Aspekte der Versuchsbedingungen zurückzuführen sein undnicht auf das Medium an sich.“
- Wie werde ich ein/e mündige/r Forschungsrezipient/in? • (Psychologische) Alltagsinformationen an Hand der Originalliteraturüberprüfen• Wissenschaftliche Literatur kritisch lesen, insbesondere Abhandlungkontroversieller Themen kritisch betrachten• Diskussionen in der Scientific Community zu Publikationen beachten• Verschiedene Qualitätsstufen wissenschaftlicher Literatur kennen (z. B.Peer Review)• auf Zusammenfassungen des Wissensstandes (Systematische LiteratureReview und Metaanalyse) zu einer Fragestellung achten
- Citation Indexes - „Zitations-Datenbanken“ vom ISI (Institute for Scientific Information) hergestellt werten die wichtigsten weltweit erscheinenden wissenschaftlichenZeitschriften aller Wissenschaftsfächer aus alternative Strategie der Literatursuche: gesucht werden Arbeiten, diebestimmte Arbeit zitieren. ⇒ thematisch ähnliche Arbeiten bzw.Folgearbeiten zu bestimmter Publikation zeigen Häufigkeit, mit der bestimmte AutorInnen, Institutionen, Werkeoder Zeitschriften zitiert werden
- Impact Faktor - Berechnung Zahl der Zitierungen d. Artikel aus den vorangeg. 2 J. im Berechnungsjahr Impact Faktor = Anzahl der Artikel dieser Zeitschrift in den beiden vorangegangenen Jahren
- Wissenschaftliche Publikationen im Internet kostenpflichtige Online-Ausgaben von Zeitschriften „konventioneller“ Verlage(meistens SEHR teuer!) – zugangsbeschränkt x kostenpflichtige Online-Ausgaben von Büchern „konventioneller“ Verlage –zugangsbeschränkt x Open Access Journals Selbstarchivierung auf Website der AutorInnen und in akademischen sozialenNetzwerken (z. B. ResearchGate) individuell entstandene Einzelseiten=> Großteil wissenschaftlicher Information im Internet nicht frei verfügbar! X Campuszugriff! Von außerhalb des Campus über VPN