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Modul 1 Einführung in die Psychologie (Fach) / Einführung (Lektion)
Einführung nach Gerrig
Diese Lektion wurde von Stieler erstellt.
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- Worin unterscheiden sich semantisches und episodisches Gedächtnis? Und welche Hinweisreize leiten da durch? (Thema Hinweisreize) - Beide sitzen im deklarativen Gedächtnis (vs. prozedurales Gedächtnis, das keine weiteren Unterteilungen hat, beide Teil des LZG) Episodisches Gedächtnis: individuelle und spezifische, persönlich erlebte Ereignisse (z.B. letzter Geburtstag) => Hinweisreize mit Aussagen über Zeit, Ort und Inhalt des Gelernten Semantisches Gedächtnis: generische kategoriale Gedächtnisinhalte, neutral (z.B.Hauptstadt von Frankreich) => Hinweisreize mit Aussagen über Inhalt des Gelernten(Zeit oder Ortinformationen unwichtig, bzw. nicht vorhanden)
- Was steckt hinter der Enkodierspezifität? Abruf von Gedächtnisinhalten am besten bei gleichem Kontext sowohl bei der Enkodierung als auch beim Abruf. Beispiel: Ein frisch erlerntes Klavierstück spielt sich meist besser auf dem Instrument, auf dem man es gelernt hat. Besonderheit „zustandsabhängiges Gedächtnis“ (was im Suff oder Drogenrausch gelernt wurde, ist am besten im gleichen Zustand abrufbar) Am besten spielt es sich auf dem klavier, auf dem man ein stück gelernt hat Genauer Begriff: transfer-adäquate Verarbeitung
- Was besagt der Serielle Positionseffekt (Serial Recall)? Primacy Effekt: erste Begriffe sind gut abrufbar Recency Effekt: letzte Begriffe sind gut abrufbar Schwierigkeiten im Mittelteil, diesen also besonders tief wiederholen
- Warum ist die Verarbeitungstiefe entscheidend? Craig & Lockhart, 1972: Theorie der Verarbeitungstiefe: Je mehr/tiefer die Information verarbeitet wird, desto eher wird sie ins LZG übertragen und desto besser kann sie von dort wieder abgerufen werden
- Wie wirken sich Interferenzen auf unser Gedächtnis aus? Sie können ein Grund für schnelles Vergessen sein: Konkurrenz von Gedächtnisinhalten Proaktive Interferenz: Informationen, die in der Vergangenheit erworben wurden, erschweren den Retroaktive Interferenz: Informationen, die neu erworben werden sollen, erschweren das Behalten alter Informationen
- Wie kann ich mir strukturierte Informationen besser merken? Kontext, gleiche Art von Aufgaben
- Wie kann ich mir unstrukturierte Informationen besser merken? Elaboriertes Wiederholen: sich intensiv mit einer Sache beschäftigen,Zusammenhänge ausarbeiten, z.B. bei Begriffspaaren ein Bild von beiden gemeinsam erschaffen (Maus auf dem Baum) Mnemotechniken: Assoziation von neuen Informationen mit bereits bekanntenInformationenZ.B. Loci Technik ( von Locus) Methode der Orte) Worte mit bekannten Dingen auf einem Weg (z.B. dem täglichen Arbeitsweg verbinden), etwa beim Einlaufszettel: Milch (lugt aus dem Mülleimer an der Ecke hervor), Orangen (hängen im Netz von der Straßenlaterne)...
- Wie unterscheiden sich Kategorisierungen von Konzepten? Konzept = Mentale Repräsentationen für KategorienZ.B. Konzept „Hund“ = Menge mentaler Repräsentationen vonErfahrungen mit Hunden (= Menge mentaler Repräsentationen vonKonzept „Hund“) Andere Beispiele: Kategorien „Objekte“ (Scheune), „Tätigkeiten“ (Fußball),„Eigenschaften“ (rot), „abstrakte Ideen“ (Wahrheit), „Beziehungen“ Konzepte, Schemata, Skripte haben Einfluss auf Erfahrungen und umgekehrt
- Welche Rolle spielen Schemata bei Prozessen im LZG? Konzepte als Bausteine für komplexere mentale StrukturenKombination von mehreren Konzepten zu einer größeren EinheitSchemata = konzeptuelle Rahmen oder Bündelungen von Wissen, die sich aufObjekte, Menschen und Situationen beziehen
- Wie erkennen wir eindeutige Objekte? Theorie 1: Prototyp: Repräsentation des zentralsten oder durchschnittlichstenAngehörigen einer Kategorie (Bsp.: Stuhl)=> Vergleich von Objekten mit Prototyp; viele Eigenschaften von Prototyp bei Objekt vorhanden> Erkennen des Objektes als zur Kategorie dazugehörig Tendenz geht aber zu Theorie 2: Erinnerungen an viele verschiedene Exemplare einer Kategorie im GedächtnisVergleich von zu erkennendem Objekt mit den Exemplaren; Übereinstimmung oderÄhnlichkeit zu Exemplaren-des Objektes als zur Kategorie dazugehörig
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- Wie erkenne ich mehrdeutige Objekte? Sie werden zunächst weniger erkannt als interpretiert mithilfe von Vorwissen.> Vergleich der Objektmerkmale mit schematischen Erwartungen der Kategorie (Bsp.:Kategorie = Ente/ Kaninchen)Erkennen anhand von MerkmalenInterpretation mithilfe von VorwissenWichtig:Veränderungen der Konzepte/Schemata/Skripte anhand von Erfahrungen!Konzepte/Schemata/Skripte beeinflussen die Sicht der WeltGenaue Erinnerung des Wahrgenommenen???
- Inwiefern gleicht das Erinnern einer Rekonstruktion? Häufig keine genaue Erinnerung an einen Informationsbestandteil, sondernRekonstruktion der Information auf der Grundlage einer allgemeineren Formgespeicherten Wissens (Bsp.: „Der Weg zur Arbeit“; keine Erinnerung anheute, aber Erinnerung an Weg allgemein durch vorherige Erinnerungen)
- Wo hapert es bei der Rekonstruktion von Gedächtnisinhalten? Keine genaue Rekonstruktion, sondern GedächtnisverzerrungenErforschung durch Sir Frederic Bartlett (1932): Vorwissen beeinflusst Art und Weise,wie neue Informationen erinnert werden (alte Geschichte nacherzählen) 1. Nivellierung: Vereinfachen der Geschichte2. Akzentuierung: Hervorheben und Überbetonen bestimmter Details3. Assimilation: Ändern von Details, um eine bessere Übereinstimmung mit dem Erinnerungen an nicht erlebte Ereignisse
- Warum ist es so schwer Blitzlicherinnerungen infrage zu stellen? Meist Erlebnisse, die mit hohen Emotionen verbunden sind. Erinnerungen fühlt sich wie Wiedererleben und sehr detailliert an - etwa "Wo wahren sie am 11. Septemebr". Diese Erinnerungen mag man sich nicht so gerne nehmen lassen. Aber: Blitzlichterinnerungen genauso fehleranfällig (genau wie normale Erinnerungen)
- Anterograde Amnesie Informationen nach dem Ereignis der physischen Schädigungdes Gehirns können nicht gespeichert werden (z.B.Korsakow-Syndrom, Demenz) -
- Retrograde Amnesie Informationen vor dem Ereignis der physischen Schädigung des Gehirns können nicht abgerufen werden/werden vergessen (z.B. nach einem Unfall)
- Welche Gehirn-Bereiche sind beim Enkodieren und beim Abruf besonders aktiv? Hohe Aktivität des linken präfrontalen Cortex beim Enkodieren Hohe Aktivität des rechten präfrontalen Cortex beim Abruf Gemessen mit PET
- Wofür ist die Amygdala zuständig und wo sitzt sie? Im Temporallappen, Teil des Limbischen Systems. Gedächtnis: Emotional bedeutungsvolle Erinnerungen Wahrnehmung: Angst, vermutlich auch Lust, emotionale Bewertung
- Wo sitzt der Hippocampus und wofür ist er zuständi? Er befindet sich im Temporallappen und ist eine zentrale Schaltstation des limbischen Systems (beides wie Amygdala). Es gibt einen pro Hemisphäre. Gedächtnis: Deklaratives Gedächtnis, also Fakten etc., Zusammenfügen räumlicher Erinnerungen
- Wo liegt das Striatum und wofür ist es zuständig? Teil der Basalganglien, die zum Großhirn gehören.In beiden Hälften nahe dem Thalamus.Im Striatum sitzt also das Belohnungssystem, das Menschen zu zielgerichteten Handlungen anspornt.Zusammenwirken von Motivation, Emotion, KognitionGedächtnis: Gewohnheitsbildung, Reiz-Reaktions-Muster reagiert unter anderem auf den Hirnbotenstoff Dopamin reagiert (relevant auch für Drogensucht, Kokain) etc.
- Wo liegt das Cerebellum und wofür ist es zuständig? Fachwort für das Kleinhirn. Gedächtnis: Prozedurales Gedächtnis, Gedächtnisinhalte durch Wiederholung, Reaktionen beim klass. KonditionierenLernen: implizites Lernen (spielerisches, "unbewusstes" Aneignen)
- Was ist der Cerebrale Cortex und was sind seine Aufgaben? Fachwort für Großhirnrinde. Äußere, an Nervenzellen (Neuronen) reiche Schicht des Großhirns. Hier liegen auch die Lappen – etwa Frontallappen oder Stirnlappen (Lobus frontalis), Parietallappen oder Scheitellappen (Lobus parietalis), Occipitallappen oder Hinterhauptslappen (Lobus occipitalis), Temporallappen oder Schläfenlappen Gedächtnis: Sensorisches Gedächtnis, Assoziationen zwischen Sinneseindrücken - biologische Grundlage unseres Gedächtnisses Wahrnehmung: Im Cortex entsteht aus den Signalen der Sinnesorgane und vorgeschalteten Hirnregionen ein zusammenhängender Eindruck der Umwelt. Verstand, zielgerichtete Handlungen, Gefühlsleben – kurz: Alles, was an psychischen Leistungen und Erkenntnisprozessen im Menschen stattfindet, ist ohne Hirnrinde nicht möglich.
- Was hat es mit dem Engramm auf sich? Karl Lashley (1929): Forschung zur Anatomie des Gedächtnisses (Suche nach dem Engramm ≈ der physikalischen Gedächtnisrepräsentation). Die physiologische Spur, die eine Reizeinwirkung als dauernde strukturelle Änderung im Gehirn hinterlässt. Die Gesamtheit aller Engramme – es sind Milliarden – ergibt das Gedächtnis.Aber: keine bestimmte Region, sondern verschiedene Gehirnregionen
- Warum sind Zeugenaussagen so oft verfälscht? Das Experiment von Elizabeth Loftus: zum Thema „Zeugenaussagen“ belegte: Solche Aussagen sind relativ leicht manipulierbar. Vor allem durch Sprache und Gespräche. Erstmal ist es eine Gefahr, wenn Zeugen sich untereinander austauschen. Aber auch die Suggestionen bei der Abfrage spielen eine Rolle. Wird etwas gefragt, mit welcher Geschwindigkeit Autos bei einem Unfall ineinander gekracht sind, geben Zeugen eine größere Geschwindigkeit an, als wenn die Frage lautet "Mit welcher Gescheindikeit berührten sie sich?"
- Was ist gemeint, wenn bei der Gedächtnisbildung von Hierarchien die Rede ist? Es gibt eine Basis-Ebene (wo Menschen am besten kategorisieren können) und dann diverse Abzweigungen und weiter-verzweigungen (etwa "obst", "Golden Delicious" - usw.)
- Welche vier Komponenten umfasst die Definition des Begriffs "Psychologie"? Psychologie ist das wissenschaftliche Studium des Verhaltens und der kognitiven Prozesse von Individuen.
- Worin unterscheiden sich Funktionalismus und Strukturalismus? Der Strukturalismus versucht, psychische Erfahrungen als Kombination grundlegender kognitiver Komponenten zu verstehen. Der Funktionalismus konzentriert sich hingegen auf die Ziele von Verhaltensweisen.
- Was kennzeichnet die kognitiven Neurowissenschaften? Die Forscher kombinieren den kognitiven mit dem biologischen Ansatz, um die Hirnaktivitäten zu verstehen, die kognitivn Prozessen wie Gedächtnis und Sprache zugrunde liegen.
- In welcher Beziehung stehen Geno- und Phänotyp? Der Genotyp ist das zugrunde liegende genetische Material, das den Phänotyp definieren hilft, der aus den bobachtbaren Merkmalen des Organismus besteht. Klartext: G... beeinflusst das Äußere, das besonder erfolgreiche Äußere kann einen neuen Genotyp bilden.
- Was verstehen Forscher unter Erblichkeit? Ein Maß des relativen Einflusses des Genmaterials auf die Verhaltensweisen und die Eigenschafte eines Organismus.
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- Was ist die Aufgabe der Dendriten? Im Allgemeinen empfangen die Dendriten (Die Verästelungen, die "baumähnlichen" einlaufende Signale. Das Soma verarbeitet die Informationen aus den zahlreichen Dendriten und leitet sie an das Axon weiter.
- Was bedeutet für die Neuronen, das "Alles oder nichts"-Gesetz? Es gibt ene Absolutschwelle: Entweder wird das Aktionspotenzial in Gang gesetzt oder nicht - ohne Abstufungen.
- Was passiert mit den freigesetzten Neurotransmittern? Sie werden in den synaptischen Spalt freigesetzt, wenn synaptische Vesikel aufbrechen, Die Nerotransmitter binden sich dann an Rezeptormoleküle des empfangenden Neurons.
- Was ist GABA? GABA ist der häufgste inhibitorische Neurotransmitter im Gehrn.
- In welche weiteren Nervensysteme unterteilt sich das autonome Nervensystem? In das sympathische und das parasympathische Nervensystem.
- Was ist die Aufgabe der Hypophyse? Sie produziert Hormone, die die Aktivität aller anderen endokrnen Drüsen beeinflussen.
- Was passiert bei der Neurogenese? Es entstehen neue Neuronen.
- Was ist der Proximalreiz? Das optische Abbild des distalen Reizes (das Objekt, das in der Welt ist).
- Was passiert, wenn die Absolutschwelle überschritten wird? Da es sich dabei um die Reizintensität bewirkt, bei der in der Hälfte der Fälle durch eine Person ein sensorisches Signal bemerkt wird: Ein Reiz wird bemerkt.
- Worum handelt es sich bei der Unterschiedsschwele? Der kleinste physikalische Unterschieden der zwischen zwei Stimuli bemerkt werden kann. Je höher der Wert, desto größer muss aber auch die Steigerung ausfallen.
- Sind in der Fovea mehr Stäbchen oder mehr Zapfen? 100 Prozent Zapfen.
- Habituation Dabei handelt es sich um eine Abschwächung der Verhaltensreaktion eines Organismus bei weiderholtem Auftreten eines Stimulus.
- Reizdiskrimination Der Organisus hat gelernt, eine konditionierte Reaktion auf einen kleneren Bereich konditionierter Stimuli auszulösen, als es normalerweise der Fall wäre.
- Instinktverschiebung Die Tendenz erlernten Verhaltens, sich mit der Zeit in Richtung instinktiver Verhaltensweisen zu bewegen.
- Mittelbare Verstärkung Es wurde daraus gelernt, Verhalten und dessen Verstärkung zu beobachten.
- Welche Gehirnteile sind beim Enkodieren und Abrufen besonders aktiv? der linke präfrontale Cortex beim Enkodieren, der rechte beim Abrufen
- Zerlegung geistiger Prozesse - welche Rolle spielt dabei die zeitliche Komponente? Serielle Prozesse: nacheinander stattfindendParallele Prozesse: zeitlich sich überschneidend
- Wie stelle ich beim Sprechen den Hörerbezug her? •An welche Hörerschaft ist die Äußerung gerichtet? •Welches Wissen kann ich als Sprechende/r voraussetzen? •Regel für Berücksichtigung des Hörerbezugs: „Kooperationsprinzip“ (H. Paul Grice, 1975; angemessene Äußerungen bzgl. der inhaltlichen Ausrichtung und den Randbedingungen) •4 Maxime der kooperativen Sprachproduktion
- Wie lauten die vier Maxime der kooperativen Sprachproduktion? Nach H. Paul Grice: Maxime der Quantität: So informativ wie nötig - und nicht mehr. Maxime der Qualität: Wahrheitsgehalt sichern und von den Gründen überzeugt sein.Maxime der Relation: relevant sein für das Gespräch. Das heißt: Themenwechsel als solche kennzeichnen.Maxime der Art und Weise: Klar sein, Unverständlichkeit, Mehrdeutigkeit und Umständlichkeit vermeiden.
- Worin kann beim Hörerbezug ein gemeinsamer Wissenshintergrund bestehen? Gruppenmitgliedschaft, z.B. Familie, Freundeskreis, Studentenwohnheim sprachliche Kopräsenz, z.B. Informationen aus früheren Gesprächen physische Kopräsenz, z.B. Situation oder Person in unmittelbarer Umgebung