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Psychiatrie1 (Fach) / Abhängigkeit und Sucht (Lektion)
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- Abhängigkeit - Leitlinien Mindestens 3 der folgenden Kriterien innerhalb der letzten 12 Monate:1. starkes, zwanghaftes Verlangen 2. Kontrollverlust3. körperliches Entzugssyndrom4. Nachweis einer Toleranz (Dosissteigerung)5. Vernachlässigung anderer Interssen6. anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweis schädlicher Folgen Missbrauch: Konsum von psychotropen Substanzen mit objektivierbaren körperlichen oder psychischen Störungen, ohne dass die Abhängigkeitskriterien erfüllt sindPolytoxikomanie: gleichzeitige Abhängigkeit von ≥ pschotrop wirkenden Substanzen über ≥ 6 Monate (zB Alkohol + Nikotin)
- Alkoholismus - organische Folgeerkrankungen - Glossitis, Ösophagitis, Ösophagusvarizen - Hepatitis, Fettleber, Zirrhose, Zieve-Syndrome - Ulkus, Gastritis - Palmarerythem, Tremor - Hirnatrophie, Wernicke-Korsakow-Syndrom - Polyneuropathie - Hypogonadismus, Impotenz
- Alkoholdelir (Delirium tremens) Beginnt am 2-3. Tag nach dem Entzug von Alkohol - Desorientiertheit- motorische Unruhe ("Nesteln", Herumsuchen)- optische Halluzinationen (kleine bewegliche Objekte wie weisse Mäuse)- hohe Suggestibilität- vegetative Entgleisung (Tremor, Schwitzen, Tachykardie, Hyperthermie) Therapie: Clomethiazol bzw Benzodiazepine
- Alkoholentzugssyndrom - Ängste- Hyperaktivität des vegetativen Nervensystems (Schwitzen, Tachykardie, Hypertonie)- Tremor- Nesteln- Suggestibilität- Schlafstörungen- Übelkeit und Erbrechen- flüchtige optische, taktile oder akustische Halluzinationen ("weisse Mäuse")- Unruhe- Grand-mal-Krampfanfälle Therapie: Clomethiazol
- Alkoholismus - Laborparameter - Homocystein- γ-GT- GOT/GPT- MCV- GLDH- HDL-Cholesterin- CDT (Carbohydrate-deficient Transferrin)
- Acamprosat "Anti-Craving" Substanz - Glutamat-Modulator (verhindert Andocken) - v.a. für Rückfallprophylaxe
- Naltrexon "Anti-Craving" Substanz - μ-Opiat-Antagonist - Behandlung der Alkoholabhängigkeit
- Nalmefin "Anti-Craving Substanz" - Opioid-Rezeptor-Modulator
- Alkoholentzugssyndrom - Behandlung Clomethiazol (Distraneurin): GABAerges Sedativum; Cave: Abhängigkeitspotential! Langwirksame Benzodiazepine (z.B. Diazepam) Antikonvulsiva bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte Vitamin B1 (Thiamin) zur Prophylaxe der Wernicke-Enzephalopathie und dem Korsakow-Syndrom Alpha-2-Agonisten (z.B. Clonidin) zur Therapie der noradrenergen Hyperaktivität Neuroleptika bei halluzinatorischen Symptomen
- Alkoholkonsum - Überweisung wenn... Nach 8-12 Wochen:- Keine Reduktion der Trinkmenge- Keine Normalisierung der Laborparamenter
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- Alkohol - Rückfallprophylaxe Disulfiram (hemmt Alkoholdehydrogenase) Acamprosat (NMDA-Antagonist) Naltrexon, Nalmefene
- Raucherentwöhnung - Pharmakotherapie 1. Nikotinersatz 2. Vareniclin (Agnist am nACh-Rezeptor) 3. Bupropion (NDRI, Antidepressivum)
- Gambling Disorder (DMS V) Andauerndes und wiederkehrendes fehlangepasstes Spielverhalten, was sich in mind. 4 der folgenden Merkmale ausdrückt:- Eingenommensein vom Glücksspiel- Toleranzentwicklung- Kontrollverlust- Entzugserscheinungen (Unruhe, Gereiztheit)- Spielen, um Problemen zu entkommen- Chasing- Lügen über das Ausmass der Problematik- Gefährdung/Verlust wichtiger Beziehungen- Verlassen auf Geldbereitstellung durch andere
- Zieve-Syndrom Komplikation eines langjährigen Alkoholkonsums 1. Alkoholtoxischer Leberschaden mit Ikterus2. hämolytische Anämie3. Hyperlipidämie
- Nikotin Wirkstoff: Nikotin Schadstoffe im Tabakrauch: Cadmium, Benzol, Benzpyren, Kohlenmonoxid Wirkprinzip: Stimulation der nikotinischen Acetylcholin-Rezeptoren → Freisetzung von Serotonin und Dopamin im ZNS → Aktivierung des endogenen Belohnungssystems Medikamentöse Therapie1. Wahl: Nikotinersatztherapie (NET) 2. Wahl: Vareniclin (Partieller Agonist an Nikotinrezeptoren) oder Bupropion (SDRI)
- Schädlicher Gebrauch - Konsummuster führt zu einer Gesundheitsschädigung - Dies kann eine körperliche oder psychische Störung sein (zB depressive Episode nach massivem Alkoholkonsum) - Ein Abhängigkeitssyndrom muss ausgeschlossen sein
- Opioide Wirkprinzip: μ-Rezeptoragonisten (Morphin, Heroin, Codein), gemischt agonistisch-antagonistische Wirkung (Buprenorphin) Entzugssymptomatik: Tachykardie, Mydriasis, Durchfall, Unruhe, erhöhter Tränenfluss - Rechtsmedizinischer Nachweis mit Haaranalyse Therapie- Warmer Entzug: Langsame Runterdosierung mit medikamentöser Unterstützung (niederpotente Neuroleptika)- Substitutions-/Ersatzbehandlung1. Wahl: Levomethadon (Ausbleiben des "Kicks" und Verzögerung von Entzugssymptomen)2. Wahl: Buprenorphin (Partialagonist an μ-Rezeptor)
- Cannabinoide Wirkprinzip: Tetrahydrocannabinol als Hauptbestandteil wirkt über Beeinflussung des körpereigenen Cannabinolsystems mit den Rezeptoren CB1, CB2 Darreichungsformen: Marihuana, Haschisch Intoxikationssymptome: Dysphorie, Angst und Panik, Wahnsymptome, Halluzinationen, Mydriasis und Konjunktivitis, Heisshungerattacken Entzugssymptome: keine
- Wernicke-Enzephalopathie Trias:1. Bewusstseinsstörung und Verwirrung2. Augenmuskelparesen3. Ataxie - Schädigung paraventrikulärer Hirnareale- Vitamin B1-Mangel durch Mangelernährung des Alkoholikers Therapie: Vitamin B1 (Thiamnin) 100mg/d
- Ethanol Wirkung: entspannend, entkrampfend, stimmungshebend- Wärmeverlust durch Erweitung der Hautgefässe- Reduktion der ADH-Sekretion ---> Wasserausscheidung gesteigert- Hemmt Gluconeogenese --> Hypoglykämie bei Diabetikern Elimination: - pro Zeiteinheit immer die gleiche Menge- Alkoholdehydrogenase --> Acetaldeyd; Aldehyddehydrogenase/-oxidase --> Acetat Therapie der akuten Vergiftung: symptomatisch, Benzos bei motorischer Unruhe
- Komorbiden psychischen Störungen bei Abhängigen - Angststörungen - depressive Störungen - Persönlichkeitsstörungen