Landwirtschatliche Grundlagen (Fach) / Grünland (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 33 Karteikarten
Definitionen und Merkmale
Diese Lektion wurde von shavalu erstellt.
- Standortaktoren Grünland Wasserverhältnisse Bodenverhältnisse Klima Relief
- Dauergrünland Besteht aus längerlebigen Pflanzenarten, vielfältigen Ökosystemen. Ist eine Planzengemeinschaft, die vielältig, formbar, flexibel und ausdauernd ist. Meist auf ungünstgen Standorten. Ein idealer Dauergrünlandbestand sollte einen Grasanteil von mindestens 50 bis 60% und maximal 70% aufweisen. Die Gräser bilden die Grundlage für ein wiederkäuergerechtes Futter. Sie sorgen für einen dichten Narbenschluss, für die Ertragsbildung und eine gute Qualität des Futters. Sie liefern die notwendige Rohfaser bei hoher Energiedichte. Der restliche Anteil sollte je zur Hälfte aus Kräutern und Leguminosen (jeweils 15 bis 20%) bestehen. Leguminosen verbessern die Schmackhaftigkeit des Futters und sichern die Eiweißversorgung. Kräuter dienen vor allem der Mineralstoffversorgung und auch der Verbesserung des Geschmacks. Die Narbe sollte dicht sein und keine Lücken aufweisen sowie keine kritischen Anteile von Problemunkräutern wie Ampfer (Rumex spec.), Quecke (Agropyron repens) oder Weiche Trespe (Bromus mollis) haben.Der Pflanzenbestand sollte über lange Zeit stabil sein, ohne wesentliche Veränderungen in den Anteilen der Hauptbestandsbildner.
- Wechselgrünland Wechsenlde Bewitschatung (Acker-Grünland) aus meist kurzlebigen Planzenarten.
- Grünland allgm. Planzengemeinschaft ausdauernder Gräser,Leguminosen und Kräuter, steht im Gleichgewicht mit Wachstumsaktoren ist keine natürliche Vegetationsform in Mitteleuropa- Ersatzgesellschaft (Ausnahme Salzwiesen)
- Süßgräser Poacea=Graminea Familie der Gräser Vorherschender Bestandteil von Grünlandplanzengesellschaften Umfassen mehr als 700 Gattungen und ca. 10.000 Arten weltweit
- Pflanzenbestand Als Pflanzenbestand bezeichnet man den pflanzlichen Aufwuchs einer Wiese, Weide oder auch Ackerfläche.
- Pflanzengesellschaft Dauergrünland häuigste Pflanzengesellschaften Die Bestände in der Regel sehr artenreich. Auf mitteleuropäischen Wiesen und Weiden kommen etwa 1500 – 1700 verschiedene Pflanzenarten vor. Die Kombination der Arten zu mehr oder weniger konstanten Gemeinschaften bezeichnet man als Pflanzengesellschaften. Eine Pflanzengesellschaft ist eine charakteristische Artenzusammensetzung. Die häufigsten Pflanzengesellschaften sind: Weidelgrasweiden Mähweiden Glatthaferwiesen Goldhaferwiesen
- Weidelgrasweiden Weidelgrasweiden sind die leistungsfähigsten natürlich vorkommenden Pflanzenbestände wird gefördert durch eine hohe Nutzungshäufigkeit, hohe N-Düngung, Beweidung und vor allem durch eine frühe erste Nutzung. Kennzeichnend ist Artenarmut , da nur wenige Grünlandpflanzen eine so intensive Nutzung vertragen. Der Hauptbestandsbildner Deutsches Weidelgras (Lolium perenne). in geringerem Umfang Weißklee (Trifolium repens), Wiesenrispe (Poa pratensis), Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Rotes Straußgras (Agrostis capillaris) und Rotschwingel (Festuca rubra) Ihre Grenze haben Weidelgrasbestände mit zunehmender Höhenlage, da das Weidelgras anfällig für Schneeschimmel und damit auswinterungsgefährdet ist.
- Mähweiden werden innerhalb einer Vegetationsperiode sowohl über Schnitt als auch über Beweidung genutzt. Vorkommende Arten sind Deutsches Weidelgras (Lolium perenne), Knaulgras (Dactylis glomerata), Wiesenrispe (Poa pratensis), Gemeine Rispe (Poa trivialis) und Weißklee (Trifolium repens). Bei intensiver Nutzung ist der Bestand leicht beeinflussbar, da stickstoffliebende (nitrophile) Arten wie Stumpfblättriger Ampfer (Rumex obtusifolius), Wiesenkerbel (Anthriscus silvestris) oder Bärenklau (Heracleum sphondylium) hier natürlich vorkommen und ihr Anteil bei steigender Intensivierung und Düngung zunimmt.
- Glatthaferwiesen Untergesellschaften und typische Planzenbestände beibewirtschaftetem Grünland verbreiteteste Pflanzengesellschaft.Sie wird in drei Untergesellschaften unterteilt: Trocken Typisch Frisch Die Übergänge zwischen den Formen sind jedoch fließend.Die trockene Glatthaferwiese (Salbei-Glatthaferwiese) ist nicht vom Grundwasser beeinflusst und nur wenig intensivierungsfähig. Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Trockenheitszeiger wie Wiesensalbei (Salvia pratensis), Weiche und Aufrechte Trespe (Bromus mollis und Bromus erectus) Horst-Rotschwingel (Festuca rubra commutata), Gelbklee (Medicago lupulina) Knolliger Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus). Die typische Glatthaferwiese ist mäßig intensivierbar, meist wird sie bis zu dreimal genutzt, so bleibt auch der Pflanzenbestand stabil. In trockenen Jahren kann ihr Ertrag stark absinken. Glatthafer Wiesenschwingel (Festuca pratensis) Wiesenrispe (Poa pratensis) Herbstlöwenzahn (Leontodon autumnalis), Rotschwingel (Festuca rubra), Wiesenglockenblume (Campanula patula), Pastinak (Pastinaca sativa), Wiesenkümmel (Carvum carvi), Schafgarbe (Achillea millefolium). Frische bis feuchte Glatthaferwiesen (Kohldistel-Glatthaferwiesen): Hier tritt der Wiesenfuchsschwanz (Alopecurus pratensis) an die Stelle des Glatthafers, daher werden diese Pflanzengesellschaften auch als Wiesenfuchsschwanzwiesen bezeichnet. Außerdem z.B. Kohldistel (Cirsium oleraceum), Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), Wiesenpippau (Crepis biennis) Kuckuckslichtnelke (Lychnis flos-cuculi). Sie sind die ertragreichsten Wiesentypen, verlangen dazu aber auch eine hohe Bewirtschaftungsintensität.
- Goldhaferwiese In Höhenlagen wird die Glatthaferwiese zunehmend von der Goldhaferwiese abgelöst. Die Hauptarten sind Goldhafer (Trisetum flavescens), Große Bibernelle (Pimpinella major), Wiesenpippau (Crepis biennis), Wiesenrispe (Poa pratensis), Wiesenschwingel (Festuca pratensis), Knaulgras (Dactylis glomerata) usw. Bei hohen Anteilen von Goldhafer im Bestand (über 25%) besteht für die Tiere die Gefahr der enzootischen Kalzinose, einer Stoffwechselerkrankung. Durch eine Intensivierung der Nutzung kann der Goldhafer im Bestand zurückgedrängt werden.
- Enzootische Kalzinose Chronische Vergiftung durch Pflanzeninhaltsstoffe mit Vitamin D-Wirkung. Im Alpen- und Voralpengebiet durch Goldhafer. Vitamin D fördert die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm sowie die Kalziumablagerung in Knochen und anderen Geweben (vor allem in elastischem Bindegewebe wie Sehnen und Gefäßintima). Es kommt zu pathologischen Verkalkungen. Enzootische Kalzinose tritt als Gruppenerkrankung bei in gleicher Weise exponierten Tieren auf. Die Rinder magern ab, bewegen sich ungern, verharren beim Aufstehen lange auf den Karpalgelenken und halten im Stehen die Karpalgelenke leicht gebeugt.
- Vegetations- und Ruheperiode Vegetationsperiode: anhaltende Schwellentemperatur von +5 °C angesetzt, unter der Pflanzen normalerweise ihren Wuchs, d. h. die Zellteilung einstellen (Ruheperiode). Mit Summenmethode kann beginn geschätz werden. (mittl. Tagestemp./Tage) Ein Tag mit einer Tagesmitteltemperatur über 5 °C wird Vegetationstag genannt. Die Anzahl dieser Tage ist dann die Vegetationszeit. Sie liegt in mittleren Breiten typischerweise um 200. (Ende März/April bis bis Ende Oktober) Für die gemäßigten Breiten wird für die Hauptvegetationsperiode, in der ein Großteil der Pflanzen assimilieren, eine mittlere Temperatur von über +10 °C angegeben.[ Wachstumsaktor abhängig von Klimaaktoren.
- Feuchtezahlen und Wasserstufen Z1 - F9 (5-) - (5+) extrem trocken,trocken,halbtrocken,trocken-frisch,frisch,frisch-feucht,feucht,nass, extrem nass Ellenberg und Petersen ordnen Grünpflanzen Stufen zu, anhand derer Standortfaktoren und Ertragspotential abgeleitet werden können
- Transpirationskoefizient Grünland Benötigte Wassermenge in Liter zur Erzeugung von 1kg Trockenmasse. Grünland: Für einen Ertrag von 100dt/ha TM werden 600 bis 700 mm Wasser bedötigt 1mm=1l/qm =10m^3/ha
- Werte Zahlen und ökologische Kennzahlen 1 bis 9 nach Brimle und Nitsche Futterwertzahl (Gitig bis bester Futterwert) Mahdverträglichkeitszahl Weideverträglichkeitszahl Trittverträglichkeitszahl 1 bis 9 nach Ellenberg Feuchtezahl Lichtzahl Nährstoffzahl Reaktionszahl (ph-Wert)
-
- Permanenter Welkepunkt Wassergehalt des Bodens, bei dem die meisten Pflanzen (außer Trocken- und Salzpflanzen) zu welken beginnen. Der Welkepunkt setzt ein, wenn das Bodenwasser unter einer Saugspannung von etwa 15 bar steht (entspricht dem pF-Wert 4,2, wobei p für Potenz, F für die »freie Energie« des Wassers steht). Die meisten Pflanzen welken bei gleichem prozentualem Wassergehalt auf Böden mit höherem Tongehalt eher als auf tonarmen »leichten« Böden.
- Wichtige (absolute) Grünlandstandorte Deutschland Niedermoor-Grünländ Flussaue-Grünland (Mittel-) Gebirgsgrünland Absolute Grünlandstandorte lassen aufgrund spezifischer Standortgegebenheiten keine ordnungsgemäße Ackernutzung zu. Entscheidend für diese Abgrenzung sind die Standortfaktoren Wasserhaushalt, Humus-, Tongehalt, Topographie sowie Klimafaktoren.Zu den absoluten Grünlandstandorten zählen in der Regel unmeliorierte Brackmarschen, Moore und grundwassernahe Geeststandorte sowie starke Hanglagen.d
- Verwendung Gräser Futtermittel erneuerbare Energie (Strom, Wärme) Rohstoff für Marterialien (Papier, Baustoffe) Kompost Grundstoff für chem. Produkte (Pharmaca)
- Funktion und Aufgaben Grünland 1.Abiotischer Ressourcenschutz Grund- und Oberlächenwasser Schutz (Puffer, Filter) Hochwasserschutz Erosionsschutz Bodenschutz (Erhalt der organischen Bodensubstanz und Bodenfruchtbarkeit, CO2 Speicher) 2. Biotischer Ressourcenschutz Artenvielfalt Flora Fauna Lebensraum für natürliche Feinde gegen Schadorganismen (intergrierter Planzenschutz) Gen-Resservoir für die Pflanzenzüchtung Erhaltung und Schutz seltener Arten 3. Nutzfunktion Grundfutterberietstellung Viehaltung (Eiweiß und Strukturlieferant) und Wildtiere nachwachsender Rohstoff Nährstoffkreislauf 4. Erholungsfunktion 5.Bildungsunktion
- Formen der Grünlandbewirtschaftung intensiv nachhaltig extensiv ökologischer Landbau Landschatft- und Biotopschutz
- Mittlere Milchleistung je Kuh und Jahr 2000 bis 2013 2000 6122kg gesamte Erzeugung 28 331 000 t 2009 7004kg 29 198 000t 2013 7352kg 31 326 000
- NEL, ME, NEL Netto Energie Laktation=gibt Engergiegehalt des utters an, das in Milchproduktion geht ME Metabolische Energie= gesamt verwertbare Energie
- Futtermittelbestandteile Bestandteile umfassen die Rohasche, das Rohprotein, das Rohfett, die Rohfaser, die Stickstofffreien Extraktstoffe, sowie die Mineral- und Spurenelemente.
- Grünland der Erde und Deutschland 3,4 - 4 Mrd ha Erde (70% LF) (1,8 ha Mrd Acker) Afrika größter Grünlandanteil aller Kontinente 4,79 Mio ha Deutschland (ca 29% LF) im Süden ca 80% Wiesen Nord/Ost 65% Weiden/Mähweiden
- Erträge TM/ha Niedermoor Brandenburg Ertragsklasse I 90 Ertragsklasse II 70 Ertragsklasse III 50
- Grünlandanteil Brandenburg 22% (Saarland 52%) (Sachsen-Anhalt 14%)
- Grünland Verteilung DL Mähweiden 48%, Wiesen 36%, Weiden mit Almen ohne Hutungen 12%, Streuwiesen mit Hutungen (veruntrautete, unreägelmäßig beweidet)
- Genutze Fläche DL Landwirtschaft ges. ca 16 700 000 ha Acker 11 900 000 ha davon 2 600 000 Futterpflanzen davon 2 000 000 ha Silomais Dauergrünland 4 600 000 ha davon 1 800 000 WIESE und 2 600 000 Weide
- wiese Landwirtschaftliche Fläche, nur durch Mähen genutzt. Keine Beweidung
- Nutztierbestand angewiesen auf Grünland Rinder ca 12 Mio davon Milchkühe 4 Mio Schafe ca 2 Mio schwankend Pferde ca 500 000 Schweine ca 29 Mio Hühner ca 118 Mio
- Flächennutzung DL 375 000 qkm 52% Wald 30% Wald 7% Gebäude 5% Verkehr 2,7% Wasser 1% Erholung 3% sonstiges
-
- Flächennutgzung in % Acker 71 % (11,9 Mio ha) Grünland 29 % (4,9 Mio ha)
