Kriminologie (Fach) / Alles (Lektion)

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  • $46 StGB : Strafzumessung 1) Schuld des Täters ist Grundlage für die Zumessung der Strafe. Die Wirkungen, die von der Strafe für das künftige Leben des Täters in der Gesellschaft zu erwarten sind, sind zu berücksichtigen. 2) Bei der Zumessung wägt das Gericht die Umstände, die für und gegen den Täter sprechen, gegeneinander ab. Dabei kommen in Betracht: - die Beweggründe und die Ziele des Täters - die Gesinnung, die aus der Tat spricht, und der bei der Tat aufgewendete Wille - das Maß der Pflichtwidrigkeit - die Art der Ausführung und die verschuldeten Auswirkungen der Tat  - das Vorleben des Täters, sowie persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse sowie sein Verhalten nach der Tat, besonders sein Bemühen, den Schaden wiedergutzumachen, sowie das Bemühen des Täters einen ausgleich mit den Verletzten zu erreichen
  • Schuld : Doppelfunktion Grundlage für das staatliche Recht zum Strafen -" keine Strafe ohne Schuld" $ 46 StGB $ 20 StGB (Regel-Ausnahme-Prinzip) $3 S1. JGG: Positiv-Prüfung bei jugendlichen gilt das Schuldprinzip uneingeschränkt im gesamten Strafrecht? Maßregeln der Besserung und Sicherung $$ 61 ff. StGB (u.a. sicherheitsverwahrung) Begrenzung/Limitierung des staatlichen Stafanspruchs: " nicht über das verwirkte Maß der Schuld hinaus " (Übermaßverbot / Verhältnismäßigkeit und nicht zuletzt: Schutz der Menschenwürde
  • Geschichte der Kriminologie Forderungen von cesare di beccaria (1738-1794) Ersetzung der Todesstrafe durch lebenslange Freiheitsstrafe Abschaffung von Folter und grausamen Straftaten Abschaffung des Vergeltungs-/Sühnegedankens im Strafrecht (anders kant) Gewährung ausreichender Zeit zur Verteidigung Geltung der Unschuldsvermutung  Zügige Abwicklung des Strafverfahrens Strikte Abhängigkeit des Richters vom Gesetz Willkürverbot für die Polizei Öffentliche Gerichtsverhandlungen Vorrang vorbeugender Kriminalpolitik
  • Kontrolltheorien Halt - Theorie nach Reiss (1951) Warum werden manche Menschen (trotz nachteiliger sozioökonomischer Rahmenbedingungen) nicht straffällig? Innerer Halt : Resilienz bewahrt vor Abrutschen in Kriminalität z.B. durch starke familiäre Bindung als Immunisierung gegenüber kriminellem Verhalten
  • PKS Aufgaben und Hauptfunktion der PKS Ermittlungssteuerung an realem Bedarf anpassen: Kapazitätsbedarf und Ressourcenverteilung Jährlicher Tätigkeitsnachweis der Polizei Auf kriminalpolitisch - legislatorischer Ebene ggf. Anpassung des StGB / Nebengesetze an amtlich registrierte Kriminalität  (Ent-) Kriminalisierung Labeling - Ansatz
  • PKS Was ist ditte? Polizeiliche Erledigungs- bzw. Ausgangsstatistik mit Überbewertungstendenz, d.h. keine nachträgliche Korrektur in der PKS im weiteren Verfahrensverlauf (Mord bleibt Mord), auch wenn sich im späteren Ermittlungsverlauf etwas anderes herausgestellt hat
  • Gedanken zur Strafe ( Franz von Liszt) (Marburger Programm 1882) Besserung des besserungsfähigen und -bedürftigen Verbrecher Abschreckung des nicht besserungsbedürftigen Verbrechers Unschädlichmachung des nicht besserungsfähigen Verbrechers
  • Strafe - Warum? Wie lässt sich der Erfolg von Strafe messen? Wie hätte sich der Täter entwickelt ohne Strafe? Kausalität der Strafe Problem: Feststellbarkeit der Kausalität Gegenüberstellung Bewährungsstrafe vs Haft Bewährung höhere Legalbewährung Bewährungsauflagen wirken sich positiv aus negative Hafteinflüsse entfallen
  • Nothing Works Robert Martinson für Legalbewährung spielt Sanktion keine Rolle
  • Sozialbewährung: sozial erkennbar integriert, supererogatives Verhalten
  • Legalbewährung: Keine Straftaten mehr begehen, Keine weiteren Verfahren (Dunkelfeld), keine rechtskräftige Verurteilung wegen neuer Taten
  • Strafe - wie lang? $ 38 StGB: Dauer der Freiheitsstrafe 1) zeitig, wenn nicht lebenslang 2) 1 Monat - 15 Jahre $ 211 I StGB: Der Mörder wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft
  • Begründung der Strafe durch den BGH Strafe setzt Schuld vorraus. Schuld ist vorwerfbarkeit. Der Mensch kann wählen zwischen Recht und Unrecht. Deshalb ist er auch zur Verantwortung zu ziehen wenn er sich für das Unrecht entscheidet
  • Absolute Straftheorie Vergeltung / Rache für begangenes Unrecht ( Talionsprinzip ) Kant, Hegel
  • Relative Strafzwecktheorien positive Individualprävention negative Individualprävention negative generalprävention positive generalprävention
  • positive Individualprävention Besserung des Täters, Rückfallvermeidung, Re-/Ersatz- Sozialisierung
  • negative Individualprävention Schutz der Allgemeinheit vor gefährlichen Straftätern (z.B. Maßregelvollzug)
  • negative Generalprävention Abschreckung der Gesellschaft vor der Strafenbegehung (unzulässig im Jugendstrafrecht - Erziehungsgedanke)
  • positive Generalprävention Stärkung des Glaubens der Bevölkerung in die Sinnhaftigkeit und die Durchsetzung des Rechts gegenüber dem Unrecht (Normbewusstsein und Normtreue)
  • Kriminalität allgemein / juristisch: Gesamtheit aller mit Strafe bedrohten Verhaltensweisen = formeller Verbrechensbegriff präziser: Gesamtheit aller bekannt gewordenen und mit Strafe bedrohten rechtswidrigen und schuldhaft begangen Verhaltensweisen
  • Schuldhaft Strafreife / Verantwortlichkeit von Jugendlichen
  • Theorie der Sozialen Kontrolle nach Hirschi (1969) Warum werden manche Menschen (trotz nachteiliger sozioökonomischer Rahmenbedingungen) nicht Straffällig?  Äußerer Halt durch: 1) enge Persönliche Bindung an andere Menschen / soziales Umfeld, gegenseitige Rücksichtnahme, auch auf Wünsche und Erwartungen anderer hin 2) Verpflichtungsgefühl ggü. bisher Erreichtem: Rationale Kalkulation des "Kosten-Nutzen Risikos" - was steht auf dem Spiel beim Begehen der Straftat 3) Einbindung in konventionelle Aktivitäten wie Arbeit, Militär u.ä. Kaum möglichkeiten zum Delinquieren 4) Glaube an die Verbindlichkeit moralischer Norm- und Wertevorstellungen <positive Generalprävention
  • Delinquenz Unterschied jugendliche / erwachsene Kriminalität Oft Kriminalität Hellfeld / Delinquenz Dunkelfeld Delinquenz auch teilweise Schuleschwänzen etc. Genaue Begriffserklärung notwendig
  • Devianz Abweichung von der Norm zu schnell fahren / Falsch parken Legitimitätsproblem: Wer definiert / reagiert bei nichtbefolgung
  • Abweichendes Verhalten ein Begriff der Kriminalsoziologie  Situationsabhängig ( zum Beispiel lautes rufen auf konzerten)
  • Labeling Approach Ansatz Kriminell ist man nicht, man werde dazu gemacht, indem die Gesellschaft bestimmte Menschen aufgrund ihres Verhaltens abstempelt / als kriminell etikettiert / Verurteilt Perspektivisch steht nicht "der Kriminelle", sondern die zuschreibende Gesellschaft im Mittelpunkt dieses Ansatzes Kritik: Anstelle einer Diskussion über die Ursachen kriminellen Verhaltens erfolgt eine Diskussion über die gesellschaftlichen Definitionsprozesse  reduktionistischer Ansatz
  • Sozialtherapie dient zur Verringerung einer erheblichen Gefährlichkeit der Gefangenen erhebliche Gefährlichkeit: schwere Straftaten gegen Leib und Leben, persönliche Freiheit oder gegen sexuelle Selbstbestimmung (Jonathan) andere gefangene können auch untergebracht werden, wenn es dem erreichen des vollzugszieles dient $105 Sozialtherapeutische Abteilung In jeder Jugendstrafvollzuganstalt soll eine sozialtherapeutische Abteilung eingerichtet werden
  • Kritik an Kontrolltheorien Familie / Freunde als positiver Schutzfaktor jedoch haben zahlreiche Menschen (laurent) keine konventionelle Bindungen und werden dennoch nicht kriminell, auch Geschwister (Rachel) können sich unterschiedlich entwickeln
  • Kriminalistik Technisch / naturwissenschaftliche Tataufklärung / Fahndung nach Personen und Sachen
  • Kriminologie kurz Ursachenforschung bzgl. kriminellen Verhaltens und Präventionsansätze
  • Kriminologie lang Kriminologie ist die Wissenschaft von den Entstehungszusammenhängen, Erscheinungsformen, Vorbeugungs- und Bekämpfungsmöglichkeiten, geeigneten Sanktions- und Behandlungsformen des Verbrechens im Leben von Individuen und Gruppen sowie der Kriminalität im Gefüge von Staat und Gesellschaft  Nichtjuristische Wissenschaft