Sport (Fach) / Sportdidaktik (Lektion)
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Vorlesung Wydra
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- Was ist Sportwissenschaft? Gesamtheit jener Erkenntnisse...
- Aufgabenbereiche der Sportpädagogik Begründung (Philosophie) Prüfung (Sportwissenschaften) Orientierung (Allegemeine Pädagogik) Beratung (Sportdidaktik)
- Was ist Didaktik? lehren, belehren, unterrichten, dartun, beweisen, vorschreiben = Wissenschaft vom organsisierten Lehren und Lernen
- Was ist Aufklärung? Ausgang des Menschen aus einer selbst verschuldeten Unmündigkeit (Unmündigkeit = Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen) Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, weil der Mut fehlt, sich des Verstandes zu bedienen sapere aude (Wage es, verständig zu sein)
- Was ist Allgemeinbildung? Bildung für allemuss einen verbindlichen Kern des Gemeinsamen haben (Bildung im Medium des Allg. sein)Bildung in allen Grunddimensionen menschlicher Interessen und Fähigkeiten
- Deduktive Lehrverfahren Unterrichtsverfahren, bei denen vorwiegend zeit- und lehrökonomische Aspekte im Vordergrund stehen Vormachen und Vorzeigen der ZielübungBeschreiben und ErklärenBewegungsanweisung, -hilfe und -korrekturÜben und variables Anwenden
- Induktive Lehrverfahren Unterrichtsverfahren, bei dem vorwiegend das selbstständige Erarbeiten von Lerninhalten im Vordergrund steht BewegungsaufgabeSuchen und ErprobenHerausstellen der besten Lösung, BewegungskorrekturÜben und variables Anwenden
- Frontalunterricht - die sieben G`s Der Gleiche Lehrer unterrichtet alle Gleichaltrigen Schüler im Gleichen Tempo mit dem Gleichen Material im Gleichen Raum mit den Gleichen Methoden und dem Gleichen Ziel
- Merkmale stoffzentrierter Verfahren Der Lernstoff ist grundsätzlich vermittelbarder Lehrer/Experte weiß, was der Lerner in Zukunft wissen und deshalb lernen solles gibt eine optimale Art der Stoffvermittlungder Lehrer kennt in etwa den Lernprozess des Lerners und kann ihn steuernAufgabe des Schülers ist es, den Lernstoff mehr oder weniger passiv aufzunehmen und in seinem Gedächtnis abzuspeichern
- Emile oder über die Erziehung - Kindheit ist kein Durchgangsstadium sondern eigenständige, vollwertige Lebensspanne- ursprüngliche Gefühle, Neigungen und Bedürfnisse nicht zu früh mit Pflichten unterdrücken- erst ab 12 ist ein Kind rationalen Argumenten gegenüber offen (davor negative Erziehung)- Kinder lernen von der Natur, den Menschen und den Dingen - muss Bezug zur eigenen Lebenswirklichkeit vorhanden sein, damit Inhalte gelernt werden- altersgemäße Erziehung
- Nürnberger Trichter alt antiquiert stoffzentriert Unselbstständigkeit fördernd autoritär antidemokratisch
- Rousseau und Reformpädagogik neu modern schülerzentriert Selbstständigkeit fördernd basisdemokratisch zukunftsorientiert
- Idee und Kritik des Intensivierungskonzeptes Idee: Hauptaufgabe des SU: intensive und rationell organisierte körperliche Grundausbildung Problem: Nettobewegungszeit in 90 min Unterricht: 59 Minuten Kritik: Reduzierung der Didaktik/Methodik auf die Anwendung trainingswiss. PrinzipienEinbettung in die Ideologie der sozialistischen Gesellschaft der DDR (Erziehung der SuS zu charakterfesten, klassenbewussten, sozialistischen Persönlichkeiten)Aufgrund der Langlebigkeit von Gewohnheiten nach wie vor zum Teil von Bedeutung
- Idee und Kritik am Sportartenkonzept Im Mittelpunkt steht ein fester Kanon von Sportarten, die exemplarisch für eine ganze Klasse anderer Sportarten behandelt werden (z.B. Leichtathletik) Folge: Sportarten als exemplarische Bedeutungsträger des Sports Fundamentalkritik an der Leistungsorientierung des SportsKritik an der Übertragung des Leistungsprinzips des Sport auf den SUKritik an der fast ausschließlichen Orientierung an den medial präsentierten SportartenKritik an der Ausrichtung des SU an den Bedürfnissen des organisierten Sports
- Zusammenfassung der sportorientierten Konzepte Klassische Konzepte sehen die Sportarten und die Verbesserung der körperlichen Voraussetzungen als wichtigste Inhalte des SU annicht die SuS mit ihren vielfältigen Interessen und Bedürfnissen, sondern der Sport im Sinne des organisierten Sports steht im Mittelpunktkritische Konzepte orientieren sich an der Bewegung bzw. dem Körper
- Die vier Kritikpunkte der klassischen Konzepte Erster Kritikpunkt an klassischen Konzepten: Orientierung an der Handlungsfähigkeit im Sport ist ein gutes Argument für die Übernahme des SU durch die Sportvereine Handlungsfähigkeit ist zwar wichtig, aber doch nur ein Teilaspekt von Bildung erziehender SU Zweiter Kritikpunkt an klassischen Konzepten: Handlungsfähigkeit = das, was erforderlich ist, um unter geg. Bed. kompetent am Sport teilzunehmen+aus der Fähigkeit, Sport auf Sinn zu reflektieren und entsprechend zu gestalten Mehrperspektivität Dritter Kritikpunkt an klassischen Konzepten: Sport = Teilbereich der menschlichen Bewegungskultur Sportbegriff greift zu kurz, viele Bewmöglichkeiten werden ausgeblendetBewegungsfelder statt Sportarten Vierter Kritikpunkt an klassischen Konzepten: Erziehung und Bildung bedürfen der ReflexionReflektierte Praxis
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- Sportbezogene Einstellungsskalen soziales Miteinander (Sporttreiben, um mit anderen Menschen zusammen sein zu können)Gesundheit (Sporttreiben, um die Gesundheit und Fitness zu verbessern oder zu erhalten)Risiko (Sporttreiben, um Aufregung und Nervenkitzel zu erfahren)Ästhetik (Sporttreiben, um Freude an schönen und eleganten Bewegungen zu haben)Katharsis (Sporttreiben, um sich zu entspannen)Askese (Sporttreiben, um sich selbst zu überwinden)
- Pädagogische Perspektiven A: Wahrnehmungsfähigkeit verbessern UND Bewegungserfahrungen erweitern nicht nur die für die „normalen“ Sportarten typischen Bewegungen schulenB: sich körperlich ausdrücken UND Bewegungen gestalten im traditionellen SU kommt z.B. Gymnastik, Ballett kaum vorC: etwas wagen UND verantworten nicht nur wagen, sondern auch das Verhalten anderen gegenüber rechtfertigenD: das Leisten erfahren UND reflektieren absolute/relative Leistung, Leistungsverbesserung, cgs-SportartenE: gemeinsam handeln, wettkämpfen UND sich verständigen Sportspiele, gemeinsames Treiben von Jungen und MädchenF: Fitness verbessern UND Gesundheitsbewusstsein entwickeln Wohlbefinden als Voraussetzung für eine Verhaltensänderung
- Methodik des mehrperspektivischen SU Ausbalanciertes Curriculum im Verlauf der SchulzeitUnterschiedliche Interpretationen von SU durch verschiedene SportlehrerSportarten mit unterschiedlichen Perspektiven belegen Integrieren (gleichzeitiges Erleben von verschiedenen Sinngebungen verdeutlichen) Akzentuieren (Aufmerksamkeit auf eine Sinngebung lenken) Kontrastieren (eine Bewform unter untersch. Bedeutungen erfahren, Kontrast wird betont)
- Gründe für den mehrperspektivischen SU interessanter als ein SU, der nur eine sportpäd. Perspektive ansprichteine größere Bandbreite pädagogischer Einflussmöglichkeitenzur Handlungsfähigkeit in einer demokratischen Gesellschaft gehört die WahlfreiheitKonzept von großer Bedeutung für Freizeit-, Leistungs- und Gesundheitssport
- Differenzierung von Lernzielen vertikale Differenzierung: Richtziele: übergeordnete, ständige Perspektiven, die mit dem SU verfolgt werdenGrobziele: strukturieren Stunden oder kleine UnterrichtseinheitenFeinziele: beziehen sich auf einzelne Lernschritte horizontale Differenzierung: motorisch (motorische Fähigkeiten und Fertigkeiten)kognitiv (wissen, verstehen, anwenden, Analyse, Evaluation, Kreativität)affektiv (aufmerksam werden, reagieren, werten, Aufbau eines Wertesystems)sozial (Empathie, komm. Komp., Rollendistanz, Frustrationstoleranz)
- Sachkompetenz Verbesserung der körperl Fähigkeiten +Fertigkeiten sowie des sportlichen KönnensKenntnisse über Funktionen des KörpersKenntnisse von Möglichkeiten und Grenzen der körperlichen Bewegunggrundlegende Kenntnisse über sportliche Zsh (z.B. Sport und Gesundheit)sportspezifische Theorie- und Regelkenntnisse
- Methodenkompetenz selbstständiges Gestalten von Unterrichtsphasen und Planen sportl. Aktivitätenerkennen und korrigieren von Fehlern in der Bewausführung bei sich und andernselbstst. Anwenden von Trainingsformen zur Verbesserung/Erhaltung mot. F+F
- Sozialkompetenz partnerschaftliches, faires, friedfertiges, komm. und teamorientiertes VerhaltenEinhalten von Regeln und VereinbarungenÜbernahme von VerantwortungGruppenbildung
- Selbstkompetenz Verbesserung der ind. Leistungsbereitschaft und –fähigkeitSteigerung des Selbstwertgefühlsangemessenes Verhalten bei Sieg und Niederlagerealistische Wahrnehmung körperlicher Phänomene
- Methodische Übungsreihe: Dreischritt 1. Vorbereitende Übung: Erlernen grundlegender F+F, die für erlernende Fe unabdingbar sind2. Vorübungen: Erlernen bewverwandter Fertigkeiten (Ziel: Annäherung an Zielübung)3. Zielübung: Erlernen und Festigen der eigentlichen Zielübung
- Methodische Übungsreihe: Prinzipien Graduelle Annäherung (ausgehend von einer gekonnten Fertigkeit durch deren Variation)Verminderung von Lernhilfen (Zielübung unverändert, aber Einsatz von Lernhilfen)Aufgliederung in funktionelle Teileinheiten (Haupt- und Hilfsfunktionsphase) Schaffung der konditionellen Grundlagen
- Methodische Spielreihe: Dreischritt spielerische Grundformen – einfache Spielformen - Zielspiel
- Methodische Spielreihe: Prinzipien von kleineren zu größeren Mannschaftsstärkenvon verkleinerten zu regelgerechten Spielfeldmaßenschrittweise Veränderung der Spielgerätevom einfachen zum komplexen Regelwerk
- Überforderungsaspekte beim Neulernen Programmlänge (zu viele Bewteile sind nacheinander zu koordinieren) - Verkürzung der Programmlänge durch Üben der Einzelteile- funktionale Übungsreihen (z.B. von der Mitte nach außen, Funktionsphasen) Programmbreite (zu viele Bewteile sind simultan zu koordinieren) - Verringerung der Programmbreite (Üben der Einzelteile)- Invariantenunterstützung (Ausführungshilfen, z.B. größerer Schläger) Parameteranforderungen (zentrale Bewaufg stellt zu hohe spez. Anforderungen) - Parameterveränderungen (Verringerung der Geschwindigkeit, Verlängerung der Bewegungsdauer, Verringerung der Kraftanforderungen,…) Angst (vor Verletzungen oder Blamage) - Beseitigung der Angst induzierenden Faktoren (Sicherheitsvorkehrung, Atmosphäre)- Abbau der Angst (Entspannungsverfahren, systematische Desensibilisierung)
- Automatisierung Veränderung der Infoverarbeitung (Bew kann ohne bewusste Kontrolle ablaufen) Folge: Ressourcen stehen dann für andere Steuerungsaufgaben zur Verfügung
- Stabilisierung Stabi + Präzision der Programminvarianten und Variabilität der Programmparameter Folge: Aufmerksamkeit auf Knotenpunkte der Bewegungsausführung lenken
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- Unterrichtsvorbereitung Ebene der Bedingungen und Voraussetzungen Anthropogene Voraussetzungen Schülerzahl, soziale Schicht der Schüler, Entwicklungsstand, Gruppenstrukturen, Anstrengungsbereitschaft, sportliche Leistungsfähigkeit,… Bildungs- und Erziehungsauftrag, Menschen- und Gesellschaftsbild Erziehender SU soll SuS mit dem Phänomen Sport vertraut machen UND einen Beitrag zur Bildung leisten (Doppelauftrag des SU) Soziokulturelle Voraussetzungen Lehrplan, pädagogisches Konzept der Schule, Merkmale der Schule/Sporthalle/Geräte, Bevölkerungsstruktur im Einzugsbereich der Schule
- Unterrichtsvorbereitung Entscheidungsebene Thema (Pädagogische Zielstellung) = Verknüpfung von päd. bedeutsamen Fragestellungen mit den Inhalten àGegenwarts- und Zukunftsbedeutung, Exemplarität, Sportpäd. Perspektiven, Inhalte Methoden, Zeitstruktur und Organisationsformen Wahl des Unterrichtskonzepts (offen/geschlossen, induktiv/deduktiv) Organisatorische Aspekte (äußere/innere Diff, Stationstraining,…) Medieneinsatz, Stundenaufbau Zeitliche Strukturierung der Unterrichtseinheit und der einzelnen Unterrichtsstunden klassisches Modell: Aufwärmen – Hauptteil – StundenausklangSieben-Sequenzen-Modell des Gesundheitssports Einstieg – Erwärmung – Ausdauer – Hauptteil – Entspannung – Information – Abschluss
- Aktionsformen wesentliche Mögl. des Lehrers zur Handlungsinitiierung und –unterstützung im SU (vorsagen/erklären/anregen, korrigieren/verstärken, vorzeigen/mitmachen, helfen/sichern)
- Sozialformen alle Unterrichtsformen und –inhalte, die au fdie Sozialisation des Ind im und durch Sport ausgerichtet sind (Komm, Kooperation, Empathie, Solidarität, Fairness,…) (Klassen- oder Frontalunterricht, Gruppenunterricht, Partnerarbeit, Einzelarbeit)
