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Allgemeine Psychologie & Biopsychologie (Fach) / SS2016 (Lektion)
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- Mit welchen Verfahren werden Motive gemessen? Mit projektiven Verfahren wie dem Thematischen Apperzeptionstest (TAT).
- Definition: Projektive Verfahren (Motivation) bei projektiven Verfahren handelt es sich um eine Form der Datenerhebung, bei der mehrdeutige Reizmaterialien oder Aufgabensituationen zur Deutung bzw. Bearbeitung vorgegeben werden durch das uneindeutige Reizmaterial sollen Personen zu Projektionen eigener Denkweisen, Gefühle, Motive oder Verhaltensweisen gegenüber dem dargebotenen Material angeregt werden
- Erkläre Ablauf und Auswertung des Thematischen Apperzeptionstests (TAT) zur Messung von Motiven. den Vpn werden 20 Bilder vorgegeben, die Motive mäßig anregen sollen zu jedem Bild soll eine kurze Beschreibung abgegeben werden: was passiert gerade? wer sind die abgebildeten Leute? was passierte vorher? was denken und fühlen die Personen? was passiert als nächstes? die Antworten werden durch inhaltsanalytische Kodierung ausgewertet aufgrund der Themennennung wird auf ein Motiv des Erzählers rückgeschlossen
- Nenne Vor- und Nachteile des Thematischen Apperzeptionstests (TAT) zur Messung von Motiven. Vorteile: Phantasien werden angesprochen und Unbewusstes enthüllt Probanden achten weniger auf Abwehrmechanismen Nachteile: mäßige interne Konsistenz mäßige zeitliche Stabilität unklare Interpretation der Testergebnisse (großer Ermessensspielraum) veraltete Abbildungen keine Regelungen, welche Abbildungen benutzt werden
- Definition: Volition Die bewusste, willentliche Umsetzung von Zielen und Motiven in Resultate (Ergebnisse) durch zielgerichtetes Handeln. Dieser Prozess der Selbststeuerung erfordert die Überwindung von Handlungsbarrieren durch Willenskraft.
- Von welchen vier Faktoren hängt Handeln laut dem Handlungsmodell von Rosenstiel ab? Person:- individuelles Wollen = Motivation=> Bereitschaft, zielgerichtet und mit hoher Intensität (Anstrengung) zu handeln- persönliches Können = Kompetenz=> Fähigkeiten, Schwierigkeit der Aufgabe, Fokussierung Situation:- soziales Dürfen/Sollen = kulturelle Vorgaben/Einflüsse=> soziale Normen/Regeln, Machtkonstellation, soziale Situation- situative Ermöglichung = (infra)strukturelle Bedingungen=> hemmende oder begünstigende äußere Umstände
- Erläutere das Rubikon-Modell der Handlungsphasen nach Heckhausen & Gollwitzer. "Den Rubikon überschreiten": sich unwiderruflich auf eine riskante Handlung einlassen ("alea iacta est", "point of no return") Motivation führt zu einem Handlungsentschluss, Volition zur Zielrealisierung jede Phase umfasst eigene kognitive Anforderungen und Strategien:- Abwägen: Auswahl verbindliches Handlungsziel (aufgrund Erreichbarkeit und Wünschbarkeit)- Planungsphase: Konzentration auf Ziel und notwendige Schritte (Fokussierung)- Handlungsphase: Umsetzung (bei Schwierigkeiten Anstrenungen steigern, Abschirmung Umweltreize)- Bewerten: Abgleich Handlungsergebnis mit ursprünglichem Handlungsziel Bewusstseinslage: kognitive Einstellung und Art der Informationsverarbeitung, die jeweiligen Anforderungen der Handlungsphasen gerecht wird
- Was besagt Hulls Theorie zur Motivation als Trieb bzw. Handlungsdrang? Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person in einer bestimmten Situation eine bestimmte Reaktion zeigt, hängt im Wesentlichen von zwei intervenierenden Variablen ab, nämlich vom Trieb (drive) und der Gewohnheitsstärke (habit = gelernte Reiz-Reaktionsverbindungen). Diese beiden Variablen wirken multiplikativ aufeinander. Trieb speist sich aus unterschiedlichen Bedürfnissen und treibt das Verhalten an Anzahl vorhergegangener Verstärkungen definiert Habit-Stärke Bedürfnisbefriedigung führt nicht zwangsläufig zur Triebreduktion
- Was besagt Lewins Feldtheorie (Motivation)? Verhalten ist eine Funktion von Person und Umwelt Motivation kann als inneres und äußeres Kraftfeld dargestellt werden Kräfte innerhalb Person treiben Verhalten an oder hemmen es Kräfte innerhalb Situation ziehen Person an oder stoßen sie ab Vornahme oder Handlungsabsicht führt zu Spannung, die Handlungsbereitschaft erzeugt Situationskräfte herhalten Bedeutung (Valenz) durch Bedürfnisse und unerledigte Ziele Wahrnehmung richtet sich auf Ziel, dieses erhält Aufforderungscharakter wenn Ziel durch Handlung erreicht, sinkt Spannung wenn Ziel nicht erreicht werden kann, kann Spannung in benachbarte (zielähnliche) Bereiche diffundieren
- Welche Konflikte können nach Lewins Feldtheorie entstehen? Nähern-Nähern-Konflikt:- in einem Konflikt wirken gleich starke Kräfte auf eine Person- sind zwei Objekte gleich attraktiv, entsteht ein Konflikt (z. B. zwei gleich teure Gerichte, die man beide gleich gerne isst)- wird die psychologische Entfernung zu einem der Objekte reduziert, nehmen die anziehenden Kräfte zu, die anziehenden des anderen Objektes ab Nähern-Meiden-Konflikt:- von einem Objekt gehen sowohl positive als auch negative Kräfte aus (z. B. Hund streicheln, vor dem man Angst hat, Fernreise mit Flugangst)- Verhalten oszilliert (schwankt)- Näherungskräfte wirken auf Distanz stärker als Meidungskräfte- Meidungskräfte werden schneller stärker Unerledigte Handlungen- können zielführende Handlungen nicht ausgeführt werden, bleibt Spannung erhalten- lt. Zeigarnick werden angefangene, unerledigte Aufgaben doppelt so häufig erinnert wie abgeschlossene- unerledigte Aufgaben lösen häufig Gedanken und Vorstellungen aus
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- Erkläre das Risiko-Wahl-Modell der Leistungsmotivation nach Atkinson (Erwartung-mal-Wert-Theorie). Motivation = Motiv x Anreiz x Wahrscheinlichkeit erfolgsmotivierte Personen: Neigung, Stolz und Freude über selbst erbrachte Leistung zu erleben => wählen bevorzugt Aufgaben mit mittlerer Schwierigkeit (beste Balance aus Erwartung und Wert) misserfolgsvermeidungsmotivierte Personen: Neigung, Scham über Misserfolg zu erleben => wählen uneinheitlich, teils zu leichte, teils zu schwere Aufgaben
- Erkläre die Attribution der Handlungsfolgen nach Heider (Motivation). Menschen haben das Bedürfnis, für Handlungen und ihre Folgen Ursachen zuzuschreiben diese Attribution beeinflusst die Motivaton für weiteres Handeln im Durchschnitt schreiben sich Menschen Erfolg etwas stärker zu, als es der Realität entspricht (tendenziell eher Menschen mit hohem Selbstwert), bei Misserfolg ist es umgekehrt
- Was ist der Zeigarnik-Effekt? Ein psychologischer Effekt über die Erinnerung an abgeschlossene im Gegensatz zu unterbrochenen Aufgaben. Er besagt, dass man sich an unterbrochene, unerledigte Aufgaben besser erinnert als an abgeschlossene, erledigte Aufgaben. Dieser Befund ist aus gedächtnispsychologischer Sicht überraschend, da er auch auftritt, wenn für unterbrochene Aufgaben weniger Zeit aufgebracht wurde als für die erledigten Aufgaben.
- Was besagt die Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci & Ryan? Es gibt drei angeborene psychologische Bedürfnisse, die optimale menschliche Entwicklung, Motivation und Integrität ermöglichen Soziale Eingebundenheit- starkes Bestreben nach befriedigenden Sozialkontakten- man möchte von anderen akzeptiert und anerkannt werden Autonomie / Selbstbestimmung- Bedürfnis, sich als eigenständiges Handlungszentrum zu erleben- selbst über seine Belange entscheiden können Kompetenzerfahrung / Wirksamkeit- den gegebenen und absehbaren Anforderungen gewachsen sein jedes dieser drei Bedürfnisse muss zumindest auf einem minimalen Niveau erfüllt werden, damit sich eine Person mit ihren Stärken entwickeln, sich wohl fühlen und so etwas wie ein Selbst aufbauen kann