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Ernährungs- und Verbraucherpolitik (Fach) / Vorlesung (Lektion)
SS 2016
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- Wovon werden menschliche Entscheidungen beeinflusst? 1. Heuristics (Daumen und Faust Regeln) 2. Framing effects ( Art der Präsentation) 3. Loss Aversion (Verlustaversionen, Streben nach Verlustmeidung) 4. Biases (Verzerrungen, systematische Fehler aufgrund einer verzertten Verarbeitung verfügbarer Infos) Ebenso unterliegen menschliche Entscheidungen systematischen emotionalen Erwartungsirrtümern
- Was ist eine Heuristik? Entscheidungshilfen in komplexen Entscheidungsituationen unter Zeitdruck Schnell auf Grundlage bruchstückhaften Wissens Schlussfolgern Sind an bestimmte (Umwelt-)Bedingungen gebunden
- Repräsentativitätsheuristik Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses steigt, je passender (repräsentativer) es erscheint
- Heuristics: Availability Sind Urteile über Häufigkeiten oder Wahrscheinlichkeiten basierend auf Zugänglichkeit relevanter Erinnerungen, Wahrscheinlichkeit steigt mit Vorstellbarkeit
- Anchoring und Adjustment Quantitative Schätzungen häufig schwer und brauchen deswegen einen "Anker" zur Orientierung Schätzungen (Häufigkeiten oder Wahrscheinl.) werden oft mit einem Ausgangswert (Anker) begonnen, folgende Einschätzungen sind in Richtung des Ankers verzehrt
- Was sind die Probleme von Heuristiken? Können zu Fehleinschätzungen führen in nicht geeigneten Kontexten Weisen Verzerrungen auf in: Verfügbarkeit (basierend auf individuelle Geschichte). Verankerung und Anpassung ( Ungeeignete Infos können als Anker benutzt werden), Repräsentativität ( Gefahr, dass nicht bestehende Kausalität unterstellt wird)
- Was ist der Framing Effekt? Art der Präsentation der Entscheidungsalternativen beeinflusst die Entscheidung Beeinflussung der Wahrnehmung durch Einrahmen eines Ereignisses : Decoy Effekt ( Existenz einer nicht relevanten Alternative kann die Auswahl beeinflussen)
- Asymmetric Domination Effect Irrelevante Alternativen haben einen Einfluss auf relative Präferenzen
- Loss Aversion Menschen bewerten einen Verlust höher als betragsmäßig gleichen Gewinn Menschen gehen lieber hohe Risiken ein, als einen sicheren Verlust zu akzeptieren Verlust und Gewinnframe!
- Nennen Sie vier Biases! 1. Übersteigertes Selbstvertrauen und überzogener Optimismus führt dazu, dass Risiken eingegangen werden 2. Confirmation Bias: Menschen achten stark auf Infos, die bisheriger meinung stützen um kognitive Dissonanz zu verhindern 3. Status Quo Bias: Verlustaversionen, Präferenz/ Trägheit für die Aufrechterhaltung des Ist- Zustandes, Opportunitätskosten spielen im Gegensatz zu zahlungswirksamen Ausgaben kaum eine Rolle 4. Herdeneffekt: Leichte Beeinflussung durch Worte und Taten anderer
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- Systematisch emotionale Entscheidungsirrtümer Menschen schätzen die Auswirkungen bestimmter objektiver Veränderungen auf das eigene Nutzenniveau oftmals ex ante falsch ein Entscheidungsnutzen und Erfahrungsnutzen fallen auseinander
- Zeikonsistenz: Definieren Sie Hyperbolic discounting Ereignisse in der Gegenwart werden stark (über)bewertet und die Zukunft stark diskontiert
- Zustände bezogen auf Zeitkonsistenz Kalter zustand: abstraktes Nachdenken über etwas (z.B. Vorsätze fürs neue Jahr) Heißer Zustand: Konkrete Situation und Zeitpunkt der Verhaltensentscheidung
- Grenzen Sie konstruktive Präferenzen von inhärenten Präferenzen ab Konstruktive Präferenzen werden erst in der Entscheidungssituation gebildet und sind kontextabhängig wie kurzfristig wandelbar und leicht beeinflussbar Inhärente Präferenzen sind unabhängig von der Entscheidungssituation und kontextunabhängig, somit sind sie längerfristig stabil und beruhen auf erworbene oder genetisch vorgegebene Dispositionen
- Definieren Sie Libertarian Paternalism! It should attempt to steer people's choice on welfare promotion directions without eliminating freedom of choice Sind Maßnahmen, die Individuen dabei helfen, Entscheidungen zu treffen, die für sie selbst besser sind als solche, die sie ohne paternalistische Hilfe treffen würden mit dem Ziel des individuellen Wohlergehens des Entscheidungsträgers selbst
- Wozu gibt es eine verbraucherpolitische Konzeption? Gedankliches und längerfristiges Leitbild bezüglich Verbraucherpolit. Fragestellungen Dienen den wirtschaftspolitischen Entscheidungsträgern als Orientierungsrahmen Sind Basis für politisches Handeln
- Welche drei Leitbilder gibt es an der Marktmacht der Konsumenten/Produzenten orientierten Position? 1. Leitbild: Konsumentensouveränität, ordoliberale Konzeption, Wettbewerbs und Konsumfreiheit 2. Leitbild: Konsumfreiheit als Gegenmodell 3. Produzentensouveränität (partizipatorisch- emanzipatorisch) Das Leitbild vom verantwortungsollen Konsumenten ist nicht an Marktmacht orientiert
- Fassen Sie die wichtigsten Punkte der Konsumentensouveranität zsm.! Konsument frei seiner Präferenzstruktur entscheiden welche er Güter er zur welcher Menge kauft (Nutzenmaximierung), beurteilt somit Nutzenniveau selbst Konsument steuert so durch sein Nachfrageverhalten die Produktion (Ordoliberales Konzept) Nach Smith bringt unsichtbare hand Eigenutz und Gemeinwohl in Übereinstimmung, Das Konzept vertraut somit auf die Leistungsfähigkeit des Marktes and des Ordnungsleitbild vollkommene Konkurrenz, Staatliche Eingriffe werden nur in Hinblick auf Sicherung des Wettbewerbs akzeptiert
- Wie kritisieren Sie die Ordoliberale Konzeption der Vebraucherpolitik/ Konsumentensouveranität? Bezogen auf Homo Oeconomicus: Zunehmend unüberschaubare Märkte (Produktvielfalt) führt zu mangelnder Markttransparenz, welche für den Konsumenten wichtig ist Zunehmende Komplexität vieler Güter und Dienstleistungen erschwert Urteile über Nutzen u.ä. Informationasymmetrien Bezogen auf vollkommene Konkurrenz auf Märkten: Zunehmende Konzentration wie Fusionen und Globalisierungsstrategien Hohe mit Exit verbundene Transaktionskosten
- Fassen sie das Liberale Wettbewerbs und Informationsmodell zusammen! Leitbild: Konsumentensouveränität, Marktversagen entshet durch Kartelle und Monopole und Infoasymmetrien, Somit ist Verbraucher in unterlegener Position, was Wettbewerbs und Verbraucherinfopolitik notwendig macht um den Markt zu Kontrollieren
- Fassen Sie das Modell der Wettbewerbs und Konsumfreiheit zsm! Leitbild: Konsumentensouveränität Ist interventionsskeptisch und Marktoptimistisch, da es den Wettbewerb im Vordergrund sieht, Wettbewerb ist ein evolutionärer Prozess wo Ungleichgewichte erwünscht sind Merkmale sind Wettbewerbspolitk (Privatisierung, Abbau staatlicher Monopole), Infopolitik (Ausdehnung von Warentest) und Entbürokratisierung
- Fassen Sie das Leitbild der Konsumfreiheit zsm.! Wie wird sie beschränkt? Zwei Freiheitsbegriffe: 1. aus mehreren Angebotenen Alternativen im Rahmen der verfügbaren Mittel zu wählen und 2. Unabhängigkeit von äußeren Zwängen das recht auf Selbst und Mitbestimmung zu verwirklichen Wechselspiel zwischen Verbraucherbedürfnissen und Herstellerinteressen äußere Beschränkungen liegen beim Konsumenten selbst, begrenzte Fähigkeiten eigene Bedürfnisse zu erkennen, Informationsgewinnung und diese zu Kaufentscheidungen zu verarbeiten
- Definieren Sie das Gegenmachtmodell Leitbild: Konsumentenfreiheit, Menschenleitbild jedoch kritischer Konsument und nicht homo oeconomicus Wettbewerbsorientierung mit Mängeln auf Grund von: Ungleichgewicht zwischen Produzenten und Konsumenten bzgl Kompetenz, Info und Macht, marktkompensatorische und marktkomplementäre VP, Machtausgleich für den Verbraucher durch Staat notwendig