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Ernährungs- und Verbraucherpolitik (Fach) / Vorlesung (Lektion)
SS 2016
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- Definieren Sie Verbraucher! Verbraucher sind Markteilnehmer und Konsumierende (Gegenteil zm Produzenten), Bürger deren Welt von Gebrauch/Verbrauch und Dienstleistungen beeinflusst wird Ebenso Teilnehmer der informellen Lebenswelt (außerhalb der Erwerbstätigkeit)
- Definieren Sie Vebraucherpolitik! Für den Verbraucher alle relevanten Rechts-, Sicherheits- und Wirtschaftsfragen (Gesundheit, Forschung etc.) zur Beseitigung Strukturbedingter Schwächen auf Verbraucherseite (Infoasymmetrie) mit dem Ziel der Marktbalance!
- Was ist marktbezogene Verbraucherpolitik? Setzung der Rahmenbedingungen von Rechtssicherheit, Wettbewerb, Transparenz und Verantwortung in Bezug auf marktvermittelte Konsumgüter
- Ziele öffentliche Verbraucherpolitik Förderung und Überwachung von Güterbereitstellungen in besonderen Bereichen (Monopole)
- Nennen sie drei inhaltliche Bereiche der Vebraucherpolitik 1. Verbesserung der Marktfunktion (Marktkomplementärer Charakter) z.B. Marktinfo 2. Korrektur des Marktes (Marktkompensatorischer Charakter) z.B. Verbraucherrechte oder staatliche Präventionen 3. Gesellschaftliche Mitwirkung der Bürger (Zugang und Mitwirken zur Gerichtbarkeit)
- Nennen sie vier Problemfelder der VB! Verbraucherinfo Wettberwerb Werbung Qualität, Sicherheit und Haftung
- Was ist Marktversagen? Effizienz der Marktallokation nicht gegeben! Informationsasymmetrie!
- Was sind die Kennzeichen eines natürlichen Monopols? das betreffende Gut kann von einem einzigen Unternehmen kostengünstiger hergestellt werden als von mehreren Anbietern die Kostenfunktion ist über den relevanten Bereich subadditiv. Sinkende Durchschnittskosten über den gesamten Mengenbereich sind hinreichend aber nicht notwendig für Subadditivität
- Was sind Regulierungsstrategien gegen natürliche Monopole? 1. Tolerieren des Marktversagens 2. Staatliche Eingriffe wie Verstaatlichung des Monopols (Effizient?) 3. Preisfestsetzung: Monopolist muss zu Grenzkosten anbieten 4. Vergabe/Vertsteigerung von Lizenzen (Gewinner ist Firma, die am günstigsten anbietet) 5. Regulierung durch Verringerung der Integrationstiefe (unbundling) und Schaffung bestreitbarer Teilmärkte
- Nennen Sie politische Eingreifungen bei Marktmacht! 1. Zerschlagung von Monopolen 2. Abbau von Markteintrittsschranken 3. Fusionskontrolle (GWB): Bundeskartellamt kann Fusionen untersagen, wenn Marktmacht entstehen könnte 4. Aufdeckung von Kartellabsprachen : Nur Mittelstandskartelle sind erlaubt 5. Deregulierung
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- Was pekuniäre Externalitäten? Normale Folge von Marktbeziehungen Angebots- als auch Nachfrageentscheidungen verändern Knappheitsrelationen und damit Marktpreise mit z.T. bedeutsamen verteilungspolitischen Effekten. Dies ist aber kein Marktversagen
- Was sind technologische Externalitäten? treten auf, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen den Produktions- oder Nutzenfunktionen mehrerer Akteure besteht, der nicht in der Marktpreisbildungerfasst wird Marktpreise, die den Angebots- und Nachfragemengen zugrundliegen bewerten die Externalitäten nicht. Die privaten Grenznutzen und Grenzkosten weichen im Gleichgewicht von den gesellschaftlichen (sozialen) Grenznutzen und Grenzkosten ab.Es kommt zu Marktversagen Interdependenz und Unentgeltlichkeitskriterium.
- Was sind negative externe Effekte? Der Nutzen der Haushalte oder der Gewinn der Unternehmen wird durch die Aktion Dritter gemindert ohne das eine wirtschaftliche Entschädigung durch den Verursacher erfolgt
- Was sind positive externe Effekte? Der Nutzen der Haushalte oder der Gewinn der Unternehmen wird durch die Aktion Dritter erhöht ohne das eine wirtschaftliche Entschädigung durch den Nutznießer erfolgt.
- Zahlungsbereitschaftskonzept vertikale Betrachtung funktionle Zerlegung der Wohlfahrt nach volkswirtschaftlichen Komponenten wie Nutzen,Variable Kosten und Außenhandelswert Gesamtgesellschaftliche Wohlfahrt = Maximale Zahlungsbereitschaft -variablen Kosten der Produktion + Deviseneinnahmen abzüglich Devisenausgaben
- Nutzen = Maximale Zahlungsbereitschaft Mit dem Konzept der maximalen ZB wird der Nutzen der Konsumenten erfasst, den der Erwerb eines Produktes bewirkt - Fläche unter der Nachfragekurve.
- Variable Kosten = Opportunitätskosten der Produktionsfaktoren Fläche unter der Angebotskurve/Grenzkostenkurve = gesamte VK
- Was sind Nettodeviseneinnahmen? Dritte Komponente des direkten Ansatzeserfasst die Deviseneinnahmen bzw. Devisenausgaben sowie ihre Veränderung als Folge politischer und ökonomischer Veränderungen.
- Was sind private Kosten der Produktion? Kosten, die der Produzent trägt
- Private Grenzkosten Private Kosten für die Produktion eines weiteren Gutes!
- Externe Kosten der Produktion Kosten der Produktion, die nicht der Produzent trägt, sondern jmd. anders
- Externe Grenzkosten Sind die Kosten einer weiteren produzierten Einheit, die jemand anders tragen muss
- Soziale Grenzkosten Private Grenzkosten + Externe Grenzkosten
- Bestehen negative Externalitäten in der Produktion Sind die gesellschaftlichen Grenzkosten der Produktion (Gk* soz) höher als die privaten Grenzkosten (Gk priv) Wird ein gewinnmaximierendes Unternehmen eine Menge produzieren, die oberhalb der aus gesamtgesellschaftlicher Sicht optimalen Menge liegt Entstehen gesamtgesellschaftliche Wohlfahrtsverluste im Vergleich zum sozialen Optimum
- Welche Schwierigkeit könnte es bei der Etablierung der Pigousteuer geben? Schwierigkeit der Ermittlung der korrekten Höhe des Steuersatzes, da er im soz. Optimum Q* den externen Grenzkosten und somit dem gesellschaftlichen Grenzschaden entsprechen muss Hohe Informationsanforderungen: Kenntnisse der Nachfragefunktion sowie der privaten Grenzkosten als auch der externen Grenzkosten (Produktionstechnologien).
- Nennen Sie drei Möglichkeiten zur Internalisierung von externen Effekten! Pigou Steuer: Abgaben, die private und soziale Grenzkosten zum Ausgleich bringen (Internalisierung externer Effekte) Festlegung von Grenzwerten/Einschränkung der Produktion (z.B. Nachtflugverbot, Grenzwerte des Schadstoffausstoßes) Coase – Theorem (Ronald Coase): Marktlösung des Problems durch Festlegung von Eigentumsrechten
- Coase Theorem, erklären Sie das Verursacher Prinzip! Verursacher ist für die vollständige Vermeidung des externen Effekts verantwortlich (d. h. Anspruch des Geschädigten auf vollständige Vermeidung des externen Effekts)
- Coase Theorem, erklären Sie das Laissez-Faire Prinzip! Der Verursacher hat das Recht zur Emission (d. h. kein Anspruch des Geschädigten auf Vermeidung des externen Effekts.)
- Was sind die Vorrausetzungen für das Coase Theorem? Eindeutige Festlegung der „Eigentumsrechte“ an dem Medium, auf das sich der externe Effekt bezieht (sauberes Grundwasser) Es fallen keine Transaktionskosten mit dem Handel an Vollständige Informationen sind gegeben
- Coase Theorem, Effizienzhypothese Bei Vorliegen eines externen Effekts führen private Verhandlungen zwischen Erzeuger und Geschädigten unter obigen Annahmen zu einem pareto-optimalen Ergebnis
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- Coase Theorem, Invarianzhypothese Verteilung der Eigentumsrechte spielt für die optimale Lösung (Allokation) keine Rolle, wohl aber für die Verteilungseffekte
- Was ist ein demeritorisches Gut? Begriff für grundsätzlich private Güter,deren Bereitstellung durch den Staat damit gerechtfertigt wird,dass aufgrund verzerrter Präferenzen der Bürger/Konsumenten deren amMarkt geäußerte Nachfragewünsche zu einer nach Art und Umfang -gemessen am gesellschaftlich wünschenswerten Versorgungsgrad (Merit Wants) - suboptimalen Allokation dieser Güter führen Private Nachfrage übersteigt das gesellschaftlich gewünschte Maß
- Meritorisches Gut Private Nachfrage bleibt hinter dem gesellschaftlich gewünschten Maß zurück
- Rivalität im Konsum Nicht-Rivalität impliziert, dass bei jedem beliebigen Produktionsniveau die Grenzkosten der Bereitstellung des Gutes für einen zusätzlichen Konsumenten gleich null oder zumindest sehr gering.
- Ausschließbarkeit des Konsums Nicht Ausschließbarkeit impliziert, dass Verbraucher nicht vom Konsum des Gutes ausgeschlossen werden können. Unmöglichkeit des Ausschlusses kann technisch-natürliche als auch ethische Gründe haben
- Private Güter Konsumausschluss möglich & Rivalität gegebenEffiziente Bereitstellung über den Markt möglich
- Gruppengütern Konsumausschluss möglich & Rivalität (bis zur Kapazitätsgrenze) nicht gegeben Bereitstellung über den Markt möglich, aber nicht notwendigerweise effizient (falls Kapazitätsgrenze nicht erreicht):
- Öffentliche Güter Konsumausschluss nicht möglich & Rivalität nicht gegebenEffiziente Bereitstellung über den Markt nicht möglich: müssen staatlich angeboten werden
- Allgemeingüter (Allmendegüter): Konsumausschluss nicht möglich & Rivalität gegeben Bereitstellung über den Markt führt zur Tragödie der Allmende; Lösung Festlegung von Verfügungsrechten unter staatlicher Konrolle oder der Regulierung der Allmendegüter durch u.a. Fangquoten, Artenschutzauflagen, Umweltschutzauflage
- Aggregierte Nachfragekurve bei privaten Gütern Horizontale Summe der individuellen Nachfragekurven, d.h. bei gegebenem Preis werden die individuellen Mengen aufsummiert
- Aggregierte Nachfragekurve bei (reinen) öffentlichen Gütern: Vertikale Summe der individuellen Nachfragekurven, d.h. bei gegebener Menge (die allen zu gute kommt) werden Zahlungsbereitschaften (Grenznutzen) aufsummiert.
- Was ist das Free Rider Problem? Mangelnde Bereitschaft der Individuen, freiwillig die Bereitstellung öffentlicher Güter zu unterstützen. Führt dazu, dass nicht der wahre Wert eines Gutes sichtbar wird (nicht wahre Zahlungsbereitschaft wird offenbart). Free Rider zielen darauf ab, die Vorteile eines Gutes zu genießen (auf Kosten anderer), ohne dafür zu zahlen.
- Prüf/ Suchgut Attribute können vor Erwerb vom Konsumenten festgestellt werden (z.B. Preis) Keine Infoasymmetrie hier vorhanden
- Erfahrungsgut Attribute können erst nach Erwerb und Gebrauch festgestellt werden (z.B. Geschmack) Infoasymmetriegefahr gegeben, variiert jedoch von Produkt zu Produkt
- Vertrauens/ Glaubensgut Attribute sind auch nach Erwerb ungewiss (z.B. Kinderarbeit im Herstellungsprozess) Hohe Infoasymmetriegefahr
- Nennen Sie Reduktionsmittel gegen Informationsasymetrie! Vom Markt: 1. Screening wie z.B. Selbstinfo oder Einschaltung spezieller Dritter 2. Signaling wie z.B. Aufbau guter Reputation, Markenname, Werbung Vom Staat: Bereitstellung oder Subventionierung von Verbraucherinfos, Produktkennzeichnungspflichten gesetzliche Mindeststandards, Zulassungsbeschränkungen
- Was ist Screening? Beschaffung von Infos über ein die Qualität eines Gutes (Opti Umfang ist gleich Grenzkosten =Grenznutzen) Probleme sind Kosten, Verfügbarkeit der Infos, Fähigkeit Infos zu bewerten
- Was ist Signaling? Bereitstellung von (glaubhaften) Informationen durch die besserinformierte Marktseite Anreize: Produzenten hoher Qualität haben ein Interesse daran, dass die Marktgegenseite informiert istProblem: Glaubwürdigkeit der signalisierten Informationen
- Was ist der rationale Akteur? Er wählt die beste Option auf der Basis von Wahrscheinlichkeit und Nutzen Entspricht dem Homo Oeconomicus= eigeninteressiert und rational, d.h. Nutzenmaximierend, Präferenzen und Informationenbesitzend
- Was sind die Grundannahmen der Verhaltensökonomik und was kritisiert sie gleichzeitig? Begrenzte Rationalität Begrenzte Willenskraft Begrenzte Eigeninteresse Begrenzte Markteffizienz