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Histologie (Fach) / Histologie (Lektion)
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- Übergangsepithel Übergangsepithel Urothel/Übergangsepithel ist ein mehrschichtiges Epithel, das auf die luminale Oberfläche der harnleitenden Organe beschränkt ist: Nierenbecken, Ureter, Harnblase, proximale Teile der Harnröhre. Das Epithel besteht aus Basalzellen, Intermediärzellen und Superfizialzellen. Die Deckzellen sind die grössten Zellen des Epithels, enthalten oft mehrere Zellkerne und buckeln sich in das Lumen vor. Die Deckzellen besitzen stielförmige basale Ausziehungen, die bei manchen Tieren bis zur Basallamina herunterreichen können (umbrella cells). Im stark gefüllten Zustand der Harnblase werden die Deckzellen stark gedehnt und platt gedrückt. Die Deckzellen bilden die Barriere zum Harn mit seinen potenziell zellschädigenden Bestandteilen (zB. Harnstoff). Zwei Barriereeinrichtungen: gut ausgebildete Zonulae occludentes mit vielen Leisten rigide plattenförmige Areale der apikalen Plasmamembran (Plaques), die dicht aneinander liegen und durch schmale, flexible Plasmalemmabschnitte (Gelenke) getrennt sind. Außerdem sind in darunterliegenden diskusförmigen Vesikeln Uroplakine (integrale Membranproteine) gespeichert, die bei Dehnung in die Zellmembran eingebaut werden können. Vor dem Harn sind die Zellen durch eine dichte Glykokalix, die Uroplakine und wirksame Tight Junctions geschützt.
- Übersicht über zelluläre Motorik Übersicht über zelluläre Motorik Mikrotubuli-Dynein-Kinesin-System intrazellulärer Stofftransport entlang der Mikrotubuli (Sonderfall: Zentriol-Spindelfasern-Zellteilung) Kinozilien-Dynein-System Verbiegen von Kinozilien oder Geisseln extrazellulärer Stofftransport entlang der Zelle Vortrieb von Spermien durch Geisselschlag Aktin-Myosin-System Verkürzung von Myofilamenten (Aktin-Myosin-Komplexe) Formveränderungen der Zelle, Rollbewegung Sonderfunktion Zellverkürzung = Muskelkontraktion
- Zellmembran Zellmembran Die 5 - 6 nm breite Zellmembran (Plasmalemm, Plasmamembran) besteht aus einer Doppelschicht von Lipiden und ein- oder angelagerten Proteinen. Im Elektonenmikroskop erkennt man bei hoher Vergrösserung eine trilaminäre Struktur mit einer äusseren Lamelle, einer mittleren Lamelle und einer inneren Lamelle.
- Diktyosomen Diktyosomen Als Dictyosomen bezeichnet man Stapel von 4-10 flachen, membranumhüllten, tellerförmigen Hohlräumen in der Zelle. Die einzelnen Membranelemente werden als Zisternen bezeichnet, die Gesamtheit aller Dictyosomen als Golgi-Apparat.
- Lipidtropfen Lipidtropfen Die aus Triglyceriden und Cholesterolestern bestehenden Lipidtropfen erscheinen im Elektronenmikroskop mässig elektronendicht. Sie sind nicht von einer Membran eingeschlossen sondern liegen frei im Zytosol und sind von speziellen Proteinen (Perilipine) und intermediären Filamenten umgeben. Häufig sind die Lipidtropfen eng mit Glykogenpartikeln sowie Zisternen des rER assoziiert. Lipidtropfen kommen nicht in allen Zellen vor. Sie treten regelmässig im Fettgewebe, in Leberzellen und in Steroidhormon-produzierenden Zellen auf.
- Beta-Partikel Beta-Partikel Glykogen bildet im Zytosol 20 bis 40 nm grosse, elektronendichte β-Partikel, die häufig in Gruppen angeordnet sind. In den Partikeln kommen zusätzlich zum Glykogen auch verschiedene Enzyme vor, die den Glukosestoffwechsel regulieren. In Leberzellen bilden die β-Partikel rosettenförmige Aggregate, die als α-Partikel bezeichnet werden.
- Einteilung von Drüsen Einteilung von Drüsen Man kann Drüsen einteilen nach Art der Sekretion (exokrin, endokrin, parakrin) Art der Sekretabgabe (merokrin, apokrin, holokrin) Art der Sekrete (serös, mukös, gemischt) der Form (einfach, zusammengesetzt, tubulös, alveolär, azinär)
- Drüsen. Art der Sekretion Drüsen. Art der Sekretion exokrine Sekretion. Drüse sondert nach aussen (innere oder äussere Körperoberfläche) ab. Speicheldrüsen, Schweissdrüsen. endokrine Sekretion. Drüsen ohne Ausführungsgang, die in die umgebenden Blut- oder Lymphbahnen sezernieren. Die Sekrete endokriner Drüsen erreichen ihre Zielorgane auf humoralem Weg und werden deshalb als Hormone bezeichnet. Schilddrüse, Nebenniere. parakrine Sekretion. Sekrete diffundieren durch den Interzellulärraum. Enteroendokrine Drüsen des Magen-Darm-Trakts, die häufig sowohl endokrin als auch parakrin sezernieren.
- Drüsen. Art des Sekretabgabe Drüsen. Art des Sekretabgabe merokrin = ekkrin. Exozytose. Drüsen mit hoher Sekretionsleistung stülpen ihre Sekretgranula an der Oberfläche aus. Die meisten exokrinen (zB. Hautschweissdrüsen) und alle endokrinen Drüsen sezernieren merokrin. apokrin. Apozytose. Aufopferungsvolle Zellen sind die apokrinen Zellen, die ihre gesamte Zellspitze (lat. apex) abstossen, in der sich die Sekretvesikel befinden. Dadurch wird das abgegebene Sekret besonders nährstoffreich und milchig (bei den Milchdrüsen), halbfest und fettig (bei den Ohrschmalzdrüsen) oder gar mehr oder weniger gut duftend (bei den Duftdrüsen der Haut). holokrin. Holozytose. Die Lemminge unter den Drüsenzellen sind aber die holokrinen Drüsen, deren Zellen immer mehr Sekret in sich ansammeln, bis sie komplett damit ausgefüllt sind und zugrunde gehen. In holokrinen Drüsen werden daher ständig neue Drüsenzellen gebildet, die die absterbenden Zellen zur Oberfläche drücken. Zu diesem Drüsentyp zählen die Talgdrüsen der Haut.
- Drüsen. Art der Sekrete Drüsen. Art der Sekrete serös. Dünnflüssig und reich an Enzymen. In serösen Drüsen liegt ein runder Zellkern im basalen Drittel der Zelle, das ihn umgebende Zytoplasma zeigt eine kräftige Basophilie. Im apikalen Teil der Zelle liegen deutlich sichtbare Sekretgranula. Rein seröse Drüsen sind die Parotis, das Pankreas und die Tränendrüse. „Papageientränen sind serös“ für die serösen Drüsen: Parotis, Pankreas und Tränendrüse. mukös. Muköse Drüsen sondern einen zähflüssigen, enzymarmen Schleim ab. Der Zellkern erscheint auf der basale Seite plattgedrückt von großen, hellen Sekretgranula, die der Zelle ein helles, wabiges Aussehen geben. Dies führt leicht zu Verwechselungen mit Fettzellen. Rein muköse Drüsen sind sehr selten. Ein Beispiel dafür sind die hinteren Zungendrüsen. gemischt. In gemischten Drüsen wird das Sekret sowohl von serösen als auch mukösen Zellen hergestellt. Hier liegen also seröse Drüsenendstücke neben mukösen. Sitzen die serösen Drüsenzellen kappenförmig um muköse Endstücke, nennt man sie von Ebner-Halbmonde. Nach vorherrschender Sekretart bezeichnet man gemischte Drüsen als seromukös (mehr seröse Anteile) oder mukoserös (mehr muköse Anteile). Diese Unterscheidung hilft z. B. bei der Differenzialdiagnose zwischen Glandula submandibularis (seromukös) und Glandula sublingualis (mukoserös).
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- Drüsen. Form Drüsen. Form einfach. unverzweigter Ausführungsgang zusammengesetzt. verzweigte Ausführungsgänge tubulös. schlauchförmiges Endstück alveolär. rund, grosses Drüsenlumen azinär. rund, kleines Drüsenlumen, zu lat. azinus: Weinbeere
- Unterschiede in Aufbau und Funktion von einschichtigem, mehrreihigem und mehrschichtigem Epithel? Unterschiede in Aufbau und Funktion von einschichtigem, mehrreihigem und mehrschichtigem Epithel? einschichtiges Epithel: Eine Zelllage mit Zellkernen in einer Ebene. Funktion: erleichterte Diffusion (platt), Bedeckung (kubisch), hochspezialisiert auf Resorptions- oder Sekretionsaufgaben (hochprismatisch) mehrreihiges Epithel: Zellkerne in verschiedenen Ebenen, nicht alle Zellen erreichen die Lumenoberfläche. Funktion: Epithel für Schleimsekretion und -transport. mehrschichtiges Epithel: Zellkerne in verschiedenen Ebenen, keine Zelle reicht von der Basalmembran bis zum Lumen. Schutz vor Reibung und Verdunstung.
- was zeichnet Übergangsepithel aus und wo kommt es vor? was zeichnet Übergangsepithel aus und wo kommt es vor? starke Dehnfähigkeit der Deckzellen, dichte Glykokalix, Tight Junctions in harnleitenden Abschnitten
- wie können sich Epithelzellen auf hohe Resorptions- und Sekretionsleistungen spezialisieren? wie können sich Epithelzellen auf hohe Resorptions- und Sekretionsleistungen spezialisieren? Oberflächenvergrösserung: apikal Mikrovilli, basale Membraninvaginationen durch viele Mitochondrien, viel rER (Sekretion), Schlussleisten (um unkontrollierten parazellulären Transport zu vermeiden)
- wie unterscheiden sich endo-, exo- und parakrine Drüsen? wie unterscheiden sich endo-, exo- und parakrine Drüsen? exokrine Drüsen haben einen Ausführungsgang an eine innere oder äussere Oberfläche endokrine Drüsen sezernieren in Blut- oder Lymphbahn parakrine Drüsen sezernieren in den Extrazellulärraum
- Drüsentypen an/in der Haut? Drüsentypen an/in der Haut? merokrine Schweissdrüsen apokrine Duftdrüsen holokrine Talgdrüsen
- Aufgaben der Basalmembran? Aufgaben der Basalmembran? Die Basalmembran bildet eine Permeabilitätsgrenze, eine Haftstruktur und Zellinvasionsgrenze.
- Bindegewebe. Zelluläre Bestandteile Bindegewebe. Zelluläre Bestandteile ortsständige Zellen: produzieren und unterhalten die Interzellulärsubstanz. Fibroblasten und Fibrozyten. Blasten sind die jungen, aufstrebenden Zellen, die Substanz bilden (va. das Tropokollagen), wogegen Zyten (Z am Ende des Alphabets) die älteren ruhenden Zellen sind, die nicht mehr synthetisch aktiv sind. Fibroblasten stellen auch die Kollagenase her, ein lysosomales Enzym, das Kollagen abbaut. Praktische Bedeutung hat dies beim Follikelsprung und bei der Involution des Uterus in der Postmenopause. bewegliche Zellen: Mastzellen, Leukozyten, Plasmazellen und Histiozyten (Makrophagen im Bindegewebe). Vor allem aus dem Blut ins Bindegewebe eingewanderte Zellen, die der unspezifischen und spezifischen Abwehr dienen.
- Bindegewebe. Mastzellen Bindegewebe. Mastzellen Mastzellen werden häufig als „Basophile des Gewebes“ bezeichnet, sind aber nicht mit den basophilen Zellen im Blut identisch. Beide besitzen aber kräftig anfärbbare basophile Granula. Mastzellen besitzen auf der Membran Fc-Rezeptoren für das von den Plasmazellen hergestellte IgE. Bindet nun ein passendes Antigen an ein schon an den Fc-Rezeptor gebundenes IgE, wird die Mastzelle aktiviert und stößt ihre Granula aus (Degranulation). Diese sind mit Histamin, Heparin, Leukotrienen und Bradykinin, also mit Entzündungsmediatoren, gefüllt. Sind viele Mastzellen besonders sensibel und reagieren auch auf nicht pathologische Reize (setzen übermäßig viele Granula frei), kommt es zur allergischen Sofortreaktion und im schlimmsten Fall zum allergischen Schock. Man kann sich also Mastzellen als kleine Alarmanlagen vorstellen, die manchmal so laut klingeln, dass das ganze Haus am Wackeln ist. die Granula enthält Proteasen, Chemokine, Adenosin und Histamin und Serotonin. Histamin bewirkt die Erweiterung von Arterien und Arteriolen im Bindegewebe (Schleimhaut) und eine Öffnung der Interzellularspalten zwischen den Gefässendothelzellen von Kapillaren und Venule (Kontraktion des Endothels). Das führt zu einer lokalen Rötung des Gewebes durch vermehrte Blutfülle und zu einer Schwellung durch Austritt von Serum. Bei Bronchialmuskeln führt Histamin zu einer Kontraktion und kann dadurch einen Asthmaanfall auslösen. Ausserdem erregt Histamin sensorische Nervenendigungen (Brennen, Jucken). Histamin ruft insgesamt typische Entzündungszeichen hervor: Schwellung, Wärme, Rötung, Schmerz. Mukosamastzellen des Bindegewebes der Schleimhäute und Gewebemastzellen des Hautbindegewebes
- Bindegewebe. Gliederung der Interzellulärsubstanz Bindegewebe. Gliederung der Interzellulärsubstanz amorphe Grundsubstanz aus Proteoglykanen, die für eine hohe Wasserbindungsfähigkeit verantwortlich ist Glykoproteine, die strukturgebend wirken Fasern: kollagen, retikulär, elastisch
- Bindegewebe. Kollagene Fasern Bindegewebe. Kollagene Fasern Kollagene Fasern bestehen aus drei helikal umeinander gewundenen Polypeptidketten, dem Tropokollagen, das seitlich und vor allem längs aneinandergelegt Kollagenfibrillen bildet. Bündel von Kollagenfibrillen ergeben dann kollagene Fasern. Durch die regelmäßige Anordnung des Tropokollagens ist im Elektronenmikroskop eine periodische Hell-Dunkel-Streifung der Kollagenfibrillen sichtbar. Kollagene Fasern sind azidophil, verlaufen leicht gewellt und lassen eine feine Längsstreifung erkennen, welche durch die Fibrillenbündel hervorgerufen wird. Seine molekulare Struktur sorgt auch dafür, dass Kollagen eine größere Zugfestigkeit als Stahl besitzt. Wesentliche Bestandteile sind Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper. Es gibt elf verschiedene Kollagentypen. Kollagen Typ I. Vorkommen: Haut, Sehnen, Knochen, Dentin, Faserknorpel. Funktion: Zugfestigkeit. Kollagen Typ II. Vorkommen: Knorpel (hyalin und elastisch). Funktion: Widerstand gegen wechselnde Drücke. Kollagen Typ III. Vorkommen: retikuläre Fasern, Basalmembran (Lamina fibroreticularis). Funktion: Strukturerhalt in sich ausdehnenden Organen. Kollagen Typ IV. Vorkommen: Lamina densa der Basalmembran (Basallamina). Funktion: Zellhaftung, Permeabilitätsbarriere.
- Fibroblasten Fibroblasten Fibroblasten haben einen länglichen, euchromatinreichen Kern mit ein bis zwei deutlichen Nukleolen, eine langgestreckte Form und schmale, weit in die Peripherie reichende Fortsätze, mit denen sie untereinander in Kontakt treten.
- Bindegewebe. Retikuläre Fasern Bindegewebe. Retikuläre Fasern Retikuläre Fasern sind zugelastisch und damit bedingt dehnbar, besitzen aber eher eine strukturerhaltende Aufgabe. Sie bilden in lymphatischen und hämatopoetischen Organen, also z. B. in der Milz und im Knochenmark, weite Netzchen, durch die Blut- und Lymphzellen wandern können. Auch in der Lamina fibroreticularis der Basalmembran kommen retikuläre Fasern vor. Retikuläre Fasern sind argyrophil, d. h. sie färben sich mit Silbersalzen schwarz an. Sie sind dünn, verzweigt und bilden häufig ein Netzwerk, in dessen Maschen freie Zellen liegen.
- Bindegewebe. Elastische Fasern Bindegewebe. Elastische Fasern Elastische Fasern besitzen die erstaunliche Eigenschaft, immer wieder über Jahrzehnte bis auf das 2,5-fache gedehnt zu werden und dabei kaum „auszuleiern“. Ihr wesentlicher Bestandteil ist das Elastin, was ihnen ungefärbt eine gelbliche Farbe verleiht. Elastische Fasern bestehen aus Tropoelastin, Fibrillin und Desmosin. Das Fibrillin bildet feinste Filamente, die mit den aufgeknäulten Tropoelastinaggregaten vernetzt sind und die Überdehnung der Faser verhindern. Desmosin verknüpft benachbarte Tropoelastinmoleküle. Elektronenmikroskopisch kann neben dem amorphen Zentrum (Elastin) noch eine schmale Randzone aus Fibrillin unterschieden werden. Eine Mutation des Fibrillin-Gens verursacht vermutlich das Marfan-Syndrom. Elastische Fasern kommen z. B. schichtförmig in der Aorta und anderen großen venösen und arteriellen Gefässen vor (Faustregel: Je größer das Gefäss, desto höher der Elastin-Anteil). Die elastischen Fasern der Aorta sind entscheidend für deren Windkesselfunktion. Ein Dudelsack hat die gleichen Eigenschaften: Ein rhythmischer Druckstoss wird in einen gleichmäßigen Fluss verwandelt.
- Bindegewebsarten Bindegewebsarten Lockeres Bindegewebe bildet das Stroma, also das Stützgewebe vieler Organe. Beispiel: das spinozelluläre Bindegewebe im Ovar, das sich durch einen starken Zellreichtum auszeichnet. Gallertartiges Bindegewebe begegnet uns in Form der Wharton-Sulze in der Nabelschnur. Retikuläres Bindegewebe wird von den Retikulumzellen produziert und bildet Netze in lymphatischen und hämatopoetischen Organen (also z. B. Lymphknoten oder dem roten Knochenmark), durch die sich die freien Zellen bewegen können. Das Gegenstück zum Stroma – also das funktionelle Gewebe eines Organs – nennt man Parenchym (Grundgerüst). Dichtes Bindegewebe bildet die Sehnen und Kapseln im menschlichen Körper. Sehnen bestehen aus parallel angeordneten Kollagenfasern, zwischen denen Fibrozyten liegen (Sehnenzellen oder Flügelzellen, weil die Zellen flügelförmige Ausstülpungen zwischen den Fasern besitzen). Eine Sehne im Querschnitt erkennt man an eben diesen nicht ganz runden, ziemlich häufig vorkommenden, dunkleren Zellen innerhalb von bündelförmig eingefassten runden Faseranschnitten. Die Bündel werden von lockerem Bindegewebe eingefasst, dem Peritendineum, von dem interessanterweise auch die Regeneration der Sehnen ausgeht. Im Längsschnitt liegen die Kollagenfasern in einem leicht gewellten Zustand vor.
- Fett. Überblick Fett. Überblick Fettzellen sind spezialisierte Bindegewebszellen, die sich aus mesenchymalem Bindegewebe weiterentwickelt haben. Sie sind von retikulären Fasern und einer Basalmembran umgeben. Kollagene Fasern fassen die Zellen zu Fettläppchen zusammen. Man unterscheidet zwei verschiedene Fettsorten: das weiße oder univakuoläre Fett, das braune oder multivakuoläre Fett.
- weisses Fettgewebe weisses Fettgewebe Hier sind die Zellen durch einen großen Fetttropfen im Zytoplasma gekennzeichnet, der die gesamte Zelle ausfüllt und sogar den Zellkern an den Rand drückt. Bei den allermeisten Fixierungen wird das Fett gelöst, sodass man nur noch die Zellmembran mit dem Zellkern in der typischen Siegelring-Form erkennt. Fettzellen sind reichlich von Blutkapillaren umgeben und von Nervenfasern innerviert. Im Blut sind Triacylglyzeride (Neutralfette) in Chylomikronen und Lipoproteinen verpackt. In den Kapillaren des Fettgewebes werden die Triacylglyzeride von der Lipoproteinlipase des Endothels zu freien Fettsäuren und Glycerin gespalten. In die Fettzellen aufgenommen werden nur die freien Fettsäuren, das Glycerin schwimmt zurück zur Leber. Die Fettzellen synthetisieren aus den freien Fettsäuren wieder Triacylglyzeride und speichern sie als Fetttropfen. Diese Speicherung wird durch Insulin angeregt (einziges antilipolytisches Hormon unseres Körpers), Katecholamine und Glukagon wirken dagegen lipolytisch (fettabbauend). Fettzellen sondern nicht nur Fettsäuren, sondern auch Leptin ab, ein Hormon, das appetit- und gewichtsregulierende Wirkung besitzen soll.
- braunes Fettgewebe braunes Fettgewebe Ist beim erwachsenen Menschen in nur rudimentärem Ausmaß vorhanden und spielt nur eine geringe funktionelle Rolle. In geringem Maße hilft es dem Neugeborenen zur zitterfreien Wärmebildung. Es wird auch als multivakuoläres Fettgewebe bezeichnet, da das Fett innerhalb einer Zelle in vielen kleinen Vakuolen gespeichert ist. Die Zellen besitzen einen runden, mittigen Zellkern und viele Mitochondrien, die für die Wärmeproduktion und die braune Farbe verantwortlich sind.
- Knorpel. Überblick Knorpel. Überblick Druckelastizität Fähigkeit, Gewicht zu tragen und Gleiten zu ermöglichen schneidbar gefässfrei, wird rein durch Diffusion aus dem umgebenden Perichondrium oder aus der Gelenkflüssigkeit ernährt hyaliner Knorpel elastischer Knorpel Faserknorpel
- hyaliner Knorpel hyaliner Knorpel Mehrere Klone einer Knorpelzelle (Chondrozyt) liegen in der Knorpelhofhöhle, dem Territorium oder Chondron. Das Interterritorium ist die Knorpelgrundsubstanz, die grösstenteils aus Wasser, aber auch aus Glykanen, Kollagen II-Fasern und Mineralien besteht. Es besitzt keine Gefäße oder Nerven. Zu den Glykanen: Hyaluronsäure und flaschenbürstenartiges Proteoglykan Aggrecan, das Wassermoleküle anzieht, die bei Druck zur Seite weichen und so für die Elastizität des Knorpels sorgen. Hyaliner Knorpel kommt im Kehlkopf, in den Gelenkoberflächen, im Nasenknorpel und in den Rippenansätzen vor. In den Gelenkoberflächen ist der Knorpel NICHT von Perichondrium umgeben, hier wird er von der Synovia aus ernährt.
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- elastischer Knorpel elastischer Knorpel Elastischer Knorpel zeichnet sich dadurch aus, dass seine Grundsubstanz neben Kollagen II-Fasern auch viel Elastin besitzt, was ihn sehr elastisch macht und ihm makroskopisch seine gelbe Farbe verleiht. Die Chondrone bestehen aus einer bis maximal drei Zellen. Er kommt in der Ohrmuschel und im äußeren Gehörgang, in der Tuba auditiva und in der Epiglottis vor.
- Faserknorpel Faserknorpel Faserknorpel ist von vielen kollagenen Typ I-Fasern durchsetzt, die ein fischgrätartiges Muster erzeugen. Die Knorpelzellen liegen häufig einzeln oder in kleinen isogenen Gruppen. Er besitzt kein Perichondrium, steht aber eng mit dem umgebenden Bindegewebe in Verbindung und kommt in den Menisci und in den Disci intervertebrales vor.
- wofür ist Bindegewebe gut? wofür ist Bindegewebe gut? zur Form- und Strukturgebung als Ort der Immunabwehr als Stützgewebe vieler Organe
- was für Zellen gibt es im Bindegewebe? was für Zellen gibt es im Bindegewebe? Fibroblasten Fibrozyten häufig noch Mastzellen, Plasmazellen und Makrophagen
- Unterschied zwischen Stroma und Parenchym? Unterschied zwischen Stroma und Parenchym? Stroma: Stützgewebe eines Organs Parenchym: funktionelles Gewebe
- warum gibt es unterschiedliche Bindegewebsfasern? warum gibt es unterschiedliche Bindegewebsfasern? kollagene Fasern dienen zum Strukturerhalt, zB. Sehnen elastische Fasern dienen zB. der Windkesselfunktion der Aorta retikuläre Fasern dienen zur Formgebung lymphatischer Organe
- was machen Fettzellen? was machen Fettzellen? Aufnahme freier Fettsäuren Synthese und Speicherung von Triacylglyceriden (insulingesteuert) Lipolyse durch Katecholamine und Glucagon Abgabe von Leptin
- Knorpelarten? Knorpelarten? hyaliner Knorpel im Kehlkopf elastischer Knorpel in der Ohrmuschel Faserknorpel in den Bandscheiben
- mesenchymale Abkömmlinge mesenchymale Abkömmlinge Mesenchym: netzartiger Zellverband mit extrazellulärer Matrix mesenchymale Abkömmlinge: Bindegewebe Stützgewebe (Knorpel, Knochen) Fettgewebe Blut und Blutgefässe Mesothel Muskulatur
- Bindegewebe. Überblick Bindegewebe. Überblick ortsständige Fibrozyten bilden eine extrazelluläre Matrix Grundsubstanz: Proteoglykane = Coreprotein + Glykosaminglykane (GAGs, Kette aus Disacchariden) bilden mit Wasser ein Sol/Gel Gleichgewicht; adhäsive Glykoproteine (zB. Nektine und Laminine) vernetzen Zellen mit extrazellulärer Matrix Fasern: zugfeste kollagene Fasern und dehnbare elastische Fasern eingewanderte mobile Zellen aus dem Blut/Knochenmark zur Abwehr
- Hyaluronsäure Hyaluronsäure diverse Bindegewebe, embryonales Bindegewebe, Nabelschnur, Synovialflüssigkeit, Knorpel, Glaskörper des Auges hohes Mol-Gewicht, lange Ketten aus tausenden Disaccharideinheiten, keine covalente Bindung an Protein, hohe Wasserbindung
- Plasmazelle Plasmazelle Plasmazellen haben einen Radspeichen-Kern
- hyaliner Knorpel: Matrix hyaliner Knorpel: Matrix Aggrecan: > 100 GAG (Glukosaminglykane) Seitenketten, Chondroitinsulfat, Keratansulfat, Coreprotein, Hyaluronan Aggregate aus Aggrecan und Hyaluronan abgesichert durch Verbindungsproteine Vernetzung mit Kollagenfasern Typ II; Kollagenfasern IX und XI begünstigen die Vernetzung
- hyaliner Knorpel: Eigenschaften, funktionelle Einheit hyaliner Knorpel: Eigenschaften, funktionelle Einheit funktionelle Einheit = Chondron = Territorium = Chondrozyten in isogenen Gruppen + basophiler Knorpelhof (Färbung mit Hämatoxylin-Eosin: Zellkerne blau, Zytoplasma rot, Kollagen rot) Interterritorium: Matrix heller, eosinophil, zellfrei mit "maskierten" Kollagen II-Fasern (man sieht sie nicht, obwohl sie vorhanden sind) keine Blutgefässe, keine Nerven Ernährung über Diffusion durch die Matrix anaerober Stoffwechsel, bradytroph, sehr geringes Regenerationspotenzial (Knorpelschäden heilen nicht aus) Gelenke, Rippen, Nase, Trachea
- hyaliner Knorpel. Chondrozyten hyaliner Knorpel. Chondrozyten gut entwickeltes rER, grosser Golgi-Apparat, Glykogen, Lipid-Tropfen verantwortlich für den Umsatz der Matrix: langsam aber kontinuierlich geringer Stoffwechsel, bradytroph im jugendlichen Knorpel bilden sich isogene Gruppen durch interstitielle Teilung im erwachsenen Knorpel keine weiteren Mitosen
- Knochenbestandteile Knochenbestandteile Knochen besteht aus Knochenzellen und Interzellulärsubstanz (Matrix oder Osteoid). Die Interzellulärsubstanz wiederum besteht v. a. aus Phosphat und Calcium in Form von Apatitkristallen, kollagenen Fasern und Wasser (und Proteinen wie das Osteonektin, -calcin und -pontin).
- Knochenzellarten Knochenzellarten Osteoblasten Osteozyten Osteoklasten
- Osteoblasten Osteoblasten Die Osteoblasten sind einkernige Zellen am Rande der Knochenbälkchen, die die noch unverkalkte Knochengrundsubstanz produzieren. Osteoblasten, die sich rundherum eingemauert haben, stoppen die Produktion von Knochensubstanz und heißen dann Osteozyten.
- Osteozyten Osteozyten Osteoblasten, die sich rundherum eingemauert haben, stoppen die Produktion von Knochensubstanz und heissen dann Osteozyten. Die Osteozyten liegen in Knochenhöhlen – den Lakunen – und stehen über Zytoplasmaausläufer in den Canaliculi ossei (Knochenkanälchen) untereinander in Verbindung. Gap Junctions verbinden die Zellen miteinander und ermöglichen so die Ernährung der Osteozyten, die keinen direkten Kontakt zu Blutgefäßen haben. Osteozyten sind durch einen schmalen, mandelförmigen Zellleib und filopodienartige Fortsätze gekennzeichnet, mit denen sie untereinander via Nexus in Kontakt stehen. Der Zelleib befindet sich in lakunenartigen Aussparungen der verkalkten Grundsubstanz, und die Fortsätze verlaufen in feinen Knochenkanälchen (Canaliculi). Osteozyten sind hochdiffenzierte Zellen, die sich nicht mehr teilen können. Sie dienen in erster Linie dem Unterhalt der Knochenmatrix. Die reife (verkalkte) Knochenmatrix setzt sich zusammen aus 10 % Wasser 70% anorganische Verbindungen (vorwiegend Hydroxylapatit) 30 % organische Verbindungen - davon 90% Kollagen Typ I und 10% nicht kollagene Proteine (Osteocalcin, Osteopontin, Osteonectin) 99% des gesamten Ca ist im Knochen gespeichert.
- Osteoklasten Osteoklasten Die Osteoklasten sind die Gegenspieler der Osteoblasten (sie „klauen“ Knochen). Sie sind mehrkernige Riesenzellen mit bis zu 50 Zellkernen, die die Eigenschaft besitzen, Knochengrundsubstanz abzubauen. Die der Grundsubstanz zugewandte Oberfläche ist unregelmäßig aufgefaltet (ruffled border) und so erheblich vergrössert. Eine intrazelluläre Carboanhydrase stellt H+-Ionen bereit, die von einer Membran-ATPase nach aussen geschleust werden. Das damit entstehende saure Milieu zusammen mit lysosomalen Enzymen ermöglicht es den Osteoklasten, die Knochensubstanz und insbesondere Calcium zu resorbieren. Somit „fressen“ sich Osteoklasten in den Knochen ein und bilden die Howship-Lakunen, die Höhlen, in denen sie liegen. Sie arbeiten dabei so effizient, dass sie pro Zeiteinheit die gleiche Knochenmenge abbauen, die 150 Osteoblasten aufbauen. Ihre Aktivität wird hormonell gesteuert: Sie werden durch einen von Parathormon (stellt Calcium parat) in Gang gesetzten Mechanismus aktiviert und durch Calcitonin und Östrogene gehemmt (deswegen die verstärkte Osteoporose bei Frauen in der Postmenopause). Man nimmt an, dass Osteoklasten Nachfolger der Monozyten des Blutes sind und damit zum mononukleären Phagozytosesystem gehören.