Chirurgie (Fach) / 3. Chirurgische Notfälle (Lektion)
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- Wie definieren Sie den Begriff Polytrauma? Eine gleichzeitig entstandene Verletzung verschiedener Körperregionen, von denen mindestens eine, oder die Kombination mehrerer vital bedrohlich ist
- Wann sollte ein polytraumatisierter Patient intubiert werden bzw. eine Notfallnarkose durchgeführt werden? Apnoe/Schnappatmung (AF<6/min) Hypoxie (SpO2<90%) nach Ausschluss Spannugnspneumothorax Schweres SHT (GCS<9) traumaassoziierte hämodynamische Instabilität (RRsys<90 mmHg) schweres Thoraxtrauma mit respiratorischer Insuffizienz (AF>29)
- Wann liegt ein abdominelles Kompartmentsyndrom vor? Ab einer intraabdominellen Druckerhöhung von mehr als 20 mmHg Gefahr der schweren Minderperfusion der Bauchorgane, v.a. Nieren durch verminderte Vorlast HZV↓ Zwerchfellhochstand: Atelektasen durch Minderbelüftung respiratorische Insuffizienz und Azidose Ursachen: intraabdominelle und retroperitoneale Blutungen Ileus Aszites, große Tumoren Peritonitis, Verletzungen oder Verbrennungen im Bereich der Bauchwand
- Wie kann ich den intraabdominellen Druck messen? der intraabdominelle Druck wird bei flach gelagertem Patienten am Ende der Exspiration gemessen und liegt bei 0-5 mmHg intravesikal/intragastral
- Wie hoch kann der Blutverlust bei geschlossenen Frakturen sein? Beckenringfraktur: bis 5.000 mL Oberschenkelfraktur: bis 2.000 mL Unterschenkelfraktur: bis 1.000 mL Armfraktur: bis 800 mL
- Welche Maßnahmen ergreifen Sie bei einem Verdacht auf Rauchgasintoxikation? Kontrollierte Beatmung mit PEEP, FiO2 min. 0.8 Kortison-Dosieraerosol (prophylaktisch) arterielle BGA!
- Sollten Verbrennungspatienten mit Wasser gekühlt werden? keine ausgiebige/großflächige Kühlung, wenn dann lokal kein eiskaltes Wasser, da Gefahr der Hypothermie besteht, die wiederum zu Hypoperfusion, Gerinnungstörungen und Arrhyhtmien führen kann
- Auf welche Aspekte der körperlichen Untersuchung bei Verbrennungspatienten achten Sie besonders? Orientierende Inspektion des vollständig entkleideten Verletzten: gesamte VKOF erfassen! ? Begleitverletzung ausschließen! thermo-mechanisches Kombinationstrauma? Inhalationstrauma?
- Kennen Sie die Neuner-Regel? Sie dient der Abschätzung des Verbrennungsausmaßes (II. und III.) Arme: jeweils 9% (Hand 1%) Rumpf: 36% Beine: jeweils 18% Gesicht 9% Genital 1% Bei Kindern 27%: Rumpf 18%: Kopf Arme und Beine gleich
- Parkland-Formel/Ludwigshafener Formel 2-4 mL Ringer-Laktat/kg KG x % verbrannte Körperoberfläche (II-III°), 50% innerhalb der ersteh 8h, 50% in den folgenden 16 h
- Wie können Sie das Ausmaß einer Verbrennung beurteilen? Grad I: oberflächliche Verbrennungen, schmerzhaft, rötliche Verfärbung Grad IIa: Beteiligung der Haut, Blasen mit rotem Wundgrund, stark schmerzhaft Grad IIb: tiefe Hautbeteiligung, Blasen mit weißem Wundgrund, schmerzhaftt Grad III: Vollständige Zerstörung von Epidermis und Dermis. Beteiligung von Weichteilgewebe mit Nekrose, Gefühlsverlust. Narbenbildung. Grad IV: komplette Nekrose von Dermis und tiefergelegen Strukturen
- Was verstehen Sie unter dem Begriff Verbrennungskrankheit? Regulationsstörungen verschiedener Organe und Organsysteme infolge größerer, hochgradiger Verbrennungen Kleinkindern: schon ab 8% VKOF, bei Erwachsenen ab etwa 15% VKOF III-IV in den ersten drei Tagen: Kapillarleck durch Schädigung der Kapillaren ausgedehntes intravasales Volumendefizit und ein Ödem im Bereich des verbrannten Areals Mikrozirkulationsstörungen Abfall des HZV durch Volumenmangel metabolische Azidose mit Laktakanstieg Proteinverlust über geschädigte Haut generalisierte Ödemen durch reduzierten kolloidosmotischen druck im Plasma CAVE: Gefahr des hypovol. Schocks und Sepsis Sekundäre Phase: Ödeme werden rückresorbiert, diese Phase dauert mindestens 2-3 Wochen
- Definieren Sie "akutes Abdomen" akute Manifestation von Erkrankgen des Bauchraums davon abzugrenzen: Erkrankungen, die sich in den Bauchraum projizieren und die das Bild eines akuten Abdomens vortäuschen können Ätiologie Entzündungen (Appendizitis, Sigmadivertikulitis, Cholezystitis) Perforationen (Magen- oder Duodenallkus, Sigmaperforation) Verschluss (mechan. Ileus, Ductus choledocus) Durchblutung (Mesenterialinfarkt, Invagination) Intraabdominelle Blutungen Trauma retroperitoneale Erkrankungen: Nierenstau bei Verschluss des Ureters durch einen Stein, EUG, Adnexitis, Pankreatitis PEI3TSCHE: Perforation, Entzündungen, Ileus, Invagination, Intraabdominelle Blutung, EUG
- Was sind die häufigsten Ursachen eines paralytischen Ileus? Entzündungen: Peritonitis, Pankreatitis, Cholezystitis metabolische Veränderungen: Azidose, Hypokaliämie Toxine: toxisches Megacolon (Kompl. der Colitis ulcerosa) Durchblutungsstörungen: Mesenterialinfarkt Innervationsstörungen: Morbus Hirschsprung reflektorisch nach intraabdominellen Eingriffen
- Kennen Sie die Einteilung nach Forrest? Einteilung der Oberen GI-Blutung hinsichtlich morphologischer Kriterien. Maßgeblich für das Konzept von Diagnostik und Therapie, Forrest I: Zeichen der aktiven Blutung; a) spritzend arteriell b) Sickerblutung Forrest II: Zeichen einer stattgefundenden Blutung; a) sichtbarer Gefäßstumpf b) Läsion mit Koagel c) hämatinbedeckte Läsion Forrest III: Läsion ohne Blutungsaktivität; keine Blutungszeicen, aber positive Anamnese Intervention: Forrest I: immer Therapie; Clipping oder Unterspritzung mit Alkohol; OP wenn Blutung gastroskopisch nicht gestoppt werden kann Forrest IIa: hohes Rezidivrisiko, zumindest Kontrolle Forrest III: konservativ; PPI